Veranstaltung

Montag, 29.05.17 / 18.00 Uhr

Claudio Magris

Verfahren eingestellt

Auf Sendung


"Das Triest der Vergangenheit darf man sich als keinen sonderlich friedlichen Ort vorstellen. Die Ressentiments unter den Völkern in dieser Stadt waren groß, besonders zwischen Italienern und Slowenen. Das ist abgeklungen, und es wird friedlich bleiben, solange die Generationen noch am Leben sind, die Kriegserfahrungen gemacht haben." Claudio Magris

Für sein “Kriegsmuseum zum Zwecke des Friedens” sammelt ein Mann in Triest Kriegsgeräte aller Art. Sie erzählen die Geschichten derer, die damit getötet haben oder getötet wurden. Als Jahre später das Museum bei einem Brand zerstört wird, versucht es Luisa, Tochter einer Jüdin und eines afroamerikanischen Leutnants, zu rekonstruieren. Dabei wird nicht nur die Geschichte ihrer Vorfahren zwischen Diaspora und Sklaverei wieder lebendig, sondern auch die von San Sabba, dem einzigen Konzentrationslager Italiens. Doch die Kraft des initiierten Vergessens ist groß: die Verbrechen wurden vertuscht, die Verfahren eingestellt. Gestützt auf eine wahre Geschichte hat Claudio Magris mit seinem neuen Roman "Verfahren eingestellt" ein europäisches Epos geschrieben. Magris, 1939 in Triest geboren, studierte Germanistik in Turin und Freiburg. Von 1978 bis zu seiner Emeritierung 2006 war er Professor für Deutsche Sprache und Literatur in Triest. 2001 wurde Claudio Magris ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung. 2009 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut, der Dante-Gesellschaft und dem SWR2


  • Lesung und Gespräch
  • Katharina Borchardt (Moderation)
    Stefan Wancura (Lesung)

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