Donnerstag 21.05.15 20.00 Uhr

Pressefreiheit mit Einschränkungen - Wie viel "Charlie" verträgt die Türkei?

Veranstaltungsreihe: BAKIŞ – Die Türkei im europäischen Dialog
Diskussion
Moderation: Sibylle Thelen
Einerseits bieten die Medien in der Türkei ein breites Meinungsspektrum, haben Karikaturen eine lange Tradition, wird inzwischen sogar auf Kurdisch publiziert. Und doch muss ein entschiedenes Andererseits hinzugefügt werden: in diesem Land der Widersprüche sitzen Journalisten im Gefängnis, werden Webseiten gesperrt, kann die Justiz auf ein Arsenal von Gesetzen zurückgreifen, mit denen sich die Pressefreiheit einschränken lässt. Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen, die seit einiger Zeit eine Rangliste der Pressefreiheit publiziert, vergleicht die Situation in 180 Staaten. Sie weist darauf hin, dass sich die Medienfreiheit in Europa weiter verschlechtert habe, etwa in Ländern Südosteuropas. Auch die Türkei ist in der Liste abgesackt: auf Platz 154. Der Streit um die Mohammed-Karikaturen von "Charlie Hebdo" zeigt auch dort nur noch deutlicher auf, wo Grenzen verlaufen. Ein Abend der Nahaufnahme, der Betrachtung aus kritischer Distanz und der Vergleiche: Wer verträgt wie viel "Charlie"? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der siebte Themenabend in der Reihe "BAKIŞ – Die Türkei im europäischen Dialog".

Tuncay Akgün, 1962 in Istanbul geboren, begann 1981 für die Satirezeitschrift Gırgır zu arbeiten. Er wirkte als Zeichner und Redakteur für die Zeitschriften Fırt, Limon und Leman mit und ist besonders für die von ihm gezeichnete Figur "Bezgin Bekir" bekannt. Heute ist er leitender Chefredakteur der Leman, der türkischen wöchentlichen Satirezeitschrift (Auflage 100.000 Stück). Sibylle Thelen, geboren 1962, publizierte 2008 "İstanbul – Stadt unter Strom. Gesichter der neuen Türkei". 2010 folgte "Die Armenierfrage in der Türkei". Sie leitete viele Jahre als Redakteurin die Wochenendbeilage der Stuttgarter Zeitung und ist seit Juli 2011 Leiterin der Abteilung für Demokratisches Engagement der LpB Baden-Württemberg.

Knut Krohn, geboren 1961, hat in Tübingen, Florenz und Moskau Deutsch, Politik und Sport studiert. Anschließend hat er über den Einfluss von Computern und Internet auf die Arbeit bei Tageszeitungen promoviert. Anfang der 1990er Jahre arbeitete er als freier Korrespondent in Russland und Italien für mehrere deutsche Tageszeitungen. Mitte der 1990er wurde er Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung, zuerst in der Landespolitik, danach hatte er die Seite Eins zu verantworten und wechselte schließlich in die Außenpolitik. Zuständig war er für Europa, die Türkei und den Nahen Osten. 2006 bis 2010 war Knut Krohn Korrespondent in Polen für Stuttgarter Zeitung, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel (Berlin) und Tagesanzeiger (Zürich). Seit 2011 ist er wieder Redakteur in Stuttgart in der Außenpolitik, Schwerpunkt EU, Osteuropa und die Türkei.

Özlem Topcu musste leider absagen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum e.V., gefördert von der Robert Bosch Stiftung und der Stadt Stuttgart.
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© Heiner Wittmann
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