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ab Montag, 15.06.20

Nathalie Wolff, Matthias Bumiller

Carnets de Fleurs & Wie man Sommersprossen bekommt


Die Pariser Künstlerin Nathalie Wolff hat für das Literaturhaus ihre Mappen geöffnet – und schon werden aus den Wänden des Großen Saals leuchtende Wiesen. Die Ausstellung »Carnets de Fleurs« zeigt eine Auswahl der schönsten Aquarelle und Zeichnungen aus Wolffs Skizzenbüchern: Blumen, Kräuter, Unkräuter, Blüten, Blätter und Wurzeln. Ein Großteil der Arbeiten fertigte sie in den letzten drei Monaten an, nachdem sie sich dafür entschieden hatte, nicht nach Paris zurückzufahren, sondern in Stuttgart zu bleiben. Ihre Motive in dieser Zeit waren bei Spaziergängen gepflückte Wiesenblumen und auf dem Markt gekaufte Blumensträuße oder Topfpflanzen.

Nathalie Wolffs Bildern zur Seite gestellt sind vergessene Weisheiten über Pflanzen, ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Heilwirkungen sowie ihre Verwendung in Bräuchen und im Aberglauben. Der Grafiker und Buchgestalter Matthias Bumiller hat dafür in der Württembergischen Landesbibliothek die alten Blumen- und Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts von Hieronymus Bock, Otto Brunfels, Leonhart Fuchs, Adam Lonitzer und Pietro Andrea Mattioli durchforstet und teilweise Kurioses und ganz Erstaunliches zu Tage gefördert, frei nach dem Motto von Johann Wolfgang von Goethe »Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens«.


  • Zum Nachhören: Finissage, Konzert & Lesung (Donnerstag 30.07.20 / 18 Uhr)

    Györgyi Dombrádi (Mezzosopran) und Lambert Bumiller (Klavier) spielen das Stück Catalogue de Fleurs op. 60 (1920) von Darius Milhaud.
    Katharina Hauter (Ensemble Schauspiel Stuttgart) und Marit Beyer (freie Sprecherin u.a. für Arte, SWR2) lesen die schönsten Wissens- und Glaubensfundstücke aus den Blumen- und Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts, choreografiert und kommentiert von Matthias Bumiller.

    Stefanie Stegmann (Begrüßung)
    Lambert Bumiller (Konzerteinführung)
    Györgyi Dombrádi (Mezzosopran) und Lambert Bumiller (Klavier)
    Matthias Bumiller (Ausstellungseinführung)
    Marit Beyer und Katharina Hauter (Lesung)
     

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    édition totale éclipse

    Am 11. August 1999, dem Tag der Sonnenfinsternis, gründeten Nathalie Wolff und Matthias Bumiller ihren deutsch-französischen Verlag, die édition totale éclipse, mit dem Vorsatz, ihre eigenen Bücher, Daumenkinos und Postkarten herauszugeben. Im Rhythmus von einem Buch pro Jahr entstehen seither Künstlerbücher über Beeren, Bremsen, Jacques Tati, Unkräuter, Träume, Hochzeiten, Wursträdle, Äolsharfen, Erster Weltkrieg, Straßenschilder, Blumenaquarelle, Hähne, Schiller, Ferien oder zum Leben erweckte Statuen.

  • Nathalie Wolff

    Nathalie Wolff (Paris) studierte Malerei an der École Municipale des Arts Décoratifs de Strasbourg und am Institut des Hautes Études en Arts Plastiques Paris bei Pontus Hulten, Daniel Buren, Sarkis und Serge Fauchereau. Von 2002 bis 2003 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude Stuttgart. Ihre Pflanzenaquarelle und -zeichnungen waren zuletzt im Goethe-Institut Marseille (2019), im Goethe-Institut Lyon (2018) sowie bei Rosebud Fleuristes in Paris (2017) ausgestellt.
     

  • Matthias Bumiller

    Matthias Bumiller studierte Grafik Design an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. 1992 war er Stipendiat der Akademie Schloss Solitude Stuttgart. Seither arbeitet er als freier Grafiker für verschiedene Verlage (Büro für Buchgestaltung Finken & Bumiller). Sein Interesse richtet sich besonders auf Kurioses, Seltsames und Amüsantes in der Natur und im Alltag.

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