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»Ich will verstehen.« Hannah Arendt

Collagen-Wettbewerb 2026

Veranstaltungsdaten

Freunde sind Leute, mit denen ich mich streiten kann.

Wir streiten uns politisch, über Moral, in Chats oder am Tisch bei Familientreffen oder natürlich mit den Leuten, die wir als Familie sehen: unseren Freunden.
Gerade wer jetzt jung ist, hat das Gefühl, in einer Menge Krisen erwachsen zu werden.

Aufgabe

Wir suchen Collagen, in denen ihr eure Gedanken darüber zu Kunst macht, ob in Bildern, Wortfetzen oder geklebten Texten, Dystopien und Wunschvorstellungen.

Wie hätte man sich mit Leuten vertragen können, mit denen man seit einer Weile nicht mehr redet - oder nicht mehr über dieses eine Thema? Wie sähe das in einer alternativen Realität aus? Ist die Talkshow eigentlich noch zu retten? Was können Freunde so viel besser verstehen als alle anderen? Kann man auf irgendeiner Ebene mit der ganzen Welt befreundet sein? 

Und was macht man, wenn Abstand zu jemandem mit verletzender Meinung für einen eben einfach gerade nicht möglich oder wünschenswert ist, obwohl einem alle dazu raten? Anstrengend alles. Aber kann eine Idee auch an sowas wachsen? Oder zumindest eine Freundschaft?

Wie man mitmachen kann.

Du bist zwischen 15 – 25 Jahre.

Deine Collage kommt bis 22. Februar bei uns an: 

Das geht entweder… 

  • digital (dann beamen wir dein Werk an die Wand). Also gern hochauflösendes PNG.
  • oder klassisch analog, per Post
  • oder du kommst einfach vorbei und reichst persönlich ein. Wir empfehlen dies, damit nichts knickt und trinkt eine Limo mit uns!
  • Größe: Analog nehmen wir alles von Streichholzschachtelbau bis zu max. einer A4 Seite.
  • Alter uns bitte verraten.

Du hast noch Fragen?

Dann Mail an Lotta oder IG DM @literaturhausstuttgart

Was es zu gewinnen gibt

  • Gewinner:in 1 - 3 werden Teil der Ausstellung »Freundschaft in finsteren Zeiten« vom 29.4. – 24.7.26 im Literaturhaus Stuttgart

  • Gewinner:in 1 - 10 werden im ConSafos / Stadtmitte ausgestellt

  • Sachpreise u.a. XXL-Bücherpakete, Gutscheine für Drinks & Pizza, Tickets für Events, Kultur & Literatur

Was hat Hannah Arendt mit dem Thema zu tun?

Während in Deutschland der Faschismus an die Pforten klopfte, floh die Denkerin und Philosophin Hannah Arendt nach Berlin, dann nach Paris, schließlich nach Amerika. Ihre Briefwechsel und ihr Leben sind geprägt von dem Prinzip: »Ich will verstehen.« Sie würde ebenfalls sagen: »Freunde sind Leute, mit denen ich mich streiten kann.«

Das ist in Arendts Leben nicht einfach nur ein nettes Zitat. Sie ist eine geniale Frau, die polarisiert, ihre Meinung ändert, diskutiert und Freunde hat sie einige, ob Schriftstellerinnen, Philosophen oder Aktivisten, die sie verehren, verraten, bejubeln - oder sich auf dem Sterbebett von ihr abwenden. Alles davon wegen Ideen, die auch bei ihrem Publikum nicht immer nur gut ankommen, denn Hannah Arendt schreibt praktisch über jedes Reizthema ihrer Zeit, will verstehen, was in dieser Gesellschaft wirklich wichtig ist, und dann soll bitte auch darüber gesprochen werden können.

Von 1940 bis zum Kriegsende schreibt sie von New York aus eine Kolumne über diese Zeit, getitelt »This means you« - also: Ja, das geht dich an, betrifft dich.

Am bekanntesten ist sie sicherlich für ihre Begleitung der Eichmann-Prozesse, in dem sie einen der größten NS-Verbrecher als das darstellt, was er für sie ist - ein banaler Schreibtischtäter, der gar nicht darüber nachdenkt, ob er gut oder schlecht handelt, sondern stumpf Aufträge auszuführen scheint.

Sie schreibt in Ihrem Leben über eine Vielzahl von Themen, von Kafka, über Rilke, von Vietnam und Palästina, gegen Antisemitismus, über das Fremdsein, die Arbeit, Entertainment, Medien und Marx. Viele dieser Themen sind heute genauso aktuell wie zu Arendts Zeit.

Dankeschön

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.