Veranstaltung

Samstag, 24.09.16 / 14.00 Uhr

Ulrich Bröckling, Stephan Porombka, Dorothee Kimmich

Felix Krulls Erben. Hochstaplerfiguren

Hochstapeln


Von den kriminellen Dandys Manolescu und Felix Krull bis zu den Medienexperten Nick Leeson und Tom Kummer: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts treten Hochstapler als Heroen einer Gesellschaft auf, die zunehmend an Bodenhaftung verliert. Je undurchschaubarer sich die moderne Welt gestaltet, um so erfolgreicher inszenieren die Gentleman- Betrüger ihr gewitztes Spiel zwischen Schein und Sein. Unter dem Titel "Felix Krulls Erben" zeigt Stephan Porombka, Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der Universität der Künste Berlin, wie die Figur des männlichen Hochstaplers zu einem Kulturtypus des 20. Jahrhunderts werden konnte. Mit ihm ins Gespräch kommt der Freiburger Professor für Soziologie, Ulrich Bröckling, der zu Sozial- und Selbsttechnologien, zum Paradigma der Selbstoptimierung und zu Sozialfiguren der Moderne forscht. Ebenfalls Gast des Podiums ist Dorothee Kimmich, Professorin für Literaturwissenschaft und Chefin der Tübinger Poetikdozentur. Sie hat den literarischen Hochstapler als eine Figur einer sich selbst reflektierenden Moderne untersucht, ausgestattet mit Qualitäten, die ihn zu einem kreativen und glücklichen Menschen seiner Zeit machen. Burkhard Müller, Redakteur der Süddeutschen Zeitung und Autor des Buches "Fälschungen und Verwandlungen. Vom schönen Schein der Bilder und Häuser", moderiert die Gesprächsrunde.


  • Gespräch
  • Burkhard Müller (Moderation)

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