Veranstaltung

Freitag, 06.10.06 / 18.00 Uhr

Hannes Heer

Hitler war's


In seinem Buch "Hitler war's". Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit analysiert Hannes Heer an prominenten Beispielen "ein Rollback zum Geschichtsbild der fünfziger Jahre": Vom Dritten Reich werde heute wieder erzählt, als hätte es nur ein unschuldiges Volk und lauter Opfer gegeben. Vor allem Eichingers inzwischen preisgekrönter Film Der Untergang verleihe dieser modisch werdenden Geschichtsdeutung fragwürdige Glaubwürdigkeit. Der Blick durchs Schlüsselloch, die Intimisierung der Apokalypse, mache jeden Zuschauer, unbeschwert von geschichtlichem Wissen, zum 'Zeitzeugen'. Anders lese sich das in dem vernichtenden Urteil Dietrich Bonhoeffers über die deutschen Eliten oder in den jüngsten Familienromanen von Uwe Timm, Wibke Bruns und Tanja Dückers. Hier werde von der freiwillig eingegangenen Verschränkung privater und großer Geschichte erzählt. Der Historiker und Literaturwissenschaftler Hannes Heer war von 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojekts Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Geißstraße 7
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Empathie
Eintritt: Euro 7,-/5,-/3,50


  • Lesung und Gespräch
  • Peter Conradi (Moderation)
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