Veranstaltung

Dienstag, 04.12.12 / 20.00 Uhr

Jean Ziegler

Wir lassen sie verhungern


In seinem neuen Buch „Wir lassen sie verhungern“ erinnert Jean Ziegler an die dramatisch ungleiche Verteilung von Reichtum und die strukturelle Gewalt unserer Weltordnung: »Der jährliche Hungertod von mehreren zehn Millionen Menschen ist der Skandal unseres Jahrhunderts. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Und das auf einem Planeten, der grenzenlosen Überfluss produziert. Dieser Massenvernichtung von menschlichem Leben begegnet die öffentliche Meinung mit eisiger Gleichgültigkeit – solange die alltäglichen Katastrophen nicht allzu aufdringlich sichtbar werden, wie etwa die Hungersnot, die seit Sommer 2011 in fünf Ländern am Horn von Afrika eine tödliche Bedrohung darstellt.« Jean Ziegler, geboren 1934 im schweizerischen Thun, lehrte Soziologie an der Universität Genf und an der Sorbonne/Paris, er war von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Mitglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats und im Beirat von „Business Crime Control“. Jean Ziegler wurde in jungen Jahren geprägt von seiner Freundschaft zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir sowie durch einen zweijährigen Afrika-Aufenthalt als UN-Experte nach der Ermordung Patrice Lumumbas (»Ich habe mir geschworen, nie wieder, auch nicht zufällig, auf der Seite der Henker zu stehen.«). Bis 1999 war Jean Ziegler Nationalrat im Parlament der Schweizer Eidgenossenschaft und publizierte Bücher wie „Die Schweiz wäscht weißer“ und „Die Schweiz, das Gold und die Toten“, die erbitterte Kontroversen auslösten.


  • Vortrag und Gespräch
  • Wolfgang Niess (Moderation)

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