Dienstag 10.04.18 20.00 Uhr

Die Gesellschaft der Singularitäten

Veranstaltungsreihe: Kulturtheorien
Lesung und Gespräch
Moderation: Ulrich Bröckling
In den Ländern des Westens vollzog sich in den 1960er, 70er Jahren eine beispiellose Bildungsexpansion, und es entstand eine neue, universitär gebildete Mittelklasse. "Ein Drittel Akademiker – das gab es zuvor nicht. Diese große neue Gruppe forciert einen Wertewandel. Plötzlich wurde die Konformität der bisherigen Gesellschaft attackiert. Das neue, dem entgegengesetzte Ideal war das des gegen Widerstände sich selbst entfaltenden Individuums, eine alte Tradition seit der Romantik. Es ging um das "gute Leben". Dieser Begriff steckt auch heute noch im postromantischen Erbe der Selbstverwirklichungsgesellschaft", erläutert Andreas Reckwitz im Gespräch mit der ZEIT. In der Gegenwartsgesellschaft zählt nun nicht mehr das Allgemeine, sondern das Besondere, das Singuläre, so seine These. Ob Märkte, Arbeitswelt oder Lebensstil: Nur wem es gelingt, sich in seiner Einzigartigkeit, Originalität und Attraktivität zu profilieren, wir prämiert. Der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte Soziologe Andreas Reckwitz untersucht diesen Prozess der Singularisierung, wie er sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensform und Politik herausbildet. Im Gespräch mit dem Freiburger Soziologen Ulrich Bröckling stellt er die Voraussetzungen für diesen Prozess heraus, analysiert seine widersprüchliche Dynamik und zeigt seine Kehrseiten auf. Andreas Reckwitz hat die Professur für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder inne. Ulrich Bröckling ist Professor für Kultursoziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart, mit der Stadtbibliothek Stuttgart und der Berthold Leibinger Stiftung
Bild: Die Gesellschaft der Singularitäten - Andreas ReckwitzBild: Die Gesellschaft der Singularitäten - Andreas ReckwitzBild: Die Gesellschaft der Singularitäten - Andreas ReckwitzBild: Die Gesellschaft der Singularitäten - Andreas Reckwitz
© Simon Adolphi
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Dienstag
22.10.19
19.30 Uhr
Gegen Morgen
Deniz Utlu
Mittwoch
23.10.19
18.30 Uhr
Masters of Virtual Worlds
Benjamin Rudolph, Christoph Rasulis
Donnerstag
24.10.19
19.30 Uhr
Der von den Löwen träumte & Wie ich Klavier spielen lernte
Hanns-Josef Ortheil
26.10.19
bis
06.11.19
Membrane in Ouaga / Burkinafaso
Sonntag
27.10.19
20.00 Uhr
Kintsugi
Miku Sophie Kühmel
Mittwoch
30.10.19
19.30 Uhr
Miroloi
Karen Köhler
Mittwoch
06.11.19
19.30 Uhr
Umkämpfte Zone: Mein Bruder, der Osten und der Hass
Ines Geipel
Donnerstag
07.11.19
19.30 Uhr
Ödön von Horváth: »Kasimir und Karoline«
Ulrike Draesner, John von Düffel
Sonntag
10.11.19
17.00 Uhr
Der Apfelbaum
Christian Berkel
Montag
11.11.19
19.30 Uhr
Metropol
Eugen Ruge
Dienstag
12.11.19
19.30 Uhr
Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist
Ece Temelkuran
Samstag
16.11.19
20.00 Uhr
hell/dunkel
Julia Rothenburg
Sonntag
17.11.19
11.00 Uhr
Bücherfreundin 2019
ChrisTine Urspruch
Montag
18.11.19
19.30 Uhr
Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten
Emma Braslavsky
Mittwoch
20.11.19
19.30 Uhr
Der Tunnel
Abraham B. Jehoshua
Donnerstag
21.11.19
19.30 Uhr
Trio NorgeO: Klang & Poesie, nordöstlich
Russudan Meipariani, Aashild Vertus, Andreas Ulvo
Freitag
22.11.19
19.30 Uhr
Auf dem Seil
Terézia Mora
Mittwoch
27.11.19
20.00 Uhr
Der Araber von morgen
Riad Sattouf
Donnerstag
28.11.19
19.30 Uhr
Irmgard Keun: »Das kunstseidene Mädchen«
Ulrike Draesner, John von Düffel
Freitag
29.11.19
19.30 Uhr
Das Gedicht jenseits der künstlerischen Komfortzone
José F. A. Oliver, Lütfiye Güzel
Samstag
30.11.19
20.00 Uhr
Ja heißt ja und …
Carolin Emcke