Alice Munro: Stories
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Als der kanadischen Autorin Alice Munro im Jahr 2013 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, war das auch die Würdigung einer vom hiesigen Literaturbetrieb eher mit Ignoranz bedachten Gattung: der Erzählung oder – um es einer größeren Aufgeschlossenheit gegenüber dieser kurzen Form im angelsächsischen Raum entsprechend auszudrücken – der Story. Alice Munro wurde so als Meisterin einer Disziplin geehrt, deren Grundzug es ist, auf relativ engem Raum umso verdichteter große Geschichten zu erzählen. Ihre Stories zeichnen sich aus durch Realitätsnähe, Abgründigkeit, Lakonie und offene Enden. Sie kreisen oft um weibliche Protagonistinnen, weshalb wir sie auch unter dem Gesichtspunkt dessen betrachten werden, was die französische Literaturtheoretikerin Hélène Cixous eine »écriture feminine« nennt. Dabei wird auch das – in Munros Fall nicht unbrisante – Verhältnis von Werk und Biographie eine Rolle spielen. Die kulinarische Begleitung unseres Gesprächs inspiriert sich diesmal direkt von den diskutierten Texten.
Mit Unterstützung der Förderinitiative Kulturkessel
Veranstaltungen der Reihe "zwischen/lese"
Veranstaltungen der Reihe "u29"