Ulrike Draesner, John von Düffel: Paul Celan: Mit wechsendem Schlüssel
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Paul Celan (1920–1970) thematisiert in seinen Gedichten immer wieder Gewalterfahrungen, findet eine poetische Form für das Grauen der Shoah – exemplarisch dafür steht die berühmte »Todesfuge«. Gleichzeitig schreibt Adorno 1949 sein berühmtes Diktum: »Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch«. Celan lebt zwar in Frankreich, die deutsche Sprache will er jedoch nicht aufgeben. Dafür wird er anerkannt, nicht verstanden und angegriffen. Ein Leben lang sucht er nach Sprache: Besonders eindrücklich ist seine Rede »Der Meridian«, die er anlässlich der Verleihung des Büchner-Preises 1960 hält. Sie kann als poetologischer Schlüsseltext gelesen werden, dessen Titel auf einen Satz von Nelly Sachs in einem Brief an Celan zurückgeht: »Zwischen Paris und Stockholm läuft der Meridian des Schmerzes«. Seine Gedichte versteht er immer als Flaschenpost – die Adressat:innen sind ungewiss.
Eine Veranstaltungsreihe von LpZ Stuttgart und DerDiwan Hörbuchverlag. Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Wolfgang Oschatz / Suhrkamp Verlag
Sebastian Wenzel
Ulrike Draesner
Veranstaltungen der Reihe "Klassiker der Literaturgeschichte"