Samstag 19.09.15 20.00 Uhr

Think change: Intellektuelle und Widerstand

Veranstaltungsreihe: Change!
Diskussion, Lesung
Moderation: Lerke von Saalfeld
„Russische Schriftsteller hatten den Mut, gegen stalinistische Kulturpraktiken aufzubegehren, und sie taten es meisterhaft. Interessant, dass heute kaum ein Schriftsteller seine Stimme gegen irgendwas erhebt“, stellt die kroatische Autorin Dubravka Ugrešić provozierend in Rechnung. Zerbricht das Vertrauen in die Institutionen des Landes, wird insbesondere den Intellektuellen eine herausgehobene Stellung in Protestbewegungen sowie in nachrevolutionären Übergängen und Neuformierungen zugeschrieben. Dubravka Ugrešić selbst erhebt ihre Stimme in der Literatur und als Intellektuelle immer wieder scharfzüngig und zuspitzend. Auch György Dalos zählt zu den bedeutenden ungarischen Schriftstellern und kritischen Intellektuellen seines Landes, der sich in zahlreichen Publikationen mit dem Untergang der Sowjetunion und seinen Folgen auf gesellschaftlicher und individueller Ebene befasst. Ellen Bos, Professorin für Transitionsforschung, untersucht Widerstandsbewegungen wissenschaftlich. Wie entstehen Protestformen, wie füllt sich das oftmals postrevolutionäre Vakuum, so dass Gesellschaften nicht neu in repressive Gewaltstrukturen kippen? Wo liegen die jeweils neuralgischen Punkte für ein Gelingen oder Scheitern von Transformation?

Katharina Raabe musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen.

György Dalos, geboren 1943, ist ungarischer Schriftsteller und Historiker. Er ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und seit 2014 Sekretär der Klasse Literatur und Sprachpflege dort.
Dubravka Ugrešić, geboren 1949 in Jugoslawien, ist eine der markantesten Romanschriftstellerinnen und Essayistinnen der letzten drei Jahrzehnte. Ihre letzte Essaysammlung trägt den Titel „Europa in Sepia“ (2014).
Ellen Bos, geboren 1960, ist seit 2004 Professorin an der Andrássy Universität Budapest. Sie ist Leiterin der Professur für Vergleichende Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Mittel- und Osteuropa in der EU und Leiterin des Ph. D.-Programms.


“Russian writers had the courage to speak out against the cultural strategies of Stalinism, and they did so in a masterly fashion. It is interesting that today hardly any author raises his voice against anything”: Thus the challenging statement of the Croatian writer Dubravka Ugrešić. If a nation’s institutions can no longer be trusted, it is the intellectuals who are expected to take on a central role in protest movements as well as in post-revolutionary processes of change and re-positioning. Dubravka Ugrešić herself continues to raise her voice in her books and as a public intellectual, sharp-tongued, pointedly. György Dalos from Hungary, too, is among the important authors and critical intellectuals of his country and has dealt with the fall of the Soviet Union and its social and individual consequences in numerous publications. Ellen Bos has a chair for political science and concerns herself chiefly with the problems of a transitional society, doing research into protest movements. How do various forms of protest arise, how can the frequent post-revolutionary vacuum be filled so that a society does not decline into new structures of repressive violence? Which are the important areas where the success or failure of a transformation are decided?

György Dalos, born 1943, is a Ungarian writer and historian. He is a member of the Saxon Academy of Arts, where he has been Secretary of the Class of Literature and Language since 2014.
Dubravka Ugrešić, born 1949 in Yugoslavia, is among the most remarkable novelists and essayists of the last decades. Her latest collection of essays is called “Europe in Sepia” (2014).
Ellen Bos, born 1960, since 2004 holds a professorship at Andrássy University in Budapest. She is director of the chair for comparative politics (with special regard to Middle and Eastern Europe within the EU) and of the doctoral program.


Förderer und Partner // Sponsors and Partners: Kulturstiftung des Bundes, Robert Bosch Stiftung, Institut Français Stuttgart, Goethe Institut Kairo, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, Atelier am Bollwerk, Theater Rampe
Bild: Think change: Intellektuelle und Widerstand - György DalosBild: Think change: Intellektuelle und Widerstand - György DalosBild: Think change: Intellektuelle und Widerstand - György Dalos
© Sebastian Wenzel
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Montag
18.02.19
19.30 Uhr
Raum ohne Fenster - Literatur und Flucht
Nather Henafe Alali, Rasha Abbas, Ilija Trojanow
Dienstag
19.02.19
19.30 Uhr
Opernintendant – Beruf und Berufung
Viktor Schoner
Mittwoch
20.02.19
19.30 Uhr
Volume#5: Sich Ausbreiten
Hanns-Josef Ortheil
Freitag
22.02.19
19.30 Uhr
A Pocketful of Rainbows
Jim Avignon
Dienstag
26.02.19
19.30 Uhr
Rüpel und Rebell - Die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen
Hannelore Schlaffer
Donnerstag
28.02.19
19.30 Uhr
Sozialer Kapitalismus! Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft
Paul Collier
Samstag
02.03.19
20.00 Uhr
Ich kann dich hören
Katharina Mevissen
Mittwoch
06.03.19
19.30 Uhr
Eure Heimat ist unser Albtraum
Deniz Utlu, Fatma Aydemir
Donnerstag
07.03.19
19.00 Uhr
Freudianische Stunden im Literaturhaus!
Lothar Müller, Katharina Adler
Montag
11.03.19
19.00 Uhr
Patrick Modiano und die „Pflicht zur Erinnerung“
Elisabeth Edl
Montag
11.03.19
19.00 Uhr
Das hohe Haus - Roger Willemsen
Mittwoch
13.03.19
19.30 Uhr
Der schlaflose Cheng
Heinrich Steinfest
Montag
18.03.19
20.00 Uhr
Amerika - Nach einem Romanfragment von Franz Kafka
Kafka Band
Mittwoch
20.03.19
19.30 Uhr
Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich
Daniel Mendelsohn
Montag
25.03.19
19.30 Uhr
Peng Peng Parker
Nora Gomringer, Philipp Scholz
Dienstag
26.03.19
11.00 Uhr
Hermann Hesse „Steppenwolf“
Rainer Moritz
Dienstag
26.03.19
19.30 Uhr
Das Leben ist rund! Was verbindet Fußball und Literaturkritik?
Thomas Hitzlsperger, Denis Scheck
Mittwoch
27.03.19
11.00 Uhr
J.W. von Goethe „Faust I”
Carl Philipp von Maldeghem
Mittwoch
27.03.19
19.30 Uhr
Der Fall Meursault & Zabor
Kamel Daoud
Donnerstag
28.03.19
18.00 Uhr
Vertrauensfragen – Haus der Geschichte
Freitag
29.03.19
19.30 Uhr
Herkunft
Saša Stanišić
Sonntag
31.03.19
20.00 Uhr
Milchzähne
Helene Bukowski
Dienstag
02.04.19
19.30 Uhr
Winterbergs letzte Reise und Tschechenkrieg
Jaroslav Rudiš, Jaromír 99
Donnerstag
27.06.19
00.00 Uhr
Heimat
Nora Krug