Veranstaltung

Dienstag, 20.06.17 / 20.00 Uhr

Christoph Hein

Trutz

Auf Sendung


»In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit.« Dieser Satz eröffnet eine Recherche, über das Leben zweier Familien während des vergangenen Jahrhunderts. Seit je sind die Figuren Christoph Heins Gekränkte und Trotzende. Sie haben unvergessene Demütigungen im Gepäck; es gibt etwas richtigzustellen und gut zu machen in ihrem Leben. In seiner Chronik der Lebensläufe zweier Familien bündelt Christoph Hein in seinem neuen Roman die vergebliche Hoffnung auf eine Existenz jenseits von Elend und Sklaverei. Im Zentrum stehen der Schriftsteller Rainer Trutz und Waldemar Gejm, Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Die partei-offizielle Gedächtnissteuerung staatlicher Stellen wird Trutz wie Gejm in den darauffolgenden Jahren jedoch zum Verhängnis. Die beiden Männer und Väter sterben, ihre beiden Söhne, Maykl Trutz und Rem Gejm, überleben indes und begegnen sich Jahrzehnte später, im wiederhergestellten Deutschland – und machen nahezu dieselben Erfahrungen wie ihre Väter. Nach Kriegsende zog die Familie Hein nach Bad Düben bei Leipzig, wo Christoph Hein aufwuchs. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle
"Der fremde Freund / Drachenblut" und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem SWR2, 19.9. 22.03 Uhr


  • Lesung und Gespräch
  • Carsten Otte (Moderation)

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