Veranstaltung

Montag, 03.11.08 / 19.00 Uhr

Edgar Reitz

Neue Heimat I

Neue Heimat


Heimat ist einer der umstrittensten Begriffe der Nachkriegsgeschichte, ist Inbegriff von Geborgenheit wie Sinnbild für Engstirnigkeit, ist Antrieb zur Bewahrung des Überlieferten wie Triebkraft für Veränderung. Lassen sich Heimat und Welt in einem neuen Verständnis miteinander versöhnen oder führt die zunehmende Globalisierung unausweichlich zu einem Verlust von Heimat? Vier Abende, alle moderiert von Siegfried Reusch, Herausgeber des Philosophie-Journals der blaue reiter, suchen nach Antworten.
Dass Heimat zum Modebegriff geworden ist, führt der Regisseur Edgar Reitz darauf zurück, dass wir uns mit unserer so befleckten nationalen Geschichte gerne ein kleines Stück Unschuld erobern würden. In dem deutschen Wort Heimat, so Reitz, "schwingt vor allem die Erfahrung mit, dass man sie verlässt oder verloren hat. Wenn man sie durch äußere Einwirkungen und ohne eigenes Dazutun verliert, bleibt ein Schmerz des Verlusts zurück. Aber ich glaube, der Verlust, den man dabei erleidet, ist vor allem der Verlust der Hoffnung, sie verlassen zu können - so widersinnig das klingt. Heimatvertriebene werden insofern verletzt, als man ihnen die Entscheidung zu gehen weggenommen hat." Die Weggeher, Wegläufer und Heimatlosen bilden für ihn die Hefe der Welt; es sind die Neudenker, die Schöpferischen: Denn "der Preis für Heimat ist ein Verlust an Freiheit".
In Zusammenarbeit mit dem Journal für Philosophie der blaue reiter (www.derblauereiter.de).

Eintritt: EUR 8,-/6,-/4,-


  • Gespräch
  • Siegfried Reusch (Gesprächspartner)

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