Ece Temelkuran und Björn Bicker Ece Temelkuran und Björn Bicker
Freitag 28.04.17 20.00 Uhr

Fragile europäische Korrespondenzen

Lesung und Gespräch
Moderation: Claudia Kramatschek
Lesung: Marit Beyer
Was in Europa ist so kostbar, dass es geschützt werden muss? Was droht zu zerbrechen? Was steht auf dem Prüfstand? Was ist bereits zerstört? Wie finden wir uns – im Blick zurück und nach vorn – zurecht? Wie können, wie wollen wir leben? Unter dem Titel »FRAGILE. Europäische Korrespondenzen« haben 28 AutorInnen, initiiert vom Netzwerk der Literaturhäuser, diese doppelte Wortbedeutung in 14 europäischen Briefwechseln aufgegriffen. Dabei ziehen sich Worte, Werte, Verletzungsgefahren, Versehrtheiten, Wunden und Risse, alte wie neue, innerliche und äußerliche durch viele der Briefe. Die türkische Autorin Ece Temelkuran stellt in ihrem Brief an den deutschen Autor und Regisseur Björn Bicker zermürbt fest: »Wäre Fragilität doch etwas Persönliches wie in dem Song von Sting! Etwas rein Innerliches. Was für ein Luxus wäre das für die Menschen in der Türkei. Es gibt aber das Phänomen, als große Gruppe von Menschen gemeinsam zu zerbrechen. Diese Erfahrung machen ich und meinesgleichen gerade in meinem Land«. Hier schreibt sich die Geschichte und Gegenwart ganz anders in die Leben der Menschen ein als in das westdeutsche Substrat, wie Björn Bicker es pointiert: »Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der immer alles fragil war, die Beziehungen, der Wohlstand, die Zukunft, die Vergangenheit. Meine Familie ist eine deutsche Nachkriegsfamilie – geteilt, zerhackt, verfressen, versoffen, aber durchweg mit dem starken Willen, alles besser machen zu wollen als die Eltern, die Großeltern, die Urgroßeltern.«
Björn Bicker und Ece Temelkuran, deren neuer Roman Stumme Schwäne in diesem Frühjahr erscheint, lesen aus ihren Briefen. Auszüge aus Temelkurans neuem Roman, aus einem schicksalhaften Sommer in der türkischen Geschichte, der das Land bis heute prägt, fließen ebenfalls in den Abend ein.

Band 265 der Reihe „die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik“, Wallstein Verlag, versammelt alle 14 Briefwechsel.

Vorschau: Am 9.6. stellen die israelische Autorin Zeruya Shalev und die Berliner Autorin Annika Reich ihren Briefwechsel im Literaturhaus Stuttgart vor. Alle Briefe sind nachzulesen unter www.fragile-europe.net.

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-türkischen Forum in der Reihe Literatür. Ein Projekt des Netzwerks der Literaturhäuser, gefördert von der Robert Bosch Stiftung und ARTE.
Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-
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Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Dienstag
28.03.17
20.00 Uhr
Rotlicht - Wo sich Geld und Lust begegnen: Das Geschäft mit der Liebe
Nora Bossong, Christian Hermes
Donnerstag
30.03.17
20.00 Uhr
Von Politik und Poesie
Molly Antopol, Jáchym Topol
Freitag
31.03.17
20.00 Uhr
Das hängende Dach – der Nachhall von Frei Otto
Mike Schlaich
Montag
03.04.17
20.00 Uhr
Das Labyrinth der Lichter
Carlos Ruiz Zafón
Dienstag
04.04.17
19.30 Uhr
Stuttgarter Filmpremiere: "Felicitas Hoppe sagt"
Felicitas Hoppe
Mittwoch
05.04.17
17.00 Uhr
Für Kurt Marti und Egon Schwarz
Ulrich Keicher
Freitag
07.04.17
20.00 Uhr
Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens
Juliana Kálnay
Montag
10.04.17
19.00 Uhr
Lesestunde zu "HOPPE" von Felicitas Hoppe
Dienstag
11.04.17
20.00 Uhr
Hagard
Lukas Bärfuss
Donnerstag
13.04.17
19.00 Uhr
Sanatorium Europa
Ulrike Guérot
Dienstag
18.04.17
20.00 Uhr
Gesellige Einsamkeit
Joachim Kalka, Peter Hamm
Donnerstag
20.04.17
20.00 Uhr
Thomas Bernhard "Holzfällen. Eine Erregung"
Claus Peymann
Dienstag
25.04.17
20.00 Uhr
Sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich?
Herta Daeubler-Gmelin
Mittwoch
26.04.17
20.00 Uhr
Der Überläufer und das Bukolische - Über Wilhelm Lehmann
Hanns Zischler, Wolfgang Menzel, Uwe Pörksen
Freitag
28.04.17
20.00 Uhr
Fragile europäische Korrespondenzen
Ece Temelkuran, Björn Bicker