veranstaltungen im april 2019

veranstaltungen im april 2019

april 2019

Montag
04.02.19
19.00 Uhr
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Unterwegs – Jack Kerouac


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Auf der Suche nach einem intensiven und rauscherfüllten Dasein begeben sich Sal Paradise und Dean Moriarty auf verschiedene Reisen durch die USA und Mexiko. Per Anhalter, auf Güterzügen oder mit gestohlen Autos erkunden sie eine Welt voller Landstreicher und Bummler, Migrantenfamilien, Kleinstädten und weiten Horizonten, all das während sie sich von Sex, Drogen und Jazz berauschen lassen. Losgelöst von der konventionellen Gesellschaft erleben sie das raue Amerika: ein Ort, an dem das Leben nicht einfach, aber jeder Moment heilig und kostbar ist. Jack Kerouac erzählt eine voller Ruhelosigkeit und Sehnsucht gepackte Geschichte mit stark autobiographischen Zügen, die inzwischen als das Manifest der Beat-Generation gilt. Wir schließen uns den Beatniks an und sprechen über die Lektüre dieses berauschenden Romans. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
05.02.19
19.30 Uhr
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Desintegriert euch!

Max Czollek

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Max Czolleks Sprache ist Zeugnis einer aus jahrelangen Beobachtungen gespeisten Wut: Der Lyriker und promovierte Politologe richtet sich in seiner Streitschrift „Desintegriert euch!“ gegen eine Gesellschaft, die glaubt, sie sei antirassistisch und weltoffen, gegen die Illusion, dieses Land habe seine Lektion gelernt. Er schreibt aus der Sicht eines 1987 in der DDR geborenen Juden, und wenn er vom "Integrationstheater" spricht, dann in Ableitung des „Gedächtnistheaters“, ein Begriff, den der Soziologe Michal Bodemann geprägt hat. Das Integrationstheater stabilisiere, so Czollek, vielmehr das Bild einer geläuterten Gesellschaft, während eine völkische Partei zugleich Erfolge feiert. Czollek entwirft nun eine Strategie, dieses Theater zu beenden: Desintegration! Mit seinem Buch legt er eine Polemik vor, die zugleich die Vision einer alleinseligmachenden Leitkultur grundsätzlich in Frage stellt. Seit 2009 ist Max Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, organisiert gemeinsame Lesetouren und Veröffentlichungen und ist Kurator des internationalen Lyrikprojekts "Babelsprech". Außerdem ist er Mitherausgeber der Zeitschrift "Jalta - Positionen zur jüdischen Gegenwart". Im Verlagshaus Berlin erschienen bislang die zwei Gedichtbände "Druckkammern" (2012) und "Jubeljahre" (2015). In Zusammenarbeit mit dem Forum Jüdischer Bildung und Kultur e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
06.02.19
19.30 Uhr
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wundgewähr - Durch die Künste hindurch

José F. A. Oliver

Lesung, Gespräch, Fotos, Moderation: Michael Braun


"Durch die Künste hindurch", so ist der Abend übertitelt und stellt den Lyriker, Übersetzer und - auch fotografierenden - Essayisten Jose F.A. Oliver mit seinen jüngsten Werken vor, die bei aller Verschiedenheit etwas eint: Das Durchschreiten der Künste. Texte korrespondieren mit Fotografien, Gedichte mit ihren Übersetzungen, Sprachen mit essayistischen Formen. In seinem neuen Gedichtband "wundgewähr" (2018) packt Jose F. A. Oliver mit „wort & welt im ohr“ seinen „rucksack“ aus: Sanfte Erdbeben mit jedem Wort, er holt die Zeichen hervor, um sie wundgemäß neu zu setzen und Wörtern "weltbiss" zu verleihen. Das kaleidoskopische Buch "21 Gedichte aus Istanbul 4 Briefe & 10 Fotow:orte" (2016) ist eine sinnliche Reise nach Istanbul, ein "menschenatlas voller wirklichkeiten". Dazu gehören Arbeitslosigkeit, schleichende Islamisierung oder aber die Niederschlagung der Aufstände rund um den Gezi-Park. Auch Nachdichtungen aus dem Spanischen von Federico García Lorca sowie eigene Fotografien kommen an diesem Abend auf die Bühne und ins Gespräch. Jose F. A. Oliver, mehrfach ausgezeichneter Lyriker, Übersetzer und Essayist, wurde 1961 in Hausach geboren und lebt nach zahlreichen Aufenthalten in der Schweiz, Ägypten, Peru, der Türkei und den USA auch dort. Im Januar 2019 wurde ihm die Kieler Liliencron-Dozentur für Lyrik zugesprochen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
07.02.19
17.00 Uhr
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Klaus Nonnenmann

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: auf einen Kaffee, Literatur Schaufenster

Gespräch


Klaus Nonnenmann, Jahrgang 1922, starb vor 25 Jahren am 11. Dezember 1993 in seiner Heimatstadt Pforzheim. Zeitlebens litt er unter den Folgen von Kriegsverletzungen. Sein erster Text erschien 1954 in der Zeitschrift "Akzente". Sein vielbeachtetes Romandebüt trug den Titel "Die sieben Briefe des Doktor Wambach" (1959), sein letztes Werk zu Lebzeiten war die Erzählung "Kongreß der Zauberer" (1992), und der wohl bekannteste Text wurde sein Roman "Teddy Flesh oder Die Belagerung von Sagunt" (1964). Heinz Ludwig Arnold schrieb 2000 in der ZEIT: "Mit seinen an Seiten eher geringen, an poetischem Gewicht aber doch beachtlichen Werk gehört Klaus Nonnenmann in eine Reihe mit dem liebenswert kritisch-satirischen Zeitgenossen Heinrich Böll, oder dem fantastisch skurrilen Erzähler Ernst Kreuder, die durchaus bedeutende Erzähler in der jüngeren Bundesrepublik waren - damals, als die Literatur noch Literatur war."

Eintritt frei

 

Mittwoch
13.02.19
10.00 Uhr
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Welterkundung in Zeiten von Fake News Daten, Geschichten und Grafiken

Tagung


„Das Grafik-Design konstruiert die Lesbarkeit der Welt.“ Abraham Moles Daten, Daten, Daten - die vielbeschworene Informations- und Wissensgesellschaft ist zuallererst eine Datengesellschaft. Die Datafizierung durchdringt alle Lebensbereiche, auch den Kultursektor. Digitalisierung und Medialisierung entbinden kulturelle Angebote zunehmen von ihrer geographischen Herkunft und machen sie überall und jederzeit verfügbar. Der Austausch ästhetischer Ansätze und kultureller Formate wächst und beschleunigt sich zusehends. In ihrem „Weltkulturatlas“ haben Thomas Knubben, Erich Schöls und Uli Braun mit Studierenden ihrer Hochschulen diese Dynamik erkundet und veranschaulicht. Die Tagung greift diesen Impuls auf und erweitert ihn auf die Frage hin, wie die Welt in Zeiten von Fake News verlässlich erkundet und wie gesellschaftliche Diskurse sachlich fundiert werden können. Welche Rolle spielt dabei das (digitale) Kommunikationsdesign? Was können Datenjournalismus und Infografiken leisten? Wie kann statistische Kompetenz erworben werden? Und gibt es noch andere, spielerische Strategien der aufklärerischen Welterkundung? Detailliertes Programm der Tagung ab 15.01. auf www.weltkulturatlas.de Tagungskonzeption: Institut für Kulturmanagement der PH Ludwigsburg und Fakultät Gestaltung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt Anmeldung erforderlich auf , begrenzte Teilnehmerzahl

Eintritt frei

 

Donnerstag
14.02.19
19.30 Uhr
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Eine Frau wird älter

Ulrike Draesner, Elisabeth Bronfen

Lesung und Gespräch, Moderation: Silke Behl


Moderation: Silke Behl "Dazu gehört aber auch, dass ich meine Falten erscheinen lasse und ihnen gegenüber ein Verhältnis entwickle, sie zu lesen wie Spuren. Es ist mein Gesicht: Am Anfang, solange man jung ist, verdankt man das Gesicht den Eltern. Aber ab einer gewissen Zeit drückt dein Gesicht eben auch aus, zu wem du dich entwickelst und wie du lebst. Und ich möchte das gern sehen." Ulrike Draesner Frauen wollen immer 39 bleiben, sagte ihre Mutter und färbte sich die Haare bis weit über 80. Sie selbst hat inzwischen auf Partys manchmal den Eindruck wie ein sprechendes Möbelstück behandelt zu werden. Wie sehen sich Frauen eigentlich in der Mitte des Lebens? Mit oder ohne Mann, mit oder ohne Kind, jedenfalls mit sich veränderndem Körper, Denken, Fühlen. Am eigenen Leben und dem anderer Frauen entlang erkundet Ulrike Draesner die Vielschichtigkeit dieses Lebensabschnitts, in dem alles nebeneinander vorkommt. Ins Gespräch kommt sie mit Elisabeth Bronfen, Kultur- und Literaturwissenschaftlerin und Professorin am Englischen Seminar der Universität Zürich und an der New York University, die in ihren zahlreichen, mehrfach ausgezeichneten Forschungen zu Film und Literatur immer wieder auch nach Bildern von Weiblichkeit fragt. Derzeit arbeitet sie an einem Projekt zum Älterwerden von Frauen. Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, ist Professorin und Leiterin des deutschen Literaturinstituts Leipzig und gehört zu den profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen. Sie schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte und interessiert sich für Naturwissenschaften ebenso wie für kulturelle Debatten.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
15.02.19
19.00 Uhr
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Ekstase – Kunstmuseum Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


… and the Beat goes on. Noch im Rausch der Kerouac Lektüre besuchen wir die aktuelle Ausstellung „Ekstase“ des Stuttgarter Kunstmuseums. Von Religion- über Liebes-, Tanz- und Drogenerfahrungen bis hin zur euphorischen Wirkung von Musik und Licht werden in dieser Ausstellung die verschiedenen Kontexte und Facetten des Phänomens der Ekstase aufgegriffen, basierend auf der These, „dass es sich bei der Sehnsucht nach bewusstseinserweiternden Erfahrungen um ein elementares menschliches Streben und damit um ein Phänomen der globalen Gesellschaft handelt“. Anhand der rund 230 Kunstwerken von der Antike bis in die Gegenwart bilden wir uns eine Meinung darüber. Anmeldung unter Eintritt: 12,- / 8,50 Euro

 

Freitag
15.02.19
19.30 Uhr
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Nachrichten im Minutentakt

Bernward Loheide, Tilman Rau

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Gespräch


Wenn irgendwo auf der Welt etwas von Bedeutung geschieht, ist die Deutsche Presse-Agentur zur Stelle. Mit ihrem dichten Netz aus Niederlassungen und Korrespondenten kommt sie auch in die sprichwörtlich kleinste und hinterste Ecke. Und aus unserem Zeitungs- und Nachrichtenalltag ist die dpa, wie die Deutsche Presse-Agentur abgekürzt wird, schlicht nicht wegzudenken. In jeder Tageszeitung ist das Kürzel dpa allgegenwärtig. Aber auch ein unangefochtener Marktführer muss sich den Herausforderungen eines Medienmarktes stellen, der sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert hat. Wie behauptet man sich in einer Medienlandschaft, in der jede Meldung in Sekundenschnelle millionenfach reproduziert werden kann und in der die Unterscheidung zwischen „Wahrheit“ und „Fake“ schwerer fällt als je zuvor? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich Bernward Loheide, ab dem 1. Februar 2019 Leiter des dpa-Büros in Stuttgart und davor mehrere Jahre im Landesbüro München tätig. Er gewährt Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise einer Agentur, die nicht nur einfängt, was auf der ganzen Welt geschieht, sondern unsere Sicht auf die Welt und das Zeitgeschehen ein Stück weit mitprägt. Gesprächspartner ist Tilman Rau, seit vielen Jahren Literaturhaus-Dozent für Reportage und journalistisches sowie erzählendes Schreiben.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
18.02.19
19.30 Uhr
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Raum ohne Fenster - Literatur und Flucht

Nather Henafe Alali, Rasha Abbas, Ilija Trojanow

Lesung und Gespräch, Moderation: Jörg Armbruster


2012 wurde er vom Assad-Regime inhaftiert, seine Familie kaufte ihn aus dem Gefängnis frei: Nather Henafe Alali, geboren 1989 in Deir Azzor, Syrien, lebt nun seit vier Jahren in Deutschland und hat ein Romandebüt vorgelegt, in dem er von Verlust und Erschöpfung, Einsamkeit und Exil schreibt, davon, wie der Autoritarismus und der Krieg den Menschen die Heimat nehmen - aber nicht die Hoffnung, den Lebensmut und die Widerstandskraft. Alali arbeitete für syrische Hilfsorganisationen und internationale NGOs zwischen Syrien und der Türkei; 2016 bis 2017 war er Kolumnist für das Wochenmagazin "Der Spiegel". Die syrische Autorin Rasha Abbas zeigt in ihren neuen Erzählungen "Eine Zusammenfassung von allem, was war" (dt. Übersetzung Sandra Hetzl) virtuos die Bandbreite ihrer Kunst, wenn sie urbane Märchen und Traumlandschaften mit starken zeitgenössischen Bildern verbindet und berührende Figuren, Fantasiegebete, Balladen und Monologe entstehen lässt. Die heute 34 Jahre alte Autorin konnte Syrien 2013 legal verlassen. Erst siedelte sie nach Beirut über, dann reiste sie mit einem Stipendium nach Stuttgart in die Akademie Solitude und beantragte nach Ablauf des Visums Asyl. "Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang", sagt der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Intellektuelle Ilija Trojanow, der als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien floh. Trojanow erzählt von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter, von der Einsamkeit und davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt, was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht und welche Lügengeschichten man den Daheimgebliebenen auftischt. In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
19.02.19
19.30 Uhr
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Opernintendant – Beruf und Berufung

Viktor Schoner

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Gespräch, Moderation: Mirko Weber


Opernintendant ist kein klassischer Beruf, noch dazu keiner, den man studieren kann. Es handelt sich vielmehr um die durch ein Gremium verliehene Entscheidungsbefugnis über einen Strauß künstlerischer und nicht-künstlerischer Verantwortungsbereiche. Diese erstrecken sich von der Spielplangestaltung, den Künstlerengagements, der Personalverantwortung, der Disposition, der Vermittlungsarbeit über die Budgetplanung bis hin zur Medienarbeit. Jenseits dieser direkten Zuständigkeiten gibt es Bereiche, die für die Opernarbeit essentiell sind, über die man aber nicht direkt entscheiden kann, sondern nur in Absprache mit anderen. Dazu gehören z.B. die Bühnentechnik, Werkstätten und das Ticketing. Um als Opernintendant zu arbeiten, empfiehlt es sich, umfangreiche Erfahrung in diesen Berufsfeldern gesammelt zu haben. Hinzu kommt allerdings noch etwas anderes Wesentliches: Das kann man vielleicht am besten als innere Berufung bezeichnen. Die speist sich aus einem klaren künstlerischen Wollen, dem fachlichen Vermögen, vielgestaltige Aufgaben bewältigen zu können, der Lust an Kommunikation mit Mitarbeiter*innen und dem Publikum - und dem Selbstbewusstsein, auch in kritischen Situationen mit durchsetzungsfähigen Lösungen zu überzeugen. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
20.02.19
19.30 Uhr
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Volume#5: Sich Ausbreiten

Hanns-Josef Ortheil

Veranstaltungsreihe: Stuttgarter Journal

Performance


Nach den ersten vier Folgen seines „Stuttgarter Journals“, die sich dem „Ankommen“ (Hauptbahnhof), dem „Losgehen“ (Untere Königsstraße), dem „Sich Öffnen“ (Schlossplatz) und dem „Sich Niederlassen“ (Schillerplatz/Marktplatz) widmeten, untersucht der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil in der letzten Folge Momente eines „Sich Ausbreitens“. Fixiert, beobachtet und beschrieben werden diesmal das Bohnen- und das Leonhardsviertel. Dabei präsentiert Ortheil wiederum eine Serie multimedial verarbeiteter Fundstücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Stadt, in der er seit über dreißig Jahren wohnt. So bastelt er anhand von erzählenden, essayistischen und monologischen Texten, die mit Filmsequenzen und Fotografien konfrontiert werden, an einer neuartigen Form von „Stadtbeschreibung“, die sich auf französische Vorbilder (Balzac, Aragon, Butor) bezieht. In ihrem Verlauf soll die Wahrnehmung des Stadtraums durch Rückblicke auf alte historische Strukturen und moderne Verschiebungen von Bedeutungsfeldern intensiviert werden. Das Ziel ist eine fortlaufende „Lektüre städtischer Terrains“, nicht in anekdotischem, sondern in physiologischem Sinn.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
22.02.19
19.30 Uhr
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A Pocketful of Rainbows

Jim Avignon

Ausstellungseröffnung, Lesung, Musik, Lesung: Elke Twisselmann, Desiree Lune


Die Witwe eines Waffenfabrikanten, die sich vor den Geistern der durch seine Waffen Getöteten fürchtete; ein Pop-Star, der Autos verschenkte und auf Fernseher schoss, und ein Mann, der seine Schuhe immer nur einen Tag trug - das sind die "Heldinnen und Helden" einer neuen Porträt-Serie, die ab Februar im Literaturhaus Stuttgart zu sehen sind. Gemalt hat diese Bilder Jim Avignon, aufgewachsen in Karlsruhe, in Berlin lebend, weltweit aktiv. Gezeigt werden mehr als 20 Bilder in seinem Stil: feiner Strich auf Alltagsmaterial wie Papier. Porträtiert hat der Künstler Exzentrikerinnen und Exzentriker aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter Gertrude Stein und Oscar Wilde, Howard Hughes und Sarah Bernhardt, aber auch Pop-Größen wie Andy Warhol und Grace Jones. Jim Avignon betritt damit Neuland: Erstmals kommentiert er nicht ironisch den Geist unserer Zeit, sondern außergewöhnliche "Geister der Geschichte". Und auch das Literaturhaus Stuttgart feiert eine Premiere: Erstmals sind die Bilder des Berliners Multi-Talents in einer Bücher-Institution zu sehen. Zur Vernissage liest Elke Twisselmann ausgewählte Texte der portraitierten Köpfe.

Eintritt frei

 

Dienstag
26.02.19
19.30 Uhr
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Rüpel und Rebell - Die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen

Hannelore Schlaffer

Lesung und Gespräch, Moderation: Jochen Hörisch


Der Intellektuelle ist eine Leitfigur der bürgerlichen Gesellschaft, bewundert viel und ebenso viel gescholten. In ihrem Essay „Rüpel und Rebell - die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen“ fragt sich Hannelore Schlaffer, wie es zu solch zwiespältiger Einschätzung und solch hoher Aufmerksamkeit auf einen Einzelgänger kommt, der seit der Französischen Aufklärung in den Salons zunächst des Adels, dann des Bürgertums das Wort führt und schließlich in verkommener Aufmachung und Allüre durch die Straßen der bürgerlichen Städte flaniert, die Zeitung unterm Arm, in der er und seinesgleichen ihre provokativen Gedanken publik gemacht haben. Durch seinen rüpelhaften Auftritt unterstreicht der Intellektuelle seine rebellischen Worte und regt so seine Mitbürger zur Diskussion über ihn, über die Politik und die neuesten Ideen an. - Was geschieht nun mit dieser bewegten und bewegenden Figur, die Denken zur Schau stellt, wenn sie ihre Bühne von der Straße in die öffentlichen Medien, vor allem ins Fernsehen, verlegt? Gewinnt sie an Einfluss? Vermindert sich dieser? Darüber diskutiert Hannelore Schlaffer mit Jochen Hörisch, Professor für Medien- und Literaturwissenschaft in Mannheim und durch Rundfunk- und Fernsehauftritte selbst bekannt als einer der namhaften Intellektuellen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
28.02.19
19.30 Uhr
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Sozialer Kapitalismus! Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft

Paul Collier

Lesung und Gespräch, Moderation: Felix Heidenreich


"Der Kapitalismus hat uns zu einer Rottweiler-Gesellschaft gemacht": Paul Collier, einer der bedeutendsten Ökonomen unserer Zeit, legt ein Manifest für einen erneuerten Kapitalismus vor. Seine Diagnose: Es geht nicht nur um Verteilung zwischen Arm und Reich, viel gefährlicher ist der neue Riss durch das Fundament unserer Gesellschaft - zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den meist urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greift um sich, die auf Selbstbestimmung beharrt, auf Konsum abzielt und sich dabei von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen verabschiedet. "Die Rottweiler-Gesellschaft“, so Collier, "verliert den Sinn für sozialen Zusammenhalt"- und in dieses Vakuum stoßen Populisten und Ideologen. Collier verurteilt diese neue soziale und kulturelle Kluft leidenschaftlich und präsentiert ein sehr persönliches Manifest für einen sozialen Kapitalismus, der auf einer neuen Ethik der Gemeinschaft beruht. Paul Collier ist Professor für Ökonomie und Direktor des "Centre for the Study of African Economies" an der Universität Oxford. Seit vielen Jahren forscht er über die ärmsten Länder der Erde und untersucht den Zusammenhang zwischen Armut, Kriegen und Migration. Sein Buch "Die unterste Milliarde" (2008) sorgte international für große Aufmerksamkeit und wurde mehrfach ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart und mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de