Veranstaltung

Mittwoch, 07.10.09 / 20.00 Uhr

Herta Müller

Atemschaukel


Rumänien am Ende des Krieges. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15°C." So beginnt der junge Mann seinen Bericht. Auf dem Holzgang sagt die Großmutter noch einen Satz: "ICH WEISS DU KOMMST WIEDER."Mit dem Lastwagen geht es ins Sammellager, dann beginnt der lange Weg nach Russland. "ICH WEISS DU KOMMST WIEDER" wurde zum Komplizen der Herzschaufel und zum Kontrahenten des Hungerengels. Weil ich wiedergekommen bin, darf ich das sagen: So ein Satz hält einen am Leben." In vielen Gesprächen mit Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat Herta Müller den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen Roman geformt hat. In einer zutiefst individuellen Geschichte gelingt es ihr, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin sichtbar zu machen. "Herta Müllers Bücher entfachen einen poetischen Sturmlauf hinter der Stirn des Lesers", schreibt Andrea Köhler in der NZZ, "ihre Sprache ist aus einem anderen Holz geschnitzt als das verwöhnte Zierpflänzchen weiter Teile der deutschen Gegenwartsliteratur."

Kleine Vitrinenausstellung mit nachgelassenen Aufzeichnungen des jungen Oskar Pastior aus den Jahren der Deportation

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach
Im Rahmen des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung
Eintritt: EUR 8,-/6,-/4,-


  • Lesung und Gespräch
  • Jan Bürger (Moderation)

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