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4.6.
   
Dienstag 19.30 Uhr

Dacia Maraini: Tage im August

Veranstaltungsdaten

"Die Welt ist die Hölle", flüsterten sie mit drohender Stimme. Doch jetzt war ich draußen und wollte diese Welt kennenlernen, und zwar alles.

Dacia Maraini

1962 gelang Dacia Maraini mit ihrem Debütroman »Tage im August« international der Durchbruch; sie war 17 Jahre alt, als sie die erste Fassung schrieb. Entstanden ist ein rauer Text über rohe Gewalt, Krieg und Sexualität, über Begehren, Verheißung – und die Leere dahinter. Angesiedelt im Sommer 1943 erzählt »Tage im August« von der vierzehnjährigen Anna, die hungrig und neugierig auf der Suche nach sexuellen Erfahrungen ist – vor dem düsteren Hintergrund des faschistischen Italien und während das Dröhnen der Jagdbomber am Himmel die Stille der Tage durchbricht. Marainis Erzählton ist zurückgenommen, der Blick des Mädchens auf Männer kühl, distanziert. In wenigen Strichen, in Auslassungen und Andeutungen zeichnet Dacia Maraini ein Bild der italienischen Gesellschaft und der vielfach gewaltförmigen Beziehungen zwischen den Geschlechtern und Generationen. In diesem Jahr ist das Buch in der Neuübersetzung von Ingrid Ickler erschienen; mit Dacia Maraini spricht Julia Schröder über den Blick zurück auf dieses verstörende Debüt, auf das Begehren Annas im Spiegel der Männer. Der Abend bildet zugleich den Auftakt der neuen Reihe »Désir. Begehren in Literatur und Gesellschaft«, die in lockerer Folge nach dem (weiblichen) Begehren und seinem Ausdruck in Literatur und Gesellschaft fragt. Maraini ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Italiens sowie feministische Pionierin. Geboren 1936 in Fiesole, wuchs sie in Japan und Sizilien auf. Sie war eine der Ersten, die über Gewalt an Frauen schrieb, reiste mit P. P. Pasolini für Filmprojekte nach Afrika und schrieb Drehbücher u.a. für Margarethe von Trotta. 

In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut 

Leider kann Dacia Maraini aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Stuttgart reisen, wird aber Online zugeschalten.