Veranstaltung

Donnerstag, 18.10.18 / 19.30 Uhr

Miriam Meckel, Nina Verheyen, Lydia Daher, Daniel Schröteler

Wir hatten Großes vor / Leistungscheck

I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft


Wir hatten Großes vor
Konzert & Lyrik mit Lydia Daher und Daniel Schröteler


Als erstaunliche "Engführung von Lyrik und Musik mit den Mitteln von Jazz, Minimal und Pop" beschreibt Spiegel online Lydia Dahers neues Album "Wir hatten Großes vor". Die Musikerin Lydia Daher vertont nicht einfach nur Zeilen der preisgekürten Lyrikerin Lydia Daher, vielmehr dichtet sie in ihrer aktuellen Produktion nun mit Tönen und Rhythmen, als wären diese gleichsam Silben, die sie zu Worten zusammenfügt. In Stuttgart tritt sie zusammen mit Daniel Schröteler auf – und lotst uns lyrisch wie musikalisch hinein ins Nachdenken über das Scheitern, die Leistung, die Kunst und den Feminismus. "Und sei drauf eingestellt, dass deine heile Welt, an der du festhältst, wie alles um uns rum auseinanderfällt", singt Daher. Und prompt zerbröselt auch die bis dahin tragende popmusikalische Struktur des Songs – Neues entsteht und geht unter die Haut.

Kurze Pause

20.30 Uhr
Leistungscheck
Miriam Meckel und Nina Verheyen
Moderation: Insa Wilke


Geht da nicht noch was? Können wir das nicht noch besser? Der technologische Fortschritt hat das Gehirn ins Visier genommen. Schon jetzt ist vieles möglich, doch mit dem Fortschritt wachsen die Erwartungen noch mehr: Wie können wir effizienter denken, unsere Stimmungen stimulieren, unseren Schlaf reduzieren? In der Selbstoptimierung überschreiten wir eine gefährliche Grenze, so Miriam Meckel. Die Herausgeberin der WirtschaftsWoche und Professorin für Kommunikationsmanagement beobachtet seit Jahren, wie neue Technologien unser Leben verändern und mahnt in ihrem neuen Buch "Mein Kopf gehört mir" an, die Autonomie über unseren Kopf zu behalten. Über Optimierung denkt auch die Historikerin Nina Verheyen in ihrem Buch "Die Erfindung der Leistung" nach, wenn sie danach fragt, wie die Idee von individueller und objektiv messbarer Leistung in die Welt kam und begann, unseren Alltag zu verändern. Dabei sind Leistungsbewertungen weniger objektiv als sie auf den ersten Blick häufig scheinen. So wurden und werden berufliche Zugangswege für Männer und Frauen machtpolitisch gesteuert und unsere hierarchische Ordnung der Geschlechter setzt sich auch mit Hilfe des scheinbar neutralen und emanzipativen Konzepts der Leistung durch. Muss man die Orientierung an Leistung also überwinden, um Gerechtigkeit herzustellen? Keineswegs, so Nina Verheyen, die für eine soziale Definition von Leistung plädiert, mit der sich gegen Optimierungszwänge und soziale wie vergeschlechtlichte Ungleichheit streiten lässt.

In Zusammenarbeit mit dem Internationalem Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart


  • Konzert, Lesung und Gespräch
  • Insa Wilke (Moderation)

< Zurück zur Übersicht

<