Veranstaltung

Mittwoch, 07.06.17 / 17.00 Uhr

Ulrich Keicher

Für Wolfgang Hilbig

Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee


Wenn man heute die zahlreichen Lobeshymnen auf die Bücher zu Wolfgang Hilbigs Lebzeiten nachliest und feststellt, dass er insgesamt 18 literarische Auszeichnungen erhalten hat, darunter fast alle großen Literaturpreise – so ist man erstaunt, dass man ihn bereits 10 Jahre nach seinem Tod zu den fast unbekannten Autoren zählen muss. Da hat auch nicht die bis heute 6 Bände (von 7) umfassende Gesamtausgabe zu seinem Ruhm beigetragen (auch hier kann man sagen, dass eine solche Ausgabe eines aktuellen Autors sein Grab bedeutet), zumal in den vergangenen zehn Jahren keine wichtigen Einzelausgaben aus dem Nachlass, sofern es sie gibt, erschienen sind. Der gelernte Handwerker aus dem thüringischen Meuselwitz, tätig im Braunkohletagebau, von der DDR-Politik als Autor nicht geschätzt, verbrachte auch Wochen im Gefängnis. 1985 konnte er mit einem Visum die DDR verlassen. 1979 ist im S. Fischer Verlag in Frankfurt sein erstes Buch erschienen, der Lyrikband „abwesenheit“, wie auch alle folgenden Buchveröffentlichungen, bis auf den kleinen Sammelband „STIMME STIMME“ bei Reclam Leipzig (1983), ausschließlich in der Bundesrepublik herausgekommen sind. Vor 10 Jahren, am 2. Juni, ist Wolfgang Hilbig, ein starker Raucher und Trinker, mit 65 Jahren in Berlin an Krebs gestorben und auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben.

Ort: Foyer Erdgeschoß / VINUM im Literaturhaus
Eintritt: frei


  • Schaufenstergespräch

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