Dienstag 23.05.06 20.00 Uhr

Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld

Veranstaltungsreihe: Romantik
Vortrag und Gespräch
Gesprächspartner: Reinhard Steiner, Joachim Kalka
»In Anlehnung an Heines Charakteristik der Sammlung Des Knaben Wunderhorn als »holdseligste Blüte des deutschen Geistes« geht der Vortrag der Frage nach, warum und inwiefern Brentanos eigene Poesie einer ähnlichen Poetik der Unschuld folgt, die von Volksliedmotiven (oder dafür gehaltenen) inspiriert ist. Es soll ausnahmsweise also nicht um die als avantgardistisch-modern gewertete Späte Lyrik (Der Traum der Wüste, Wenn der lahme Weber träumt) gehen, sondern um die frühen Gedichte Zu Bacharach am Rheine, Wiegenlied, Hör' es Klagt die Flöte wieder sowie um die Geschichte vom Braven Kasperl und dem schönen Annerl (1817). Abgesehen von dem Hinweis der Attraktion der frühen Lyrik Brentanos und der Erzählungen Arnims für den Französischen Surrealismus (G. Apollinaire und A. Breton) wird Brentanos gesuchte Einfachheit vor allem als Medium Künstlerischer Effekte dargetan und als Paradox von Naivität und Artistik diskutiert. Die gesuchte Unschuld wird als ein von Brentano etabliertes poetologisches Prinzip erkannt, dessen wichtigstes metaphorisches Darstellungsmittel das mythologisch-phantastische Motiv ist. Entscheidend dabei ist - im Unterschied zum Phantastischen Novalis', Tiecks, E.T.A. Hoffmanns - dass dem Phantastischen Brentanos (u. Arnims) keine symbolische Referenz entspricht, sondern es die Aura autonomer Bildlichkeit besitzt. Die Doppeldeutigkeit, kein wirklicher Moderner (wie die Frühromantiker) zu sein und dennoch das moderne Bewusstsein zu fesseln, ist als Essenz von Brentanos kalkulierter Naivität identifiziert: ein kleiner Beitrag zu Mythos und Moderne.« (K.H. Bohrer)

Eintritt: Euro 7,-/5,-/3,50
Im Rahmen des Literatursommers Im Spiegel der Romantik der Landesstiftung Baden-Württemberg
Bild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz BohrerBild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz BohrerBild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz BohrerBild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz BohrerBild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz BohrerBild: Artistische Naivität: Brentanos Poesie der Unschuld - Karl Heinz Bohrer
© Heiner Wittmann
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Dienstag
23.10.18
19.30 Uhr
Das Birnenfeld / Die Katze und der General
Nana Ekvtimishvili, Nino Haratischwili
Mittwoch
24.10.18
19.30 Uhr
Falsches Rot
Frank Witzel, Ulf Stolterfoht, Dieter M. Gräf
Freitag
26.10.18
19.30 Uhr
Die vergessene Mitte der Welt: Eine Einladung
Stephan Wackwitz, Manfred Heinfeldner, Russudan Meipariani
Dienstag
30.10.18
19.00 Uhr
Schreibzirkel Junger Autor*Innen
Montag
05.11.18
19.00 Uhr
„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse
Dienstag
06.11.18
19.30 Uhr
Die Wurzeln des Lebens
Richard Powers
Mittwoch
07.11.18
19.00 Uhr
Der Steppenwolf - JES Stuttgart
Mittwoch
07.11.18
19.30 Uhr
Die Live Butterfly Show
Jan Wagner
Donnerstag
08.11.18
17.00 Uhr
Die vergessene Revolution der Lyrik: Vier Außenseiter
Ulrich Keicher
Montag
12.11.18
19.30 Uhr
Lügnerin
Aylet Gundar-Goshen
Dienstag
13.11.18
19.30 Uhr
Geisterbahn
Ursula Krechel
Donnerstag
15.11.18
19.30 Uhr
Christa Wolf: Kassandra
Ulrike Draesner, John von Düffel
Sonntag
18.11.18
19.30 Uhr
Spätdienst
Martin Walser
Dienstag
20.11.18
19.30 Uhr
Süßer Ernst
A.L. Kennedy
Mittwoch
21.11.18
19.00 Uhr
Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens.
Jean-Luc Nancy, Winfried Kretschmann
Donnerstag
22.11.18
20.00 Uhr
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen – Philipp Weiss
Philipp Weiss
Montag
26.11.18
19.30 Uhr
Hochdeutschland
Alexander Schimmelbusch
Freitag
30.11.18
20.00 Uhr
Städtebau und regionale Entwicklung aus ökonomischer Perspektive
Michael Pflüger
Montag
03.12.18
19.00 Uhr
„Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll
Mittwoch
12.12.18
20.00 Uhr
AMOK PerVers – Martin Piekar
Martin Piekar
Mittwoch
19.12.18
20.00 Uhr
Schlittschuhlaufen - Eiswelt Stuttgart