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22.4. – 24.5.

Comicbuchpreis-Ausstellung 2024: Franz Suess, Frauke Angel (Text), Hannah Brinkmann, Stephanie Brittnacher (Zeichnung), Jens Cornils, Noëlle Kröger, Maurizio Onano, Isabel Peterhans (Zeichnung), Simone Schönett (Text), Ika Sperling, Birgit Weyhe, Melanie Wigger

»Jakob Neyder« von Franz Suess

Veranstaltungsdaten

Der Preisträger 2024 des Berthold Leibinger Comicbuchpreises ist der österreichische Comiczeichner Franz Suess mit »Jakob Neyder«. Der Preis wurde zum zehnten Mal ausgeschrieben und ist mit 25.000 EUR dotiert. 

Der Juryvorsitzende Andreas Platthaus (FAZ) begründet die verdiente Auszeichnung wie folgt: »Die neue Geschichte des spät berufenen, aber schon mehrfach für den Berthold Leibinger Comicbuchpreis nominierten Wiener Autors Franz Suess berichtet von einem Niedergang auf Raten. Jakob Neyder hat Schuld auf sich geladen, und wie er damit um- und untergeht, das ist das Thema dieses ebenso virtuos gezeichneten wie erzählten Comics. Suess bleibt den sozialen Außenseitern treu, deren Probleme und Verhalten sie aber mitten in die Gesellschaft stellen. Kein anderer deutschsprachiger Comic-Autor baut derzeit so konsequent an einem Gefüge aus Einzelschicksalen, die sich zum Porträt einer Klasse fügen.«

Der 1961 geborene Franz Suess studierte Malerei und Graphik an der Kunstuniversität Linz. Er lebt und arbeitet in Wien.

Finalist:innen des Comicbuchpreises 2024
Neben dem Preisträger hat die Jury neun Finalist:innen ausgezeichnet. Diese jeweils mit 2.500 Euro dotierten Arbeiten wurden aus insgesamt 152 Bewerbungen ausgewählt und zeigen die ganze grafische und inhaltliche Bandbreite des deutschsprachigen Comics.

»Der große Reset« von Ika Sperling, »Haus aus Stein« von Frauke Angel (Text) und Stephanie Brittnacher (Zeichnung), »In Gucci zu Netto« von Maurizio Onano, »Kein Himmel, kein Traum, Tagesmusik.« von Isabel Peterhans (Zeichnung) und Simone Schönett (Text), »Meute« von Noëlle Kröger, »Schweigen« von Birgit Weyhe, »Vincent – Eine Geschichte über Freundschaft und Demenz« von Melanie Wigger, »Zeit heilt keine Wunden« von Hannah Brinkmann, »Zeter & Mordio« von Jens Cornils

Die Ausstellung zur Preisträgerarbeit wird, wie im vergangenen Jahr, in den Räumen des Literaturhauses Stuttgart und danach im Literarischen Colloquium Berlin zu sehen sein.

Gerfördert von der Berthold Leibinger Stiftung

Franz Suess »Jakob Neyder«

»Die neue Geschichte des spät berufenen, aber schon mehrfach für den Berthold Leibinger Comicbuchpreis nominierten Wiener Autors Franz Suess berichtet von einem Niedergang auf Raten. Jakob Neyder hat Schuld auf sich geladen, und wie er damit um- und untergeht, das ist das Thema dieses ebenso virtuos gezeichneten wie erzählten Comics. Suess bleibt den sozialen Außenseitern treu, deren Probleme und Verhalten sie aber mitten in die Gesellschaft stellen. Kein anderer deutschsprachiger Comic-Autor baut derzeit so konsequent an einem Gefüge aus Einzelschicksalen, die sich zum Porträt einer Klasse fügen.« (Andreas Platthaus)

Franz Suess

Franz Suess ist 1961 geboren und studierte Malerei und Graphik an der Kunstuniversität Linz. Seine Arbeiten wurden schon mehrfach ausgezeichnet: unter anderem bekam er 2016 den 1. Platz beim Fumetto-Festival in Luzern für »Die Fleischhauerin« und gewann den ICOM-Preis bereits in unterschiedlichen Kategorien. Auch beim Comicbuchpreis zählte er schon dreimal zu den Finalist:innen. Franz Suess lebt und arbeitet in Wien.

www.franzsuess.com

Finalist:innen 2024

Frauke Angel und Stephanie Brittnacher »Haus aus Stein«

»Harte Schicksale in weichem Strich und leuchtenden Farben: Die Kinderbuchautorin Frauke Angel und die Illustratorin Stephanie Brittnacher schildern die Flucht des Mädchens Tikva mit ihrer Mutter vor deren gewalttätigen Partner in ein Frauenhaus. Versteckt in diesem geschützten Rahmen üben Mutter und Tochter einen Neuanfang. Auf Basis der Recherche von Frauke Angel entwickeln Autorin und Zeichnerin gemeinsam den Comic ›Haus aus Stein‹ und betten Daten und Fakten behutsam ein. Stephanie Brittnacher findet eine Bildsprache, die mit ihrem kinderbuchtauglichen Strich der Perspektive der sechs Jahre alten Tikva angemessen ist, aber auch mit expressiver Schrift und harten Kontrasten etwa von Schwarz und Rot die drohende Gewalt thematisiert. Beeindruckend recherchiert und grafisch erzählt gibt ›Haus aus Stein‹ Einblicke in eine Welt, die den meisten Menschen aus nachvollziehbaren Gründen nicht zugänglich ist.« (Barbara Buchholz)

Frauke Angel (Text)

Frauke Angel ist ausgebildete Schauspielerin und arbeitete knapp 20 Jahre an deutschen Bühnen, bevor sie 2015 ihr Hörfunk- und 2017 ihr Kinderbuchdebüt gab. Seitdem schreibt sie Erzählungen für Erwachsene, sowie Bücher, Theaterstücke, Libretti und Hörspiele für Kinder und Jugendliche. 

Für ihre Texte wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Literaturförderpreis Ruhr, dem Kinder- und Jugendliteraturpreis Eberhard, dem MDR Kinderhörspielpreis, dem Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Huckepack-Bilderbuchpreis und dem KIMI Siegel für Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern. 2021 wurde ihr vom Börsenblatt des Deutschen Buchhandels zudem der Titel »Lesekünstlerin des Jahres« verliehen. 

Stephanie Brittnacher (Zeichnung)

Stephanie Brittnacher ist seit 2013 als freiberufliche Illustratorin mit ihrem Atelier in Chemnitz tätig. Ihr Repertoire umfasst Illustrationen für Kinderbücher, Editorials bis hin zu live Visualisierungen. Zu ihren Auftraggeber:innen zählen Buchverlage und Institutionen. Seit 2021 widmet sich Brittnacher verstärkt dem Comic als Kunstform, was sie als Chance versteht, ihre Stimme als Künstlerin zu nutzen und gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen. Mit »Haus aus Stein« arbeitet sie aktuell gemeinsam mit der Autorin Frauke Angel an ihrem ersten Comicbuch.

stephaniebrittnacher.de

Hannah Brinkmann »Zeit heilt keine Wunden«

»Hannah Brinkmanns Comicprojekt ›Zeit heilt keine Wunden‹ öffnet uns die Augen über deutsche Zustände zwischen Nationalsozialismus und den Anfängen der Bundesrepublik – insbesondere über eine Nachkriegsjustiz, die im Kampf gegen den Kommunismus ihren Weg findet, die vormaligen Strukturen fortzuführen. Ernst Grube, nach den Nürnberger Gesetzen ein ›Mischling ersten Grades‹, verbringt seine Jugend in einem jüdischen Münchner Kinderheim. Gemeinsam mit Mutter und Geschwistern wird er 1945 noch nach Theresienstadt deportiert und dort von der Roten Armee befreit. Er organisiert sich in der KPD, kurz vor deren Verbot, und wird nach einer Flugblattaktion in München verhaftet und verurteilt. Einer der ihm gegenübersitzenden Richter ist Kurt Weber, dessen NS-Karriere eine bruchlose Fortsetzung fand. Virtuos zeichnet der Comic beide Lebenslinien nach und setzt sie kontrastierend in Beziehung.« (Florian Höllerer)

Hannah Brinkmann

Hannah Brinkmann, geboren 1990 in Hamburg, studierte grafische Erzählung an der Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ihr für den Leibinger-Preis nominiertes Debüt arbeitet das Schicksal ihres Onkels auf, das eine Debatte über die Rechtmäßigkeit der Gewissensprüfung bei der Kriegsdienstverweigerung auslöste. In der Anthologie »Gerne würdest du allen so viel sagen« ist sie mit der Kurzgeschichte »Hitler vor Gericht« vertreten. Ihre Comics erschienen unter anderem in Anthologien des Ventil Verlags, des Wallstein Verlags, im Strapazin, in der TAZ und im Tagesspiegel.  

www.hannahbrinkmann.com

Jens Cornils »Zeter & Mordio«

»›Zeter und Mordio‹ basiert auf einem Kriminalfall aus dem Jahre 1687, den Glikl bas Judah Leib, die erste deutsch-jüdische Schriftstellerin, im fünften Band ihrer Memoiren beschreibt. Zeichnerisch souverän und hervorragend erzählt setzt Jens Cornils diese in Hamburg spielende Geschichte um und erinnert uns daran, dass jüdische Kultur, jüdische Geschichte und Antisemitismus in Deutschland bereits weit vor dem Holocaust existierten.« (David Basler)

Jens Cornils

Jens Cornils wurde 1982 im niedersächsischen Soltau geboren. Laut Aussage seiner Mutter konnte er in jungen Jahren nur mit Comics zum Lesen bewogen werden. Nach einer naturwissenschaftlichen Ausbildung und einem längeren Auslandsaufenthalt in Kanada entschied er sich Illustration an der HAW Hamburg zu studieren. Sein Studium schloss er 2019 ab und illustriert neben Comics auch Märchen und Sagen für Kinder.

jenscornils.de

Noëlle Kröger »Meute«

»Selten, eigentlich nie, werden Werwölfe als Rudel gedacht, weniger Vollmond-Aberration als eine soziale Gruppe für sich. In ›Meute‹, gibt es diese Rudel, und einigen Wissenschaftlern ist gelungen, ein Exemplar daraus gefangen zu nehmen. In einem engen Institutskäfig wird es von der Studentin Margot betreut. Die schwankt zwischen Mitleid und Forscherehrgeiz. Genervt von der Herablassung ihrer männlichen Kollegen verhilft sie dem Tier-Menschen schließlich zur Flucht, unter einer Bedingung: Er soll ihr Zugang zum Rudel verschaffen, für eigene Nachforschungen… Kröger unterwandert hier mit einem großartig-dynamischen Strich sämtliche Dualismen, die sich im Werwolf-Mythos breitmachen – Gut vs. Böse, Natur vs. Kultur, Frau vs. Mann, etc. Das Projekt steht (erzählerisch) kurz vor seinem verstörenden Abschluss; unbedingt förderwürdig, findet die Jury.« (Brigitte Helbling)

Noëlle Kröger

Noëlle Kröger (*1997) (er/sie) hat an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg Illustration studiert. Er lebt und arbeitet in Hamburg, wo er in der Leitung des Comicfestival Hamburg aktiv ist. Für den im Selbstverlag publizierten Comic »Das Unbehagen des Guten Menschen« erhielt Noëlle den GINCO Herzenspreis 2021. »Meute« erscheint im Herbst 2024 bei Reprodukt und ist ein Plädoyer dafür, Vorurteile zu hinterfragen und Wege zu suchen, bestehende Strukturen aufzubrechen. Dafür gibt es keine einfachen Lösungen. Nicht für Werwölfe, nicht für Menschen. 

www.noellekroeger.com

Maurizio Onano »In Gucci zu Netto«

»Maurizio Onano begleitet uns in seinen feinen, sehr humorvollen Zeichnungen durch den Tag, vom Kaffeekochen mit der French Press am Morgen, mit viel Würfelzucker!, bis zu den ersten Grindr-Date-Anfragen, noch bevor, ›PING‹, die Arbeit für die Uni fertig gestellt werden kann. ›In Gucci zu Netto‹ erzählt von Männern und Männern, von Männern und Autos – und von Frauen, die über Männer schimpfen, die nicht einparken können. ›PING‹, schon fragt das Smartphone nach weiteren Pics: Auf die wir uns freuen dürfen, auf Barthaare, Dampfkringel und viel Pink.« (Teresa Präauer)

Maurizio Onano

Maurizio Onano ist ein deutscher Autor, Illustrator und Comiczeichner aus dem Ruhrgebiet. Im Jahr 2016 absolvierte er seinen B.A. in »Illustration« und 2019 seinen M.A. in »Visuelle Narration« an der Folkwang UdK in Essen. Er ist ehemaliger Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und wurde 2020 mit dem Buntspecht Nachwuchspreis für Bilderbuchillustrationen ausgezeichnet.  In seiner künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Maurizio hauptsächlich mit Identitätsfragen, insbesondere queerer Identität. 

www.maurizio-onano.com

Isabel Peterhans und Simone Schönett »Kein Himmel, kein Traum, Tagesmusik.«

»Die Arbeit von Isabel Peterhans (Zeichnung) und Simone Schönett (Text) ›Kein Himmel, kein Traum, Tagesmusik‹ gibt Einblicke in die Geschichte von Jenischen in Österreich, ›von den Anfängen der NS-Diktatur in Österreich über Zwangssterilisierung und Kindeswegnahmen bis hin zu Flucht und Traumata‹. Der Fokus der Erzählung liegt auf drei Frauen aus drei Generationen. Alltagsbilder (Marktszenen, Krankenhausbesuch, ein Familientreffen im Wald) markieren Abschnitte in einer Lebenswelt voller Bedrohung, Widerstand und Leid. Kluge Einführungstexte aus Blick der Enkelin im Frauentrio sind der Auftakt zu pointierten, szenisch eingängig umgesetzten Episoden, die Privates in den größeren historischen Kontext setzen und dabei den persönlichen Blick nie verlieren: Ein literarisch-aufklärerisches Comicerzähl-Vorhaben, das in jeder Hinsicht Beachtung verdient.« (Brigitte Helbling)

Isabel Peterhans (Zeichnung)

Isabel Peterhans lebt mit ihrem Partner und ihren zwei Töchtern in Innsbruck. Sie hat Illustration an der Hochschule Luzern und an der Bezalel in Jerusalem studiert. Seit 2012 arbeitet sie als freischaffende Illustratorin und Comickünstlerin. Ihre Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden und erscheinen in nationalen und internationalen Zeitschriften und Büchern. 

www.isabelpeterhans.ch

Simone Schönett (Text)

Geboren 1972 in Villach/A ist eine österreichische Schriftstellerin und Jenische. Sie arbeitet vorwiegend im Bereich Prosa, verfasst aber auch Lyrik und dramatische Texte. In ihrem Werk hat sie sich immer wieder mit der Minderheit der Jenischen und der Kultur dieses transnationalen, europäischen Volkes, dessen Angehörige oft verfolgt wurden und im Verborgenen leben mussten, beschäftigt. Einen weiteren zentralen Platz in Simone Schönetts literarischem Schaffen nimmt die Thematik Frau, Sprache, Sexus ein. Seit 2001 hat sie zahlreiche Romane veröffentlicht, ihre Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden.

Ika Sperling »Der große Reset«

»Die Geschichte zeigt eindringlich, wie es ist, einen geliebten Menschen an Verschwörungsglauben zu verlieren. Als Leser durchlebt man das Herumschleichen um wichtige Themen, das immer lauter werdende Schweigen, die unsägliche Wut und Trauer um jemanden, der die Gesellschaft und damit auch seine Liebsten verlassen hat. Diese schwere Geschichte erzählt Ika Sperling mit leichtem Strich und in lustigen Dialogen.« (Maren Amini)

Ika Sperling

Ika Sperling (sie/ihr) wurde 1996 in einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz geboren. Sie hat ihr Abitur am Landeskunstgymnasium Rheinland-Pfalz absolviert. Im September 2022 hat sie ihren Bachelor für Illustration an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg absolviert und arbeitet seitdem als selbständige Illustratorin, Comiczeichnerin, leitet Comic Workshops für Jugendliche und ist Teil des Organisationsteams des Hamburger Comicfestivals. 2023 erhielt sie als erste Comic-Autorin ein Stipendium als Rottweiler Stadtschreiberin, und wurde außerdem mit dem Hamburger Literaturpreis ausgezeichnet. 

ikasperling.com

Birgit Weyhe »Schweigen«

»Vor neun Jahren erhielt Birgit Weyhe den ersten Berthold-Leibinger-Comicbuchpreis für ihr Buch ›Madgermanes‹. Nun gehört sie im Jubiläumsjahr wieder zu den Finalisten, mit einem Projekt, das aktueller (leider) gar nicht sein könnte, denn der neugewählte argentinische Präsident Milei hat angekündigt, alle Gedenkstätten zur Diktatur in seinem Land schließen zu lassen. ›Schweigen‹ über die Verbrechen der Junta würde damit buchstäblich wieder einziehen, während es durch Birgit Wehes Comic gebrochen werden soll, der von zwei Frauenschicksalen in Argentinien erzählt: dem sehr bekannten der Elisabeth Kässmann und dem unbekannten der Ellen Marx.« (Andreas Platthaus)

Birgit Weyhe

Birgit Weyhe wurde 1969 in München geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Ostafrika und studierte Literatur und Geschichte in Konstanz und Hamburg. Ihre Graphic Novels wurden für mehrere Preise in Deutschland, Frankreich und Japan nominiert und ihr Album Madgermanes erhielt 2015 den Comicbuchpreis der Bertholt Leibinger Stiftung. Weyhes Arbeiten wurden in Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und in verschiedensten internationalen Magazinen und Anthologien veröffentlicht. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

birgit-weyhe.de

Melanie Wigger »Vincent – Eine Geschichte über Freundschaft und Demenz«

»Melanie Wigger, 1991 in Solothurn, Schweiz, geboren, erzählt in ihrem Comic die berührende Geschichte von Vincent, einem an Demenz erkrankten, älteren Mann, und seinem Freund Robert, der auch mit fortschreitender Krankheit an seiner Seite bleibt. Vincents räumliche und zeitliche Desorientierung, Angst und Abwehr finden ebenso wie die Verstörung der Freunde und Tochter in knappen Dialogen, eindringlichen Kneipen- und später dann Heimszenen bis hin zu ganzseitigen, atmosphärischen Stadt- und Landschaftsansichten ihren Ausdruck. Melanie Wigger leuchtet auf der Basis eigener Recherchen die Krankheit in ihrer Überforderung aller genau und mit großer Empathie aus, ohne Vincent dabei vorzuführen, bloßzustellen. Mit Pinsel, Tusche und Aquarell und in überwiegend zurückgenommenen Farbtönen setzt sie ihre Geschichte um, mal eher ruhig gehalten, mal in wilde Panels gesetzt – für die Jury eine unbedingt auszeichnungswürdige Arbeit!« (Stefanie Stegmann)

Melanie Wigger

Melanie Wigger ist 1991 in Solothurn (Schweiz) geboren und hat 2016 ihren Bachelor in »Illustration Fiction« an der Hochschule für Kunst und Design Luzern gemacht. Seitdem ist sie als freischaffende Illustratorin und Geschichtenerzählerin tätig.

www.mecawi.ch
 

Comicbuchpreis 2024 goes digital!

Mozilla Hubs

Wie bereits in den vergangenen Jahren, entwickelte wir auch in diesem Jahr wieder einen Mozilla Hubs für unsere Comicbuchpreisträger und Finalist:innen. Viel Spass beim Besuchen der digitalen Ausstellung unseres Comicbuchpreises 2024.