Veranstaltung

Donnerstag, 18.06.09 / 20.00 Uhr

Boualem Sansal

Das Dorf des Deutschen

Afrika


Boualem Sansal gehört zu den wenigen Intellektuellen Algeriens, die noch in der Heimat leben und dort unerschrocken Kritik an den im Land herrschenden Verhältnissen üben. In seinem Roman Das Dorf des Deutschen verbindet er die Tabuisierung des Holocausts in der arabischen Welt mit der tristen Realität der Einwanderer in den europäischen Vorstädten und den Methoden der Islamisten. Es ist die Geschichte des Deutschen Hans Schiller und seiner beiden Söhne Rachel und Malrich. Die Brüder wachsen fernab der Eltern in der Pariser Banlieue auf. Rachel hat Karriere gemacht: er hat ein kleines Häuschen, ein Auto, eine Frau - und die französische Staatsangehörigkeit. Sein jüngerer Bruder Malrich steht am Rande der Gesellschaft, ohne Ausbildung, ohne Job und ohne Perspektive. Als die Eltern im fernen Algerien auf grausame Weise bei einem Attentat der Islamisten umgebracht werden, gerät das Leben der Brüder aus dem Lot. In die Trauer mischt sich eine erschütternde Erkenntnis: Der Vater, den sie als vielgeachteten Held des algerischen Unabhängigkeitskampfes kannten, hat eine Vergangenheit als SS-Offizier in den Vernichtungslagern. Rachel zerbricht daran; Malrichs Versuch zu verstehen, führt ihn von der Nazi-Vergangenheit seines Vaters in die Abgründe der Gegenwart. "Das Dorf des Deutschen erweist sich als eine Metapher, die sehr weit trägt." (J. Willms/SZ).

In Zusammenarbeit mit dem Institut Français de Stuttgart
Eintritt frei
Außer Haus! Institut Français de Stuttgart, Diemershaldenstraße 11


  • Lesung und Gespräch
  • Judith Yacar (Moderation)

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