veranstaltungen im november 2017

veranstaltungen im november 2017

november 2017

Montag
04.09.17
19.00 Uhr
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Über „Stiller“ von Max Frisch


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Ich bin nicht Stiller!“ Ein Mann wird bei seiner Einreise in die Schweiz als der vermisste Bildhauer Anatol Ludwig Stiller erkannt und festgenommen. Seine Aufzeichnungen in der Untersuchungshaft bestreiten es unentwegt, doch die Angehörigen, die ihn dort besuchen, bestätigen den Verdacht: Bei dem Mann handelt es sich um keinen anderen als den verschollen geglaubten Stiller. Max Frischs Roman von 1954, mit dem er im Alter von 43 Jahren den ersten großen schriftstellerischen Erfolg erlangte, klingt zunächst wie ein Kriminalfall. In "Stiller" beschreibt Max Frisch einen Mann, der nicht mehr sein will, für wen ihn alle halten. Doch mit einem einfachen Identitätswechsel ist es dabei nicht getan. Wir lesen den Roman und versuchen uns an dem Rätsel. Eintritt: Euro 3,-/Mitglieder frei

 

Freitag
08.09.17
19.00 Uhr
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Stuttgarter Lyriknacht 2017

Kerstin Becker, Nico Bleutge, Zsuzsanna Gahse, Mara Genschel, Ulrich Koch, Evandro Pedroni, Vsan, Tobias Borke, Pheel

Veranstaltungsreihe: Stuttgarter Lyriknacht

Lesung, Performance


Das Schriftstellerhaus serviert "Biestmilch" & druckfrisch "Selbst in hoher Auflösung": Kerstin Beckers Gedichtband "Biestmilch" erschien 2016 in der Edition Azur, in der auch Ulrich Koch seinen Buchtitel "Ich im Bus im Bauch des Wals" 2015 veröffentlicht hat. Pünktlich zur Stuttgarter Lyriknacht kommt nun sein Band "Selbst in hoher Auflösung" im Verlag Jung und Jung heraus. Das Literaturhaus bringt "77 Geschwister" & "Cute Gedanken" auf die Bühne: Zsuzsanna Gahse bringt ihre neuen Gedichtband mit lyrischen Erzählzellen und literarischen Echos über unterschiedlich temperierte Geschwisterbeziehungen. Mara Genschel führt uns straight in ihre "Cute Gedanken" und bemerkenswerten lyrisch-künstlerischen Arbeiten. Das Gespräch mit den beiden führt der Lyrikkenner Michael Braun. Die Stadtbibliothek schickt Nico Bleutge & Tobias Borke in den Ring: Nico Bleutge stellt im Gespräch mit der Literaturkritikerin Beate Tröger seinen aktuellen Gedichtband "nachts leuchten die schiffe vor": ‚Der Bosporus als Schiffstraße und als Impuls für einen Zyklus von zehn Gedichten, in denen die Sprachspeicher von Handel, Zeit, Transport und Geschwindigkeit geöffnet werden.’ (SWR-Bestenliste) Zum Abschluss entzünden Tobias Borke und Beatboxer Pheel im Herz auf der Grundlage des Lyriknacht-Programms ein Wort-Sound-Tanz-Feuerwerk mit dem Contemporary Dancer Evandro Pedroni und dem Breakdancer Vsan vom Underground Soul Cypher Stuttgart. Ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtbibliothek, Schriftstellerhaus und Literaturhaus, gefördert von der Stadt Stuttgart Eintritt: Euro 10,-/5,- Kartenreservierung unter: , telefonisch unter: (0711) 216 - 91100 oder - 96527

 

Donnerstag
14.09.17
20.00 Uhr
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Das Ministerium des äußersten Glücks

Arundhati Roy

Lesung und Gespräch, Moderation: Sigrid Löffler
Lesestimme: Marit Beyer


Arundhati Roy, die Autorin des Weltbestsellers "Der Gott der kleinen Dinge", kehrt mit ihrem neuen Roman "Das Ministerium des äußersten Glücks", ins Deutsche übersetzt von Annette Grube, auf die Bühnen der Literatur zurück. Die Schriftstellerin und Globalisierungskritikerin Arundhati Roy führt uns auf eine Reise durch den indischen Subkontinent, über die Enge des alten Delhi und die schillernden Malls der neuen Metropole bis in die schneebedeckten Berge und Täler von Kaschmir, zu den Fragen von Krieg und Frieden. "Was sie in zwanzig Jahren erlebt hat, fügt sie nun in ein Kaleidoskop von Geschichten, die die dunkle Seite der indischen Gesellschaft darstellen. Maoisten, Unberührbare, diskriminierte Muslime, das zerstrittene Kaschmir, entführte Babys, das Schicksal der Hijras (Transgender), Armut, Elend und Korruption - nichts scheint zu fehlen an dem riesigen fragmentierten Mosaik der indischen Wirklichkeit", so die FAZ. Arundhati Roy, geboren 1959, wuchs in Kerala auf und lebt heute in Neu-Delhi. Für ihr Debüt "Der Gott der kleinen Dinge" erhielt sie 1997 den Booker Prize.

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Freitag
15.09.17
19.30 Uhr
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Karambolagen: fremd/étranger

Claire Doutriaux, Hinrich Henkel-Schmidt, Hédi Kaddour, Gila Lustiger

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Film, Gespräch und Lesung, Moderation: Hinrich Henkel-Schmidt


19.30 Uhr: Film und Gespräch Eröffnung der neuen Veranstaltungsreihe "Karambolagen" mit einer Karambolagen-Sendung und Gespräch mit Claire Doutriaux und Hinrich Schmidt-Henkel. 20.30 Uhr: Thesenlesung und Diskussion Nicht nur im Auto, sondern auch in der Kommunikation ist sie uns eine konstant Vertraute: Die Karambolage. Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist im besten Wortsinne zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Karambolagen erzeugen Reibung, Konflikt. Aufbauend auf diese Überlegungen startet das Literaturhaus Stuttgart zusammen mit dem Institut Francais Diskussionsabende mit jeweils zwei Gästen zu einem Begriff mit "Kollisionspotenzial". Locker verbunden wird die Reihe mit dem ARTE-Format „Karambolage“, das sprachliche Besonderheiten und Kuriositäten in der deutschen wie französischen Sprache bezaubernd visualisiert und impulsgebend für die Diskussion sein wird. Zum Auftakt schreiben der französisch-tunesische Schriftsteller Hedi Kaddour und die deutsch-französische Schriftstellerin Gila Lustiger eine These zum Begriff „fremd/etranger", die Gesprächsgrundlage für den Abend sein wird. Zur Eröffnung der Reihe ist zudem die ARTE-„Karambolage“-Erfinderin Claire Doutriaux aus Paris zu Gast, die vor dem Gespräch mit Kaddour und Lustiger zusammen mit dem Übersetzer und „Karambolage“-Autor Hinrich Schmidt-Henkel an ausgewählten Beispielen das ARTE Format vorstellen wird. Hedi Kaddour, 1945 geboren in Tunis, war Professor für französische Literatur; in diesem Sommer ist sein Roman „Die Großmächtige“ erschienen, von Grete Osterwald ins Deutsche übertragen. Gila Lustiger, geb. 1963 in Frankfurt, lebte einige Jahre in Israel und ging dann nach Paris, wo sie bis heute lebt. Zuletzt erschien ihr Essay „Erschütterung. Über den Terror“. Eine Gemeinschaftsproduktion des Literaturhaus Stuttgart und des Institut francais, in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Dr. Karl & Elisabeth Eisele-Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
16.09.17
19.00 Uhr
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L’esprit des mots / Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben

Geneviève Létang, Philippe Arlaud, Iris Radisch, Elisabeth Edl

Veranstaltungsreihe: Litté-Rad-Tour. Französische Literatur in Stuttgart

Szenische Lesung, Buchpremiere und Gespräch, Moderation: Martin Ebel


L'ESPRIT DES MOTS Die Straßburger Ausnahmekünstler Geneviève Letang (Harfe) und Philippe Arlaud (Dramaturg und Opernregisseur) vereinen ihre Leidenschaft zu Musik und Wort und entführen uns auf eine musikalische Reise durch ausgewählte Werke der französischen Literatur. WARUM DIE FRANZOSEN SO GUTE BÜCHER SCHREIBEN Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, mal verführerisch. Die Camus-Expertin Iris Radisch widmet sich, inspiriert durch ihre eigenen Treffen mit zahlreichen namhaften AutorInnen, in ihrem druckfrischen Buch unter dem Titel "Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben" eben dieser Frage und gibt einen Überblick über die Welt von Jean Paul Sartre und Marguerite Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Michel Houellebecq. Geboren 1959 in Berlin, leitet Radisch gemeinsam mit Adam Soboczynski seit 2013 das Feuilleton der Wochenzeitung DIE ZEIT und ist darüber hinaus als Fernsehmoderatorin tätig. Mit ihr spricht die mehrfach ausgezeichnete österreichische Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin und Kennerin der französischen Literatur, Elisabeth Edl, die unter anderem Gustave Flaubert und Patrick Modiano ins Deutsche übertragen hat. Im Rahmen des Projekts Litte-Rad-tour, Französische Literatur in Stuttgart. Ein Gemeinschaftsprojekt von Institut francais und Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt: Euro 12,-/8,-/6,-

 

Sonntag
17.09.17
11.00 Uhr
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Tram 83

Fiston Mwanza Mujila

Veranstaltungsreihe: Litté-Rad-Tour. Französische Literatur in Stuttgart

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner
Deutsche Lesung: Patrick Suhm


Eine afrikanische Großstadt, ein legendärer Club: „Tram 83“. Fiston Mwanza Mujilas Debütroman ist angesiedelt in einer heruntergekommenen Großstadt in Afrika. Wer hierher kommt, hat ein Ziel: Geld zu machen, egal wie. Das „Tram 83“ ist der einzige Nachtclub der Stadt, ihr pulsierendes Zentrum. Verlierer und Gewinner, Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten, sie alle treffen in dieser Höhle aufeinander, um sich zu vergessen. Hier sehen sich auch zwei ungleiche Freunde wieder. Lucien, der Schriftsteller, findet auf der Flucht vor Erpressung und Zensur Schutz bei Requiem, der sich durch das Leben gaunert. Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi, Kongo, geboren. Er lebt heute in Graz. "Tram 83" ist sein erster Roman, übersetzt von Katharina Meyer und Lena Müller, für den er jüngst mit dem Internationalen Literaturpreis 2017 ausgezeichnet wurde. Im Rahmen des Projekts Litte-Rad-tour, Französische Literatur in Stuttgart. Ein Gemeinschaftsprojekt von Institut francais und Literaturhaus Stuttgart. Eintritt für Doppellesung "Geschichten der Wut" Shumona Sinha

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Sonntag
17.09.17
12.00 Uhr
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Geschichten der Wut

Shumona Sinha

Veranstaltungsreihe: Litté-Rad-Tour. Französische Literatur in Stuttgart

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner
Deutsche Lesung: Irene Baumann


Mit ihrem Roman "Erschlagt die Armen!" über das Asylsystem Frankreichs, ausgezeichnet mit dem Internationalen Literaturpreis 2016, wurde Shumona Sinha auch in Deutschland schlagartig bekannt und gehört zu den bedeutenden Stimmen französischer Gegenwartsliteratur. Es folgte der Roman "Kalkutta" über eine verlorene Kindheit in Indien. Nun liegt ihr nächster Roman "Staatenlos" auf Deutsch vor, ebenfalls von Lena Müller ins Deutsche übertragen: Hier schreibt sie mit Zorn und in starken Bildern von drei Frauen, die entwurzelt und heimatlos sind: Esha stammt aus wohlhabendem, gebildetem Milieu in Kalkutta und sieht sich nun in Paris rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Mina ist Analphabetin, stammt aus einer Bauernfamilie und ist von ihrem Cousin Sam schwanger, der sie jedoch nicht heiraten wird. Marie schließlich wurde schon als Säugling von liberalen französischen Eltern adoptiert und reist regelmäßig nach Indien, auf der Suche nach ihrer Herkunft. Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. Im Rahmen des Projekts Litte-Rad-tour, Französische Literatur in Stuttgart. Ein Gemeinschaftsprojekt von Institut francais und Literaturhaus Stuttgart. Eintritt für Doppellesung "Tram 83" Fiston Mwanza Mujila

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Montag
18.09.17
20.00 Uhr
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Die Revolution von 1918/19 - Der wahre Beginn unserer Demokratie

Wolfgang Niess

Veranstaltungsreihe: Autor im Gespräch

Buchpremiere, Gespräch, Moderation: Dirk Kurbjuweit


Sachkundig schildert Wolfgang Niess die friedliche Revolution, der wir die erste deutsche Republik verdanken. Zudem macht er deutlich, warum sie bis heute weitgehend verkannt, instrumentalisiert oder vergessen wurde. "Was in der Revolution von 1848/49 nicht gelungen ist, das gelingt 1918/19 - und noch viel mehr. Diese Revolution hat Deutschland vorangebracht, und viele ihrer Errungenschaften sind für uns heute selbstverständlich: die demokratische Republik und das Frauenwahlrecht, die Verankerung von freiheitlichen und sozialen Grundrechten in der Verfassung, der Achtstundentag und die Tarifpartnerschaft zwischen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften, Betriebsräte und Mitbestimmung", so Niess. Der Autor zahlreicher Radio- und Fernsehsendungen, Aufsätze und Buchpublikationen zur Zeitgeschichte machte sich auch als Moderator im Radio des SWR und in der Reihe Autor im Gespräch einen Namen. Mit ihm ins Gespräch kommt der stellvertretende SPIEGEL-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit. Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Hospitalhof/Evangelisches Bildungszentrum.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
20.09.17
17.00 Uhr
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Nr. 13: Literatur Schaufenster. Bücher & Autoren, die wir nicht vergessen wollen

sammlung insel

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee

Gespräch, Gesprächspartner: Ulrich Keicher


"sammlung insel" beschreibt eine Buchreihe, die von 1965 bis 1969 im Frankfurter Verlagshaus des Insel Verlags, der seit 1963 zum Suhrkamp Verlag gehört, erschien und fünfzig Bände umfasst. Die Suhrkamp-Lektoren Walter Boehlich und Klaus Reichert waren die Initiatoren dieser Reihe; Walter Boehlich plante und betreute die Titel. Bedeutende Wissenschaftler, wie z.B. Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Hans Magnus Enzensberger, Herbert Marcuse gaben die einzelnen Bände mit einem Nachwort heraus. Die Reihe knüpfte an vergessene Traditionen im Sinne Walter Benjamins und der Aufklärung an und stellte aus Texten der Literatur und Wissenschaft insbesondere das Fortschrittliche vor. Sie reichte von Galileo Galilei über Georg Weerth, Adolph Knigge, Jean Paul, Georg Büchner, Denis Diderot, Jonathan Swift, Karl Marx, Heinrich Heine, Voltaire, Leo Tolstoj bis Bertolt Brecht u.a.

Eintritt frei

 

Mittwoch
20.09.17
19.30 Uhr
-

Split – Spiegel. Licht. Reflexion

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Abbild, Verdoppelung, Wiedergänger und Täuschung. In der Ausstellung Split widmet sich das Schauwerk Sindelfingen dem Spiel mit reflektierenden Oberflächen und trügerischen Verdoppelungen. Die Spiegelung lockt das Hintersinnige, die Augentäuschung und Illusion, das kritische Nachdenken über Bilder, Abbilder und Weltbezüge. In der Kunst des 20. Jahrhunderts markiert die Verwendung von Spiegelungen und spiegelnden Materialien einen Umbruch: War der Spiegel zuvor ein symbolisch aufgeladenes Motiv in der Malerei, wurde er jetzt als Material entdeckt, um physikalische Eigenschaften und Themen wie Licht, Zeit, Raum und Bewegung eingehend zu erforschen. Die ausgestellten Werke laden dazu ein, über Fiktion und Realität, Offensichtliches und Verborgenes nachzudenken und sich im Spiegelkabinett zu verlieren. Außer Haus! Schauwerk Sindelfingen, Eschenbrünnlestraße 15/1, Sindelfingen

Eintritt: Euro 10,- inkl. Ausstellungsführung

 

Freitag
22.09.17
20.00 Uhr
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Jane Austen

Denis Scheck, Julika Griem

Lesung und Gespräch


Kaum eine Autorin polarisiert so sehr wie Jane Austen. „Jedes Mal wenn ich "Stolz und Vorurteil" lese, möchte ich sie ausbuddeln und ihr mit ihrem eigenen Schienbein eins über den Schädel hauen“, bekannte Mark Twain. Und der Literaturkritiker Denis Scheck stellt in seinem Nachwort von "Vernunft und Gefühl" in Rechnung: „Jane Austen macht mich wütend. Geschichte existiert nicht für Jane Austen. Politik bleibt scheinbar ausgespart. Und doch finde ich nirgendwo größeres Leseglück als bei Jane Austen - und das macht sie paradoxerweise zu einer für mich eminent politischen Autorin.“ Auch Julika Griem, Professorin am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Frankfurt, schreibt über Jane Austens "Mansfield Park", dass gerade die zwiespältigen Formen passiven Widerstands der Frauenfiguren „dazu anregen, vorschnelle Vorwürfe unpolitischen Erzählens zu überdenken.“ 2017 nun jährt sich der 200. Todestag von Jane Austen, und ihre Werke gehören zu den Klassikern der englischen Literatur. Sie selbst wiederum schrieb heimlich, auf Papierbögen, die sich rasch wegstecken ließen. Wir holen sie im Original und in ihren deutschen Übersetzungen hervor und widmen Jane Austen einen Abend.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
25.09.17
20.00 Uhr
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Pippi Langstrumpf trifft Karlsson vom Dach - Astrid Lindgren zum 110. Geburtstag

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach und Michel aus Lönneberga - wer kennt sie nicht? Astrid Lindgrens Figuren haben Generationen von Kindern geprägt. Und sie tun es bis heute. Denn die Geschichten der schwedischen Kinderbuchautorin erzählen auf einzigartige Weise von Mut und Widerstand, von Liebe und Hoffnung. Im Gegensatz dazu schrieb Lindgren in ihrem Kriegstagebuch: „Man muss daran verzweifeln, wie wenig die Menschheit in den vergangenen Jahrtausenden gelernt hat“. In ihren Tagebüchern hielt sie die Zeit zwischen 1939 bis 1945 fest, schrieb bewegende Kommentare zu den politischen Entwicklungen, notierte Alltägliches aus ihrem Leben. Parallel dazu begann sie mit den ersten eigenen Texten und veröffentliche 1945 in Schweden die Geschichte von Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz: „Pippi Langstrumpf“. Ein Klassiker der Kinderliteratur - wie alle Bücher von Astrid Lindgren, von „Karlsson vom Dach“ über die „Kinder aus Bullerbü“ bis „Ronja Räubertochter“. Am 14. November wäre der 110. Geburtstag der Schriftstellerin - Grund genug, an die engagierte und humorvolle Autorin zu erinnern. Im Gespräch mit der Lyrikerin, Essayistin und Prosaautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen und Autor John von Düffel gehen wir in einer Spezialausgabe der Reihe Klassiker der Literaturgeschichte der Frage nach, welche Bedeutung Lindgrens Werk heute noch hat. Im Mittelpunkt stehen die frühen Texte „Pippi Langstrumpf“ und „Karlsson vom Dach“. Der Stuttgarter Performance-Poet Timo Brunke begleitet den Abend mit poetischen Interventionen. Sendung in SWR2 Wissen: Mittwoch, 1. November 2017, 15.05 Uhr Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
26.09.17
20.00 Uhr
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Wir sagen uns Dunkles

Helmut Böttiger

Gespräch, Moderation: Denis Scheck


Es ist eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich als junge, noch unbekannte Lyriker im Frühling 1948 kennen, und ihre Beziehung dauerte bis Anfang der Sechzigerjahre, als beide schon längst zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Nachkriegszeit zählten. „Im Mai 1948 war sie knapp zweiundzwanzig und Paul Celan siebenundzwanzig Jahre alt, und sie hatten wenig mit den beiden mythischen Figuren gleichen Namens zu tun, die in den siebziger und achtziger Jahren die deutschsprachigen Universitätsseminare beherrschen sollten. Sie verbrachten nur sechs Wochen gemeinsam in Wien. Aber diese sechs Wochen sind der rätselhafte Kern ihrer Beziehung, ihr privater Mythos und der Quell unzähliger späterer Zuschreibungen", schreibt Helmut Böttiger in der Geschichte dieser Liebe "Wir sagen Dunkles". Geboren 1956 in Creglingen, lebt er seit 2002 als freier Autor und Kritiker in Berlin. Für sein Buch "Die Gruppe 47" wurde er 2013 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. In diesem Jahr erschien von ihm zudem in überarbeiteter Neuauflage "Celan am Meer". In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
27.09.17
20.00 Uhr
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Ikarien

Uwe Timm

Lesung und Gespräch, Moderation: Wolfgang Niess


Er hat den ersten Roman über die Studentenbewegung der 60er Jahre geschrieben - "Heißer Sommer" erschien 1974. In seinem zweiten Roman "Morenga" hat er sich mit dem Befreiungskampf der Schwarzen in Deutsch-Südwestafrika beschäftigt. Uwe Timm war von Anfang an ein politischer Schriftsteller - und hat zugleich stets die literarische Form hoch gehalten. Großen internationalen Erfolg hat er Anfang der 90er Jahre mit der Novelle "Die Entdeckung der Currywurst", die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurde. Auch sein Roman "Am Beispiel meines Bruders" stand wochenlang auf ersten Plätzen der Bestsellerlisten. Uwe Timm geht darin der Geschichte des eigenen Bruders nach, der im Zweiten Weltkrieg fiel, nachdem er sich freiwillig zur SS-Totenkopfdivision gemeldet hatte. In "Der Freund und der Fremde" hat er seine Freundschaft mit Benno Ohnesorg thematisiert, der am 2. Juni 1967 bei der Anti-Schah-Demonstration in Berlin erschossen wurde. In seinem neuen Roman "Ikarien" erzählt er auf faszinierende und überraschende Weise vom April 1945, als ein amerikanischer Offizier deutscher Herkunft herausfinden soll, welche Rolle ein bedeutender Wissenschaftler im Nazireich gespielt hat. In Zusammenarbeit mit dem SWR, der VHS und der Stadtbibliothek

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
29.09.17
20.00 Uhr
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Dann schlaf auch Du

Leïla Slimani

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner
Deutsche Lesung: Lisa Wildmann


Sie wollen das perfekte Paar sein, Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, und sie finden die ideale Nanny, die ihnen das alles erst möglich macht. Doch wie gut kann man einen fremden Menschen kennen? Und wie sehr kann man ihm vertrauen? Ebenso unbemerkt wie mächtig hält die neue Nanny Louise in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement die Familie zusammen. In wenigen Wochen schon ist sie bereits unentbehrlich geworden. Das Ehepaar ahnt nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, von der Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht; bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als die derzeit aufregendste literarische Stimme Frankreichs, wurde 1981 in Rabat geboren und wuchs in Marokko auf. Nach dem Studium an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po arbeitete sie als Journalistin für die Zeitschrift "Jeune Afrique" und lebt in Paris. "Dann schlaf auch du" wurde mit dem höchsten Literaturpreis des Landes, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet und erscheint in 32 Ländern; Amelie Thoma hat den Text ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de