Veranstaltung

Donnerstag, 04.02.16 / 20.00 Uhr

Gunilla Eschenbach, Helmuth Mojem

Gefährliche Liebschaft

Friedrich Gundolf und Elisabeth Salomon in ihren Briefen


Die Weltliteratur kennt Romeo und Julia, der George-Kreis kennt die Geschichte von Friedrich Gundolf (1880–1931) und Elisabeth Salomon (1893–1958). Zwischen 1914 und 1931 schreiben sich der Heidelberger Großgermanist Friedrich Gundolf und seines Zeichens "erster Jünger Stefan Georges" und die emanzipierte Jüdin Elisabeth Salomon, promovierte Nationalökonomin, weltläufige Journalistin und Tochter aus wohlhabendem Hause, leidenschaftliche Liebesbriefe. Dabei werden Fragen des George-Kreises und Gundolfs Ablösung oder Verstoßung daraus ebenso verhandelt wie der erste Weltkrieg, der Spartakusaufstand, die Inflationszeit, die Wiener Psychoanalyse und der italienische Faschismus. Neben Passion und Geschichte, Überpersönlichem wie Allzumenschlichem treffen hier zwei kluge, sensible Liebende von ausgeprägter Individualität aufeinander. Mit dem Wissen um die Konsequenzen im George-Kreis wurde diese Liebe gelebt; zugleich lebten beide in zahlreichen weiteren Beziehungen und Affairen – und das in großen Teilen auch offen. Allen Wirren zum Trotz heirateten beide, was Gundolf mit Blick auf Stefan George und den George-Kreis wie folgt kommentiert: „Die Rache des Meisters kann uns den Himmel verdüstern, aber nicht unsre Ehe zerschlagen“. Die Herausgeber des Briefwechsels, Gunilla Eschenbach und Helmuth Mojem, beide am Deutschen Literaturarchiv Marbach tätig, stellen den Briefwechsel lesend und kommentierend vor.

In Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv Marbach


  • Lesung und Gespräch

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