veranstaltungen im juni 2019

veranstaltungen im juni 2019

juni 2019

Montag
03.06.19
19.00 Uhr
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Über "Freiraum" von Svenja Gräfe


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Eigentlich sind Vela und Maren glücklich zusammen. Sie wünschen sich Kinder miteinander, haben Pläne, die dem Leben in der Großstadt aber kaum standhalten können. Maren will einen Ausbruch, ein alternatives Leben am Rand der Stadt, in einem Haus mit vielen anderen Leben, abseits stehen von der permanenten Konkurrenz, von ständigen Mieterhöhungen. Dort lernen sie Theo kennen, um den sich in dieser Gemeinschaft alles dreht. Sie alle sind auf der Suche nach ihrem Platz an anderen, neuen Orten. Ihre Geschichte lässt Svenja Gräfe über das Private ins Politische rutschen. Am Ende geht es um die Frage: Wie wollen wir leben? Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- €

 

Dienstag
04.06.19
19.30 Uhr
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In den Wäldern des menschlichen Herzens

Antje Rávic Strubel

Lesung und Gespräch, Moderation: Helmut Böttiger


Die Art und Weise, wie Antje Ravik Strubel über Literatur spricht, mit analytischer Intensität und von changierenden Blickpunkten aus, macht jede Veranstaltung mit ihr zu einem unwiederholbar eigenen Ereignis. Auf uns, das Publikum, springen die Funken ihrer Gedankenwelt über, setzen sich fest und fort, ob sie nun über eigene Bücher spricht oder sich als Leserin oder als Übersetzerin großer amerikanischer Autorinnen wie Joan Didion oder Lucia Berlin in den Dienst anderer stellt. Eine ganze Reihe Roman- und Prosawerke, u.a. der Roman "Tupolew 134", lagen bereits hinter ihr, als Antje Ravik Strubel mit "Kältere Schichten der Luft" den Grundstein für eine Roman-Trilogie legte, die mit "Sturz der Tage in die Nacht" fortgeführt und mit "In den Wäldern des menschlichen Herzens" vollendet wurde. Selbstentwürfe und Lebenslinien werden hier aus ihren festen Fügungen gelöst und offenbaren eine kühne Engführung von Natur und Körperlichkeit: Gestochen scharf und zugleich zart schwebend erzählt Antje Ravik Strubel von Nähe und Verlust, von Begehren und Sehnsucht. Die Programmleiter*innen der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Antje Ravik Strubel als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat. Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die Literaturhäuser und mit 15.000 € dotiert; in Stuttgart wird sie neben einer Lesung aus ihrem jüngsten Roman mit Helmut Böttiger darüber ins Gespräch kommen, wie das literarische Übersetzen sie dahin geführt hat, andere Erzählformen auf ihr eigenes Schreiben zu übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Literaturhäuser

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
05.06.19
19.30 Uhr
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Die rote Gräfin Hermynia zur Mühlen

Ulrich Weinzierl

Lesung und Gespräch, Gesprächspartner: Felicitas Hoppe
Lesestimme: Anna Thalbach


Die Wiederentdeckung einer großartigen Erzählerin und kämpferischen Frau: Ulrich Weinzierl, Felicitas Hoppe und Anna Thalbach stellen die Werkausgabe der Aristokratin, Kommunistin, Katholikin, unbeugsame Nazigegnerin und Exilantin Hermynia zur Mühlen vor: 1883 in Wien als Gräfin Folliot de Crenneville geboren, starb sie 1951 im englischen Exil. Geschätzt von Joseph Roth und Karl Kraus, war sie eine Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit ihren proletarischen Märchen hat sie ein eigenes Genre erfunden, darüber hinaus war sie eine politische Erzählerin und Publizistin von Rang. Der Herausgeber Ulrich Weinzierl und die Schriftstellerin Felicitas Hoppe stellen die neue Werkedition vor, aus der die Schauspielerin Anna Thalbach ausgewählte Stellen lesen wird. "Hermynia Zur Mühlen: Werke" ist eine Edition der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung. Sie erscheint in der Reihe „Bibliothek Wüstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts“ im Zsolnay Verlag. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
06.06.19
19.00 Uhr
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Empfindsamkeiten & Archäologie untergegangener Welten

Jáchym Topol, Serhij Zhadan, Christian Neef, Karl Schlögel

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Lesung und Gespräch


19 - 20.15 Uhr Empfindsamkeiten - Jachym Topol und Serhij Zhadan Deutsche Lesung: Eva Profousova Als „politischer Gegenwartsroman“ wurde Jachym Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert, der nun unter dem Titel „Ein empfindsamer Mensch“ in der Übersetzung von Eva Profousova auf Deutsch erschienen ist. Angesiedelt im Jahr 2015 nimmt er eine heutige Vermessung Europas vor und verknüpft sie mit Elementen einer Road-Novel, die ihn bis ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet fuhrt. Mit ihm spricht der ukrainische Lyriker, Romanautor und Musiker Serhij Zhadan. Sein jüngster Roman „Internat“ handelt ebenfalls vom russisch-ukrainischen Krieg und wurde 2018 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse (Übersetzung) ausgezeichnet, ins Deutsche übertragen von Sabine Stör und Juri Durkot. In eindringlichen Bildern erzählt Serhij Zhadan, wie sich eine vertraute Umgebung in unheimliches Terrain verwandelt: Ein junger Lehrer will seinen 13-jahrigen Neffen aus dem Internat am anderen Ende der Stadt nach Hause holen; die Schule ist unter Beschuss geraten und bietet keine Sicherheit mehr. Doch durch den Ort zu kommen, in dem das zivile Leben zusammengebrochen ist, wird zur Prüfung. Jachym Topol, geboren 1962 in Prag, war nicht nur der Star des literarischen und musikalischen Undergrounds vor 1989 sondern ist auch heute noch der bekannteste tschechische Autor seiner Generation. Als Sechzehnjähriger unterzeichnete er die Charta 77, 1985 begründete er das Underground-Magazin "Revolver Revue". 1988 erschien in Samisdat sein erster Gedichtband "Ich liebe Dich bis zum Irrsinn". Seinen auch internationalen Durchbruch als Schriftsteller hatte er mit dem Roman "Die Schwester". Er lebt in Prag. Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk, Ostukraine, geboren, gehört seit 1991 zu den prägendsten Autoren der ukrainischen Literaturlandschaft. Er publizierte zahlreiche Gedicht- und Prosabände. Seinen mehrfach ausgezeichneten Roman "Die Erfindung des Jazz im Donbass" kürte die BBC zum "Buch des Jahrzehnts". Serhiy Zhadan lebt in Charkiw, Ostukraine. Kurze Pause 20.30 - 21.45 Uhr Archäologie untergegangener Welten - Karl Schlögel und Christian Neef Moderation: Manfred Sapper Der Spiegel-Korrespondent und Russlandkenner Christian Neef fächert in seinem neuen Buch „Der Trompeter von Sankt Petersburg“ die Saga vor uns auf: Einst war Sankt Petersburg eine schillernde Metropole und fünftgrößte Stadt der Welt, in der auch viele deutsche Monarchen, Unternehmer und Künstler der Stadt an der Newa ihr Gesicht gaben. Mit der Revolution 1917 und Stalins Herrschaft fand diese Zeit ihr Ende. Neef erzählt die Geschichte der Stadt am Beispiel von vier Lebensgeschichten, unter anderem des Trompeters Oskar Bohme, der von Stalins Geheimpolizei erschossen wurde und der Familie des Schauspielers Armin Muller-Stahl. Mit ihm ins Gespräch kommt der Preisträger des Leipziger Buchpreises 2018 in der Kategorie Sachbuch, Karl Schlögel. Der große Osteuropa-Historiker lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. So entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne dass wir „die Zeit danach“, in der wir heute leben, nicht verstehen. In allem - ob im Mobiliar, im Duft des Parfums oder der Stimme des Radiosprechers - hat das „Zeitalter der Extreme“ seine Spur hinterlassen. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und in Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
07.06.19
20.00 Uhr
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Dschungel

Friedemann Karig

Veranstaltungsreihen: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs, U35 - das Junge Literaturhaus

Lesung und Gespräch, Moderation: Valeria Raseikina


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, um aus ihren Texten zu lesen und sie ins Gespräch zu bringen. „Das Drama wie auch die Schönheit des Lebens bestehen wohl darin, dass wir alle, in einer verwinkelten Ecke unseres Ichs, auf eine Art für immer fünfzehn Jahre alt bleiben“, schreibt Benjamin von Stuckrad-Barre über den Roman „Dschungel“ von Friedemann Karig. Felix, der beste Freund des Erzählers, besaß schon immer einen Hang zum Extremen. Bereits in Kinderjahren standen sie beide vor einem felsigen Abgrund, die Klippen unter ihnen ragten hervor, scharf wie aufgeklappte Messer. Nun ist Felix in Asien spurlos verschwunden und der Erzähler reist nach Kambodscha, um ihn zu suchen, in Hostels, auf Inseln, an Stränden - um Schuld zu begleichen und einen Freund zu retten. Mit „Dschungel“ präsentiert Friedemann Karig einen beeindruckenden Reiseroman über Freundschaft, Fern- und Heimweh und das Los- und Fallenlassen. Friedemann Karig schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT und Brand eins. „Dschungel“ ist sein literarisches Debüt, zuvor erschien sein Sachbuch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“. Karig lebt in München und Berlin. In Kooperation mit: Junge Verlagsmenschen Ort: Klopstockstraße 11, Stuttgart Eintritt: 5 Euro inklusive Bier und Brezel Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Dienstag
11.06.19
20.00 Uhr
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Ja heißt ja und …

Carolin Emcke

Performance


"Manchmal spürt man erst beim Schreiben, dass ein Text eine bestimmte Form sucht, dass die Worte nicht nur geschrieben, sondern gesprochen, gezeigt werden wollen, mehr noch: dass das, was man schreibt, den eigenen Körper betrifft, die eigene Haut, dass man einen Raum braucht, ein Theater, in dem man sich anders ausliefert, direkter und schutzloser." Mit diesem Abend, mit dieser Lecture Performance denkt Carolin Emcke über einige der Fragen nach, die zuletzt durch die "#MeToo-Debatte" aufgeworfen wurden. Was sind die Bilder und Begriffe, welche Musik und welche Praktiken prägen unsere Vorstellungen von Lust und Unlust, wie bilden sich die Strukturen, die Muster, die Normen, in die hinein Männer und Frauen und alle dazwischen sich einpassen? Welche Hautfarben, welche Körper werden besonders in Zonen der Ohnmacht und des Schweigens verwiesen? Wie lässt sich Gewalt entlarven und verhindern, wie können Begehren und Lust zugelassen werden? Welche Sprachen braucht es dafür, welche Räume, welche Allianzen? Mit heiteren, zornigen, poetischen, melancholischen Miniaturen nähert sich Carolin Emcke den vielschichtigen Facetten der Fragen von Sexualität und Wahrheit. Carolin Emcke, geb. 1967, war Redakteurin beim SPIEGEL und internationale Reporterin für die ZEIT. Zu ihren letzten Veröffentlichungen gehörten "Stumme Gewalt - Nachdenken über die RAF" (2008), "Wie wir begehren" (2012) und "Gegen den Hass" (2016). 2016 wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ ausgezeichnet. Im Mai 2019 erscheint ihr neues Buch „Ja heißt ja und …“ im S. Fischer Verlag. Von und mit: Carolin Emcke, Video: Rebecca Riedel, Mieke Ulfig, dramaturgische Mitarbeit: Bettina Ehrlich, Assistenz: Angelika Schmidt, Licht: Erich Schneider, Einrichtung Raum: Jan Pappelbaum. Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Schauspiel Stuttgart mit einem Gastspiel der Schaubühne Berlin.

Eintritt: Euro 21,-

 

Dienstag
18.06.19
19.30 Uhr
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Ich bin nun mal fürs Kleine

Denis Scheck, Anne-Dore Krohn

Literaturshow


Am 30. Dezember 2019 begeht die literarische Republik Theodor Fontanes 200. Geburtstag, die Jubelfeierlichkeiten haben längst begonnen. Auch die Literaturkritiker Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane und stellen ihn als Autor vor, der in seinen Büchern vor allem auch die politischen und gesellschaftlichen Kräfte seiner Zeit und Gesellschaft spiegelt. Dafür erfindet er Figuren, so lebensnah und psychologisch glaubwürdig, dass sie uns ein Leserleben lang begleiten: Von Effi Briest und Dubslav von Stechlin bis zu Jenny Treibel oder Schach von Wuthenow. In ihrer mitreißenden literarischen Revue zeigen Krohn und Scheck Theodor Fontane in seiner Komplexität und seinen Widersprüchen: den Barrikadenkämpfer von 1848 und den Wendehals wenige Jahre später, der sich als „Fronarbeiter mit dem Geiste“ bei der erzreaktionären Kreuzzeitung verdingt. Den Fontane, der seine geistreiche Frau Emilie und sämtliche Familienmitglieder in seinen „Romanschriftstellerladen“ einspannt, genau wie den Balladendichter und den Militärschriftsteller, nicht zu vergessen den Wanderer in Schottland und der Mark Brandenburg. Auch der Antisemitismus des alten Fontane wird thematisiert - und die am Ende des Zweiten Weltkriegs verlorenen Manuskripte Fontanes, die so etwas wie das Bernsteinzimmer der deutschen Literaturgeschichte darstellen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
22.06.19
13.00 Uhr
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Book Speed Dating im Park

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Wir packen unseren Korb mit Kuchen, Wein und anderen Leckereien und laden ein in den Park: Zu Karten, Sonne, Gesprächen, zum Draußen sein. Die Literatur darf natürlich nicht fehlen: Bringt eure persönlichen, gerne weniger be- oder sogar verkannten Schätze mit auf die Picknickdecke und wir lassen rotieren: In nur ein paar Minuten entführen wir unser Gegenüber mit hinein in unsere liebsten Bücher. Anmeldung unter Ort: Schlossgarten vor dem Schauspielhaus

 

Montag
24.06.19
17.00 Uhr
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Sämtliche illustrierten Bücher des Illustrators Günter Schöllkopf

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee


Der Stuttgarter Künstler und Buchillustrator Günter Schöllkopf (1935-1979), an dessen 25. Todestag wir mit dieser Vitrinen-Ausstellung erinnern, hatte eine starke Beziehung zur Literatur - so schrieb er selbst einmal, dass er die meisten seiner Radierungen und Zeichnungen als "zyklische Interpretationen zu großen Themen abendländischer Literatur" gestaltete und dann auch in Büchern anwendete. Sein umfangreichster Zyklus galt James Joyce, bekannter geworden ist er allerdings mit seinen Buchillustrationen zu Thaddäus Troll. Heinrich Heine bezeichnete er selbst als sein "alter ego". Auffallend in seinen Zeichnungen sind die starken schwarzweiß Kontraste, die den Schriftsteller Christoph Meckel zu der Formulierung verleiteten: „wenn man Günter Schöllkopf etwas Passendes schenken möchte, kann es nur ein Eimer voll Tusche sein“. Ort: Literaturhaus Stuttgart / Foyer Erdgeschoss

Eintritt frei

 

Montag
24.06.19
19.00 Uhr
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Schreibzirkel junger Autor*innen

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
25.06.19
19.30 Uhr
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Groß-/Väter

Barbara Honigmann, Géraldine Schwarz

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Gespräch, Moderation: Elisabeth Edl


In der Reihe "Karambolagen" legen wir es auf Reibung an: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Darauf aufbauend laden wir in insgesamt acht Folgen jeweils zwei deutsch-französische Gäste ein, die einen kurzen Text zum Thema des Abends verfassen oder eine Passage aus dem jeweils jüngsten Buch lesen. Am 25. Juni bitten wir unter dem Titel „Groß-/Väter“ zwei Autorinnen auf die Bühne, die beide literarisch ihre Familiengeschichte aufarbeiten: Barbara Honigmann schreibt mit ihrem jüngsten und vielfach gelobten Roman „Georg“ die Biografie ihres Vaters, und Geraldine Schwarz geht in ihrem preisgekrönten Werk „Die Gedächtnislosen“ ihrer Familiengeschichte über drei Generationen nach. Beide Bücher erzählen dabei auch auf sehr verschiedene Weise von Europa im 20. Und 21. Jahrhundert, von den Kriegen bis heute, und zeigen, wie sehr die Erinnerungsarbeit wesentlicher Bestandteil für die Zukunft eines demokratischen Europas ist. Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, zog 1984 mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen, u.a. mit dem Heinrich-Kleist-Preis ausgezeichnet. Geraldine Schwarz ist eine deutsch-französische Journalistin und Dokumentarfilmerin. „Die Gedächtnislosen“ wurde von Christian Ruzicska ins Deutsche übertragen und erscheint derzeit in sieben weitere Sprachen. Eine Kooperation von Literaturhaus Stuttgart und Institut francais, gefördert von der Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
27.06.19
19.30 Uhr
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Heimat

Nora Krug

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Nora Krug gewinnt in den USA den National Book Critics Circle Award in der Kategorie Autobiografie: Herzlichen Glückwunsch! Das Finale für diesen Preis fand allerdings zeitgleich mit ihrem für März geplanten Besuch statt. Die Lesung wird daher auf 27.06.19 verlegt. Gekaufte Eintrittskarten behalten Ihre Gültigkeit oder können an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgeben werden. "Ich hätte das Buch nie geschrieben, wenn ich nicht weggegangen wäre." Nora Krug Die Arbeit an dem Buch hat sie sechs Jahre lang beschäftigt: zwei für die Recherche, zwei für die Geschichte, zwei für die Gestaltung. Sie selbst nennt das Buch 'graphic memoir', gezeichnete Erinnerungen. Diese besondere Form macht es ihr möglich, "sich über die individuelle Graphik vom dokumentierten Schrecken der deutschen Zeitgeschichte zu lösen, diese zugleich aber zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen: zum Familienalbum, in dem das Zeichnen für Nora Krug ein Akt der Empathie ist, ohne sich jedoch Mythen oder Beschönigungen kritiklos auszuliefern", so Andreas Platthaus in der FAZ. So wird ihr 'graphic memoir' zur Bestandsaufnahme nicht nur der Familiengeschichte, sondern fragt auch nach den Bedingungen jeglichen Erzählens über Herkunft. Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Die preisgekrönte und in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und begibt sich auf Spurensuche: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? "Heimat" ist ein großes Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. In Zusammenarbeit mit dem forum für jüdische kultur und bildung e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de