Freitag 06.03.15 bis Sonntag 08.03.15

Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs

Veranstaltungsreihe: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs
Strategien aus Literatur, Kunst, Politik und Wissenschaft
„Der Schiffbruch, als überstandener betrachtet, ist die Figur einer philosophischen Ausgangsbetrachung.“ — Hans Blumenberg

„Weil ich der Überzeugung bin, dass gerade die Gescheiterten Erkenntnisse besitzen. Diese Leute wissen, wie es sich anfühlt, wenn eine Katastrophe eintritt, weil sie selbst mittendrin stecken. Wir wollen Katastrophen aus der Distanz betrachten, bloß nicht selbst das Problem werden.“ — Christoph Schlingensief

Das Thema Scheitern hat Konjunktur – zumindest im Sprechen darüber. Kunstausstellungen und Theaterprojekte denken über den Umgang mit Misserfolgen nach, Innovationsforen der
Wirtschaft fragen nach Potenzialen des Scheiterns und Fehlschlagsforscher schreiben die Technikgeschichte neu. Aber das Scheitern selbst, das existenzielle Versagen, das Schiffbruch-
erleiden, findet meist im Stillen statt, schmerzt, verletzt und stellt bloß. Der amerikanische Soziologe Richard Sennett spricht in diesem Zusammenhang vom Scheitern als „Tabu der Moderne“. Zumeist als persönliches Versagen wahrgenommen, findet eine breitere Auseinandersetzung mit dem Scheitern bisher kaum statt. Fehlt es an Selbsterkenntnis, liegt es an mangelnder Ehrlichkeit? Überwiegt die Furcht vor Ablehnung und Verurteilung, die Scham?

„Wieder versuchen / Wieder scheitern / Besser scheitern“ – dieser scheinbare Widerspruch, formuliert vom irischen Schriftsteller Samuel Beckett, berührt zwei zentrale Denkbewegungen:
Im Scheitern liegt schöpferisches Potenzial; Experiment und Verwerfung sind fester Bestandteil unseres Handelns und bedeuten zugleich Risiko. In der erzählenden Literatur ist das Scheitern seit jeher ein großes Thema, häufig bezogen auf Liebesbeziehungen. In den letzten Jahren aber fallen einige Autoren auf, die über das Scheitern in Wirtschafts- und Arbeitskulturen schreiben. Dabei thematisieren sie auch die Kehrseite des „Besser Scheiterns“, die sich geschmeidig in eine Logik des Erfolgs, der Leistung und in Technologien der Selbstoptimierung einpassen lässt. Das Scheitern darf kein echtes Scheitern bleiben, sondern muss überwunden und in ein positives Moment der Läuterung und in ein erfolgreiches Leben überführt werden.

Gemeinsam mit deutschsprachigen und internationalen Gästen denken wir vom 6.– 8.3. im Literaturhaus Stuttgart über Kulturen des Scheiterns nach und befragen seine doppelwertige Bedeutung in Kunst und Literatur, in Arbeitskultur und Wirtschaft, in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. Wir möchten Wege ausfindig machen, sich den Realitäten des Scheiterns zu stellen, um neue Möglichkeiten im Umgang mit diesem Tabu der Moderne zu finden. Failure is an option!

Programm zum Download

In Zusammenarbeit mit inter:est Kultur- und Bildungsprojekte

Förderer und Partner des Festivals: Bundeszentrale für politische Bildung, Robert Bosch Stiftung, Stadt Stuttgart, Deutsch Amerikanisches Zentrum Stuttgart, Akademie Schloss Solitude
Bild: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs - ScheiternBild: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs - ScheiternBild: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs - ScheiternBild: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs - ScheiternBild: Scheitern. Ein Festival des Misserfolgs - Scheitern
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Mittwoch
17.10.18
19.30 Uhr
Alle, außer mir
Francesca Melandri
Donnerstag
18.10.18
18.15 Uhr
Alte Meister in Stuttgart
Donnerstag
18.10.18
19.30 Uhr
Wir hatten Großes vor / Leistungscheck
Lydia Daher, Daniel Schröteler, Miriam Meckel, Nina Verheyen
Freitag
19.10.18
19.30 Uhr
Küsst die Münder wach!
Timo Brunke, Heide Mende-Kurz
Samstag
20.10.18
19.00 Uhr
H.P. Lovecraft
Christian von Aster, Gérard Nesper, Marcel Durer
Sonntag
21.10.18
19.30 Uhr
Obolé / Reise nach Karabach
Aka Mortschiladse
Montag
22.10.18
19.30 Uhr
Unruhe
Zülfü Livaneli
Dienstag
23.10.18
19.30 Uhr
Das Birnenfeld / Die Katze und der General
Nana Ekvtimishvili, Nino Haratischwili
Mittwoch
24.10.18
19.30 Uhr
Falsches Rot
Frank Witzel, Ulf Stolterfoht, Dieter M. Gräf
Freitag
26.10.18
19.30 Uhr
Die vergessene Mitte der Welt: Eine Einladung
Stephan Wackwitz, Manfred Heinfeldner, Russudan Meipariani
Dienstag
30.10.18
19.00 Uhr
Schreibzirkel Junger Autor*Innen
Montag
05.11.18
19.00 Uhr
„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse
Dienstag
06.11.18
19.30 Uhr
Die Wurzeln des Lebens
Richard Powers
Mittwoch
07.11.18
19.00 Uhr
Der Steppenwolf - JES Stuttgart
Mittwoch
07.11.18
19.30 Uhr
Die Live Butterfly Show
Jan Wagner
Donnerstag
08.11.18
17.00 Uhr
Die vergessene Revolution der Lyrik: Vier Außenseiter
Ulrich Keicher
Montag
12.11.18
19.30 Uhr
Lügnerin
Aylet Gundar-Goshen
Dienstag
13.11.18
19.30 Uhr
Geisterbahn
Ursula Krechel
Donnerstag
15.11.18
19.30 Uhr
Christa Wolf: Kassandra
Ulrike Draesner, John von Düffel
Sonntag
18.11.18
19.30 Uhr
Spätdienst
Martin Walser
Dienstag
20.11.18
19.30 Uhr
Süßer Ernst
A.L. Kennedy
Mittwoch
21.11.18
19.00 Uhr
Auf der Suche nach einer Kultur des Friedens.
Jean-Luc Nancy, Winfried Kretschmann
Donnerstag
22.11.18
20.00 Uhr
Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen – Philipp Weiss
Philipp Weiss
Montag
26.11.18
19.30 Uhr
Hochdeutschland
Alexander Schimmelbusch
Freitag
30.11.18
20.00 Uhr
Städtebau und regionale Entwicklung aus ökonomischer Perspektive
Michael Pflüger
Montag
03.12.18
19.00 Uhr
„Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll
Mittwoch
12.12.18
20.00 Uhr
AMOK PerVers – Martin Piekar
Martin Piekar
Mittwoch
19.12.18
20.00 Uhr
Schlittschuhlaufen - Eiswelt Stuttgart