Zum Hauptinhalt springen
8.7.
   
Mittwoch 19.30 Uhr

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns

Veranstaltungsdaten

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Leon Engler veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann Wettbewerb ausgezeichnet. Er ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben.

Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Veranstaltungen der Reihe "Weltalltage. Literatur, Teilhabe und Demokratie"