Veranstaltung

Dienstag, 16.02.16 / 19.00 Uhr

Kirsten Mahlke, Mariana Eva Perez, Patricio Pron

Der Geist meiner Väter steigt im Regen auf« – Narrative des Terrors und Verschwindens

Mythos Eternauta


»Mit Patricio Pron meldet sich nun eine Stimme der Nachfolgegeneration zu Wort, nicht auf der Suche nach den Vermissten, sondern nach jenen, die diese Zeit der Folter und Unterdrückung überlebten, die Suche der Söhne nach dem Selbstverständnis ihrer Väter. Die Geschichte der Grausamkeiten und der Willkür ist zwar nicht vergessen, aber auch nicht mehr unmittelbar gegenwärtig, eine Geschichte aus zweiter Hand sozusagen, gleichwohl jedoch noch immer verstörend und belastend.«

So kommentierte Martin Grzimek am 25.07.2014 im Deutschlandfunk Patricio Prons Buch »Der Geist meiner Väter steigt im Regen auf«, das 2013 in der Übersetzung von Christian Hansen im Rowohlt Verlag erschienen ist. Patricio Pron, 1975 in Rosario/Argentinien geboren, hat in Göttingen im Fach Romanistik promoviert und lebt heute in Madrid. Für seine Erzählungen erhielt er 2004 den Juan Rulfo Short Story Prize. 2010 wurde er in die spanische Ausgabe der »Granta«-Anthologie aufgenommen und unter die 20 besten spanischsprachigen Autoren unter 40 gewählt. Kirsten Mahlke, Professorin für Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Methoden an der Universität Konstanz, verantwortete in den Jahren 2010 – 2015 das Forschungsprojekt »Narrative des Terrors und Verschwindens«. Gefördert aus Mitteln eines ERC Starting Independent Research Grant, widmete sich das Projekt Erzähl-formen, die sich mit dem Terror der letzten argentinischen Diktatur (1976 – 1983) auseinandersetzen. Besonderes Augenmerk galt der Frage, in welcher Weise fantastische Narrative das Erzählen charakterisieren und ob die Fantastik als Modus kultureller Kommunikation, Tradition und Kunst traumatisierende Erfahrungen eher verstärkt oder verarbeiten hilft. Mariana Eva Perez untersuchte im Rahmen des Forschungsprojektes von Kirsten Mahlke dramatische Texte aus der Zeit nach der argentinischen Militärdiktatur. Im Mittelpunkt stand hierbei die dramaturgische Funktion sowie der Authentizitätseffekt, der durch die Einbindung von Zeugenaussagen in Theaterstücken erzeugt wird. Von Mariana Eva Perez wurde zudem 2011 der autobiographische Roman »Diario de una princesa montonera – 110 verdad« im Verlag Capital intelectual veröffentlicht.

In Zusammenarbeit mit: avant-verlag, Akademie der Künste Berlin, Forschungsprojekt erc Narrative des Terrors und Verschwindens, Elisabeth Käsemann Stiftung, Memoria Abierta, Botschaft der Republik Argentinien

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes


  • Lesung und Gespräch
  • Anna Kemper (Moderation)

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