veranstaltungen im november 2019

veranstaltungen im november 2019

november 2019

Freitag
06.09.19
18.00 Uhr
-

Treppauf – Treppab

Christina Schmid, Sabine Fessler

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Seit Juli 2018 erklimmen Christina Schmid und Sabine Fessler die Stuttgarter Stäffele und verweilen auf ihnen. Sie schreiben, zeichnen und sammeln Eindrücke und Fundstücke in diesen Zwischenräumen der Stadt. Das Sitzen auf den Treppen sorgt für Irritation und bremst alltägliches Vorbeirauschen aus. Die Treppe wird als Fläche entdeckt, die jenseits ihrer funktionalen Bedeutung der Verbindung von zwei Orten selbst zum Ort wird. Als Ergebnis der einjährigen Langzeitperformance auf Stuttgarts Treppen erscheint ein Künstlerbuch mit Texten und Zeichnungen. Dazu gibt es eine gezeichnete Stadtkarte, die die Staffeln verzeichnet und aktiv genutzt werden kann. Ausgestattet mit treppentauglichen Sitzgelegenheiten laden wir herzlich ein zu einem Treppenspaziergang mit Lesung. 18 Uhr: Treffpunkt: Hölderlinplatz 19 Uhr: Lesung auf der Lessingstaffel neben der GEDOK

Eintritt frei

 

Freitag
06.09.19
19.00 Uhr
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Stuttgarter Lyriknacht 2019

Thilo Krause, Kathrin Schmidt, Christine Langer, Maren Kames

Veranstaltungsreihe: Stuttgarter Lyriknacht

Lesung und Gespräch, Moderation: Beate Tröger, Moritz Heger, Carolin Callies


19-20.15 Uhr Das Literaturhaus fragt Thilo Krause "Was wir reden, wenn es gewittert" Ob Straßenlaterne oder Butterbrotpapier: Thilo Krauses genauer Blick auf das Alltägliche lässt das Befremdliche darin erst sichtbar werden, schreibt die Literaturkritikerin Beate Tröger. Sie kommt mit dem Lyriker ins Gespräch über seinen Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert", für den er mit dem Peter-Huchel-Preis 2019 ausgezeichnet wurde. Die Stadtbibliothek präsentiert Christine Langer mit ihrem "Körperalphabet" Christine Langer spannt in ihren Gedichten einen Bogen von der uns umgebenden Natur zur eigenen Identität. Zwischen distanziertem Betrachten und unmittelbarer Nähe rückt sie Alltägliches ins Zentrum. Beate Tröger spricht mit ihr über ihren Gedichtband "Körperalphabet". Kurze Pause 20.45-22.15 Uhr Das Schriftstellerhaus sucht mit Kathrin Schmidt den "waschplatz der kühlen dinge" auf In meisterhaften, formbewussten Texten lotet die Autorin in dem bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Gedichtband unsere oft uneingestandenen Ambivalenzen aus. Über politisch-poetische Zwischenräume spricht die Trägerin des Stuttgarter Lyrikstipendiums 2019 mit Moritz Heger. Das Literaturhaus bringt Maren Kames’ "Luna Luna" zum Leuchten 2017 hat sie auf der Basis ihres Lyrikbands "Halb Taube halb Pfau" eine Ausstellung für das Literaturhaus entwickelt, nun ist druckfrisch ihr Buch Luna Luna erschienen, über das sie mit Carolin Callies spricht: "Und über allem hängt die Luna, die in einem Sturz aus ihrer Umlaufbahn aufs Wasser fällt, wie ein glühender Ofen." In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und dem Stuttgarter Schriftstellerhaus, gefördert von der Stadt Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
09.09.19
19.00 Uhr
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Über "Das Phantom der Oper" von Gaston Leroux

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


In den Kulissen der Pariser Oper geht ein Phantom um. Geschickt verbirgt es sich den Blicken der Menschen, und doch nimmt es Einfluss auf das Bühnengeschehen, denn dank seiner Hilfe wird die Sängerin Christine Daee zum Star des Ensembles. Als das abstoßend hässliche Phantom sich ihr offenbart, kommt erst ein großes Erschrecken und bald darauf die Liebe ins Spiel und löst eine komisch-turbulente Lawine von Ereignissen aus. Der von 1909 bis 1910 in einer Zeitschrift veröffentlichte Kriminalroman wird fast durchweg von seiner Musical-Adaption überschattet: Das gleichnamige Musical von Andrew Lloyd Webber gilt als das erfolgreichste Musical der Welt und geistert seit den Achtzigern munter über den Globus. Ein Grund mehr, sich dem Klassiker anzunehmen. Wir diskutieren unter anderem über seine Aktualität, das 19. Jahrhundert und Kriminalliteratur. Anmeldung unter Eintritt: Mitglieder frei / Gäste: Euro 3,-

 

Montag
09.09.19
19.30 Uhr
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Dort dort

Tommy Orange

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Christian Brückner
Moderation: Jan Wilm


"Das Drom ist meine Mom und warum sie trank, es ist Geschichte, die in einem Gesicht landet, es ist alles, was ich schon gepackt habe im Leben." Tommy Orange Mit seinem vielbesprochenen Roman "Dort dort" erzählt Tommy Orange die Geschichte der Native Americans, eine "neue Art amerikanisches Epos", so die New York Times. 1982 in Oakland geboren, ist Tommy Orange Mitglied der Cheyenne und Arapaho Tribes und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Angels Camp, Kalifornien. "Dort dort" spannt ein Netz aufwühlend realer Figuren auf, die alle an einem Tag aufeinandertreffen: Jacquie ist endlich nüchtern und will zu der Familie zurückkehren, die sie vor vielen Jahren verlassen hat. Dene sammelt mit einer alten Kamera Geschichten indianischen Lebens. Und Orvil will zum ersten Mal den Tanz der Vorfahren tanzen. Ihre Leben sind miteinander verwoben, und sie sind zum großen Powwow in Oakland gekommen, um ihre Traditionen zu feiern. Doch auch Tony ist dort, nur Tony ist mit dunklen Absichten gekommen. "Dort dort" wurde von Hannes Meyer ins Deutsche übertragen. Den deutschen Text liest Christian Brückner. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
10.09.19
19.30 Uhr
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Und das hast du dir alles ausgedacht?! Collagen & Kollaborationen

Lydia Daher

Ausstellungseröffnung, Lesung mit Musik, Musik: Hannes Buder
Moderation: Manfred Heinfeldner


"The people of the future will not seek poetry in the libraries but on the walls of their rooms." Carlo Belloli, 1944 Die Dichterin, Musikerin und Künstlerin Lydia Daher hat exklusiv für das Stuttgarter Literaturhaus eine Ausstellung entwickelt; unter dem Titel "Und das hast du dir alles ausgedacht?!" werden in spielerischer Grenzüberschreitung alter Gattungszuweisungen von Lyrik, Kunst und Ausstellung Worte zu Bildern und Collagen zu Poesie. So entsteht eine ganz eigene Welt aus Zeichen. Die Ausstellung präsentiert nicht nur eine Auswahl ihrer Collagen, sondern auch Arbeiten, die zusammen mit dem Münchner Fotografen Gerald von Foris, dem experimentellen Zeichner Warren Craghead III aus Virginia, USA, und dem Klangkunstkollektiv SCHNITT entstanden sind. "Und das hast du dir alles ausgedacht?!" zeigt einen skeptischen, aber nie hoffnungslosen Blick, durchzogen von Lakonie, Melancholie, Ironie und Komik. Lydia Daher, geb. 1980 in Berlin, kollaboriert als Lyrikerin und Musikerin im Bereich der bildenden Kunst, der Performance und des Hörspiels. Zuletzt veröffentlichte sie ihr Musikalbum "Wir hatten Großes vor"; zur Vernissage wird sie Texte und Töne zu Gehör bringen. Gefördert von der Stadt Stuttgart und der Konrad Kohlhammer Stiftung

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Montag
16.09.19
19.30 Uhr
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Theodor Storm: "Der Schimmelreiter“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Lesung und Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke
Sprecher: Stefan Wancura


Das Leben an der Küste und die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Meer bilden das zentrale Thema in Storms Novelle „Der Schimmelreiter“, die er kurz vor seinem Tod 1888 fertiggestellt hat. Der Protagonist, Hauke Haien, hat es geschafft, sich vom Bauersjungen zum Knecht hochzuarbeiten und schließlich durch eine günstige Heirat zum Deichgrafen aufzusteigen. Durch seine Fähigkeiten und sein Interesse für den Deichbau, sowie der neu erlangten Machtposition setzt er seinen lang gefassten Plan schließlich gegen sämtliche Widerstände durch: Er errichtet einen neuen Damm, der sowohl Küstenschutz als auch Landgewinnung für den Ackerbau verbindet. Doch das Projekt scheitert als eine Jahrhundertsturmflut einbricht und seine Familie mit sich reißt, woraufhin er selbst mit seinem Schimmel in die Fluten springt - ein Sinnbild für den fortschrittlich-rationalen Menschen, der dennoch an der Natur scheitern muss? Im Gespräch werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel mit verschiedenen Aspekten des Schimmelreiters sowie seinem Autor auseinandersetzen. Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart, untermalt den Abend mit poetischen Interventionen. Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
17.09.19
19.30 Uhr
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Unter der Drachenwand – Eine Liebesgeschichte

Arno Geiger, Jan Snela

Veranstaltungsreihe: Suttgart liest ein Buch

Lesung und Gespräch, Moderation: Torsten Hoffmann


2005 wurde er für seinen Roman "Es geht uns gut" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, und sein letzter Roman "Unter der Drachenwand" wurde nicht nur von der Literaturkritik euphorisch besprochen, sondern in diesem Jahr auch ausgewählt für das vom Schriftstellerhaus initiierte Projekt "Stuttgart liest ein Buch". Historisch angesiedelt im Jahr 1944 am österreichischen Mondsee, unter der Drachenwand, wurde der Roman vor allem wahrgenommen als eine Geschichte in der und über die Endphase des Krieges. Auf den zweiten Blick erzählt Arno Geiger von einer Liebe, denn "Unter der Drachenwand" ist vor allem auch eine Liebesgeschichte, ein Gesellschaftsroman, in dem existenzielle Gefühle der Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe verhandelt werden. Über Liebe in Zeiten des Krieges und in Zeiten politischer, gesellschaftlicher Ausnahmesituationen kommt Arno Geiger ins Gespräch mit dem Stuttgarter Schriftsteller Jan Snela. Er debütierte 2016 mit seinem Erzählungsband "Milchgesicht", einem Bestiarium der Liebe (Klett-Cotta), für das er mehrfach ausgezeichnet wurde. Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Stuttgarter Schriftstellerhaus

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
18.09.19
19.30 Uhr
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Wie später ihre Kinder

Nicolas Mathieu

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Sebastian Röhrle
Moderation: Niklas Bender


"Anthony stand am Ufer und starrte geradeaus. In der bleiernen Sonne wirkte das Wasser des Sees wie dickes Öl. In der Luft lag wieder dieser Geruch von Schlamm, von aufgeheizter Erde." Nicolas Mathieu Ein Ort in der Provinz, im Osten Frankreichs, stillgelegte Industrie, unerträgliche Hitze. Und eine Gruppe Jugendlicher, die ihre Sexualität entdecken, Bier trinken, Moped fahren oder dealen. Nicolas Mathieu schreibt über die Sehnsucht nach einem anderen Leben. Über vier Sommer begleitet der Roman "Wie später ihre Kinder" Anthony, Hacine und ihre Freunde in großer erzählerischer Kraft beim Erwachsenwerden in einer Welt der Reihenhaussiedlungen und Durchschnittsstädte - einer Welt, in der ihnen nichts geschenkt wird und an der sie dennoch hängen, ein vergessenes Frankreich der 1990er. Nicolas Mathieu wurde 1978 in Épinal geboren und lebt in Nancy. "Wie später ihre Kinder" wurde 2018 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet und von Lena Müller und Andre Hansen ins Deutsche übersetzt. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
19.09.19
19.30 Uhr
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Das Jahr

Tomas Espedal

Veranstaltungsreihe: Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 Norwegen

Lesung und Gespräch, Moderation und Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel


"Ein Jahr kann ein ganzes Leben enthalten und es kann völlig leer sein." - Tomas Espedal Mag Tomas Espedal auch schmale Bücher schreiben und mit wenigen Sätzen auskommen, so ist er literarisch doch zweifelsohne ein Schwergewicht, darin ist sich die Literaturkritik einig. Ausgehend von einer unerfüllten Liebe, der Quelle für Petrarcas Liebesgedichte, geht Espedal in seinem neuen Buch "Das Jahr" der Frage nach, ob eine so große, einzigartige Liebe, die alle Zeiten überdauert, heute noch möglich ist, ob sie überhaupt jemals möglich war. Gemeinsam mit seinem gebrechlichen Vater unternimmt er eine Kreuzfahrt durch das Mittelmeer und bemerkt erst dort, als der Vater aufzublühen scheint, dass er auch ihn bald verlieren wird. In der Liebe seines Vaters für seine verstorbene Mutter wie auch in seiner eigenen Liebe für Janne, die ihn bereits vor Jahren verlassen hat, erkennt Tomas etwas ähnlich Bedingungsloses und Andauerndes wie bei Petrarca. 1961 in Bergen geboren, gab Espedal sein literarisches Debüt 1988 mit dem Roman "En vill fl ukt av parfymer" ("Eine wilde Flucht vor dem Parfüm"). Seither veröffentlichte er zahlreiche, mit vielen Preisen ausgezeichnete Romane und gilt neben seinem Freund Karl Ove Knausgård als einer der bedeutendsten Schriftsteller Skandinaviens. Ins Deutsche über tragen hat den Text Hinrich Schmidt-Henkel. Gefördert von NORLA

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
21.09.19
14.00 Uhr
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Führung durch die Staatstheater Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


An über 300 Abenden im Jahr hebt sich der Vorhang an den Staatstheatern für Oper, Ballett oder Schauspiel - und die Künstler stehen im Rampenlicht. Aber was geschieht eigentlich tagsüber im Theater und wie entsteht eine große Bühnenproduktion? Wir werden hinter die Türen geführt, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben, und erfahren, was hinter den Kulissen der Staatstheater geschieht. Die Führung dauert etwa 90 Minuten und zeigt das Opernhaus und einige Theaterwerkstätten. Treffpunkt: Vor der Oper Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste: Euro 3,- Nur mit Anmeldung unter

 

Montag
23.09.19
19.30 Uhr
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Ein Hummerleben

Erik Fosnes Hansen

Veranstaltungsreihen: Auf Sendung, Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019 Norwegen

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


Er ist in New York geboren, in Oslo aufgewachsen und hat zwei Jahre in Stuttgart gelebt - nicht nur Erik Fosnes Hansens Biografie ist international, auch seine Bücher "Falkensturm" und "Choral am Ende der Reise" avancierten zu internationalen Bestsellern: "Ein Hummerleben" heißt der neue Roman über den Niedergang eines einstmals mondänen Hotels in den norwegischen Bergen; ein Roman über den 13-jährigen Sedd, der in einem norwegischen Berghotel bei seinen Großeltern aufwächst. Über seinen Vater weiß er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von den Großeltern auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Er hilft als Laufbursche, Küchenjunge und Tourenbetreuer aus und verinnerlicht den Leitsatz "Jeder einzelne Gast zählt" bereits im zarten Kindesalter. Zufluchtsort ist für ihn die Großküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet und für Sedd Vater, Mutter und Freund zugleich ist, wenn die Großeltern keine Zeit für ihn haben. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle. In Zusammenarbeit mit dem SWR2

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
25.09.19
19.30 Uhr
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Im Heimweh ist ein blauer Saal

Herta Müller

Lesung und Gespräch, Moderation: Ernest Wichner


Zuletzt war sie 2016 zu Gast im Literaturhaus, nun kommt die Nobelpreisträgerin mit ihren neuen Collagen zu uns: Gedichte mit Schere und Papier - "Im Heimweh ist ein blauer Saal" lautet der Titel ihres neuen Bandes. Herta Müllers Collagen sind beides zugleich: Kunstwerk und Gedicht, Spiel und poetischer Ernst. Und unversehens taucht im geklebten Gedicht das auf, worum es eigentlich geht: die Wirklichkeit - denn "vielleicht haben auch Wörter ein schimmerndes Gemüt und betreiben Amtsmissbrauch …" Ihre Collagentechnik reicht weit zurück: "Ich wollte mich bei Freunden melden", schreibt Herta Müller, kurz nachdem sie aus Rumänien kam. "Aber die Ansichtskarten hatten so grässlich missratene Farben. Eines Tages kaufte ich weiße Karteikarten, einen Klebestift und fi ng an, im Zug mit der Nagelschere aus der Zeitung ein Schwarzweiß-Bild und Wörter auszuschneiden." Fortan dichtet sie mit Schere und Papier. Herta Müller, 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren, lebt seit 1987 als Schriftstellerin in Berlin.

Eintritt: Euro 18,-/14,-/9,-

 

Donnerstag
26.09.19
19.30 Uhr
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Intime Briefe x 2

Walter Sittler, Hegel Quartett

Lesung und Konzert


Der Komponist Leosˇ Janacek führte ein eher zurückgezogenes Leben, die Schriftstellerin Anaïs Nin ein extrovertiertes, öffentliches Leben. Beide verliebten sich in Illusionen. Als Janacek 1917 die viel jüngere, schon verheiratete Kamila Stösslova kennenlernte, flammte in ihm etwas auf, was seine künstlerische Schöpfungskraft noch lange nähren sollte. "In manche Musikbücher werde ich es hineinschreiben, wer in meiner Seele war, als die Musik aus ihr ausschwärmte, und dass diese Noten nicht allein mir gebühren, sondern auch Dir, meine Kamila." Und Anaïs Nin schrieb ihrem langjährigen Liebhaber Henry Miller über seine damalige Frau: "Wir haben unseren Verstand verloren - an June. Sowohl Sie als auch ich würden ihr in den Tod folgen …". In ihrem Briefwechsel mit Miller und in ihren Tagebüchern erforscht Nin die gemeinsame Faszination und Frustration mit der wunderschönen und nicht greifbaren June. Walter Sittler liest Briefe und Tagebuchausschnitte von Janacek und Nin, das Hegel Quartett - Natalie Chee (Violine, 1. Konzertmeisterin des SWR Symphonieorchesters), Emily Körner (Violine, 2. Violine des SWR Sinfonieorchesters), Paul Pesthy (Viola, 1. Solobratscher des SWR Symphonieorchesters) und Elena Cheah (Violoncello, Professorin für Violoncello an der Hochschule für Musik Freiburg) - spielt Ausschnitte von den Streichquartetten von Janacek, Ravel und Anderen.

Eintritt: Euro 18,-/14,-/9,-

 

Freitag
27.09.19
19.30 Uhr
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Revanche

Claire Beyer

Buchpremiere, Moderation: Wolfgang Niess


"Vielleicht, dachte er, sollte ich jetzt damit beginnen, meine Vergangenheit zu trösten." Claire Beyer Sie hat bereits ein Musical über Camille Claudel verfasst, Erzählungen, Kurzprosa und Gedichte geschrieben und zahlreiche Romane veröffentlicht: Claire Beyer. 1947 geboren, lebt sie in Markgröningen bei Ludwigsburg und kommt mit ihrem neuen Roman "Revanche" ins Literaturhaus. Tobias Ristow lebt allein in einer komfortablen Terrassenhauswohnung, die er nach dem Abitur von seinem Vater, wie er dachte, generös zur Verfügung gestellt bekommen hat. Dabei war sein Vater ihm gegenüber immer abweisend, bevorzugte die beiden älteren Halbbrüder. Anders als seine Halbbrüder muss er nicht gleich in der väterlichen Firma antreten, er genießt als Träumer der Familie Freiräume bevor er dann doch schließlich Arbeit beim Vater aufnimmt. Beziehungen zu Frauen scheitern an seiner Unentschlossenheit in Lebens- und Liebesdingen, bis er die attraktive, aber kapriziöse Lea Berner kennen lernt. Doch die Sehnsucht nach seinem Onkel Fritz und die Suche nach den eigenen Wurzeln lassen ihn tiefer in die Verflechtungen der eigenen Familiengeschichte vordringen: Der Bruder seines Vaters verschwand im selben Moment, in dem seine Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Ristow reist an den Ort, an dem er den Onkel wähnt, um ihm die Frage zu stellen, die ihn seit langem umtreibt …

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
30.09.19
19.00 Uhr
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Schreibtreff Junger Autor*innen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Ort: Literaturhaus Stuttgart Anmeldung unter Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de