Veranstaltung

Mittwoch, 27.03.19 / 19.30 Uhr

Kamel Daoud

Der Fall Meursault & Zabor


Mit seinem letzten Roman "Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung" gab Kamel Daoud dem namenlosen Toten aus „Der Fremde“ von Albert Camus ein Gesicht und erzählt eine Geschichte, die untrennbar mit der Geschichte Algeriens verknüpft ist – der vielfach preisgekrönte Roman war eine der literarischen Sensationen der letzten Jahre. Nun erscheint in der Überseztung von Claus Josten sein neuer Roman "Zabor", in dem Daoud das menschliche Dasein mit den Mitteln aus Tausendundeiner Nacht erzählt. Entstanden ist eine große Parabel über die Macht des Erzählens und des Erzählers: Ismaël, der sich selbst Zabor nennt, verliert früh seine Mutter. Der Vater verstößt ihn, so dass Zabor bei seiner Tante und dem stummen Großvater aufwächst. Trost und Zuflucht findet er in der Literatur. Viel ist das jedoch nicht in einem algerischen Dorf, das im Süden bereits an die Sahara grenzt, und so beginnt Zabor, seine eigenen Geschichten zu schreiben und bemerkt dabei rasch sein besonderes Talent: Er hat die Gabe, das Leben von Sterbenden zu verlängern; so lange er über die Leute schreibt, so lang hält er den Tod auf Abstand. So auch, als eines Tages sein Vater im Sterben liegt. Kamel Daoud, geboren 1970, arbeitete lange als Journalist für den "Quotidien d’Oran". Heute lebt er als Schriftsteller mit seiner Familie in Oran. Für seinen ersten Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ wurde er u.a. mit dem Prix Goncourt du Premier Roman ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem Institut français


  • Lesung und Gespräch
  • Stefan Weidner (Moderation)

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