Ines Geipel: Landschaft ohne Zeugen
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Auch 80 Jahre nach der Befreiung von Buchenwald ist die Erinnerung an den Holocaust nicht in der demokratischen Mitte angekommen. Die Angriffe auf das, was im Land Gedächtniskultur heißt, kommen nicht mehr nur von rechts. Warum? Ines Geipel sucht in ihrem neuen Buch »Landschaft ohne Zeugen« nach den Quellen der Lagerwelt und befragt die Legenden nach 1945: Von der Aufarbeitung im Westen bis zum antifaschistischen Staatsmythos der DDR. Im Sinne Hannah Arendts geht es im Gespräch mit Matthias Bormuth dabei auch um die Frage nach der Bedeutung politischer Ideologien für die Wahrnehmungen gesellschaftlicher Wirklichkeit in totalitären Zeiten. Und an Geipels Untersuchung über die Lagerwelt vor und nach 1945 in Buchenwald zeigt sich zudem, was Arendts Topos der »organisierten Schuld« für das Verständnis menschlicher Verantwortung bis heute leistet. Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, war bis 2025 Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Matthias Bormuth ist Kurator der Reihe »Ach! Hannah Arendt« und Professor für Ideengeschichte an der Universität Oldenburg.
Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung, im Rahmen des Stuttgarter Wissenschaftsfestivals
Veranstaltungen der Reihe "Ach! Hannah Arendt"