Donnerstag 29.01.15 bis Montag 02.02.15

Vom Weggehen und Ankommen - Ein internationales Projekt aus aktuellem Anlass

Veranstaltungsreihe: Flüchtlingsgespräche
Lesungen. Fragen. Gespräche. Musik
"Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird." Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche

Wir leben in aufregenden Zeiten. Die Menschen rücken zusammen, und wir feiern die sogenannte „Neue Weltliteratur“. Diesen gewaltigen kulturellen Fortschritten liegen aber auch die Dramen zahlloser Einzelschicksale zugrunde: die Geschichten von Menschen aus China und Äthiopien, der Ukraine und Syrien, dem Irak und Tibet. Nicht immer sind es Geschichten, die hierzulande gehört werden. Während man 2014/15 zum 25. Mal den Fall der Mauer und die Vereinigung der beiden deutschen Länder feiert, werden neue Mauern an Europas Grenzen errichtet. Wie aber umgehen mit den Völkerwanderungen des 21. Jahrhunderts? Wie die offene, demokratische und humane Gesellschaft in etwas Reales verwandeln, wenn viele Menschen sich fürchten vor Überfremdung und dem Verlust der eigenen Identität, wenn sie mutlos sind angesichts wirtschaftlicher Probleme und rasanter sozialer Umbrüche? Wenn deutlich wird, wie wenig selbstverständlich der Wohlstand und die Sicherheit in Mitteleuropa sind?

Alles beginnt immer wieder mit dem Zuhören, Hinsehen, Erzählen. Für vier Tage laden wir Autoren, Musiker und internationale Gäste aus Politik, Wissenschaft und Journalismus ein, deren Arbeiten durch Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Ausgrenzung geprägt wurden, oder die sich mit solchen Erfahrungen auseinandersetzen, sich ihnen stellen. Kann so, nur für einen Moment, die Grenze zwischen unseren unterschiedlichen Leben durchlässig werden? Einen Versuch ist es wert. Aber nicht nur die Geschichten „der Anderen“ sollen Thema sein. Gerade in Stuttgart gibt es viele Menschen, die sich an eigene Fluchtgeschichten erinnern und sich auch deswegen für Flüchtlinge engagieren. Fast alle Familien in Deutschland wurden auf die eine oder andere Weise durch die Fluchtbewegungen im 20. Jahrhundert geprägt. Beeinflusst diese Erinnerung nicht den Blick auf die heutige Situation?

Wir laden Sie ein, unseren Gästen ihr Ohr zu leihen, wenn wir ansetzen zu den Flüchtlingsgesprächen im Literaturhaus Stuttgart. Die vollständigen Programmtexte finden Sie in der Veranstaltungsübersicht.
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Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Dienstag
28.03.17
20.00 Uhr
Rotlicht - Wo sich Geld und Lust begegnen: Das Geschäft mit der Liebe
Nora Bossong, Christian Hermes
Donnerstag
30.03.17
20.00 Uhr
Von Politik und Poesie
Molly Antopol, Jáchym Topol
Freitag
31.03.17
20.00 Uhr
Das hängende Dach – der Nachhall von Frei Otto
Mike Schlaich
Montag
03.04.17
20.00 Uhr
Das Labyrinth der Lichter
Carlos Ruiz Zafón
Dienstag
04.04.17
19.30 Uhr
Stuttgarter Filmpremiere: "Felicitas Hoppe sagt"
Felicitas Hoppe
Mittwoch
05.04.17
17.00 Uhr
Für Kurt Marti und Egon Schwarz
Ulrich Keicher
Freitag
07.04.17
20.00 Uhr
Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens
Juliana Kálnay
Montag
10.04.17
19.00 Uhr
Lesestunde zu "HOPPE" von Felicitas Hoppe
Dienstag
11.04.17
20.00 Uhr
Hagard
Lukas Bärfuss
Donnerstag
13.04.17
19.00 Uhr
Sanatorium Europa
Ulrike Guérot
Dienstag
18.04.17
20.00 Uhr
Gesellige Einsamkeit
Joachim Kalka, Peter Hamm
Donnerstag
20.04.17
20.00 Uhr
Thomas Bernhard "Holzfällen. Eine Erregung"
Claus Peymann
Dienstag
25.04.17
20.00 Uhr
Sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich?
Herta Daeubler-Gmelin
Mittwoch
26.04.17
20.00 Uhr
Der Überläufer und das Bukolische - Über Wilhelm Lehmann
Hanns Zischler, Wolfgang Menzel, Uwe Pörksen
Freitag
28.04.17
20.00 Uhr
Fragile europäische Korrespondenzen
Ece Temelkuran, Björn Bicker