veranstaltungen im november 2019

veranstaltungen im november 2019

november 2019

Mittwoch
06.11.19
19.30 Uhr
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Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass

Ines Geipel

Lesung und Gespräch, Moderation: Elke Uhl


"Es geht nicht um das Wegreden von Lebensleistungen. Es geht nicht darum, dass wir nicht miteinander im Osten auf der Wiese gesessen haben, dass wir zusammen Bier getrunken haben. Aber es gibt einen Unterschied, wie ich darin gelebt habe und was ich heute klar sagen muss: Eine Diktatur kann keine Heimat sein" Ines Geipel Ines Geipels neues Buch "Umkämpfte Zone" ist Familiengeschichte und DDR-Geschichte zugleich. Sie sucht dabei Antworten auf das "Warum" der Radikalisierung der letzten Jahre, ohne dabei Opfererzählungen nach 1989 zu bedienen. Was hat die breite Zustimmung für rechtsextremes Gedankengut möglich gemacht? Warum dieser Hass auf den Staat? Ines Geipel folgt in ihrem Buch den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten und seinem Angstsystem. Vergangenheitsbewältigung konnte unter diesen Umständen kaum stattfinden. Vielmehr wurde eine Vergessenspolitik wirksam, die sich auch in den Familien spiegelte. Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die "Krypta der Familie" hinab. Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach Westdeutschland. In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
07.11.19
19.30 Uhr
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Ödön von Horváth: »Kasimir und Karoline«

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Auf dem Oktoberfest im Jahre 1929: Die Weltwirtschaftskrise hat ihre Spuren hinterlassen - so auch bei Kasimir, der seine Arbeit als Chauffeur verloren hat. Aus diesem Grund hat er wenig Freude an den Attraktionen des Volksfests, auf das ihn seine Verlobte Karoline mitgenommen hat, um sich zu amüsieren. In diesem sozialkritischen Drama von Ödön von Horvath aus dem Jahr 1932 steht die Beziehung zweier Menschen im Kontext von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise im Zentrum. Während Karoline sich immer mehr vom pessimistischen Kasimir abwendet und neue Männerbekanntschaften schließt, begibt sich dieser nach und nach in die Kleinkriminalität. Die Wege der beiden kreuzen sich auf dem Fest immer wieder, nur allzu oft scheint die Versöhnung in greifbare Nähe zu rücken, doch sie gehen stets im Streit auseinander. Die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel werden sich im Gespräch sowohl mit dem Stück und dem Autor aber auch mit Fragen zur Zeitlosigkeit und Aktualität des Dramas auseinandersetzen. Eine Veranstaltung in Kooperation mit SWR2 Wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
10.11.19
17.00 Uhr
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Der Apfelbaum

Christian Berkel

Veranstaltungsreihe: Jüdische Kulturwochen

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


"Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu." Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel Archive besucht, Briefwechsel gelesen und ist viel gereist. Entstanden ist ein Familienroman, der zugleich von einer ungewöhnlichen Liebe erzählt: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich 1932 in Berlin ineinander verlieben. Er kommt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Beide überleben den Krieg und bauen sich, ohne vom Überleben des Anderen zu wissen, ein neues Leben auf. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen, bis Sala schließlich auf Ottos Namen im Telefonbuch stößt. Christian Berkel, 1957 in West-Berlin geboren, ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, wurde u.a. mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und lebt mit seiner Frau Andrea Sawatzki und den beiden Söhnen in Berlin. In Zusammenarbeit mit den Jüdischen Kulturwochen

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
11.11.19
19.30 Uhr
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Metropol

Eugen Ruge

Lesung und Gespräch, Moderation: Schamma Schahadat


Nach dem großen Erfolg von "In Zeiten des abnehmenden Lichts" kehrt Eugen Ruge zurück zur Geschichte seiner Familie, nach Moskau, ins Jahr 1936. Die deutsche Kommunistin Charlotte ist der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entkommen. Im Spätsommer bricht sie mit ihrem Mann und der jungen Britin Jill auf zu einer mehrwöchigen Reise durch die neue Heimat Sowjetunion. Die Hitze ist überwältigend, Stalins Strände sind schmal und steinig und die Reisenden bald beherrscht von einer Spannung, die beinahe körperlich greifbar wird. Es verbindet sie mehr, als sich auf den ersten Blick erschließt: Sie sind Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Komintern, die Kommunisten aller Länder beschäftigt. Eugen Ruges neuer Roman "Metropol" folgt dabei drei Menschen auf dem schmalen Grat zwischen Überzeugung und Wissen, Loyalität und Gehorsam, Verdächtigung und Verrat. "Die wahrscheinlichen Details sind erfunden", schreibt Eugen Ruge, "die unwahrscheinlichsten aber sind wahr." Und die Frau mit dem Decknamen Lotte Germaine war seine Großmutter. Eugen Ruge wurde 1954 in Soswa, Ural, geboren. Für "In Zeiten des abnehmenden Lichts" wurde der diplomierte Mathematiker unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
12.11.19
19.30 Uhr
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Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist

Ece Temelkuran

Lesung und Gespräch, Moderation: Sebnem Bahadir
Lesestimme: Irene Baumann


"Ein essenzielles Buch" twitterte Margaret Atwood über Ece Temelkurans scharfsinnige und weitsichtige Analyse der weltweiten Entdemokratisierung unter dem Titel. "Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist oder sieben Schritte in die Diktatur" - ein engagierter Aufruf zur Verteidigung der Demokratie, übersetzt aus dem englischen von Michaela Grabinger. Ob Erdoğans Türkei oder die Brexit-Entscheidung oder der Rechtspopulismus: Temelkurans Buch ist eine eindringliche Aufforderung, miteinander ins Gespräch zu kommen über das, was notwendig ist, wenn wir weiterhin friedlich zusammenleben wollen. Ece Temelkuran, geboren 1973 in Izmir, ist Juristin, Schriftstellerin und Journalistin. Aufgrund ihrer Kritik an der Regierungspartei verlor sie ihre Stelle bei einer der großen türkischen Tageszeitungen. Ihr Roman "Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann" wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Temelkuran lebt inzwischen in Zagreb und schreibt auf Englisch. In Zusammenarbeit mit dem deutsch-türkischen Forum Stuttgart e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
16.11.19
20.00 Uhr
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hell/dunkel

Julia Rothenburg

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, um aus ihren Texten zu lesen und sie ins Gespräch zu bringen. Sie hell, er dunkel, sie impulsiv, er zurückhaltend: Valerie und Robert sind Geschwister, Halbgeschwister, und sich längst fremd geworden. Doch die Krankheit ihrer Mutter bringt ihre Distanz zueinander ins Wanken. Ebenso empathisch wie prägnant erzählt Julia Rothenburg in ihrem Roman „hell/dunkel“ vom surrealen Zustand einer Ausnahmesituation, in der zwei unvereinbare Welten plötzlich aufeinanderprallen: Leben und Tod. Und sie beschreibt, beinahe erschreckend aufrichtig, die Widersprüche des Trauerns - mal aufbäumend, mal kapitulierend - um einen geliebten Menschen. Julia Rothenburg, 1990 geboren, wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur ausgezeichnet und war Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung. Für ihren Debütroman „Koslik ist krank“ erhielt sie das Jahresstipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg. Die Autorin lebt in Berlin. Ort: Alexanderstraße 71, Stuttgart Eintritt: 5 Euro inklusive Bier und Brezel, nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Sonntag
17.11.19
11.00 Uhr
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Bücherfreundin 2019

ChrisTine Urspruch

Preisverleihung, Laudatio: Elisabeth von Koch
Musik: Streichtrio der Musikschule Stuttgart
Moderation: Thomas Lindemann


Der Landesverband Baden-Württemberg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verleiht der Schauspielerin ChrisTine Urspruch die Auszeichnung "Bücherfreundin 2019". Damit wird ihr vorbildlicher Einsatz für die Förderung des Buches und des Lesens gewürdigt. Neben einem Podiumsgespräch zum Thema "Schlüsselkompetenz Lesen - Leseförderung in der Praxis", können sich die Besucher*innen auf ein Speed-Dating mit Cervantes und Ray Bradbury und das Streichtrio der Stuttgarter Musikschule freuen. Mit dem Preisgeld wird die Stuttgarter Mentoringorgansisation KinderHelden unterstützt, die sich aktiv für Leseförderung einsetzt. Darüber hinaus werden Vorlesebibliotheken, zusammengestellt von der Stiftung Lesen, für vier Kindertageseinrichtungen in Wangen im Allgäu, ChrisTine Urspruchs Wohnort, finanziert. Veranstalter: Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg e.V. Eintritt: Frei, Anmeldung erforderlich unter priller@buchhandelsverband.de

Eintritt frei

 

Montag
18.11.19
19.30 Uhr
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Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten

Emma Braslavsky

Veranstaltungsreihe: Preis des Wirtschaftsclubs im Literaturhaus Stuttgart

Preisverleihung, Lesung und Gespräch, Laudatio und Gespräch: Julia Schröder


"Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten": In Emma Braslavskys neuem Roman lassen menschenähnliche Roboter jede Art von Beziehungswunsch erfüllbar werden. Doch die uneingeschränkte Glückseinlösung, das Versprechen, menschliche Einsamkeit Geschichte werden zu lassen, verkehrt sich ins Gegenteil und führt vielmehr zu einer Häufung von Selbsttötungen unter den Menschen. Nicht so sehr die Suizide sind das Problem, sondern die damit verbundenen Kosten, denn häufig lassen sich Angehörige nicht ermitteln. So kommt "Roberta" auf den Markt. Sie soll als Pilot-KI-Sonderermittlerin für die Polizei Angehörige der Suizidant*innen ausfindig machen, um dem Sozialamt die Bestattungskosten zu ersparen. In künstlicher Verfremdung des Alltäglichen und mit einem Gespür für tragikomische Situationen beschreibt Emma Braslavsky eine kollabierende Gesellschaft. Ihre literarischen Figuren nehmen uns mit in einen Film noir, leuchten die Macht des Möglichen ebenso aus wie ihre bleichen Kehrseiten, so dass wir uns leicht schwindelnd fragen, mit wem wir uns in der Lektüre zunehmend identifizieren. Etwa mit einer Recheneinheit? Für ihren Roman wird Emma Braslavsky in diesem Jahr mit dem Preis des Wirtschaftsclubs ausgezeichnet. Der mit 5.000 € dotierte Preis richtet sich an Autor*innen, die sich mit Themen der Wirtschafts- bzw. Arbeitswelt kritisch und literarisch anspruchsvoll auseinandersetzen. Zu den bisherigen Preisträger*innen gehören u.a. Annette Pehnt, Philipp Schönthaler, Martin Suter, Matthias Nawrat, Alexander Schimmelbusch. Eine Veranstaltung des Wirtschaftsclubs in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
20.11.19
19.30 Uhr
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Der Tunnel

Abraham B. Jehoshua

Veranstaltungsreihe: Jüdische Kulturwochen

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Abraham B. Jehoshua gilt neben David Grossman und dem kürzlich verstorbenen Amos Oz als wichtigste Stimme der hebräischen Gegenwartsliteratur. "Der Tunnel", sein jüngst von Markus Lemke ins Deutsche übertragener Roman, erzählt mit Humor und Hingabe vom 72-jährigen Zwi Luria. Er blickt auf ein erfolgreiches Berufsleben als Ingenieur zurück, hat erwachsene Kinder, und die Liebe zu seiner Frau Dina, einer Kinderärztin, ist noch immer tief. Als er plötzlich Schwierigkeiten mit der Erinnerung hat und der Computertomograph eine winzige Atrophie der Hirnrinde zeigt, ist das ein Schock. Doch Dina ermutigt ihn, noch einmal beruflich tätig zu werden, und so macht er statt einer Reise ins Vergessen eine Reise zu sich selbst - und in die Wüste. Und überraschend öffnet sich ihm noch einmal das Leben, in dem ein Tunnel und ein kleines palästinensisches Mädchen ins Zentrum rücken. Ein Roman von großer Tragweite und eine zärtliche Hymne an die Liebe, die kein Alter kennt. Abraham B. Jehoshua, geboren 1936, stammt aus Jerusalem. 1972 nahm er einen Ruf an die Universität Haifa an und lehrt dort seitdem Vergleichende Literaturwissenschaft und Hebräische Literatur. Seine Stücke, Erzählungen, Essays und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach verfilmt und ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Forum für jüdische Kultur und Bildung e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
21.11.19
19.30 Uhr
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Trio NorgeO: Klang & Poesie, nordöstlich

Russudan Meipariani, Aashild Vertus, Andreas Ulvo

Veranstaltungsreihe: Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 Norwegen

Konzert


Russudan Meipariani, georgische Komponistin, Pianistin und Sängerin, lebt und arbeitet in Stuttgart und verknüpft klassische Musik, Minimal Music und Neue Musik mit den polyphonen Klangtraditionen Georgiens. Ein Jahr in Norwegens lebhafter Musikszene führte sie zur Folklore-Sängerin, Welt-Musikerin und Komponistin Aashild Vertus und zum norwegischen Pianisten und Komponisten Andreas Ulvo, eine Größe in der norwegischen und europäischen Jazzszene. Zwischen Tradition und Moderne, Norwegen und Georgien setzt das Trio Motive und Ausschnitte aus traditionellen norwegischen und georgischen Liedern und norwegischer Lyrik in eine neue Umgebung und stellt sie archaisch-experimentellen Gesängen gegenüber, gestützt von minimalistischen Klängen an Klavier, Keyboard, Orgel und Toy Piano. Im Konzert führen alle drei Musiker*innen Solo-Beiträge auf, das norwegische Folkjazz-Duo spielt aus seinem Repertoire und abschließend bringen Meipariani, Vertus und Ulvo als Trio NorgeO ihr neues, gemeinsames Programm zu Gehör: eine berückend schöne musikalische Wanderung über Genre- und Ländergrenzen hinweg. Gefördert von der Stadt Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
22.11.19
19.30 Uhr
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Auf dem Seil

Terézia Mora

Lesung und Gespräch, Moderation: Lothar Müller


Ist das Leben ein ewiger Balanceakt? Drei Jahre sind vergangen, seit Darius Kopp seine Frau Flora, seine große Liebe, verloren hat. Der IT-Experte ist mit Floras Asche durch Europa gereist und schließlich auf Sizilien gelandet. Dort taucht eines Tages unverhofft seine 17-jährige Nichte auf. Das Mädchen ist allein unterwegs und weicht ihm nicht mehr von der Seite; sie braucht seine Hilfe - und er die ihre. "Kopp fühlt sich plötzlich wieder für jemanden verantwortlich, spürt so etwas wie Bindung, und darin besteht die ungewöhnliche Entwicklungsgeschichte dieses Romans", so Helmut Böttiger in der Süddeutschen Zeitung. Terezia Mora hat mit Darius Kopp bereits große Erfolge gefeiert. "Auf dem Seil" ist nun der letzte Band einer Trilogie, die diesem Experten für drahtlose Netzwerke gilt. Und mit der Nichte geht Kopp zurück nach Berlin und lernt, sein Glück daran zu messen, was man durch eigenen Willen verändern kann - und was nicht. Terezia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terezia Mora zählt darüber hinaus zu den renommiertesten Übersetzer*innen aus dem Ungarischen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
27.11.19
20.00 Uhr
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Der Araber von morgen

Riad Sattouf

Comiclesung und Gespräch, Moderation: Andreas Platthaus


Die große, auf fünf Bände angelegte autobiografische und international gefeierte Comic-Erzählung "Der Araber von morgen" erzählt von Riad Sattoufs Kindheit im Nahen Osten. Band 4, von Andreas Platthaus ins Deutsche übertragen, konzentriert sich auf Riads Jahre als Teenager, von Riads Jahren als Teenager, von der Zeit zwischen 1987 und 1992: Sein Leben zwischen Syrien und Frankreich wird zunehmend kompliziert, und seine Eltern, Französin und Araber, verstehen sich immer weniger. Riads Vater arbeitet in Saudi-Arabien und wendet sich ganz dem Islam zu. Riads Mutter zieht mit den drei Kindern zurück in die Bretagne, weil ihr der neue Lebenswandel ihres Mannes zusetzt. Doch dann muss die ganze Familie wieder nach Syrien. Die ersten Bände erzählen von seiner Geburt bis zum 6. Lebensjahr, von seinem ersten Schuljahr in der syrischen Dorfschule und von seinem Leben zwischen sechs und neun. Riad Sattouf, geboren 1978 in Paris, ist einer er bekanntesten Comic-Zeichner und Filmemacher. Aufgewachsen in Libyen und Syrien, kehrte er mit 13 Jahren nach Frankreich zurück. Von 2004 bis 2014 zeichnete er wöchentlich den Comic "La vie secrète des jeunes" für Charlie Hebdo. Sattouf lebt und arbeitet in Paris. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
28.11.19
19.30 Uhr
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Irmgard Keun: »Das kunstseidene Mädchen«

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


"Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun aus dem Jahre 1932 erzählt die Lebensgeschichte von Doris, einer jungen Frau aus einer mittelgroßen Stadt zur Zeit der Weimarer Republik. Sie stammt aus einer mittellosen Familie der Unterschicht, hat aber glanzvolle Träume von einem Leben als Schauspielerin. Als sie ihre Arbeit als Statistin kurzerhand verliert, beginnt sie sich durch wechselnde Männerbekanntschaften über Wasser zu halten. Doch eine feste Ehe mit einem reichen Mann ergibt sich daraus leider nicht und so schwankt ihr Leben zwischen Obdachlosigkeit und kurzzeitigem Luxus, da sie jede Form von Arbeit vehement ablehnt. Von den Nazis als "Asphaltliteratur mit antideutscher Tendenz" auf die Schwarze Liste gesetzt wurde die Autorin auch in der Bundesrepublik der 1950er und 60er Jahre übersehen. Erst heute wird Keun allmählich als diejenige erkannt, die sie war: eines der größten schriftstellerischen Talente der Weimarer Zeit. Ihr Ton ist originell, frisch und poetisch. Ins Gespräch über diesen Zeitroman und seine Schriftstellerin kommen die Autorin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 28.11., 8.30 Uhr, Irmgard Keuns Roman "Das kunstseidene Mädchen" von Eberhard Falcke www.swr2.de/wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
29.11.19
19.30 Uhr
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Das Gedicht jenseits der künstlerischen Komfortzone

José F. A. Oliver, Lütfiye Güzel

Lesung und Gespräch


Ihr Label ist sie selbst. Ihr lyrisches Programm folgt unbedingter Klarheit. In Form und Inhalt, Sprache und Poesie. Lütfiye Güzel ist eine völlig andere, kompromisslos eigene Stimme der neueren deutschsprachigen Lyrik. Seit 2014 bringt sie ihre Bücher unter ihrem eigenen Label "Go-Güzel-Publishing" heraus und leitet Poetry-Workshops an Schulen und in Museen. Im November 2017 wurde Lütfiye Güzel mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Jüngere Veröffentlichungen sind u.a. "Nix Meer" (2018), "ELLE-REBELLE" (2017), "Faible? " (2017) und die Novelle "Oh, No! " (2016) und "dreh-buch" (2019). Die Dichterin, die 1972 in Duisburg geboren wurde, pendelt zwischen ihrer Geburtsstadt und Berlin. Im Gespräch mit dem Lyriker Jose F.A. Oliver wird Lütfiye Güzel eine Auswahl ihrer Gedichte vorstellen. Darüber hinaus soll der Fokus des Gesprächs aber auch auf der aktuellen Lyrikszene, deren Verlage und der Rezeption von Gedichten liegen. Von Jose F.A. Oliver ist zuletzt 2018 im Berliner Verlag Matthes & Seitz der Lyrikband wundgewähr erschienen. Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
30.11.19
20.00 Uhr
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Ja heißt ja und …

Carolin Emcke

Wiederaufnahme: Lecture performance


"Manchmal spürt man erst beim Schreiben, dass ein Text eine bestimmte Form sucht, dass die Worte nicht nur geschrieben, sondern gesprochen, gezeigt werden wollen, mehr noch: dass man einen Raum braucht, ein Theater, in dem man sich anders ausliefert." Carolin Emcke Aufgrund der großen Nachfrage haben wir Carolin Emcke erneut nach Stuttgart eingeladen, um ihre Lectures Performance "Ja heißt ja und…" ein zweites Mal aufzuführen: Was sind die Bilder und Begriffe, welche Musik und welche Praktiken prägen unsere Vorstellungen von Lust und Unlust, wie bilden sich die Strukturen, die Muster, die Normen, in die hinein Männer und Frauen und alle dazwischen sich einpassen? Welche Hautfarben, welche Körper werden besonders in Zonen der Ohnmacht und des Schweigens verwiesen? Wie lässt sich Gewalt entlarven und verhindern, wie können Begehren und Lust zugelassen werden? Welche Sprachen braucht es dafür, welche Räume, welche Allianzen? Mit heiteren, zornigen, poetischen, melancholischen Miniaturen nähert sich Carolin Emcke diesen Fragen. Emcke, geb. 1967, war Redakteurin beim SPIEGEL und internationale Reporterin für die ZEIT. 2016 wurde sie mit dem "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" ausgezeichnet. Von und mit: Carolin Emcke, Video: Rebecca Riedel, Mieke Ulfig, dramaturgische Mitarbeit: Bettina Ehrlich, Assistenz: Angelika Schmidt, Licht: Erich Schneider, Einrichtung Raum: Jan Pappelbaum. Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Schauspiel Stuttgart mit einem Gastspiel der Schaubühne Berlin. Eintritt: Karten unter www.schauspiel-stuttgart.de oder Fon 0711 / 20 20 90

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de