Dienstag 03.05.11 20.00 Uhr

Abendlandnovelle

Lesung und Gespräch
Gesprächspartner: Norbert Beilharz
»Es gibt bei Friederike Roth die Magie der Wörter. Hier findet die Verwandlung statt, die ich so oft bei anderen Texten vermisse, die Verwandlung der Welt, die Beschwörung von Liebe, Tod. Die Anfälle von Hoffnung. Und immer wieder den Schrecken dazwischen. Eine Dichterin.« – schreibt Siegfried Unseld in sein Tagebuch. Mit „Abendlandnovelle“ (Suhrkamp 2010) setzt Friederike Roth eine Zäsur: Sie setzt neu an. Und zugleich thematisiert das Buch diesen Neubeginn, denn es handelt vom Wagnis, einen Anfang zu setzen im klaren Bewusstsein, dass jeder Anfang sein Ende immer schon mit sich führt, dass der erste Satz eines Textes zwangsläufig mit dem letzten Satz endet: »Im endlosen Anfangsgewirbel / dem riesigen Reservat aller Aufbruchsvisionen / aller Optionen auf alles / auf denkbar und undenkbar Mögliches / das bodenlose Entsetzen: / der einmal gemachte Schritt / verdirbt jeden anderen.« Zwischen Anfang und Ende tauchen die ewig alten Fragen auf, »die handeln von Gott und der Welt / und dem Tod und der Liebe / von Leben Kunst Geld.« Und was, wenn alle zwischen Anfang und Ende ausgespannten, ausgebreiteten, ausgemärten Geschichten, alle Lebens- und Textgeschichten, sich als Wiederholungen in endlosen Variationen erweisen? Wenn das Wagnis zum Schrecken wird vor den bekannten Zwangsläufigkeiten von Ereignisketten, vor deren Ende man vielleicht doch lieber stumm bliebe? »War immer schon / Zerstörung und Rekonstruktion / und Neukonstruktion und wieder Zerstörung / Menschenhandwerk, warum taugt es dann auch / für üppig nutzlose Schönheit?« Wäre da nicht eben doch »eine Ahnung von Gelungenheit ohne Bedrohung … etwas wie blauer Himmel«, das uns mit unseren Sätzen weitertreibt dorthin, wo aber wieder »alle auf alle treffen«, wo Väter schreien, Mütter weinen, jeder jeden kennt und man sich doch ganz und gar fremd ist: »Nie wollte man dahin kommen / nie, und ist eben doch / immer schon mittendrin«.
Bild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike RothBild: Abendlandnovelle - Friederike Roth
© Lukas Stark
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Dienstag
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Für eine neue Ethik der Beziehungen: Zur Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes
Bénédicte Savoy, Albert Gouaffo (angefragt), Petra Olschowski, Inés de Castro
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Roter Hunger
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Drei Frauen
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Kafkas letzter Prozess
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Pas de deux: Literatur und Theater
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Frühlingsfest im Literaturhaus
Hanns Zischler, Quintett "Dichtungsring"
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Babel
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Deine kalten Hände
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Die Geschichte der Frau
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Gerta – Das deutsche Mädchen
Katerina Tuckova
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bis
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Membrane. African Literatures and Ideas
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17.00 Uhr
Von Berlin nach Dschang: ein Gespräch in Bildern von Paula Bulling und Japhet Miagotar
Paula Bulling, Japhet Miagotar
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23.05.19
18.00 Uhr
Performative Eröffnung
Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Lisa Tuyala
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23.05.19
18.45 Uhr
Wort trifft Bild
Luke Wilkins, Sara Dahme
Donnerstag
23.05.19
19.30 Uhr
Abhandengekommene Gewissheiten/ Fotografische Positionen & Membrane Ausstellung
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Donnerstag
23.05.19
21.00 Uhr
Planet Kigali
Laura Böttinger, Evariste Karinganire, Frank Koenen, Sarah Lasaki, Wesley Ruzibiza, Eliane Umuhire
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24.05.19
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Offene Gesprächsrunden für Wissenschaftler*innen, Denker*innen und Künstler*innen
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24.05.19
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Die Pose eines Fremden
Emmanuel Iduma
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24.05.19
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Panel #1 Afrika Optik
Sagal Abshir, Emmanuel Iduma, Billy Kahora, Matthias Krupa
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24.05.19
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Book Chop #1 Mittägliche literarische Rezepturen
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24.05.19
14.00 Uhr
Zurückkehren
Jean-Luc Raharimanana
Freitag
24.05.19
14.45 Uhr
Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein
Mohamed Amjahid
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Die Rückkehr
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24.05.19
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Schweigen ist meine Muttersprache
Sulaiman Addonia
Freitag
24.05.19
17.15 Uhr
Panel #2 Transafrikanische Membrane. Durchlässigkeiten. Verschwommene Zugehörigkeiten
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Freitag
24.05.19
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Afrikanische Philosophie und die Sprachen
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Freitag
24.05.19
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Ihr habt das Wahre und das Wirkliche verwechselt
Lamin Fofana
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25.05.19
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Offene Gesprächsrunde für Wissenschaftler*innen, Denker*innen und Künstler*innen
Samstag
25.05.19
11.00 Uhr
Träumst du von Terra-Zwei?
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Samstag
25.05.19
11.45 Uhr
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Samstag
25.05.19
13.00 Uhr
Book Chop #2 Mittägliche literarische Rezepturen
Samstag
25.05.19
14.00 Uhr
Das Haus der Gewürze
Nafissatou Dia Diouf
Samstag
25.05.19
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Haus aus Stein
Novuyo Rosa Tshuma
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25.05.19
15.30 Uhr
Dein Wille sei Kin
Sinzo Aanza
Samstag
25.05.19
16.30 Uhr
Von reinen Männern
Mohamed Mbougar Sarr
Samstag
25.05.19
17.15 Uhr
Panel #4 Text, Körper und Überschreitung
Sinzo Aanza, Nafissatou Dia Diouf, Lola Keyezua, Bisrat Negassi, Mohamed Mbougar Sarr, Novuyo Rosa Tshuma
Samstag
25.05.19
19.00 Uhr
Wessen Imaginäres ist es eigentlich?
Taiye Selasi
Samstag
25.05.19
22.00 Uhr
Slam Revue and Open Mic
Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Anja Saleh
Sonntag
26.05.19
11.00 Uhr
Die Dämmerung der Qual
Léonora Miano
Sonntag
26.05.19
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Was Sharon Dodua Otoo denkt, während sie höflich lächelt
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26.05.19
12.30 Uhr
Erzählungen vom Festival
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Sonntag
26.05.19
15.00 Uhr
Membrane Ausstellung
Lamin Fofana, Janine Jembere, Nicole Suzuki, Vitjitua Ndjiharine, Luiza Prado De O. Martins
Donnerstag
06.06.19
19.00 Uhr
Archäologie untergegangener Welten & Empfindsamkeiten
Christian Neef, Karl Schlögel, Jáchym Topol, Serhij Zhadan
Donnerstag
27.06.19
19.30 Uhr
Heimat
Nora Krug
Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
Wetterleuchten - Sommermarkt der unabhängigen Verlage
26.10.19
bis
06.11.19
Membrane in Ouaga / Burkinafaso