Veranstaltung

Mittwoch, 27.02.08 / 20.00 Uhr

Vladimir Sorokin

Der Tag des Opritschniks


Russland im Jahr 2027. Das Land hat sich vom Westen abgeschottet, lebt allein vom Gas- und Ölexport, pflegt Handelskontakte nur noch mit China und wird vom "Gossudar", einem absoluten Alleinherrscher regiert. Dieser übt seine Macht mit Hilfe der Opritschniki, der "Auserwählten", aus: einer allmächtigen Leibgarde, die vor keiner Bestialität zurückschreckt. Die Zeit der großen Wirren ist vorbei, die Restauration beendet. Nun hat die Monarchie wieder die Macht ergriffen. Das Land ist von der Großen Russischen Mauer umgeben und - bei allem technologischen Fortschritt - in die dunkle Zeit Iwans des Schrecklichen zurückgefallen. Die Opritschniki, die "Diener des Gossudar", sind in roten Limousinen unterwegs, mit Hundeköpfen an den Stoßstangen und Besen am Kofferraum - Symbole dafür, dass jeglicher Widerstand ausgemerzt und von der russischen Erde gefegt wird. Zu dieser brutalen und korrupten Elite gehört auch Andrej. Seinen Arbeitstag beginnt er mit der Hinrichtung eines in Ungnade gefallenen Oligarchen, wohnt der Auspeitschung von Intellektuellen bei, ist der liebestollen Gemahlin des Gossudar zu Diensten und beschließt den Tag mit einer dekadenten Orgie. Vladimir Sorokin, geboren 1955, gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellern Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie Die Schlange, Marinas dreißigste Liebe, Die Herzen der Vier, Der himmelblaue Speck und Ljod. Das Eis.

Eintritt: EUR 8,-/6,-/4,-


  • Lesung und Gespräch
  • Andreas Tretner (Moderation)
    Ulrike Goetz (Lesung)

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