veranstaltungen im juni 2018

veranstaltungen im juni 2018

juni 2018

Montag
09.04.18
19.00 Uhr
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Don Karlos – Friedrich Schiller

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Drama am spanischen Königshof! Der schier unermesslichen Liebe des jungen Thronfolgers Don Karlos steht ausgerechnet einer im Weg: sein Vater. Ohne Rücksicht auf Verluste hat er die einst dem Sohn versprochene Elisabeth von Valois zur Frau genommen und damit Karlos’ Verlobte zu seiner Schwiegermutter gemacht. Als wäre dies nicht schon verwirrend genug, rücken dazu noch weitere Figuren auf den Spielplan: die eifersüchtige Prinzessin Eboli, die den Prinzen für sich gewinnen will und alle Register der Intrigen zieht, und Karlos’ Jugendfreund Marquis von Posa, der ganz eigene politischen Interessen hegt und Pläne schmiedet. Innerhalb der fünf Akte, die das klassische Drama zu bieten hat, entwickelt Friedrich Schiller so ein beinahe unentwirrbares Intrigengeflecht, bei dem so leicht keiner mehr durchschaut, wer die Fäden in der Hand hat. Wir machen uns ans Entwirren und knüpfen uns Schillers Klassiker vor! Eintritt: Euro 3,-/Mitglieder frei

 

Dienstag
10.04.18
20.00 Uhr
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Die Gesellschaft der Singularitäten

Andreas Reckwitz

Veranstaltungsreihe: Kulturtheorien

Lesung und Gespräch, Moderation: Ulrich Bröckling


In den Ländern des Westens vollzog sich in den 1960er, 70er Jahren eine beispiellose Bildungsexpansion, und es entstand eine neue, universitär gebildete Mittelklasse. "Ein Drittel Akademiker - das gab es zuvor nicht. Diese große neue Gruppe forciert einen Wertewandel. Plötzlich wurde die Konformität der bisherigen Gesellschaft attackiert. Das neue, dem entgegengesetzte Ideal war das des gegen Widerstände sich selbst entfaltenden Individuums, eine alte Tradition seit der Romantik. Es ging um das "gute Leben". Dieser Begriff steckt auch heute noch im postromantischen Erbe der Selbstverwirklichungsgesellschaft", erläutert Andreas Reckwitz im Gespräch mit der ZEIT. In der Gegenwartsgesellschaft zählt nun nicht mehr das Allgemeine, sondern das Besondere, das Singuläre, so seine These. Ob Märkte, Arbeitswelt oder Lebensstil: Nur wem es gelingt, sich in seiner Einzigartigkeit, Originalität und Attraktivität zu profilieren, wir prämiert. Der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte Soziologe Andreas Reckwitz untersucht diesen Prozess der Singularisierung, wie er sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensform und Politik herausbildet. Im Gespräch mit dem Freiburger Soziologen Ulrich Bröckling stellt er die Voraussetzungen für diesen Prozess heraus, analysiert seine widersprüchliche Dynamik und zeigt seine Kehrseiten auf. Andreas Reckwitz hat die Professur für Vergleichende Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder inne. Ulrich Bröckling ist Professor für Kultursoziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart, mit der Stadtbibliothek Stuttgart und der Berthold Leibinger Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
11.04.18
20.00 Uhr
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Wo bleibt denn mein Leben?

Walter Sittler, Hegel Quartett

Szenisches Konzert


Musik: "Kreutzersonate" von L. v. Beethoven und der "Kreutzersonate" von L. Janaček, Zypressen von A. Dvořàk Texte: "Kreutzersonate" von Lew Tolstoj, "Eine Frage der Schuld" von Sofia Tolstaja und Gedichte von Antonin Dvořàk zu den Zypressen In seiner Novelle "Kreutzersonate" (1890/91) erzählt Lew Tolstoi vom Mord eines Mannes an seiner Ehefrau. In rasender Eifersucht glaubt der Ehemann, dass sie, unter dem Einfluss sinnenreizender Musik, nämlich Beethovens Kreutzersonate, ihre schon längst ruinierte Ehe durch ein sexuelles Abenteuer mit einem jungen Musiker gebrochen habe. L. Janaček erstes Quartett wiederum nimmt auf diesen Text musikalisch Bezug; es geht ihm dabei insbesondere um das moralische Problem von Tolstois Novelle, den vermeintlichen Ehebruch einer Frau. Anders als der Schriftsteller, der über seine Heldin den Stab der bürgerlichen Moral bricht, schlägt sich Janaček musikalisch auf ihre Seite. Seine Musik ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Sehnsucht der Frau nach Unabhängigkeit in der Gesellschaft. Das Ineinandergreifen von Musik und Text findet auch in der Aufführung von "Wo bleibt denn mein Leben" seine Fortsetzung. Im szenischen Konzert zu hören sein werden: Natalie Chee (Violine, 1. Konzertmeisterin des SWR Symphonieorchesters), Emily Körner (Violine, 2. Violine des SWR Sinfonieorchesters), Paul Pesthy (Viola, 1. Solobratscher des SWR Symphonieorchesters), Elena Cheah (Violoncello, Professorin für Violoncello an der Hochschule für Musik Freiburg) und Walter Sittler (Texte).

Eintritt: Euro 15,-/10,-/7,50

 

Freitag
13.04.18
20.00 Uhr
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Stationen einer Reportage

Tilman Rau, Tilman Wörtz

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Gespräch


Jede Geschichte beginnt in Weinstadt. Zumindest für den Reporter Tilman Wörtz. Denn in Weinstadt sitzt die Agentur Zeitenspiegel. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Kollektiv aus Journalist*innen und Fotograf*innen, die von hier aus buchstäblich die ganze Welt bereisen, recherchieren, Geschichten sammeln, sie aufschreiben, bebildern und dann diversen Zeitungen und Zeitschriften anbieten. Regelmäßige Abnehmer sind DER SPIEGEL, Focus, DIE ZEIT und GEO, um nur einige zu nennen. Tilman Wörtz ist einer der Zeitenspiegel-Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr hat er für eine Reportage ein christliches Kloster im bürgerkriegsgeplagten Syrien besucht. Er hat sich auch schon mal mit Sarah Wagenknecht zu einer Partie Monopoly getroffen. Auf seiner Suche nach guten Geschichten und - vor allem - nach Wahrheit setzt sich Wörtz auch konkreten Gefahren eines Kriegsgebietes aus. Manchmal sind die Herausforderungen indes andere. Dann geht es um Themensuche, den richtigen Einstieg in den Text und die Frage, wie man aus einem Berg Recherchematerial eine brauchbare Geschichte erzählt. Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
16.04.18
20.00 Uhr
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Patria

Fernando Aramburu

Veranstaltungsreihe: Europa lesen

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck
Deutsche Lesung: Sandra Gerling


"Neun Uhr abends. In der Küche steht das Fenster offen, damit der Geruch von gebratenem Fisch nach draußen ziehen kann. Im Fernsehen beginnen die Nachrichten mit der Meldung: Schluss mit dem bewaffneten Kampf." Fernando Aramburu Mario Vargas Llosa sagt über diesen Bestseller aus Spanien: „Ich habe seit langem kein so überzeugendes und bewegendes Buch gelesen.“ „Patria“ heißt Vaterland, Heimat. Aber was ist Heimat? Die beiden Frauen und ihre Familien, um die es in Fernando Aramburus von der Kritik gefeierten und mit den größten spanischen Literaturpreisen ausgezeichneten Roman geht, sehen ihre Heimat mit verschiedenen Augen. Ein epochemachender Roman über Schuld und Vergebung, Freundschaft und Liebe, der zeigt, wie Terrorismus den inneren Kern einer Gemeinschaft angreift und wie lang es dauert, bis die Menschen wieder zueinander finden. Fernando Aramburu wurde 1959 in San Sebastian im Baskenland geboren. Seit Mitte der achtziger Jahre lebt er in Hannover. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und zuletzt für "Patria" mit dem bedeutendsten spanischen Literaturpreis, dem Premio Nacional de Narrativa 2017. Willi Zurbrüggen hat den Text ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Stuttgart und dem Generalkonsulat Spanien.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
17.04.18
20.00 Uhr
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Erotika

Angela Steidele, Denis Scheck, Sandra Richter

Veranstaltungsreihe: Das gute Buch

Lesung und Gespräch


Wäre sie ein Mann gewesen, müsste man sie Frauenheld, Schwerenöter, Lüstling oder einfach nur Schuft nennen: Frauen pflasterten Anne Listers Weg und ihre amourösen Verwicklungen im präviktorianischen England lassen keine Fragen mehr offen über Sex zwischen Frauen. Anne Lister (1791-1840) betete sie an, begehrte, belog und betrog sie, ging ihnen an die Wäsche und ans Geld. Noch unerhörter als ihr Liebesleben sind ihre fiebernden Tagebücher lesbischer Leidenschaften, in denen die englische Landadlige ihre zahllosen Abenteuer schildert. Anhand dieser Quellen zeichnet Angela Steidele das Porträt dieser schillernden Persönlichkeit nach. Mit der Autorin ins Gespräch kommen Sandra Richter, Professorin für Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart und designierte Chefin des Literaturarchivs Marbach und der Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck. In der Literaturhausreihe "Das gute Buch" werden Anne Lister thematisch drei weitere Bücher zur Seite gestellt: der erotische Briefroman von John Cleland aus dem Jahr 1749, "Fanny Hill", das feministische Standardwerk "Die Imaginierte Weiblichkeit" der kürzlich verstorbenen Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Essayistin Silvia Bovenschen sowie der jüngst erschienene Roman "Töchter" der Schriftstellerin und gebürtigen Hamburgerin Lucy Fricke. In Zusammenarbeit mit dem Christopher Street Day Stuttgart.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
18.04.18
19.00 Uhr
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Karl Marx und seine Erben / Fetisch Marx


Veranstaltungsreihe: arte-Doppel-Preview

Film, Einführung: Manfred Heinfeldner


19 Uhr Karl Marx und seine Erben Dokumentarfilm vom Peter Dörfler, ARTE/WDR/SWR, 52 Min. Karl Marx - ein Denker, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Er selbst formulierte den Anspruch, „die Welt zu verändern“ und konnte nicht ahnen, in welchem Ausmaß das für sein Werk zutreffen würde. Der Dokumentarfilm "Karl Marx und seine Erben" zeichnet die Wirkungsgeschichte nach, von der Sowjetunion, über China und Kuba, bis zur DDR. In Westeuropa ließen sich die Studentenbewegung von 68 ebenso wie die Eurokommunisten in Frankreich und Italien von Marx inspirieren. Auch in jüngster Zeit, in Zeiten der Globalisierung und Globalisierungskritik, erlebt Marx eine Renaissance. Der Film führt an Lebensstationen von Karl Marx wie Trier, Paris oder London. Zu Wort kommen Politiker wie Sarah Wagenknecht (Die Linke), Pierre Laurent (PCF) und Janis Varoufakis, Historiker wie Stephen Smith und Christina Morina, der Publizist Mathias Grefrath, der ehemalige 68er Aktivist Peter Schneider, der ehemalige Londoner Investmentbanker und Kolumnist „City Boy“ Geraint Anderson sowie der Künstler Wu Weishan, der seine meterhohe Marx-Statue der Stadt Trier schenkt. Sendetermin auf arte: Samstag, 28. April 2018 um 21.55 Uhr 20.15 Uhr Fetisch Marx Dokumentarfilm von Torsten Striegnitz und Simone Dobmeier, ARTE/ZDF 2018, 52 Min. 2018. Marx kehrt noch einmal auf die Erde zurück. Er taucht in London auf, in Brüssel, Berlin und Trier. Es ist die lebendige Projektion unserer Sehnsucht nach einem „Retter“. Die Welt, in der er sich bewegt, befindet sich im Umbruch. Eine Runde Experten entwirft ein Krisenszenarium für das Jahr 2026: Einer Wirtschafts- und Finanzkrise folgt nicht nur die rasante Verarmung in den Industrieländern und eine Wirtschaftsmigration in riesigem Ausmaß, sondern auch der Zusammenbruch staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen. Der Marx-Thinktank diskutiert über Relevanz oder Nicht-Relevanz von Karl Marx in unserer Zeit. Die Experten sind u.a.: Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin und Autorin von „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“; Gareth Stedman Jones, Historiker und Marx-Spezialist aus Cambridge; Andres Veiel, Regisseur und Initiator des „War-Rooms“ und begeisterter Leser des „Manifests“. Am Ende von „Fetisch Marx“ liegt ein Götzenbild am Boden. Der Kapitalismus ist nicht zu bändigen. Die Rettung liegt nicht in Marx, dem meistzitierten Ökonomen der Welt - die Rettung liegt allein in dieser Erkenntnis. Die Entmystifizierung eines Denkmals zu seinem 200. Geburtstag am 5. Mai 2018. Sendetermin auf ARTE: Mittwoch, 2. Mai 2018 um 21.45 Uhr In Zusammenarbeit mit arte und dem Netzwerk der Literaturhäuser

Eintritt frei

 

Montag
23.04.18
18.00 Uhr
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Blåvand

Tim Dinter, Thomas Pletzinger

Veranstaltungsreihe: Comicbuchpreis

Ausstellungseröffnung, Preisverleihung


Erstmalig geht der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung an ein Autoren- und Zeichnerteam: Thomas Pletzinger und Tim Dinter erhalten für ihre gemeinsame Arbeit „Blåvand“ den diesjährigen, mit 15.000 Euro dotierten Preis. "Dass sich ein renommierter Schriftsteller und ein Zeichner zusammentun, ist in der deutschsprachigen Comicszene immer noch ungewöhnlich. Wenn dabei ein derart spannendes Projekt über das ebenso brisante wie selten behandelte Thema Entwicklungshilfe entsteht, hervorragend recherchiert, erzählt und gezeichnet, dann verspricht das ein Glücksfall für den deutschsprachigen Comic zu werden", begründet Thomas von Steinaecker die Entscheidung der Jury. Thomas Pletzinger wurde 1975 in Münster geboren, studierte Amerikanistik in Hamburg sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als freier Autor, Journalist, Dozent und Übersetzer. In Kürze erscheint seine Reportage in Buchform über den Basketballspieler Nowitzki. Tim Dinter, 1971 in Hamburg geboren, zeichnete regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Tagesspiegel. Zu seinen Publikationen gehören u.a. „Cargo“ und „Alte Frauen“; zuletzt erschien seine Bearbeitung von Sven Regeners Roman "Herr Lehmann". Für den Comicbuchpreis 2018 hatten sich 67 Autor*innen und Zeichner*innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich beworben; er wird seit 2014 jährlich ausgeschrieben und im Literaturhaus Stuttgart für einen hervorragenden, noch unveröffentlichten deutschsprachigen Comic verliehen. Darüber hinaus prämiert die Jury unter dem Vorsitz von Andreas Platthaus neun Finalistenarbeiten mit einer Auszeichnung in Höhe von je 1.000 Euro. Mit der Preisverleihung eröffnet zugleich die begleitende Comicausstellung im Literaturhaus, die im Anschluss in Berlin im Literarischen Colloquium zu sehen sein wird. In Zusammenarbeit mit der Berthold Leibinger Stiftung Einlass nur nach Anmeldung unter veranstaltungen@leibinger-stiftung.de oder per Telefon unter 07156-303 35208

 

Mittwoch
25.04.18
09.30 Uhr
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Animation und Philosophie

Ülo Pikkov

Veranstaltungsreihe: Internationales Trickfilmsymposium

SAS/ITFS/FMX Academic Symposium


Das interdisziplinär und international ausgerichtete Symposium bringt Wissenschaftler*innen, Student*innen, Akademiker*innen und Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen der Forschung und Berufspraxis zusammen. Freuen Sie sich auf einen Tag mit hochinteressanten Präsentationen, die das Thema "Animation und Philosophie" aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und Kunst, Theorie und Technik verbinden. Keynote-Speaker ist Ülo Pikkov, Autor von "Animasophy-Theoretical Writings on the Animated Film": "Durch die Entwicklung der 'Animasophie', einer eher philosophischen Herangehensweise in der Praxis und Kritik der Animation, entwickeln wir etwas, das durch und durch menschlich ist. Im Gegensatz zu Tieren, ist der Mensch in der Lage, abstrakt zu denken. Vögel und Tiere leben in der Gegenwart, aber ein Mensch kann sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft repräsentieren, Symbole konstruieren und Geschichten erzählen. Menschen sind die einzigen "Säugetiere", die sich von abstrakten Texten, dem Spiel mit Puppen oder dem Drama eines Animationsfilms faszinieren lassen. Deshalb könnte man sagen, dass die Animasophie die Essenz unseres Menschseins verkörpert." Im Abschlusspanel des Symposiums diskutieren Expert*innen, Künstler*innen und Theoretiker*innen über das Thema. In Zusammenarbeit mit der Society of Animation Studies, der School of Art, Design and Media der Nanyang Technological University Singapore, dem Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, der AG Animation und dem Literaturhaus Stuttgart Tageskarten für das Symposium: 15,- Euro Bei professioneller Akkreditierung oder mit Festivalpass: Eintritt frei

 

Mittwoch
25.04.18
20.00 Uhr
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Serverland

Josefine Riecks

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, um aus ihren Texten zu lesen und sie ins Gespräch zu bringen. Pro Jahr realisiert das zwischen/miete-Team des Literaturhauses Stuttgart sechs bis acht Lesungen in wechselnden WGs. Josefine Rieks, geboren 1988, entwirft in ihrem Debütroman „Serverland“ gekonnt eine utopische Welt ohne Internet. Das Leben im Nach-dem-Netz-Zeitalter ist wieder wie zuvor: analog und offline. Ein Leben ohne Google? Reiner kennt es nicht anders. Er ist Mitte zwanzig, sammelt Computer aus einer längst vergangenen Zeit und durchsucht sie nach den digitalen Überresten ihrer ehemaligen Besitzer. Aufbruchsstimmung beginnt, als er auf den stillgelegten Google-Servern die Daten der Netzgeneration findet und damit ein Tor zu einer vergessenen Welt aufstößt. Lässt sich das Netz tatsächlich wieder herstellen? Rieks studierte Philosophie und erhielt 2017 das Alfred-Döblin-Stipendium. Sie lebt in Berlin. Ort: Tübingerstrasse 91, Stuttgart Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl Eintritt: 5,- Euro inklusive Bier und Brezel

 

Donnerstag
26.04.18
13.00 Uhr
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Fortsetzung: Animation und Philosophie

Ülo Pikkov

Veranstaltungsreihe: Internationales Trickfilmsymposium

SAS/ITFS/FMX Academic Symposium


Das interdisziplinär und international ausgerichtete Symposium bringt Wissenschaftler*innen, Student*innen, Akademiker*innen und Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen der Forschung und Berufspraxis zusammen. Freuen Sie sich auf einen Tag mit hochinteressanten Präsentationen, die das Thema "Animation und Philosophie" aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und Kunst, Theorie und Technik verbinden. Keynote-Speaker ist Ülo Pikkov, Autor von "Animasophy-Theoretical Writings on the Animated Film": "Durch die Entwicklung der 'Animasophie', einer eher philosophischen Herangehensweise in der Praxis und Kritik der Animation, entwickeln wir etwas, das durch und durch menschlich ist. Im Gegensatz zu Tieren, ist der Mensch in der Lage, abstrakt zu denken. Vögel und Tiere leben in der Gegenwart, aber ein Mensch kann sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft repräsentieren, Symbole konstruieren und Geschichten erzählen. Menschen sind die einzigen "Säugetiere", die sich von abstrakten Texten, dem Spiel mit Puppen oder dem Drama eines Animationsfilms faszinieren lassen. Deshalb könnte man sagen, dass die Animasophie die Essenz unseres Menschseins verkörpert." Im Abschlusspanel des Symposiums diskutieren Expert*innen, Künstler*innen und Theoretiker*innen über das Thema. In Zusammenarbeit mit der Society of Animation Studies, der School of Art, Design and Media der Nanyang Technological University Singapore, dem Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, der AG Animation und dem Literaturhaus Stuttgart Tageskarten für das Symposium: 15,- Euro Bei professioneller Akkreditierung oder mit Festivalpass: Eintritt frei

 

Donnerstag
26.04.18
20.00 Uhr
-

Preis der Literaturhäuser 2018

Jaroslav Rudiš

Veranstaltungsreihe: Preis der Literaturhäuser

Preisverleihung und Lesung, Laudatio: Andreas Platthaus


Der diesjährige Preis der Literaturhäuser wird an den tschechischen Schriftsteller und künstlerischen Tausendsassa Jaroslav Rudiš verliehen. 1972 im nordböhmischen Turnov geboren, lebt Rudiš heute in Berlin und nahe der tschechischen Stadt Jičín. Rudiš hat nicht nur durch seine Romane für Aufsehen gesorgt, von Eva Profousova hervorragend ins Deutsche übersetzt, sondern ebenso Theaterstücke, Hörspiele, Opernlibretti und Essays verfasst. Frisch zur Leipziger Buchmesse 2018 erschien jüngst in der Edition Thanhäuser sein um Holzschnitte ergänzter Kurzprosaband unter dem Titel "Der Besuch von Herrn Horvath". Und für März 2019 ist sein neuer, erstmals auf Deutsch verfasster Roman im Luchterhand Verlag geplant. Zum letzen Roman "Nationalstraße" entstanden Theaterfassungen in Bremen und Dresden, die Filmfassung wird 2018 in die Kinos kommen. Damit noch nicht genug: Gemeinsam mit dem Künstler Jaromír Švejdík alias Jaromír 99 entstand die Graphic Novel "Alois Nebel" (2012, Voland & Quist), auf dessen Basis das Literaturhaus Stuttgart eine große Comicausstellung konzipierte, die durch Deutschland und Europa tourte. Ein anderer Grenzgang führt den leidenschaftlichen Bahnfahrer und Bierkenner Rudiš immer wieder zur Musik. 2013 gründete er mit Jaromír 99 die "Kafka Band", mit der er eine CD zu Franz Kafkas Romanfragment "Das Schloss" einspielte, mit Konzertauftritten in ganz Europa und einer inszenierten Fassung am Theater Bremen 2015. Sein literarisches Werk ist in Mitteleuropa verortet, getragen von sympathischen, oft schrägen und tragikkomischen Anti-Helden, die schon mal die Asche von Verstorbenen über die Grenze schmuggeln, mit der Tram durch das Revolutionsjahr 1989 fahren. Und immer wieder taucht in den Geschichten des Autors die doppelbödige deutsch-tschechische Geschichte auf. Mit dem Preis der Literaturhäuser 2018 wird Jaroslav Rudiš für sein literarisches Werk, seine cross-over-Arbeiten durch die Künste hindurch und für seine herausragenden Leistungen als Literaturvermittler geehrt. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Literaturhäuser und dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg. Kulturpartner des Preises der Literaturhäuser ist ARTE. Der Preis besteht aus einer Lesereise durch die Literaturhäuser des Netzwerks und ist mit € 15.000 dotiert

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Freitag
27.04.18
20.00 Uhr
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Die Tagesordnung

Éric Vuillard

Lesung und Gespräch, Moderation: Nicola Denis


"All seinen Büchern gelingt es, großen geschichtlichen Ereignissen Facetten abzuringen, deren Bedeutung sich erst durch eine literarische Aufarbeitung erschließt." Metropolis, ARTE 20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten: Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz - kaum ein Name von Rang und Würden fehlt an den glamourösen runden Tischen der Vermählung von Geld und Politik. So beginnt der Lauf einer Geschichte, die Vuillard fünf Jahre später in die Annexion Österreichs münden lässt. Bild- und wortgewaltig führt er den Leser in die Hinterzimmer der Macht, wo in erschreckender Beiläufigkeit Geschichte geschrieben wird. Dabei erzählt er eine andere Geschichte als die uns bekannte, er zeigt den Panzerstau an der deutschen Grenze zu Österreich, er entlarvt Schuschniggs kleinliches Festhalten an der Macht, Hitlers abgründige Unberechenbarkeit und Chamberlains gleichgültige Schwäche. Mit der ihm eigenen virtuosen Eindringlichkeit und mit satirischem Biss seziert Vuillard die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: Die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern. In "Die Tagesordnung" zerlegt Éric Vuillard diese Bilder und fügt sie virtuos neu zusammen: Ein notwendiges Buch, das eine überfällige Geschichte erzählt und damit den wichtigsten französischen Literaturpreis erhielt. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
29.04.18
11.00 Uhr
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Deutsches Literaturarchiv Marbach – Rundgang durch die Literaturmuseen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Rund 1400 Vor- und Nachlässe von Schriftstellern und Gelehrten schlummern in den Regalen des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Darunter das Romanmanuskript zu Kafkas „Prozess“ und sein Abi-Zeugnis, Tucholskys Liebesbriefe und Hesses Fotoalben, Morgensterns „Galgenlieder“ und Mörikes Petrefaktensammlungen. Den Anfang aber machte Friedrich Schiller, der 1759 in Marbach geboren wurde und dessen Originale heute in einer eigenen Dauerausstellung im Schiller-Nationalmuseums zu sehen sind: Von seinen Briefen und Manuskripten bis zu seinen Locken und blau-weiß-gestreiften Socken reichen die Hinterlassenschaften. Sie zeigen den Dichter beim Denken, Lesen, Schreiben... und Tüfteln, denn Schiller hat seine Dramen meist strategisch vorausgeplant, To-Do-Listen angefertigt und selbst mögliche Schwierigkeiten bereits im Voraus durchdacht und zu Papier gebracht. Wir fahren mit der S-Bahn in Schillers Geburtsstadt, erklimmen die Schillerhöhe und sehen uns in den Literaturmuseen genauer um. Eintritt: 7,- Euro + Bahnfahrt Treffpunkt: Stuttgart Hauptbahnhof, Gleis 102 am Kiosk Anmeldung: U35@literaturhaus-stuttgart.de

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de