veranstaltungen im januar 2019

veranstaltungen im januar 2019

januar 2019

Montag
07.01.19
19.00 Uhr
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Über "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Während der Arbeit an diesem Buch verglühte die Raumsonde Cassini in der Atmosphäre des Saturn; (…) verschwand eine Boeing 777 spurlos auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking; (…) stürzte bei einem Erdbeben in Kathmandu zum zweiten Mal der Dharahara-Turm ein.“ So öffnet Schalansky neues Buch, daß von zwölf Momenten des Verlustes erzählt. Denn die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind - mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt, und wo unsere Diskussion im neuen Jahr beginnen soll. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
14.01.19
19.30 Uhr
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Falsches Rot

Dieter M. Gräf, Martin Schulz

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Lesung und Gespräch, Moderation: Hubert Winkels


Ist unsere Gesellschaft noch so durchlässig, wie sie in den 70er-Jahren zu werden schien, als Dieter M. Gräf, Sohn einer Ludwigshafener Arbeiterfamilie, seine Liebe zur Kunst und Literatur entdeckte? Was ist in der Gesellschaft schief gelaufen, wenn sie ihre Kunstschaffenden in Villen und Schlösser schickt, aber niemals in die Produktion? „Was kann man der Lyrik nicht alles vorwerfen!“, schreibt Paul Jandl in der Neuen Zürcher Zeitung. „Dass sie weltfremd sei, meinen die Poesieverächter. Sie stoßen sich daran, dass im lyrischen Sprechen die kleinen Dinge bis zu einer Größe herausmikroskopiert werden, die sie im Leben nicht haben. Wenn es aber gelingt, das Monströse in den wenigen Zeilen eines Gedichtes schrecklich funkeln zu lassen, dann ist das wie eine grosse Überraschung. "Falsches Rot", der neue Band des Lyrikers Dieter M. Gräf, ist so eine Überraschung. Diese Lyrik spiegelt die Zeiten und Orte, an denen die Welt sich selbst fremd wird.“ Mit ihm ins Gespräch kommt Martin Schulz, Jahrgang 1955, gelernter Buchhändler und unlängst Gast im Literarischen Quartett, einst Bürgermeister von Würselen, dann Abgeordneter des Europäischen Parlaments und dessen Präsident, Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD - und heute weiterhin Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Dieter M. Gräf, geboren 1960, schreibt seit 1975 Gedichte und veröffentlichte Bücher bei Suhrkamp, Insel, der FVA und bei Brueterich Press, seit 2014 stellt er auch seine Fotografien aus. Zusammen mit Ulf Stolterfoht und Frank Witzel hat er im Literaturhaus die gleichnamige Ausstellung "Falsches Rot" entwickelt. Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
15.01.19
19.30 Uhr
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Afrotopia

Felwine Sarr

Veranstaltungsreihe: Membrane. Durchlässiges Denken. Literaturen aus Afrika

Lesung und Gespräch, Moderation: Deniz Utlu
Übersetzung: Jürgen Stähle


In seinem klugen wie beeindruckenden Manifest "Afrotopia", das zugleich Analyse der Gegenwart ist und mögliche Wege in die Zukunft aufzeigt, fordert der senegalesische Ökonom und Schriftsteller Felwine Sarr eine Entkolonialisierung Afrikas, indem es sich auf seine sozialen und geistigen Ressourcen zurückbesinnt, ohne den Kontakt mit der Moderne zu verleugnen. Ein anderes, ausgeglicheneres Verhältnis zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Natur wird so nicht nur für Afrika denkbar. Als einer der internationalen renommierten Zukunftsdenker Afrikas wurde Felwine Sarr in den Beraterstab von Präsident Macron berufen, um zusammen mit Benedicte Savoy Rückgabestrategien für die Raubkunst in Frankreich zu entwickeln. Auch in Deutschland wird der Umgang mit dem kolonialen Erbe auf der Basis der Empfehlungen von Sarr und Savoy derzeit auf politischer Ebene diskutiert. Diese Impulse greifen wir auf und intensivieren sie in einem internationalen Literaturfestival mit dem Titel "Membrane. Durchlässiges Denken. Literaturen aus Afrika", für das wir Felwine Sarr als Kurator gewinnen konnten. Veranstaltet wird es vom Literaturhaus zusammen mit dem Institut francais und der Akademie Schloss Solitude vom 23.-26. Mai 2019. Unser Denken über Afrika durchlässiger zu machen, Auseinandersetzungen mit gemeinsamer Kolonialgeschichte und den geteilten Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu fördern und dabei die Literatur als zentralen Reflexionsraum neuer Visionen des Zusammenlebens ernst zu nehmen ist Ziel des Festivals. Yvonne Adhiambo Owuor, Schriftstellerin und Kulturvermittlerin aus Kenia, derzeit Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, und Nadja Ofuatey-Alazard, Journalistin und Ko-Geschäftsführerin bei "Each One Teach One", Berlin, erarbeiten gemeinsam mit Sarr das Programm. Im Anschluss an das Gespräch Felwine Sarrs mit Schriftsteller und Kolumnist Deniz Utlu werden sich die Kurator*innen zum geplanten Festival äußern.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
16.01.19
19.30 Uhr
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„Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt" - Hanne Trautwein und Hermann Lenz. Der Briefwechsel 1937-1946

Iris Wolff, Rainer Moritz

Lesung und Gespräch


Lenz-Leser kennen diese Szene aus dem Roman "Neue Zeit" (1975): Hanne Trautwein und Hermann Lenz lernten sich, beide Anfang zwanzig, 1937 im Kunsthistorischen Institut der Universität München kennen: angehender Schriftsteller er, sie Studentin der Kunstgeschichte, Halbjüdin. Sie schrieben sich zunächst in den Semesterferien, dann regelmäßig, als Lenz einberufen wurde und bis zum Ende des Krieges Soldat blieb. Er, der sich fest vorgenommen hatte, im Krieg nie auf einen Menschen zu schießen, war im Russlandfeldzug an vorderster Front dabei. Hanne Trautwein entging der Verfolgung dank einer Anstellung als Sachverständige bei einem einflussreichen Kunsthändler, der Beutekunst aus den Niederlanden verkaufte. Sie ermöglichen einander das Überleben, indem sie in utopischen Daseinsentwürfen sich eine Gegenwelt schaffen zu den realen Schrecknissen um sie herum. Rainer Moritz, der sich seit über dreißig Jahren mit Lenz’ Werk befasst und über viele Jahre persönlichen Kontakt zu Hanne und Hermann Lenz hatte, und die in Freiburg lebende begeisterte Lenz-Leserin und Schriftstellerin Iris Wolff, deren jüngster Roman "So tun, als ob es regnet" mehrfach ausgezeichnet wurde, lesen aus der von Michael Schwidtal herausgegebenen und im Insel Verlag erschienenen Briefedition und stellen die Protagonist*innen im Gespräch vor.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
18.01.19
19.30 Uhr
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Zweimal die ganze Welt umrundet - Reisende Frauen vom 4. bis ins 20. Jahrhundert

Inge Utzt

Vortrag


Auftaktveranstaltung der 58. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 33. Antiquaria Ludwigsburg Es waren oft Fernweh, Abenteuerlust und Wissensdurst, weswegen Frauen auf Reisen gingen. Andere hatten familiäre, religiöse oder politische Gründe, ihre Heimat zu verlassen. Die erste bekannte Reisende, die einen Bericht aus eigener Feder hinterlassen hat, war die Klosterfrau Etheria, die um 380 auf Pilgerfahrt nach Konstantinopel ging; „Peregrinatio Etheriae“ wurde erst 1884 entdeckt. Um diese Zeit begab sich die Krankenschwester Kate Marsden zu den "Aussätzigen nach Sibirien" und Lady Florence Dixie nach Patagonien. Alexandra David-Neel überquerte zur Erforschung tibetischer Kultur den Himalaya und Ella Maillart nahm ihre Katze mit nach Südindien. Die Wienerin Ida Pfeiffer hat wohl den Rekord aufgestellt: Sie machte sich Mitte des 19. Jahrhunderts als Witwe auf den Weg und umkreiste zweimal die Erde. Frauen reisten natürlich häufig in Männerkleidung, manche schworen auf „einen guten festen Rock“. Die Schilderungen aus weiblicher Sicht unterscheiden sich durchaus von denen der männlichen Reisenden, Berichte über das "orientalische Frauenleben" gibt es etwa nur von Frauen. Leider sind ihre Reisebücher immer noch nicht so bekannt, wie sie es verdient hätten. Die Stuttgarter Antiquarin Inge Utzt, seit langem auf Werke von und über Frauen spezialisiert, stellt die „Ladies on Tour“ vor und liest aus deren Veröffentlichungen. Veranstalter: Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria Ludwigsburg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
21.01.19
19.30 Uhr
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Gottfried Benn: „ Kleine Aster – Gedichte und Prosa“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert


Gottfried Benn schockte schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit seinem Zyklus „Morgue“: So kalt und zynisch hatte noch niemand über den menschlichen Körper und über den Tod geschrieben. Benn enthüllte die Abgründe seiner Zeit, es war ein furioser Höhepunkt des Expressionismus. Und der Dichter machte auch abseits seiner Texte von sich reden: Er war nicht nur Lyriker und Essayist, sondern auch Soldat im Ersten Weltkrieg, Arzt im Deutschland der NS-Diktatur, mehrfacher Ehemann und ein früher Radioenthusiast. Benn war durch und durch ein Mensch des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Texten erlangte er schon früh Bekanntheit, wurde zwischenzeitlich fast vergessen und später glücklicherweise wiederentdeckt. Im Gespräch werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel mit Benn als Person sowie seinem gesamten schriftstellerischen Profil auseinandersetzen. Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart, untermalt den Abend mit poetischen Interventionen. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 17.01.19, 8.30 Uhr "Kleine Aster und andere Gedichte“ von Helmut Böttiger Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
22.01.19
19.30 Uhr
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Verzeichnis einiger Verluste

Judith Schalansky

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Raabe


"Das alte Thema der Menschheit ist doch: Wir wissen immer erst, was uns die Dinge wirklich bedeuten, wenn sie weg sind. Das Paradies kommt nicht erst nach dem Tod. Das hier war es schon." Judith Schalansky Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind - mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein Verzeichnis des Verschollenen. Die Protagonist*innen dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt: "Man hat ja eine Handvoll Traumata, an ¬denen man sich in der Kunst abarbeiten kann. Mir ist beim Schreiben klar geworden, dass dieses Gefühl des Unbehaustseins, das ich erlebt habe, in eine Kultur der Geschichtslosigkeit und des Schweigens eingebettet ist." Judith Schalanskys Werk ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman "Der Hals der Giraffe" wurde 2015 ausgewählt für das vom Schriftstellerhaus initiierte Projekt "eine Stadt liest ein Buch" 2015. Sie ist Herausgeberin der Reihe "Naturkunden" und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin. In Zusammenarbeit mit dem Schriftstellerhaus Stuttgart und dem Hospitalhof Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
23.01.19
19.30 Uhr
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Die Röte des Rot von Technicolor - Über die Ikonographie des Terrors

Frank Witzel, Gerhard Poppenberg

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Gespräch


Begleitend zur aktuellen Ausstellung "Falsches Rot" spricht der Ausstellungskurator, Buchpreisträger, Schriftsteller, Zeichner und Lyriker Frank Witzel Gespräch mit Gerhard Poppenberg über die Bilderwelten der Gewalt in Malerei, Film und Presse. Gerhard Poppenberg ist Professor für Romanistik an der Ruprecht Karls-Universität Heidelberg. Er ist unter anderem Herausgeber der Gesammelten Werke Juan Carlos Onettis und veröffentlichte zuletzt eine Monographie zu Martin Scorcese (zusammen mit Dana Poppenberg) und unter dem Titel "Herbst der Theorie" Erinnerungen an die alte Gelehrtenrepublik Deutschland (Berlin 2018). Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
24.01.19
19.30 Uhr
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Tier werden

Teresa Präauer

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


"In der Literatur benimmt sich einer oder eine so oft "wie ein Tier", macht Muh oder Mäh, spinnt sich ein in seinen Kokon, ist der Hahn im Korb oder wie ein Kaninchen vor der Schlage. Ist es diese Konjunktion "wie", mit der die Verwandlung bereits einsetzt: Tier zu werden?“ Teresa Präauer In ihrem neuen erzählerischen Essay denkt Teresa Präauer über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier nach, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird. Teresa Präauer beobachtet in "Tier werden" Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare hat: an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung zotteliger Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen - halb Natur, halb Erfindung - über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann. All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes. Teresa Präauer, geb. 1979, lebt in Wien und wurde für ihre Romane "Für den Herrscher aus Übersee", "Johnny und Jean" und "Oh Schimmi" zahlreich ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendung am 29.1. um 22.03 Uhr.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
25.01.19
19.00 Uhr
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Doors of Perception – Ekstase in der Literatur & Literatur als Ekstase

Navid Kermani, Carl Hegemann, Manfred Heinfeldner, Robert Stadlober, Kat Kaufmann, Albert Ostermaier, Luke Wilkins

Lesung, Gespräch, Performance, Musik, Musik: Jochen (FAUST) Irmler, DJ Walrus
Bilder: Jim Avignon


Opening the Doors of Perception: Der schreibende 'Grenzgänger' Navid Kermani spricht mit dem Theater-Dramaturgen Carl Hegemann (u.a. Volksbühne Berlin) über Grenz-Erfahrungen in der Literatur. Robert Stadlober rezitiert Texte - von der Antike bis zur Moderne, von Homer bis Huelsenbeck, Texte von Mystikern und Wort-Magiern. Die junge Autorin Kat Kaufmann testet sich im ekstatischen "Dreamhouse" von La Monte Young im Stuttgarter Kunstmuseum und schreibt darüber - und das Literaturhaus öffnet seine Pforten der Wahrnehmung weit für die Ekstase. Sie ist eine der ältesten menschlichen Kulturtechniken, um Erfahrungen außerhalb des Alltags und jenseits sogenannter normaler Wahrnehmungen zu machen. Schamanen haben sie seit den eiszeitlichen Kulturen eingesetzt, um in anderen Welten Erkenntnisse für das Diesseits zu sammeln. Mystiker aller Religionen nutzten sie als Technik für ihre 'Seelen-Reisen'. In vielen literarischen Zeugnissen wird sie durch die Jahrhunderte immer wieder beschrieben - und in der Moderne z.B. bei Dada auch als literarische Form angewandt. Im Rahmen der Ekstase-Ausstellung des Stuttgarter Kunstmuseums zeigt der lange Abend im Literaturhaus ein multimediales Kaleidoskop ekstatischer Erfahrungen: Schreiben über und als Ekstase stehen dabei im Zentrum. Zu den 'entzückten und entrückten' Worten werden entsprechende Getränke gereicht, oft als Katalysatoren ekstatischer Zustände genutzt, und musikalische Sounds sorgen für akustische Schwingungen am Abend. Ekstaseverlauf: 19 - 19.15 Uhr| Hoppenlau-Friedhof | Treffpunkt: 18.45 Uhr Eingang bei der Liederhalle Canticles of Ecstasy - Gesänge der Ekstase aus der Mystik der Welt-Religionen und Literatur Präsentiert und kommentiert von Manfred Heinfeldner Gelesen von Robert Stadlober 19.30 Uhr - 20.30 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Näheverhältnisse - Ekstase und Literatur Navid Kermani und Carl Hegemann Moderation: Torsten Hoffmann 20.45 - 21.15 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Confessions of an opium eater. Lesung ekstatischer Texte von der Romantik bis heute Präsentiert und kommentiert von Manfred Heinfeldner Gelesen von Robert Stadlober 21.30 - 22.00 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Ectasy Selfie. Ein Schreibexperiment aus dem "Dreamhouse" des Kunstmuseums Lesung mit Kat Kaufmann, Albert Ostermaier und Luke Wilkins Moderation: Ulrike Groos ab 22.00 Uhr | Literaturhaus Foyer Feier der Synapsen DJ Jochen Irmler, Mitglied der Experimental-Musiklegende FAUST Bilder von Jim Avignon Musik von DJ Walrus, Intro- und Zwischen-Musiken zu 'Musik zur Ekstase' Begleitprogramm im Rahmen der Ekstase-Ausstellung des Kunstmuseum Stuttgart, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, Konzeption & Organisation: Manfred Heinfeldner Patenschaft des Abends: Wieland & Bettina Backes

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
28.01.19
19.00 Uhr
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Schreibzirkel junger Autor*innen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
28.01.19
19.30 Uhr
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Nachtleuchten

María Cecilia Barbetta

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder


"Vorn klafft der Abgrund, hinten lauern die Wölfe": Die in Argentinien geborene und seit den neunziger Jahren in Berlin lebende, deutsch schreibende María Cecilia Barbetta kehrt mit "Nachtleuchten" in die eigene argentinische Kindheit in das Einwandererviertel Ballester nach Buenos Aires zurück und erzählt von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Im Viertel kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft - Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der "Ewigen Schönheit", oder die Mechaniker der Autowerkstatt "Autopia". Doch noch kann sich keiner vorstellen, was schon bald geschehen wird: die Errichtung einer Militärdiktatur mit ihren Tausenden von Gefolterten, Toten und „Verschwundenen“. Durch die Projektionsfläche von Barbettas Schilderungen scheint ein handwerklich ambitioniertes Gerüst aus Zahlenmystik, Anspielungen und Referenzen auf. Eine davon ist der argentinische Comicautor Hector Oesterheld, dem das Literaturhaus Stuttgart vor zwei Jahren eine große Wanderausstellung widmete. Aber anders als Oesterhelds Zyklus „Eternauta“ ist „Nachtleuchten“ keine seismografisch-prophetische Vision des Kommenden, so Julia Schröder in der StZ. María Cecilia Barbetta unternehme vielmehr den Versuch, den versteinerten Schrecken zu durchbrechen, um das Davor wieder zum Leben zu erwecken. "Nachtleuchten" ist der zweite Roman der 1972 in Buenos Aires geborenen Autorin; er wurde bereits mit dem Alfred-Döblin-Preis geehrt und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
31.01.19
19.30 Uhr
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Bildakte

Horst Bredekamp

Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen

Gespräch, Moderation: Joachim Kalka


In der letzten Folge der Gesprächsreihe "Wissenschaftsfragen" spricht der Gastgeber Joachim Kalka mit Horst Bredekamp. Dieser Kunsthistoriker scheint wie kaum ein anderer berufen, über die Grundfragen und aktuellen Diskussionen seiner Disziplin zu sprechen - wie es der Logik der Reihe entspricht. Nicht nur die stupende Fülle seiner Veröffentlichungen, die sich etwa mit dem Park von Bomarzo oder der Baugeschichte von St. Peter in Rom befassen, mit dem Bildersturm oder dem „Künstler als Verbrecher“, sondern auch sein starkes publizistisches und organisatorisches Engagement - zuletzt als einer der drei Gründungsintendanten des Humboldt-Forums - heben Horst Bredekamp hervor. Unter den Publikationen, die am Schnittpunkt von Kunstgeschichte und Wissenschaftsgeschichte die programmatische Erweiterung der Kunstwissenschaft zur Bildwissenschaft besonders glanzvoll demonstrieren, sind seine drei Monographien hervorzuheben, die 2003 - 2005 erschienen sind und das Titelblatt von Hobbes‘ Leviathan, Leibniz‘ Monaden-Zeichnungen und „Darwins Korallen“ zum Gegenstand haben. Dieser Zusammenhang sowie seine Formulierung einer Theorie des „Bildaktes“ sollen im Mittelpunkt des Gesprächs stehen. Eine Kooperation von Literaturhaus Stuttgart, Akademie für gesprochenes Wort und IZKT, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de