Veranstaltung

Dienstag, 18.11.08 / 19.00 Uhr

Sudabeh Mohafez

Neue Heimat III

Neue Heimat


Sei es auf Reisen, auf der Flucht oder im Exil - nirgendwo wird einem bewusster, was Heimat, was Herkunft meint, als fern dessen, was Heimat bezeichnet. Den Versuch, der Heimat entwischen zu wollen, hält die Stuttgarter Schriftstellerin Sudabeh Mohafez für albern. Als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters im Teheran des Schahs aufgewachsen, sieht sie Deutsch zwar als ihre Muttersprache, doch hat die Sprache der alten Heimat unauslöschliche Spuren hinterlassen: "Ich schrieb in der Sprache, die die Menschen, mit denen ich nun leben wollte, verstanden. Aber ich tat es regelbrüchig, nämlich: ich fühlte die Wörter auf Persisch dabei, da konnte ich wieder atmen. Und deshalb sage ich dir nicht, dass ich dich liebe. Ich sage: ich träume dein schwarzes Falkenherz. Ich segne das Ried, über das du fliegst. Ich sage: ich habe diese Menschen gewählt, aber unter ihnen dich. Vor allen andern habe ich dich gewählt. Und mein Gefieder, sage ich, ist so weich wie noch nie."
In Zusammenarbeit mit dem Journal für Philosophie der blaue reiter (www.derblauereiter.de).

Eintritt: EUR 8,-/6,-/4,-


  • Gespräch
  • Siegfried Reusch (Gesprächspartner)
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