Iris Wolff: Lichtungen
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Von Franz Kafka habe ich das gestische Erzählen gelernt, von Hermann Lenz, dass das Zuhause ein innerer Ort ist, den schreibend zu finden man die Freiheit hat. Außerdem fühle ich mich Mascha Kaléko und Gottfried Benn in ihren Gedichten verwandt. Jedes gute Buch kann dem eigenen Schreiben etwas hinzufügen. In Siebenbürgen bleiben und mehr Welt in meine Bücher hineinlassen.
Iris Wolff
1977 geboren in Hermannstadt, aufgewachsen im Banat und in Siebenbürgen und 1985 nach Deutschland emigriert – in dieser Verschlagwortung eines Lebens steckt ein hinreißender literarischer Kosmos, den Iris Wolff schon mit ihren großen Bucherfolgen »Die Unschärfe der Welt« und »so tun, als ob es regnet« für uns öffnete. Nun legt sie mit »Lichtungen« ihren neuen Roman vor, der erneut nach Rumänien führt und von einer Freundschaft erzählt: Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?«
In Zusammenarbeit mit dem SWR2 und dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg; Sendetermin: 2.2., 22.05 Uhr