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29.4. – 24.7.

Freundschaft in finsteren Zeiten: Purvai Aranya, Giorgio Ferretti, Ricardo Domeneck, Ellen Hinsey, Elza Javakhishvili, Rebeka Kupihár, Dagmara Kraus, Yang Lian, YoYo, Max Lobe, Rery Maldonado Galarza, Herta Müller, Aaiún Nin, Sool Park, Faruk Šehić, Suvi Valli

Veranstaltungsdaten

Freundschaft ist nicht intim persönlich, sondern stellt politische Ansprüche und bleibt bezogen auf die Welt

Hannah Arendt

Die Gegenwart mit ihren Krisenherden im Großen und Freund-Feind-Schemata im Kleinen ruft das zeitlose Denken Hannah Arendts wieder neu auf den Plan! Weniger als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in Demokratien. Autokratische Gesellschaften nehmen weiter zu und entscheiden zumeist ohne effektive demokratische Kontrolle oder wirksame Opposition. Im Gegensatz zur Demokratie fehlt ihnen der Pluralismus – eine zentrale Kategorie Arendts! Wahrheit bildet sich, so Arendt, erst in der Aushandlung zwischen Menschen, deren Wesenskern immer die Pluralität sein muss. Und es ist diese Pluralität der inneren und äußeren Verhältnisse, aus der heraus Arendt auch über Freundschaft nachdachte: „Ein solches Sagen aber ist an einen Raum gebunden, in dem es viele Stimmen gibt und wo das Aussprechen dessen, was ‚Wahrheit dünkt‘, sowohl verbindet wie voneinander distanziert, ja diese Distanz zwischen den Menschen, die zusammen dann die Welt ergeben, recht eigentlich schafft.“

16 Lyriker:innen aus 15 Ländern der Welt haben in Text-Bild-Collagen auf Zitate von Hannah Arendt zum Thema Freundschaft geantwortet. Mit der Technik der Collage und der Kombination verschiedener (Bild-)Materialien haben sie so Literatur und Philosophie in einen visuellen Wirkungsraum übertragen. Die Collage als Kunstform weitet und dehnt dabei Deutungen, reflektiert und diskutiert Perspektiven und öffnet neue Räume der Wahrnehmung.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung