Ausstellung

„Ich habe eine Hausschrift geschaffen, keine Romanschrift.“
„Ich habe eine Hausschrift geschaffen, keine Romanschrift.“
„Ich habe eine Hausschrift geschaffen, keine Romanschrift.“
„Ich habe eine Hausschrift geschaffen, keine Romanschrift.“

„Ich habe eine Hausschrift geschaffen, keine Romanschrift.“

Zum 100. Geburtstag von Kurt Weidemann


Im Dezember 2021 wäre er 100 Jahre alt geworden. 1922 geboren in Masuren, heutiges Polen, gehört er zu den prägendsten Typographen des letzten Jahrhunderts. Ab 1965 war Kurt Weidemann Professor an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart, entwickelte Erscheinungsbilder für Unternehmen wie die coop Supermarktkette, die Deutsche Bahn, entwickelte die Hausschrift für Mercedes Benz und gestaltete zahlreiche Bücher. Für das Literaturhaus Stuttgart hat er vor 13 Jahren das Logo entwickelt, – auch eine Art „Hausschrift(zug)“ für eine Einrichtung, die sich im direkten wie übertragenen Sinne der Romanschrift in den Dienst stellt, sich ihr „verschreibt“.


Jahreskalender

„Typographie ist die Kunst des feinen Maßes. Ein Zuwenig und Zuschwach entfernt sie ebenso von der Meisterschaft wie ein Zuviel und Zustark.“

Anlässlich seines Geburtstags möchten wir Kurt Weidemanns Thesen und Arbeiten zur Typographie folgen und nach Verbindungen zwischen Schriftbild und Textbild fragen. Was unterscheidet eine Hausschrift von einer Romanschrift? In welchem Verhältnis stehen Lesequalität und Deutung des Textes? Wie verändert die Schrift den Inhalt? Welche spannungsgeladenen Beziehungen gehen Text- und Bildkörper ein? Welche Verschiebungen, Brüche, Erweiterungen sind möglich? Basierend auf 12 ausgewählten Zitaten aus Kurt Weidemanns Thesen, Essays, Schriften und Aphorismen bitten wir 12 Schriftsteller:innen, ausgehend vom Text, vom Zitat, eine Schriftart, einen Font auszuwählen und einen kurzen Kommentar zu verfassen, der die Wahl der Schrifttypenwahl begründet, erläutert. Auf diese Weise entsteht ein Jahreskalender zu sehen im Schaukasten vor dem Literaturhaus Stuttgart sowie online.

  • Heinrich Steinfest

    Wir erkennen mit dem Auge eine tiefere Bedeutung des Satzes, den wir lesen. Man könnte sagen: Wir sehen den Geist der Wörter. So wie Henrik Wergeland (1808-1845) in den gemalten Blumen des Jan van Huysum (1682-1749) die Seelen Verstorbener erkannte.

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