veranstaltungen im dezember 2019

veranstaltungen im dezember 2019

dezember 2019

Montag
01.07.19
19.00 Uhr
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Paul Zwei von Franz Suess


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Ein junger Mann namens Paul zieht aus der Provinz in eine Wohngemeinschaft in Wien. Das Leben dort beschert ihm statt des erhofften Lebensglücks vor allem Enttäuschungen - auch, weil sein Selbstbild mit der Realität nur wenig zu tun hat. In filigran-kratzigen Bleistiftzeichnungen nähert sich Franz Suess seinem Protagonisten Paul an, schildert dessen Gefühlsleben zwischen Selbstzweifel und Selbstüberschätzung, zwischen sexueller Obsession und unerfüllten Wünschen und erzählt die Geschichte einer Geschlechtstransformation, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt. Franz Suess lebt und arbeitet als Comiczeichner, Autor von Bilderbüchern und Illustrator in Wien. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
01.07.19
19.30 Uhr
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Heimat. Kann die weg?

Muhterem Aras, Hermann Bausinger

Lesung und Gespräch, Grußwort: Friedlinde Gurr-Hirsch


Zwei bedeutende Persönlichkeiten kommen ins Gespräch über einen strapazierten wie umstrittenen Begriff: Heimat. Muhterem Aras, baden-württembergische Landtagspräsidentin, und Hermann Bausinger, emeritierter Professor für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen, diskutieren über die Bedeutung von Heimat in einer Gesellschaft der Vielfalt. Sie sprechen über Akzeptanz und Gefühle, über Verschiedenheiten und Zugehörigkeiten, über die Bedeutung des Grundgesetzes als Fundament, über Demokratie und Parlamentarismus - und über Zusammenhalt. Muhterem Aras, 1966 als alevitische Kurdin in Elmaağac bei Bingöl, Türkei, geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften, war Steuerberaterin und Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg für Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2016 ist sie Landtagspräsidentin und bekleidet als erste Frau dieses Amt. Hermann Bausinger, 1926 in Aalen geboren, ist emeritierter Professor der Universität Tübingen und war viele Jahre Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehört u.a. auch der Band "Eine schwäbische Literaturgeschichte". Im Verlag Klöpfer, Narr erscheint im Juni 2019 der Band von Muhterem Aras und Hermann Bausinger unter dem Titel „Heimat. Kann die weg? Ein Gespräch“, eingeleitet und moderiert von Reinhold Weber.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
03.07.19
19.00 Uhr
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Can you write me a poem, Siri?

Hannes Bajohr, Emma Braslavsky, Dieter Mersch, Sandra Richter, Michael Sedlmair, Eva Weber-Guskar

Veranstaltungsreihe: Lange Nacht der KI

Diskussion, Gespräch, Lesung, Vortrag, Grußwort: Fritz Kuhn


Das, was man künstliche Intelligenz nennt, hat die Kunst längst erreicht. Selbstlernende Maschinen komponieren, malen, schreiben Gedichte oder den achten Band der Harry-Potter-Reihe. Was aber bedeutet das für unser Verständnis von Kunst und Kreativität, Original und Kopie, Werk und „Meister“? Knifflige Zuschreibungs- und Urheberrechtsfragen befeuern zudem die Debatte. Gebührt der Maschine, dem Programmierer des Algorithmus oder der Künstlergruppe, die ihn verwendet, die Urheberschaft? Und lesen wir ein Gedicht anders, wenn wir wissen, es gründet auf einem Algorithmus? Erübrigt sich gar die Kunst, wie wir sie kennen? Zwischen künstlicher und künstlerischer Intelligenz ist viel Raum für Zwischentöne. Zu den Gästen der Langen Nacht gehören u.a. Dietmar Dath, Autor, Übersetzer, Lyriker und Dramatiker (angefragt), die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach Sandra Richter, die Philosophin Eva Weber-Guskar, Dieter Mersch, der das Institut für Theorie an der Züricher Hochschule der Künste leitet sowie ein Überraschungsgast aus dem Cyber Valley. Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Stuttgart, IZKT der Universität Stuttgart und DLA Marbach im Rahmen des 1. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals "smart und clever".

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Donnerstag
04.07.19
19.30 Uhr
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Michael Ende: Jim Knopf und die unendliche Geschichte

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Jim Knopf, Lukas, der Lokomotivführer und Momo: Diese und viele andere bekannte Figuren stammen aus der Feder des Schriftstellers Michael Ende und begeistern seit jeher Generationen von Kindern und Jugendlichen. Doch Ende war nicht nur Autor phantastischer Kinderliteratur; er schrieb ebenso Bücher für Erwachsene, Gedichte, Theaterstücke sowie poetische Bilderbuchtexte. Der schriftstellerische Durchbruch gelang ihm jedoch mit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, für den er 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Diese Geschichte hat es bis ins Fernsehen und 2018 sogar ins Kino geschafft. Für alle Michael Ende Fans gab es jüngst eine neue Veröffentlichung zu feiern: Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe erschien in diesem Jahr; Wieland Freund hat das Romanfragment von Michael Ende fertig gestellt. Im Gespräch mit der Lyrikerin, Essayistin und Prosaautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen und Autoren John von Düffel wird es vor allem um Die unendliche Geschichte sowie um die Abenteuer von Jim Knopf gehen: Wir reisen nochmal gemeinsam mit Bastian Balthasar Bux nach Phantasien, fahren mit der Lokomotive Emma durch Lummerland, treffen Fuchur, den Glücksdrachen und Prinzessin Li Si, und erfahren, wie Menschlichkeit Verwandlung bedingt und umgekehrt aus Verwandlungsfähigkeit Menschlichkeit erwächst. Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
08.07.19
19.30 Uhr
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Sendbo-o-te

Yoko Tawada

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


„Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt, meinte Wittgenstein. Die in Deutschland und Japan ansässige Yoko Tawada macht genau daraus einen Roman.“ Loreen Dalski, SWR 2 Alle ihre Bücher spielen mit dem „Zwischen“, zwischen den Sprachen, den Kulturen, zwischen heute, der Vergangenheit und der Zukunft. Sie schreibe, als könnte man zugleich hellwach sein und träumen. In Stuttgart stellt Yoko Tawada nun ihren neuen Roman vor: Nach einer Katastrophe hat Japan alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Yoshiro kümmert sich mit großer Liebe um seinen Urenkel Mumey. Die Kinder in dieser Zeit werden krank geboren, ihr Leben hängt am seidenen Faden, zugleich sind sie weise und fröhlich und tragen Zuversicht in sich. Die Uralten leben immer länger, viele Tiere gibt es nicht mehr, Pflanzen mutieren, auch die Menschen. Als der Alltag zunehmend schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als "Sendboten" zu Forschungszwecken ins Ausland zu schmuggeln. Die Nähe zu Fukushima und die historische Anspielung auf die Edo-Zeit im 17. und 18. Jahrhundert, in der sich Japan weitgehend von der Umwelt isoliert hat, verleihen dieser literarischen Dystopie von Tawada einen erschreckenden Realitätsbezug. Yoko Tawada, 1960 geboren in Tokyo, lebt seit 1982 in Deutschland. Sie schreibt auf Japanisch und auf Deutsch, wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt u.a. mit dem Kleist-Preis (2016) und der Carl-Zuckmayer-Medaille (2018). Die englische Übersetzung von Sendbo-o-te erhielt den National Book Award 2018 (Translated Literatur). „Sendbo-o-te“ wurde von Peter Pörtner ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit der deutsch-Japanische-Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
09.07.19
19.30 Uhr
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Gotteskind

John Wray

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Carsten Otte


„Ich bin mit Menschen zusammen, die für mich sterben würden, und an meinen besten Tagen, dann, wenn ich keine Angst habe, weiß ich, ich täte es auch für sie. Gibt es jemanden, für den du das tun würdest?“ John Wray, Gotteskind In "Gotteskind" erzählt der amerikanisch-österreichische Autor John Wray von einer jungen US-Amerikanerin, die zu den Taliban überläuft, und zeigt, wie aus aufrichtigem Glauben unmerklich Gewaltbereitschaft wird: Aden Sawyer, achtzehn, ist entschlossen, nach Peschawar in Pakistan zu reisen, um dort in einer Medrese den Islam zu studieren. Mit Hilfe eines Freundes organisiert sie die heimliche Reise. In Pakistan schlüpft sie in eine neue Identität, verkleidet sich als junger Mann, gerät aber schon bald in große Gefahr. Der Weg zur vermeintlichen Erlösung führt direkt in die Kriegswirren Afghanistans. John Wray wurde 1971 in Washington, D.C., als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren, studierte an der Columbia University und an der Universität Wien und lebt als freier Schriftsteller in Brooklyn und Friesach, Kärnten. 2017 wurde er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Deutschlandfunks ausgezeichnet. Bernhard Robben hat den Roman „Gotteskind“ ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendung 17.9., 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
10.07.19
19.30 Uhr
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Unter Sternen: Neue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften

Oswald Egger, Ulf Stolterfoht

Lesung und Gespräch, Musik, Musik: Michael Sattelberger


„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische Dichter*innen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind die Dichter Ulf Stolterfoht und Oswald Egger zu Gast. Ulf Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren, lebt seit 1994 als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin, ist als Dozent an zahlreichen Universitäten und Schreibinstituten tätig und wurde vielfach für sein Werk ausgezeichnet, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis. Ulf Stolterfoht war einige Jahre Verleger des aufsehenerregenden Verlags BRUETERICH PRESS: "Schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis". Zuletzt erschien sein Gedichtband „fachsprachen XXXVII-XLV“ im Kookbooks Verlag. Oswald Egger wurde 1963 in Lana/Südtirol geboren. Seine Prosa und Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. ebenfalls mit dem Peter-Huchel-Preis. Seit 2011 ist er Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Oswald Egger lebt auf der Raketenstation Hombroich. Zuletzt erschien sein - auch selbstgestalteter - Band „Triumpf der Farben“ im Lilienfeld Verlag. Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit der Evangelischen Kirche in der City Außer Haus! Hospitalkirche / Hospitalhof Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
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Wetterleuchten - Sommermarkt der unabhängigen Verlage

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten


Es schmeckt nach Orange! Der Liegestuhl steht bereit, die Markise ist ausgefahren und die Verlage haben auch in diesem Jahr ihre Stände bestückt mit den besten Sorten und überraschendsten Geschmacksrichtungen der aktuellen Literatursaison: Wir laden Sie herzlich ein ins Literaturhaus zum Wetterleuchten 2019, dem Sommermarkt der unabhängigen Verlage. Kommen Sie vorbei, blättern Sie durch bezaubernde Bücher, hören und greifen Sie zu: Für Ihren Sommerlektüregeschmack, für Ihr „Buch am Stiel“, haben wir erneut ein ganztägiges Programm zusammengestellt mit über 40 aufregenden Verlagen aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum: Aviva Verlag * Berenberg Verlag * Büchergilde Gutenberg * CulturBooks Verlag * Das Kulturelle Gedächtnis * Der Diwan Hörbuchverlag * Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung * Edition Fünf * Edition Nautilus * Edition Solitude * Édition totale eclipse * Elfenbein Verlag * Elias Canetti Verlag * Frankfurter Verlagsanstalt * Griot Hörbuch Verlag * Guggolz Verlag * Headroom * Hirzel Verlag * Homunculus Verlag * Kampa Verlag * Klak Verlag * Klöpfer, Narr * Kommode Verlag * Konkursbuch Verlag * Lilienfeld Verlag * Limmat Verlag * Louisoder Verlag * Luftschacht * Mandelbaum Verlag * Merlin Verlag * Moloko Print * Orlanda Verlag * Parasitenpresse * Peter Hammer Verlag * Prima.Publikationen * Reprodukt * Rotpunktverlag * Schöffling & Co. * Septime Verlag * Speak low * Topalian & Milani Verlag * Verlag Ulrich Keicher * Verbrecher Verlag * Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus * Verlag Klaus Wagenbach * Verlag Das Wunderhorn Auf der Bühne wandern die Geschichten von Emlichheim aus durch ein Schweizer Tal, um das himmelhoch die Berge stehen, einmal quer über das revolutionäre Sizilien bis nach Prag zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Lernen Sie unbeachtete Pflanzen am Wegesrand kennen, prüfen Sie Ihr Geometriewissen oder lassen Sie sich einen exklusiven Paarzeiler schreiben. Der Tag wird frisch und fruchtig. Seien Sie dabei! Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Peter Horvath-Stiftung, der Stadt Stuttgart, dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V. sowie der Berthold Leibinger Stiftung

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
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Einsame Weltreise von Alma M. Karlin


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Paula Scheschonka


„Es war eine ungemein stürmische Zeit, zu der Leute ohne Entzündung der Einbildungsnerven wohl zu Hause geblieben wären.“ (Alma M. Karlin) Am 24.11.1919 bricht Alma Karlin zu ihrer Weltreise auf, die sie in den folgenden acht Jahren durch fünf Kontinente führen sollte. Von Europa aus fährt sie - ihre Schreibmaschine „Erika“ im Gepäck - nach Südamerika, von dort über Kalifornien und Hawaii nach Japan, dem erklärten Ziel ihrer Reise, und weiter nach China. Im Gegensatz zu anderen Reisenden hat sie kein Vermögen, aus dem sie ihre Reise finanzieren könnte. Sie arbeitet unterwegs als Dolmetscherin und Sprachlehrerin und lebt in einfachen Unterkünften abseits der damals für Europäer*innen üblichen Ziele. Durch ihre Reiseerlebnisbücher wird sie zu einer der berühmtesten und meist bewunderten europäischen Reiseschriftstellerinnen. (Aviva Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
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Lucia Berlins kühne Kurzgeschichten

Elisabeth Weller

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Schnuppersalon


Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre. Die kühnen Kurzgeschichten der amerikanischen Autorin, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Lucia Berlins Sprache sirrt und knistert wie Stromleitungen, die sich berühren. Die 1936 in Alaska Geborene zog im Schnitt alle neun Monate um. Im Schreiben hat die Umherziehende ihren Heimathafen gefunden: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“. Wir lesen und besprechen die Kürzestgeschichte „Makadam“. Seit 2006 leitet Elisabeth Weller wöchentlich mehrere Literarische Salons im Literaturhaus. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.30 Uhr
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Der Seiltänzer von Jean Genet


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Max-Walter Weise


Jean Genet (1910 - 1986), der große französische Dichter und Dramatiker, gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Zu Lebzeiten provozierte und polarisierte der „Orpheus der Gosse“ die Gesellschaft. Nach seinem Tod geriet er zunächst beim breiten Lesepublikum in den Hintergrund. Heute ist das Werk Jean Genets in der Zeitlosigkeit seiner Thematik, in der Vielfalt unabgenutzter Sprachbilder, in der gedanklichen Präzision und im unvergleichlichen Reichtum seiner Poesie zum Inbegriff moderner Dichtung geworden. Band VII der Genet-Werkausgabe legt in überarbeiteter Übertragung sämtliche Gedichte Genets vor. Das Prosagedicht „Le Funambule“ („Der Seiltänzer“) entstand Mitte der fünfziger Jahre, als er längst berühmt war, und ist seinem jüngeren Geliebten Abdallah gewidmet. (Merlin Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.00 Uhr
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schatullen & bredouillen

Carolin Callies

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Jan Snela


Carolin Callies Debüt „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ war das lyrische Ereignis des Jahres 2015. So verhält es sich auch mit (dem Buch neuer Gedichte) dem neuen Gedichtband „schatullen & bredouillen“: Da lesen wir von pappenstil & puppenspiel, blättern im atlas eines stelldicheins, besichtigen ein bollwerk aus bröseln oder landschaften ohne brotrinde. In den neuen Gedichten werden zahlreiche kleine Örtlichkeiten vermessen, bewohnt, bevölkert, verschoben oder gelöscht, seien es (Fall-)Türen, Kästchen, Gehäuse, Gehege, Trutzen, Siebe oder Löcher. Die Autorin verzaubert in ihrer Bildwelt, sie öffnet Räume und Landschaften, Beziehungskisten und schaut in tiefe Gräben, in denen alleweil gilt: manege frei fürs nackedei. Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, lebt in Ladenburg bei Heidelberg. (Schöffling & Co.)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.00 Uhr
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Freibad

Will Gmehling

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung am Pool


Weil die Bukowski-Geschwister im Hallenbad ein Kleinkind vorm Ertrinken gerettet haben, sind sie ein paar Tage lang berühmt. Doch toller als der Ruhm ist die Karte fürs Freibad, die sie für ihre Heldentat bekommen: Freier Eintritt einen langen Sommer, der für alle ein besonderer wird! Alf ist zehn, seine Gedanken kreisen um den Schulwechsel nach den Ferien, die schöne Tochter des Bademeisters und sein selbstgestecktes Ziel: den Sprung vom Zehnmeterturm. Seine 8-jährige Schwester Katinka, rotzig und unerschrocken, schwärmt für Paris, lernt auf der Wiese Französisch und trainiert für 20 Bahnen Kraul am Stück. Robbie, der Jüngste und Augenstern der Familie, ist anders als andere Kinder, er redet kaum und träumt viel. Er soll endlich richtig schwimmen lernen, finden Alf und Katinka. Will Gmehling, geboren 1957, lebt in Bremen und war lange Zeit Maler. 1998 erschien sein erstes Kinderbuch „Tiertaxi Wolf & Co“. (Peter Hammer Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.45 Uhr
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Neues A, B, C und Lese-Buch in Bildern mit Erklärungen aus der Naturgeschichte von Karl Gottlob Hausius

Gottlob Hausius

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Paula Scheschonka


Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erschienen die ersten Sachbücher für Kinder und Jugendliche, um ihnen „alle Dinge der Welt“ vor Augen zu führen. Ein Bestseller dieses Genres war Karl Gottlob Hausius' Abc sowie seine „Kleine Bilderschule für die Jugend“. Über 200 Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint eine Auswahl des Weltwissens wieder. Es enthält Sinnsprüche und in Reimen verfasste Leseübungen, zahlreiche Artikel über Flora und Fauna, darunter auch Beschreibungen exotischer Tiere wie den Orang-Utan, Beiträge über verschiedene Handwerksberufe, Kometen und Regenbögen, aber auch den feuerspeienden Berg Ätna. Karl Gottlob Hausius (1754-1825) arbeitete als Pfarrer und Korrektor. Er verfasste unzählige Beiträge für die „Allgemeine Literarische Zeitung“ und etliche Bücher. (Das Kulturelle Gedächtnis)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.00 Uhr
-

Komm mit auf eine Reise durch die Welt der Geometrie

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Werkstatt


Im ersten Stock eröffnet eine Geometrie-Werkstatt für Kinder und Geometriefans jeden Alters. Ausgestattet mit Stift, Schere, Geodreieck und Spiegeln nimmt Euch der kleine blaue Punkt mit auf eine Reise durch die Welt der Geometrie. Damit feiert Prima.Publikationen die frisch gedruckte Neuauflage des Mitmachbuchs „Vom Punkt zur Kugel und zurück“, das von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Bücher ausgezeichnet wurde. (Prima.Publikationen)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.10 Uhr
-

Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste

Luise Boege

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Demian Bern


Luise Boege liest aus ihrem 2018 erschienenen Prosatext „Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste“. Durchstreichung und copy and paste sind die Verfahren dieses Textes, es geht um schwarze Löcher, die Ideologien der Väter, Kommunikationsmedien und Kommunikationsschlaufen, generationale Neurosen und Beziehungen in ihren zeittypischen Erscheinungsformen. Luise Boege, geboren 1985 in Würzburg, lebt und arbeitet in Leipzig. Sie studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Sie erhielt Preise und Stipendien. In diesem Jahr ist sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude. (Edition Solitude & Parasitenpresse)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.45 Uhr
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Nordwestwärts

Tobias Schwartz

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Giovanna-Beatrice Carlesso


Kein Ort in Deutschland, der weiter von einer Großstadt entfernt ist; vier Kirchen unterschiedlicher Konfessionen kennzeichnen das Dorf, über das sich Europas wohl größte Kartoffelstärkefabrik erhebt: Das ist Emlichheim in Niedersachsen. David, Spross schlesischer Flüchtlinge, in Emlichheim geboren und aufgewachsen, Kinderarzt in Potsdam, fährt zu Besuch in die Heimat, wo er auf seine Familie und deren Geschichte trifft. Tobias Schwartz (geb. 1976) lebt in Berlin. Sein Debütroman „Film B“ erschien 2007, eine Bühnenfassung hatte 2008 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Premiere. Seine Theaterstücke waren unter anderem am Maxim Gorki Theater und Hans Otto Theater, Potsdam zu sehen. Zuletzt erschien sein Virginia Woolf Buch „Bloomsbury & Freshwater“ (2017). (Elfenbein Verlag & Aviva Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
14.00 Uhr
-

Handyleuchten

Jan Snela, Carolin Callies

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Performance


„Wetterleuchten“ bezeichnet die Lichtankünfte entfernter Gewitter in davon behelligten Horizonten. Eine schöne Metapher für das Wirken der Literatur, die das Naheliegende im Licht ferner Himmel leuchten lässt und das Entlegene wahrnehmbar macht, auch wenn es - wie im Wetterleuchten der Blitz, von dem es herrührt - selbst vielleicht unsichtbar bleibt. Carolin Callies und Jan Snela tauchen Ihr Smartphone-Display in das schimmernde Licht des Indirekten - in direkter Antwort auf Ihren Impuls. Sie schicken den beiden an die dafür zur Verfügung stehenden Handynummern ein Wort, Bild oder einen Satz und empfangen auf Ihrem Gerät eine poetische Antwort, die sich zu Ihrem Impuls verhält, wie das Wetterleuchten zum Blitz.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
14.20 Uhr
-

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Thomas Meyer

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner


"Mottele, du bringst mich noch ins Grab!“: Der junge orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem. Seine geschäftige „mame“ setzt ihm Heiratskandidatinnen vor, die eher ihrem als seinem Geschmack entsprechen. Motti schwärmt lieber für seine hübsche Mitstudentin Laura - doch die ist leider eine „schickse“, eine Nichtjüdin. Seine Leidenschaft zu Laura lässt Motti zweifeln: Ist sein familiär vorgezeichneter Weg wirklich der richtige für ihn? Samuel Glättli illustriert Mottis Mikrokosmos mit großer Kenntnis und klarem Strich. Der Roman wurde zu einem Best- und Longseller, die Verfilmung war ein großer Kinoerfolg und ist für fünf Schweizer Filmpreise nominiert. Thomas Meyer, geboren 1974 in Zürich, arbeitet als Autor und Texter. (Büchergilde Gutenberg)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
15.00 Uhr
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Mano: Der Junge, der nicht wusste, wo er war

Anja Tuckermann

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Tilman Rau


Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte des Sinto-Jungen Mano. Er überlebt mehrere nationalsozialistische Konzentrationslager und den Todesmarsch von Sachsenhausen. Nach dem Krieg retten befreite Französinnen den Elfjährigen und nehmen ihn mit nach Frankreich. Doch bevor sie die Grenze überqueren, schärfen sie ihm ein, seinen Namen und seine Herkunft nicht zu verraten. Er verschweigt fortan seine Identität. Dass seine Eltern noch leben, weiß er nicht. Verzweifelt suchen sie nach ihm, aber wie soll man jemanden finden, dessen genauen Namen niemand kennt? Anja Tuckermann wurde 1961 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt und als freie Autorin arbeitet. (Klak Verlag & Der Diwan Hörbuchverlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
15.45 Uhr
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Essbare Wildpflanzen für Einsteiger von Margot Fischer


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Max-Walter Weise


Als „Unkraut“ werden sie beschimpft. „Beikräuter“ nennt sie politisch korrekter und dennoch herablassend der Fachjargon. Wanderschuhe zertreten sie achtlos. Mordlustig schwingen Gärtner und Bauern allerlei Geräte und Chemikalien gegen den vermeintlichen Feind - und vernichten damit das Kostbarste, das auf ihrem Land wächst: Essbare Wildpflanzen. Doch bieten Wald und Wiese zu allen Jahreszeiten unzählige Delikatessen und Heilmittel. Margot Fischer ist Anglistin, Ernährungswissenschaftlerin, Autorin und Übersetzerin, weiters Lektorin, Beraterin und Coach im ernährungswissenschaftlichen Bereich. (Mandelbaum Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
16.00 Uhr
-

Lucia Berlins kühne Kurzgeschichten

Elisabeth Weller

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Schnuppersalon


Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre. Die kühnen Kurzgeschichten der amerikanischen Autorin, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Lucia Berlins Sprache sirrt und knistert wie Stromleitungen, die sich berühren. Die 1936 in Alaska Geborene zog im Schnitt alle neun Monate um. Im Schreiben hat die Umherziehende ihren Heimathafen gefunden: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“. Wir lesen und besprechen die Kürzestgeschichte „Makadam“. Seit 2006 leitet Elisabeth Weller wöchentlich mehrere Literarische Salons im Literaturhaus. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
16.15 Uhr
-

Trauer und Licht: Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens

Maike Albath

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Florian Höllerer


Der Leopard. Ein meisterhaftes Sizilienfresko und der größte Erfolg der italienischen Nachkriegsliteratur. Nur hatte der Verfasser nichts mehr davon - Giuseppe Tomasi di Lampedusa war noch vor seiner Entdeckung als Autor 1957 gestorben. Maike Albath erzählt die Geschichte seines unglücklichen aristokratischen Lebens und durchquert die Kulturgeschichte und die Literatur der brodelnden Mittelmeerinsel. Sizilien brachte nicht nur einen Theaterrevolutionär wie Luigi Pirandello und einen Naturlyriker wie Salvatore Quasimodo hervor, beide mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, sondern auch einen Aufklärer wie Leonardo Sciascia und einen Krimiautor wie Andrea Camilleri. Maike Albath, geboren 1966, ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. (Berenberg Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.00 Uhr
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Millis Erwachen

Natasha Kelly

Veranstaltungsreihen: Wetterleuchten, Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung, Film, Gespräch, Moderation: Milena Schäufele


17.00 - 17.30 Uhr Lesung & Gespräch 17.45 - 18.45 Uhr Film im Konferenzzimmer 1911 malte der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner die „Schlafende Milli“ nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten. Während zahlreiche Kunsthistoriker*innen neben der Ästhetik auch die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen nehmen, taucht Natasha Kelly in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner „Muse“ ein und lässt „Milli“ sinnbildlich erwachen. In Einzelinterviews kommen acht Schwarze Kunstschaffende verschiedener Generationen zu Wort und erzählen, wie sie in und durch ihre Arbeiten die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft gebildet haben. „Millis Erwachen“ ist ein multimediales, bilinguales Projekt, bestehend aus einem 47-minütigen Schwarz-Weiß Film (Deutsch mit englischen Untertiteln) und einem Buch (Deutsch und Englisch). Der Dokumentarfilm lief von Juni bis September 2018 auf der 10. Berlin Biennale und wurde mit dem Black Laurel Film Award 2018 ausgezeichnet. Natasha A. Kelly, in London geboren, ist Kommunikationssoziologin mit den Forschungsschwerpunkten Post-/Kolonialismus und Feminismus. Seit 2015 ist sie künstlerische Leiterin der Theaterreihe „M(a)y Sister“ am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin. (Orlanda Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.30 Uhr
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Büchermachen

Matthias Gronemeyer

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Workshop


Der Büchermacher Matthias Gronemeyer war mit seinen Werken schon zweimal für die schönsten deutschen Bücher nominiert. In seinem Workshop wird es darum gehen, wie sich Text und Gestaltung zu Lesekunstwerken verbinden lassen. Wie man ein Buchprojekt angeht und welche Mittel es erfordert. Welche Möglichkeiten der Finanzierung, der Produktion und der Vermarktung es gibt. Mitzubringen sind eigene Buchideen. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.45 Uhr
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Der Tod des Löwen von Auguste Hauschner


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Magnus Rook


Das frühe 17. Jahrhundert. Prag ist in Aufruhr. Wie ein böses Vorzeichen hängt ein blutroter Meteor über der Stadt. Der böhmische König Rudolf II. leidet unter Verfolgungswahn und fürchtet um seinen Thron. Er beauftragt Alchemisten und Astronomen, seine Macht zu sichern. Als diese keine Lösung finden, zwingt er Rabbi Löw, den Erschaffer des Golems, ihn in die Geheimnisse der Kabbala einzuweihen. Prag ist in „Der Tod des Löwen“ erstmals 1916 erschienen, nicht nur Schauplatz der Handlung, sondern ihr (un)heimlicher Protagonist. Auguste Hauschner, 1850 in Prag geboren, veröffentlichte zahlreiche Novellen und Romane. Bis zu ihrem Tod 1924 unterhielt sie in Berlin einen bedeutenden Künstlersalon. (Homunculus Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
18.15 Uhr
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Ich bin Özlem

Dilek Güngor

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Petra Bewer


"Meine Eltern kommen aus der Türkei." Alle Geschichten, die Özlem über sich erzählt, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings ungebremst. Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen, Journalistik und Race and Ethnic Studies und ist heute stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“ sowie Gastautorin Beiträge für die Zeit-Online Kolumne „10 nach 8“. (Verbrecher Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart e.V.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
19.00 Uhr
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Paul Zwei

Franz Suess, Stefan Mäser

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

177 Bilder mit Sounds und Stimmen, Moderation: Jürgen Lagger


Die Hauptfigur ist ein junger Mann namens Paul, der aus der Provinz in eine Wohngemeinschaft in Wien zieht. Das Leben dort beschert ihm statt des erhofften Lebensglücks vor allem Enttäuschungen - auch weil sein Selbstbild mit der Realität nur wenig zu tun hat. In filigran-kratzigen Bleistiftzeichnungen nähert sich Franz Suess seinem Protagonisten Paul an, schildert dessen Gefühlsleben zwischen Selbstzweifel und Selbstüberschätzung, zwischen sexueller Obsession und unerfüllten Wünschen und erzählt die Geschichte einer Geschlechtstransformation, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt. Franz Suess lebt und arbeitet als Comiczeichner, Autor von Bilderbüchern und Illustrator in Wien. (Luftschacht) Mit freundlicher Unterstützung der Berthold Leibinger Stiftung.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
19.45 Uhr
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Flüchtiges Zuhause

Rolf Hermann

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Elena Oehrlich, Mareike Köhler


Im abgelegenen Bergdorf, wo die Gassen so eng sind, dass die Kinder quer über die Dächer laufen, lebt heute einzig noch die Großmutter, die immer von einem anderen Leben träumte und des Nachts Gedichte schrieb. Die Zeiten, da man die Waren über Leitern am steilen Berg transportierte, sind längst vorbei. Heute geht es samstags mit dem Subaru zum Einkauf ins Placette. Rolf Hermann blickt auf Kindheits- und Jugendjahre in einem Tal zurück, um das himmelhoch die Berge stehen. Heute lebt er, 1973 in Leuk Kanton Wallis geboren, als freier Schriftsteller und Performer in Biel. Für sein literarisches Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet und war 2010 Tübinger Stadtschreiber. (Rotpunktverlag)

Eintritt frei

 

Dienstag
16.07.19
19.30 Uhr
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Benzin

Gunther Geltinger

Lesung und Gespräch, Moderation: Astrid Braun


Gunther Geltinger schildert in seinem neuen Roman "Benzin" so sprachmächtig wie eindringlich, was es heißt, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät. Er erzählt von der Zerrissenheit seiner Figuren und beschwört atmosphärisch dichte Bilder, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen fügen - zu einer Geschichte über Vorurteile und Souveränität, über Vertrauen und Verrat. Es ist nicht die erste Reise, die Alexander und Vinz unternehmen, weil ihre Beziehung in eine Krise geraten ist. Der Roadtrip durch Südafrika soll ihnen Klarheit über sie verschaffen, und Vinz, der Schriftsteller, erhofft sich eine Idee für seinen neuen Roman. Vorbei an Straßenmärkten, Chicken Inns und Anhaltern bewegen sie sich durch ein Land, in dem Wohlstand und Armut aufeinanderprallen, Homosexualität als Tabu gilt und in dem sich die beiden Deutschen mit der Gedankenlosigkeit der weißen Touristen konfrontiert sehen. Gunther Geltinger wurde 1974 in Erlenbach am Main geboren und lebt heute in Köln. Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sein Debütroman Mensch Engel erschien 2008 bei Schöffling, sein zweiter Roman, Moor, 2013 im Suhrkamp Verlag. Im Rahmen der CSD Kulturtage

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.07.19
11.00 Uhr
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Die Gescannten

Robert M. Sonntag

Lesung und Gespräch


„Wenn Menschen im Überwachungsapparat überflüssig werden: In einem Jugendthriller beschreibt Robert M. Sonntag die Herrschaft Künstlicher Intelligenz“ Fridtjof Küchemann (FAZ) „Die Gescannten“ erzählt von dem 15-jährigen Jaro, der im Jahr 2048 lebt. Inzwischen besitzt jeder einen sogenannten „Denker“, der am Kopf befestigt wird und es seinem Träger ermöglicht, über bloße Gedankenübertragung mit den Mitmenschen zu kommunizieren und sich dabei seine eigene Realität zu erschaffen. Dahinter steht ein mächtiger Konzern, dem inzwischen die gesamte IT-Welt zu gehören scheint: Ultranetz. Dieser erinnert stark an eine Mischung aus Google, Facebook, Amazon und YouTube. Doch trotz Jaros Faszination für diese neuen Technologien wird er von der „Büchergilde“ auserwählt, einen Angriff gegen Ultranetz auszuführen. Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.07.19
19.00 Uhr
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Manaraga: Book’n‘Grill & Die Zukunft ist Geschichte

Vladimir Sorokin, Masha Gessen

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Sebastian Röhrle
Moderation: Aleksej Khairetdinov


Lesungen, Gespräche und Barbecue 19.00 - 20.00 Uhr: Manaraga: Book’n‘Grill - Vladimir Sorokin Moderation: Aleksej Khairetdinov Lesestimme: Sebastian Röhrle In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen. Book’n‘Grill heißt der neue Trend und Chefkoch Geza ist sein Hohepriester. Stör-Schaschlik über Dostojewskis „Der Idiot“ oder Schnitzel über Arthur Schnitzler, mit diesen und anderen Kreationen begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch was Erfolg hat, findet auch Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt. Sorokins neues Buch ist ein Romanfeuerwerk voll absurder Einfälle und beißender Gesellschaftskritik. Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie "Die Schlange", "Marinas dreißigste Liebe", "Der himmelblaue Speck" und "Der Schneesturm". Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman "Telluria". Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt. Kurze Pause 20.30 Uhr: Die Zukunft ist Geschichte - Masha Gessen Lesestimme: Sebastian Röhrle Für ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte - Wie Russland die Freiheit gewann und verlor“ erhielt sie den National Book Award 2017 und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2019: Masha Gessens herausragendes Russland-Buch ist nicht nur fesselnd wie ein Gesellschaftsroman, sondern vor allem angetrieben von dem leidenschaftlichen Wunsch zu verstehen, warum ein Land, das in einem ungeheuren Kraftakt seine lähmenden Machtstrukturen abschütteln konnte, zu einem autoritär geführten Staat mit neoimperialen Zügen geworden ist und heute unter Bevormundung und Repression leidet. Im Zentrum stehen vier Menschen der Generation 1984. Sie kamen in die Schule, als die Sowjetunion zerfiel, und wurden unter Präsident Putin erwachsen. Dazu gehören junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen wie Zhanna, deren Vater Boris Nemzow, ein prominenter Reformer, mitten in Moskau erschossen wurde. Oder Ljoscha, der als schwuler Dozent seine Stelle an der Uni Perm verliert. Die große Erzählung von Aufbrüchen und gescheiterten Hoffnungen der Jungen wird flankiert von den Bildungsgeschichten des liberalen Soziologen Lew Gudkow, der Psychoanalytikerin Marina Arutjunjan und des rechtsnationalistischen Philosophen Alexander Dugin. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von Anselm Bühling. Masha Gessen, geboren 1967 in Moskau, wurde mit Büchern wie „Der Mann ohne Gesicht: Wladimir Putin. Eine Enthüllung“ (2012) bekannt. Sie schreibt für das Magazin „The New Yorker“, lehrt am Amherst College und lebt in New York. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de