Mittwoch 23.01.13 20.00 Uhr

Die vergessene Revolution

Lesung und Gespräch
Als der Bundespräsident vor kurzem den 9. November als deutschen Schicksalstag würdigte erinnerte er an die Judenpogrome 1938 und den Fall der Mauer 1989. Kein Satz über die Revolution, die 1918 die Monarchien wegfegte und Deutschland am 9. November 1918 zur Republik machte. Das ist kein Einzelfall, sondern fast die Regel. Die größte Massenbewegung in der deutschen Geschichte hat bis heute keinen Eingang ins politische Bewusstsein der Deutschen gefunden. Während die Franzosen den Sturm auf die Bastille jährlich feiern, tut man sich hierzulande sehr schwer, die revolutionären Ursprünge der deutschen Demokratie angemessen zu würdigen. Das hat mit den komplizierten politischen Verhältnissen am Ende des Ersten Weltkriegs zu tun, aber auch mit Geschichtspolitik. Wie war es möglich, bis heute die Vorstellung wach zu halten, es sei 1918/19 vor allem um die Abwehr des Bolschewismus gegangen, obwohl zwei Jahrzehnte intensiver historischer Forschung das nachhaltig widerlegt haben? Warum konnte diese wichtige Weichenstellung in der deutschen Geschichte heute wieder weitgehend in Vergessenheit geraten? In seiner neu erschienenen Studie „Die Revolution von 1918/19 in der deutschen Geschichtsschreibung: Deutungen von der Weimarer Republik bis ins 21. Jahrhundert“ dokumentiert Wolfgang Niess erstmals die deutsche Geschichtsschreibung über die Revolution von 1918/19 über einen Zeitraum von fast 100 Jahren. Er plädiert dafür, diese verdrängte und vergessene Revolution zum festen Bestandteil unserer freiheitlichen und demokratischen Tradition zu machen.
Bild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang NiessBild: Die vergessene Revolution - Wolfgang Niess
© Sebastian Becker
Programm Literaturhaus Stuttgart
veranstaltungen
Montag
21.01.19
19.30 Uhr
Gottfried Benn: „ Kleine Aster – Gedichte und Prosa“
Ulrike Draesner, John von Düffel
Dienstag
22.01.19
19.30 Uhr
Verzeichnis einiger Verluste
Judith Schalansky
Mittwoch
23.01.19
19.30 Uhr
Die Röte des Rot von Technicolor - Über die Ikonographie des Terrors
Frank Witzel, Gerhard Poppenberg
Donnerstag
24.01.19
19.30 Uhr
Tier werden
Teresa Präauer
Freitag
25.01.19
19.00 Uhr
Doors of Perception – Ekstase in der Literatur & Literatur als Ekstase
Navid Kermani, Carl Hegemann, Manfred Heinfeldner, Robert Stadlober, Kat Kaufmann, Luke Wilkins
Montag
28.01.19
19.00 Uhr
Schreibzirkel junger Autor*innen
Montag
28.01.19
19.30 Uhr
Nachtleuchten
María Cecilia Barbetta
Donnerstag
31.01.19
19.30 Uhr
Bildakte
Horst Bredekamp
Montag
04.02.19
19.00 Uhr
Unterwegs – Jack Kerouac
Dienstag
05.02.19
19.30 Uhr
Desintegriert euch!
Max Czollek
Mittwoch
06.02.19
19.30 Uhr
wundgewähr - Durch die Künste hindurch
José F. A. Oliver
Donnerstag
07.02.19
17.00 Uhr
Klaus Nonnenmann
Ulrich Keicher
Mittwoch
13.02.19
10.00 Uhr
Welterkundung in Zeiten von Fake News Daten, Geschichten und Grafiken
Donnerstag
14.02.19
19.30 Uhr
Eine Frau wird älter
Ulrike Draesner, Elisabeth Bronfen
Freitag
15.02.19
19.00 Uhr
Ekstase – Kunstmuseum Stuttgart
Freitag
15.02.19
19.30 Uhr
Nachrichten im Minutentakt
Bernward Loheide, Tilman Rau
Montag
18.02.19
19.30 Uhr
Raum ohne Fenster - Literatur und Flucht
Nather Henafe Alali, Rasha Abbas, Ilija Trojanow
Dienstag
19.02.19
19.30 Uhr
Opernintendant – Beruf und Berufung
Viktor Schoner
Mittwoch
20.02.19
19.30 Uhr
Volume#5: Sich Ausbreiten
Hanns-Josef Ortheil
Freitag
22.02.19
19.30 Uhr
A Pocketful of Rainbows
Jim Avignon
Dienstag
26.02.19
19.30 Uhr
Rüpel und Rebell - Die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen
Hannelore Schlaffer
Donnerstag
28.02.19
19.30 Uhr
Sozialer Kapitalismus! Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft
Paul Collier
Montag
18.03.19
20.00 Uhr
Amerika
Kafka Band