Roland Ostertag – Baumeister des Literaturhauses Stuttgart
Roland Ostertag – Baumeister des Literaturhauses Stuttgart

Lieber Roland Ostertag,

Sie waren für das Literaturhaus Stuttgart eine überaus glückliche Fügung. Nachdem durch bürgerliches Engagement die Konzepte erarbeitet und die Finanzierung eines Literaturhauses für Stuttgart sichergestellt war, galt es, einen Raum zu schaffen, in dem sich diese Visionen entfalten konnten. Die Wahl fiel damals auf das in der Sanierung befindliche Bosch-Areal. Und damit traten Sie auf den Plan, da Sie als leitender Architekt mit der Generalsanierung dieses historischen Areals betraut worden waren.

Unser erstes Kennenlernen war nicht ganz einfach, denn nach kurzem Gespräch war eigentlich nicht mehr klar, wer Auftraggeber und wer Auftragnehmer war. Sie hatten von Anbeginn an einen klaren Willen, dem Literaturhaus ein Gefäß zu schaffen, in dem sich streitbare aber immer auch versöhnliche Geister entfalten können. Es war Ihnen eine Herzensangelegenheit, für die Stadt einen Mittelpunkt zu schaffen, der Literatur und Genuss, Debatte und Dialog, Begegnung und Austausch ebenso verbindet wie Ästhetik und Stil. Dies war nicht immer ganz einfach, denn Sie mussten zwischen Bauträger-Interessen, eigenen Ansprüchen und den Wünschen der Literaturhaus-Initiatoren dauerhaft ausgleichen. Es mussten Kompromisse zwischen Wünschenswertem und Machbarem gefunden werden, Zeitpläne waren einzuhalten, grundsätzliche Fragen und viele kleine Details waren zu klären. Ihre Energie und Ihr Durchhaltevermögen waren beispielhaft. Aber hin und wieder auch etwas anstrengend, jedoch gut zu ertragen, da Sie trotz Ihren Beharrungskräften immer auch ein Meister des klugen Kompromisses waren. Respekt lieber Herr Ostertag! Es war eine Freude mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Wir alle wissen, ohne Sie würde es das Literaturhaus Stuttgart in seiner heutigen Form nicht geben.

In großer Dankbarkeit und Hochachtung
Ihr Literaturhaus Stuttgart

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