veranstaltungen im juni 2019

veranstaltungen im juni 2019

juni 2019

03.12.18
bis
06.12.18
-

Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Vortrag, Lesung, Gespräch


Internationale Tagung im Literaturhaus Stuttgart Die vom Verein „Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V.“ organisierte Tagung „Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West“ bringt Aktivist*innen und Forscher*innen zum Feminismus in Osteuropa in Dialog mit Autor*innen und Literaturwissenschaftler*innen, die zur Literatur deutschsprachiger Schriftstellerinnen osteuropäischer Herkunft forschen. Schwerpunkt der Diskussion ist die Auseinandersetzung mit Formen von Widerstand, Wut, Gewalt aber auch Begeisterung in sozialen Bewegungen wie in literarischen Texten, auf individueller wie kollektiver Ebene. Welche Impulse können von feministischen Bewegungen in Osteuropa ausgehen, jenseits der anglo-amerikanisch geprägten #MeToo-Debatte, und wie positionieren sich Autor*innen feministisch, fragt die Tagung in Vorträgen, Lesungen und Gesprächen. Die Tagung ist öffentlich und die Teilnahme an den Tagesveranstaltungen ist frei. Karten für die Abendveranstaltungen sind über das Literaturhaus und an vielen Vorverkaufsstellen zu beziehen. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart. Vollständiges Tagungsprogramm: Anmeldung:

 

Montag
03.12.18
19.00 Uhr
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„Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Weihnachten, das besinnliche Fest im Kreis der Familie, ist für Tante Milla zum Lebensinhalt geworden. Nachdem sie jahrelang an der von ihr so geliebten wie perfektionierten Aufgabe des Weihnachtsbaumschmückens gehindert worden ist, nimmt sie diese im ersten Nachkriegsjahr mit umso größerer Hingabe wieder auf. So sehr findet sie Gefallen daran, dass sie in einen regelrechten Wahn verfällt und fortan jeden Tag pünktlich um 18.30 Uhr Heiligabend feiert. So kommt es, dass selbst im Juli die Englein noch singen und die Wachskerzen tropfen. Nicht nur zur Weihnachtszeit zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten Erzählungen Heinrich Bölls. In ihr nimmt er die restaurativen Tendenzen im Nachkriegsdeutschland satirisch aufs Korn und fängt in der verewigten Weihnachtsfeier die Atmosphäre einer Zeit ein, die eher auf Bewahrung als auf Erneuerung zielte. Zwischen Glühwein, Punsch und Plätzchen diskutieren wir über diese und weitere (Weihnachts-)Erzählungen von Heinrich Böll: Nicht nur zur Weihnachtszeit, Krippenfeier und Der Engel. Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
03.12.18
19.30 Uhr
-

Geschlecht. Flucht. Herkunft

Olga Grjasnowa

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Claudia Dathe


Seit dem Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2012) setzt sich Olga Grjasnowa mit Geschlecht, Sexualität und Herkunft auseinander. Figuren wie Mascha oder Leyla in „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ (2014) lassen sich nicht in Identitätsraster einpassen, betonen vielmehr „I am not“, wie der Titel der Feminismus-Reihe im Literaturhaus 2018 lautete. Im jüngsten Roman „Gott ist nicht schüchtern“ (2017) verfolgt die Autorin die Lebensläufe von Amal und Hammoudi, die getrennt und auf unterschiedliche Weise gegen das Regime Assads kämpfen. Der Roman zeigt, wie Widerstand, Gewalt und Flucht das Leben der Figuren bestimmen, wie Gewalt genderspezifisch an Körpern angreift und welche Formen des Weiterlebens gewährt werden. In Leylas Bücherschrank stehen die Publikationen Judith Butlers. Welche Positionen der Gender Studies und des Feminismus in Olga Grjasnowas Schreiben eingehen, fragt im Gespräch mit ihr in Stuttgart Claudia Dathe. Gefördert im Rahmen des Programms „Grenzgänger“ der Robert Bosch Stiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
04.12.18
18.00 Uhr
-

Dürre Engel & Liebesroman

Noémi Kiss, Zsófia Lóránd, Ivana Sajko, Alida Bremer

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Silke Pasewalck, Schamma Schahadat


18.00 Uhr "Dürre Engel" Noemi Kiss und Zsófia Lórand Moderation: Silke Pasewalck Die Schriftstellerin Noemi Kiss gewährt in ihrem Roman „Dürre Engel“ tiefe Einblicke in den ungarischen Alltag der prägenden Wendezeit der 1980er Jahre. Lívia hat ihren Ehemann Öcsi erstochen, der Prozess läuft. Wie konnte es soweit kommen? Während sie sich von einem Herzinfarkt erholt, lässt Lívia ihr Leben Revue passieren und versucht ihre Straftat zu verstehen. Schonungslos rekonstruiert Lívia ihr eigenes Leben, und nähert sich bruchstückhaft ihrer Erinnerung. Der Roman zeichnet ein Bild düsterer Beziehungsstrukturen und greift gesellschaftskritische Themen über sexuelle Freiheit und körperliche Gewalt auf. Die Autorin Noemi Kiss, geboren 1974 in der Nähe von Budapest, studierte Hungarologie, Komparatistik und Soziologie, unter anderem in Konstanz. Sie arbeitet als Autorin, Kritikerin und Essayistin und war „Writer in Residence" des Literaturhauses Zürich und der PWG Stiftung in Zürich. Ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Kurze Pause 19.30 Uhr "Liebesroman" Ivana Sajko und Alida Bremer Moderation: Schamma Schahadat Wie sieht die Liebe aus in Zeiten des Prekariats, das Autor*innen und Schauspieler*innen gleichermaßen trifft? Vergeblich versucht 'Er' einen Liebesroman zu schreiben, während 'Sie' mit Radiowerbung Geld für die Familie verdient. An die Stelle der Liebe tritt ein alltäglicher Kampf, der doch nicht von der Liebe zu lösen ist. Im Perspektivenwechsel von ihr und ihm, beide namen- und ortlos, lotet Sajko die Formen heterosexueller (Nicht-)Zusammengehörigkeit aus. In der deutschen Übersetzung Alida Bremers wird eine ungewöhnlich schnörkellose Sprache hörbar, die in langen Satzkonstruktionen die Verwobenheit wider Willen artikuliert. Für „Liebesroman“ wurden Ivana Sajko und Alida Bremer in diesem Jahr mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt: Euro 15,-/12,-/7,50

 

Mittwoch
05.12.18
12.15 Uhr
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Dazwischen: Ich

Julya Rabinowich

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung für Schüler*innen, Moderation: Caroline Roeder


Rabinowichs Texte stellen Fragen der Identität in den Mittelpunkt und zeichnen Suchbewegungen von jungen Protagonistinnen nach, die geprägt sind von Erfahrungen des Sprach- und Heimatverlustes. Die Autorin, 1970 in St. Petersburg geboren, lebt seit 1977 in Wien. Nach dem Studium arbeitete sie als Kolumnistin, Malerin und Dolmetscherin. 2008 erschien ihr erster Roman “Spaltkopf“ (2008), der sich eindrücklich mit Folgen von Migration und (kindlicher) Identität auseinandersetzt. Mit „Dazwischen Ich“ (2016) veröffentlichte Julya Rabinowich ihren ersten Roman, der sich an ein jugendliches Publikum richtet und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Für 2019 ist mit „Hinter Glas“ ein weiteres Jugendbuch im Carl Hanser Verlag angekündigt. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt frei

 

Mittwoch
05.12.18
18.00 Uhr
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Other Russias & Die letzten Tage des Patriarchats

Viktoria Lomasko, Margarete Stokowski

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Almira Ousmanova, Lena Vöcklinghaus


18.00 Uhr "Other Russias" Victoria Lomasko Moderation: Almira Ousmanova In Englisch und Russisch, mit Übersetzung Die Graphikerin Victoria Lomasko nimmt über ihre Zeichnungen zur russischen Gesellschaft Stellung und beleuchtet die Ausbeutung von Frauen in Prostitution und Sklaverei, aber auch den aktivistischen Widerstand von feministischen und LGBT-Gruppierungen. Ihre Illustrationen im Prozess gegen Pussy Riot machten Viktoria Lomasko weltberühmt, und ihre gezeichneten Reportagen vom Rand der russischen Gesellschaft sind selbst Teil dieses Widerstands. Inzwischen liegen sie auch auf Deutsch und Englisch vor. In Stuttgart präsentiert sie Auszüge aus ihrem Werk, darunter die neue Publikation „Other Russias“ (2017) und kommt darüber ins Gespräch mit der Kunstwissenschaftlerin Almira Ousmanova. Kurze Pause 19.30 Uhr "Die letzten Tage des Patriarchats" Margarete Stokowski Moderation: Lena Vöcklinghaus Seit ihrem Debüt „Untenrum frei“ zählt Margarete Stokowski zu den bekanntesten jungen Feministinnen. Doch wie steht es um die feministische Revolution? Die Antwort ist: Wir befinden uns mitten drin. Stokowskis zweites Buch „Die letzten Tage des Patriarchats“ ist eine Auswahl an provokanten und gesellschaftspolitischen Kolumnen und Essays der letzten sieben Jahre, versehen mit Kommentaren - von hasserfüllten Ansichten bis hin zu Liebesbekundungen. Stokowskis zeitgeschichtlicher Abriss aus Politik und Alltagsszenen zeigt uns deutlich: Feminismus ist überall. Sie schreibt über Pornos, Macht, Gleichberechtigung, sexstreikende Frauen und die jüngste Debatte um #MeToo. Stokowski, geboren 1986 in Polen, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als freie Autorin schreibt sie unter anderem für die taz und die ZEIT. In ihrer wöchentlichen Kolumne „Oben und unten“ bei Spiegel Online nimmt sie seit 2015 die Tagespolitik aufs Korn - laut, humorvoll und mutig. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt: Euro 15,-/12,-/7,50

 

Donnerstag
06.12.18
19.30 Uhr
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Die Mittelmeerreise

Hanns-Josef Ortheil

Lesung


Achtung Programmänderung: Das "Stuttgarter Journal Volume#5: Sich Ausbreiten" ist auf 20.02.19 verschoben. Hanns- Josef liest dafür aus seinem neuen Roman "Die Mittelmeerreise". Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit am 06.12.18 oder können an der entsprechenden Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. Im heißen Sommer des Jahres 1967 geht Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater auf große Fahrt. Sie führt auf einem schwer beladenen Frachtschiff von Antwerpen durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer und weiter bis nach Griechenland und Istanbul. Mit an Bord ist - vom Steward über den Funker bis zum Kapitän - eine ganze Gesellschaft im Kleinen. Und auch die Angst fährt im Bauch dieses Ungetüms aus Eisen und Stahl, das auf hoher See in schwere Stürme gerät, beständig mit. Der junge Hanns-Josef Ortheil begegnet dem auf seine Weise: er beobachtet, reflektiert, schreibt. Zwischen Kommandobrücke, Frachtraum und Schiffsbibliothek beginnt seine Suche nach Fixpunkten und dem, was für ihn zählt und weiterhilft: Die Lektüre Homers? Die neusten Songs der Beatles? Das Klavierspiel? Die Arbeit an der Bordzeitung? Die Freundschaft mit einer jungen Griechin? Oder die Aussteigerfantasien eines Besatzungsmitglieds? Immer reichhaltiger und intensiver wird die abenteuerliche Reise in unbekannte Gewässer, weit über frühere Ideen und Fantasien hinaus: der große Roman einer Odyssee ins Erwachsenenleben.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
07.12.18
19.30 Uhr
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Das heutige Gedicht

Mikael Vogel, José F. A. Oliver

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


„Ein Dichter liest die Totenmesse für eine lange Reihe ausgestorbener Tiere“, so Matthias Ehlers in einer Rezension für WDR5 über Mikael Vogels neuesten Lyrikband „Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium“, 2018 im Verlagshaus Berlin publiziert. Für eine Auswahl aus der 252 Seiten umfassenden Sammlung wurde Mikael Vogel bereits 2016 im Rahmen des Lyrikpreises Meran mit dem Medienpreis RAI Südtirol ausgezeichnet. 2012 nahm Friederike Mayröcker zwei Gedichte von Mikael Vogel in die Liste ihrer 25 Lieblingsgedichte auf, die im Wiener Styria Verlag unter dem Titel „Meine 25 Lieblingsgedichte“ erschienen sind. Im Gespräch mit dem Lyriker Jose F.A. Oliver wird Mikael Vogel, der 1975 in Bad Säckingen geboren wurde und seit 2003 in Berlin lebt, eine Auswahl seiner Gedichte vorstellen. Darüber hinaus soll der Stellenwert des Gedichts in unserer heutigen Zeit, verbunden mit Fragen nach Form und Inhalt und der Bedeutung der lyrischen Form im Rahmen des Deutschunterrichts an Schulen diskutiert werden. Von Jose F.A. Oliver ist zuletzt 2018 im Berliner Verlag Matthes & Seitz der Lyrikband „wundgewähr“ erschienen. Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
09.12.18
11.00 Uhr
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Ein Meister im Kreis

Ulrich Raulff, Wieland Backes

Veranstaltungsreihe: Köpfe der Zeit

Gespräch


Kein Wort geht ihm so geschmeidig über die Lippen wie "Nein", denn er weiß genau, was jeder Archivmeter in Marbach kostet. Und zugleich ist es die besondere Spürnase im Ankauf bedeutender Vor- und Nachlässe, die Ulrich Raulff auszeichnet. Der Historiker und Publizist war seit 2004 Direktor des Deutschen Literaturarchivs und gibt dieses Amt Ende des Jahres auf, um als neuer Präsident dem Institut für Auslandsbeziehungen vorzustehen. Der ehemalige Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein umtriebiger Intellektueller und Autor glänzend geschriebener und kundiger Sachbücher. Ob zu Stefan Georges "Kreis ohne Meister" (Beck Verlag 2009) oder über "Das letzte Jahrhundert der Pferde" (Beck Verlag 2015): Raulff gehört zu den großen Köpfen der Zeit. Mit ihm ins Gespräch kommt die Moderatorenlegende des SWR Nachtcafes und Gründer der Initiative "Aufbruch Stuttgart", Wieland Backes. In Zusammenarbeit mit der Volksbank Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
10.12.18
19.30 Uhr
-

ein strumpf wächst durch den tisch

Ulf Stolterfoht, Kammerflimmer Kollektief

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Hörspiel


Im Rahmen der Ausstellung "Falsches Rot" präsentieren das Kammerflimmer Kollektief und Ulf Stolterfoht das noch unrealisierte Hörspielprojekt "ein strumpf wächst durch den tisch". Auf Grundlage der Kassiber, mit denen sich die isolierten RAF-Gefangenen während der Hungerstreiks in Stammheim verständigten, versucht das Stück, etwas über die Macht von Namen und Benennungen herauszubekommen, und darüber, wie sich Hierarchien sprachlich abbilden und verfestigen. Das Kollektief tanzt dazu den ball of confusion. Als Überraschungsgäste treten auf: Ludwig Wittgenstein, Herman Melville, Frank Witzel und höchstwahrscheinlich auch das Rumpelstilzchen. Das Kammerflimmer Kollektief (Heike Aumüller, Johannes Frisch & Thomas Weber) ist ein 1996 von Thomas Weber in Karlsruhe ins Leben gerufenes Bandprojekt. Und obwohl mittlerweile zehn Alben erschienen sind, fällt es noch immer schwer, diese Musik zu kategorisieren. Irgendetwas zwischen Impro, Ambient, Noise, Field Recording, Electronica, Punk, Minimal, Dub, Van Dyke Parks - "und noch viel, viel mehr!" (Artur Verweyser) Zuletzt erschien "There are actions which we have neglected and which never cease to call us"; Bureau B, 2018. Ulf Stolterfoht, geb. 1963 in Stuttgart, lebt in Berlin. Lyriker und Übersetzer. Zuletzt: "fachsprachen XXXVII - XLV"; Berlin: kookbooks 2018. Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
12.12.18
20.00 Uhr
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AMOK PerVers – Martin Piekar

Martin Piekar

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch, Moderation: Sara Hauser


Provokativ, direkt, aufrüttelnd - so schreibt Martin Piekar, Jahrgang 1990, in seinem Gedichtband Amok PerVers über unsere Gegenwart. Es geht um Politisches und Privates, um „Wolkenformnationen“ und „Wolkenformationen“. Es geht um Identitäten und Grenzen, um die Generation Tinder und die perversen Auswüchse des Kapitalismus, die im Bankenviertel Frankfurts ein architektonisches Äquivalent gefunden haben. Mit diesem Gedichtband zeigt Piekar, dass der häufig geäußerte Vorwurf, die junge Schriftsteller*innengeneration sei gänzlich unpolitisch, eine pauschale Unterstellung ist. Schonungslos allem und allen gegenüber spielt diese Lyrik mit Variationen der Alltagssprache und schafft eindrückliche Bilder, die hängenbleiben. Piekar studiert Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt a.M. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien 2014 sein Debütband Bastard Echo beim Verlagshaus Berlin. Piekar erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter auch den Lyrikpreis des 20. Open Mike (2012). Ort: Hauptstätter Straße 143, Stuttgart Eintritt: 5,- Euro inklusive Glühwein und Gutsle. Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl.

 

Donnerstag
13.12.18
19.30 Uhr
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Gottfried Keller: „Romeo und Julia auf dem Dorfe“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Ländlicher Liebestod: Sali und Vrenchen wären so gern ein Paar, doch ihre Väter haben ihnen das gründlich vermasselt. Der Streit zwischen zwei Bauern um einen brachliegenden Acker führte zu einer Familienfehde, aus der sich auch die heranwachsenden Kinder nicht lösen können. Die Liebe von „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ endet bei Gottfried Keller so tragisch wie bei William Shakespeares adligen Vorbildern aus Verona. Keller zeigt: Auch die niederen Stände leiden nicht geringer. Die Novelle entstand 1855 und ist eine der bekanntesten Erzählungen aus Gottfried Kellers zweibändigem Novellenzyklus „Die Leute von Seldwyla“. Hier fächert Keller nicht nur komplexe Psychologien auf, sondern diskutiert auch menschliches (Fehl-)Verhalten und dessen - bisweilen auch tödliche - Folgen. Ein Gespräch über einen beliebten literarischen Klassiker mit der Lyrikerin und Romanautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen John von Düffel sowie einer poetischen Performance von Timo Brunke. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 13.12., 8.30 Uhr "Romeo und Julia auf dem Dorfe - Gottfried Kellers ländliches Liebesdrama“ von Anja Brockert. Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
14.12.18
19.30 Uhr
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Das Buch der entbehrlichen Gedanken

Ömür Ilkim Demir

Veranstaltungsreihe: Literatür - Deutsch-Türkische Kulturnacht

Lesung und Gespräch, Moderation: Gerrit Wustmann


"Das Buch der entbehrlichen Gedanken" wurde mit den renommiertesten Literaturpreisen in der Türkei ausgezeichnet und beinhaltet zehn Erzählungen von gewöhnlichen Menschen und ihren Alltagssorgen, von denen einige miteinander verbunden sind. Der Leser kann kaum Luft holen zwischen einem Bombenanschlag in Istanbul, einem mexikanischen Zirkus, einem gestrandeten Papagei, einem dreibeinigen Hund und vor allem einem Lichtschimmer, der sich trotz aller Widrigkeiten wie ein Silberstreifen durch das Buch zieht: die Hoffnung. Schicksalhafte Begegnungen gehören genauso auf die Straßen Istanbuls wie ein Papiersammler, der sich nur mit einem 5 Liter Tetra-Pack-Wein wärmen kann in dieser überfüllten und einsamen Stadt. Ömür Iklim Demir, 1980 in Adana geboren, arbeitet sieben Jahre als Strafanwalt und im Anschluss daran drei Jahre als Werbetexter. Bereits während seines Jurastudiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften. Seine erste Erzählung erschien 2010 in "Varlık", sein erstes Buch, Muhtelif Evhamlar Kitabi, wurde 2015 im YKY Verlag publiziert. In Zusammenarbeit mit Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
17.12.18
19.30 Uhr
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Der schmale Grat des Lebens

Edzard Reuter

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Gespräch, Moderation: Wieland Backes


Der Wirtschaftsclub im Literaturhaus macht sich in seinem aktuellen Programm auf die Suche nach möglichen Antworten auf die Frage, wie ein gutes Leben gelingen kann und bittet zu diesem Thema Edzard Reuter und Wieland Backes zusammen auf die Bühne: Der Eine ist der weltläufige Sohn des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, der Andere ein schüchternes Kind vom Lande. Der Eine war acht Jahre mächtiger Lenker des Daimler-Konzerns, der Andere fast drei Jahrzehnte erfolgreicher Moderator der SWR-Talkshow Nachtcafe. So unterschiedlich die Lebensläufe der beiden Gesprächspartner auch sind, die Gelegenheit, über die großen und kleineren Fragen des Lebens nachzudenken haben sie beide reichlich genutzt. Jetzt im Alter blicken sie auf ein erfülltes Leben zurück - mutmaßlich ohne Zorn. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
19.12.18
20.00 Uhr
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Schlittschuhlaufen - Eiswelt Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Kufen polieren, bitte! Passend zur Winterzeit bitten wir aufs Eis der Waldau zu gemeinsamem Rundendrehen und gelegentlichen Pläuschchen an der Bande. Denjenigen, die noch an ihrer Kompetenz auf dem Eis zweifeln, stehen natürlich immer helfende Hände und Holzpinguine zur Verfügung. Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Ort: Eiswelt Stuttgart, Keßlerweg 8, Stuttgart Treffpunkt: U-Bahn-Haltestelle Waldau Eintritt: 5,50 / 3,30 Euro Eintritt + Leihschlittschuhe 4,- Euro

 

Mittwoch
19.12.18
20.00 Uhr
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Kammer Lesung

Clemens Setz

Lesung


Der österreichische Autor Clemens J. Setz, dessen Stück "Die Abweichungen" im November zur Uraufführung am Schauspiel Stuttgart kommt, liest im Kammertheater bisher unveröffentlichte Texte. Von Setz erschien zuletzt 2018 der fiktive Interviewband "Bot. Gespräche ohne Autor". Sein 2015 erschienener Mammutroman "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" erhielt den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. Veranstalter: Schauspiel Stuttgart Außer Haus! KAMMERTHEATER, Konrad-Adenauer-Straße 32, Stuttgart Eintritt: Euro 13,- (Vorverkauf im Schauspiel Stuttgart >>>)

 

Donnerstag
20.12.18
19.30 Uhr
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Dämmer und Aufruhr

Bodo Kirchhoff

Lesung und Gespräch, Moderation: Christoph Schröder


Nein, das sei keine Autobiografie, sagt Bodo Kirchhoff über seinen neuen Roman. "Wer wie ich aus der Erinnerung erzählt, hat sofort seinen Fuß im proustschen Kosmos. Das Buch ist zwar eine Recherche, aber die Recherche geht über den engen Horizont des Faktischen hinaus." Bodo Kirchhoff schreibt die Geschichte seiner frühen Jahre, erzählt sie mit der Distanz des Schriftstellers: Er greift zu den Mitteln und Freiheiten des Romans, um der Geschichte seiner Sexualität, die zugleich die Geschichte seines beginnenden Schreibens und die Geschichte eines Missbrauchs ist, einen Rahmen zu geben. Ein Sohn kommt ins Internat, ein Drama der Details nimmt seinen Lauf, jenseits aller verstehenden Sprache auf einer Klinge aus beklemmender wie betörender Gewalt. In seinem großen autobiografischen Roman „Dämmer und Aufruhr“ dringt Kirchhoff mit starken Erinnerungsbildern und großem erzählerischen Atem in die Tiefen des eigenen Abgrunds vor. Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen Romanen „Die Liebe in groben Zügen“ und „Verlangen und Melancholie“ wurde Kirchhoff für seine in zahlreiche Sprachen übersetzte Novelle „Widerfahrnis“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
07.01.19
19.00 Uhr
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Über "Verzeichnis einiger Verluste" von Judith Schalansky


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Während der Arbeit an diesem Buch verglühte die Raumsonde Cassini in der Atmosphäre des Saturn; (…) verschwand eine Boeing 777 spurlos auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking; (…) stürzte bei einem Erdbeben in Kathmandu zum zweiten Mal der Dharahara-Turm ein.“ So öffnet Schalansky neues Buch, daß von zwölf Momenten des Verlustes erzählt. Denn die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind - mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt, und wo unsere Diskussion im neuen Jahr beginnen soll. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
14.01.19
19.30 Uhr
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Falsches Rot

Dieter M. Gräf, Martin Schulz

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Lesung und Gespräch, Moderation: Hubert Winkels


Ist unsere Gesellschaft noch so durchlässig, wie sie in den 70er-Jahren zu werden schien, als Dieter M. Gräf, Sohn einer Ludwigshafener Arbeiterfamilie, seine Liebe zur Kunst und Literatur entdeckte? Was ist in der Gesellschaft schief gelaufen, wenn sie ihre Kunstschaffenden in Villen und Schlösser schickt, aber niemals in die Produktion? „Was kann man der Lyrik nicht alles vorwerfen!“, schreibt Paul Jandl in der Neuen Zürcher Zeitung. „Dass sie weltfremd sei, meinen die Poesieverächter. Sie stoßen sich daran, dass im lyrischen Sprechen die kleinen Dinge bis zu einer Größe herausmikroskopiert werden, die sie im Leben nicht haben. Wenn es aber gelingt, das Monströse in den wenigen Zeilen eines Gedichtes schrecklich funkeln zu lassen, dann ist das wie eine grosse Überraschung. "Falsches Rot", der neue Band des Lyrikers Dieter M. Gräf, ist so eine Überraschung. Diese Lyrik spiegelt die Zeiten und Orte, an denen die Welt sich selbst fremd wird.“ Mit ihm ins Gespräch kommt Martin Schulz, Jahrgang 1955, gelernter Buchhändler und unlängst Gast im Literarischen Quartett, einst Bürgermeister von Würselen, dann Abgeordneter des Europäischen Parlaments und dessen Präsident, Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat der SPD - und heute weiterhin Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Dieter M. Gräf, geboren 1960, schreibt seit 1975 Gedichte und veröffentlichte Bücher bei Suhrkamp, Insel, der FVA und bei Brueterich Press, seit 2014 stellt er auch seine Fotografien aus. Zusammen mit Ulf Stolterfoht und Frank Witzel hat er im Literaturhaus die gleichnamige Ausstellung "Falsches Rot" entwickelt. Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
15.01.19
19.30 Uhr
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Afrotopia

Felwine Sarr

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch, Moderation: Deniz Utlu
Übersetzung: Jürgen Stähle


In seinem klugen wie beeindruckenden Manifest "Afrotopia", das zugleich Analyse der Gegenwart ist und mögliche Wege in die Zukunft aufzeigt, fordert der senegalesische Ökonom und Schriftsteller Felwine Sarr eine Entkolonialisierung Afrikas, indem es sich auf seine sozialen und geistigen Ressourcen zurückbesinnt, ohne den Kontakt mit der Moderne zu verleugnen. Ein anderes, ausgeglicheneres Verhältnis zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Natur wird so nicht nur für Afrika denkbar. Als einer der internationalen renommierten Zukunftsdenker Afrikas wurde Felwine Sarr in den Beraterstab von Präsident Macron berufen, um zusammen mit Benedicte Savoy Rückgabestrategien für die Raubkunst in Frankreich zu entwickeln. Auch in Deutschland wird der Umgang mit dem kolonialen Erbe auf der Basis der Empfehlungen von Sarr und Savoy derzeit auf politischer Ebene diskutiert. Diese Impulse greifen wir auf und intensivieren sie in einem internationalen Literaturfestival mit dem Titel "Membrane. Durchlässiges Denken. Literaturen aus Afrika", für das wir Felwine Sarr als Kurator gewinnen konnten. Veranstaltet wird es vom Literaturhaus zusammen mit dem Institut francais und der Akademie Schloss Solitude vom 23.-26. Mai 2019. Unser Denken über Afrika durchlässiger zu machen, Auseinandersetzungen mit gemeinsamer Kolonialgeschichte und den geteilten Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu fördern und dabei die Literatur als zentralen Reflexionsraum neuer Visionen des Zusammenlebens ernst zu nehmen ist Ziel des Festivals. Yvonne Adhiambo Owuor, Schriftstellerin und Kulturvermittlerin aus Kenia, derzeit Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin, und Nadja Ofuatey-Alazard, Journalistin und Ko-Geschäftsführerin bei "Each One Teach One", Berlin, erarbeiten gemeinsam mit Sarr das Programm. Im Anschluss an das Gespräch Felwine Sarrs mit Schriftsteller und Kolumnist Deniz Utlu werden sich die Kurator*innen zum geplanten Festival äußern.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
16.01.19
19.30 Uhr
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„Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt" - Hanne Trautwein und Hermann Lenz. Der Briefwechsel 1937-1946

Iris Wolff, Rainer Moritz

Lesung und Gespräch


Lenz-Leser kennen diese Szene aus dem Roman "Neue Zeit" (1975): Hanne Trautwein und Hermann Lenz lernten sich, beide Anfang zwanzig, 1937 im Kunsthistorischen Institut der Universität München kennen: angehender Schriftsteller er, sie Studentin der Kunstgeschichte, Halbjüdin. Sie schrieben sich zunächst in den Semesterferien, dann regelmäßig, als Lenz einberufen wurde und bis zum Ende des Krieges Soldat blieb. Er, der sich fest vorgenommen hatte, im Krieg nie auf einen Menschen zu schießen, war im Russlandfeldzug an vorderster Front dabei. Hanne Trautwein entging der Verfolgung dank einer Anstellung als Sachverständige bei einem einflussreichen Kunsthändler, der Beutekunst aus den Niederlanden verkaufte. Sie ermöglichen einander das Überleben, indem sie in utopischen Daseinsentwürfen sich eine Gegenwelt schaffen zu den realen Schrecknissen um sie herum. Rainer Moritz, der sich seit über dreißig Jahren mit Lenz’ Werk befasst und über viele Jahre persönlichen Kontakt zu Hanne und Hermann Lenz hatte, und die in Freiburg lebende begeisterte Lenz-Leserin und Schriftstellerin Iris Wolff, deren jüngster Roman "So tun, als ob es regnet" mehrfach ausgezeichnet wurde, lesen aus der von Michael Schwidtal herausgegebenen und im Insel Verlag erschienenen Briefedition und stellen die Protagonist*innen im Gespräch vor.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
18.01.19
19.30 Uhr
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Zweimal die ganze Welt umrundet - Reisende Frauen vom 4. bis ins 20. Jahrhundert

Inge Utzt

Vortrag


Auftaktveranstaltung der 58. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 33. Antiquaria Ludwigsburg Es waren oft Fernweh, Abenteuerlust und Wissensdurst, weswegen Frauen auf Reisen gingen. Andere hatten familiäre, religiöse oder politische Gründe, ihre Heimat zu verlassen. Die erste bekannte Reisende, die einen Bericht aus eigener Feder hinterlassen hat, war die Klosterfrau Etheria, die um 380 auf Pilgerfahrt nach Konstantinopel ging; „Peregrinatio Etheriae“ wurde erst 1884 entdeckt. Um diese Zeit begab sich die Krankenschwester Kate Marsden zu den "Aussätzigen nach Sibirien" und Lady Florence Dixie nach Patagonien. Alexandra David-Neel überquerte zur Erforschung tibetischer Kultur den Himalaya und Ella Maillart nahm ihre Katze mit nach Südindien. Die Wienerin Ida Pfeiffer hat wohl den Rekord aufgestellt: Sie machte sich Mitte des 19. Jahrhunderts als Witwe auf den Weg und umkreiste zweimal die Erde. Frauen reisten natürlich häufig in Männerkleidung, manche schworen auf „einen guten festen Rock“. Die Schilderungen aus weiblicher Sicht unterscheiden sich durchaus von denen der männlichen Reisenden, Berichte über das "orientalische Frauenleben" gibt es etwa nur von Frauen. Leider sind ihre Reisebücher immer noch nicht so bekannt, wie sie es verdient hätten. Die Stuttgarter Antiquarin Inge Utzt, seit langem auf Werke von und über Frauen spezialisiert, stellt die „Ladies on Tour“ vor und liest aus deren Veröffentlichungen. Veranstalter: Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria Ludwigsburg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
21.01.19
19.30 Uhr
-

Gottfried Benn: „ Kleine Aster – Gedichte und Prosa“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert


Gottfried Benn schockte schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit seinem Zyklus „Morgue“: So kalt und zynisch hatte noch niemand über den menschlichen Körper und über den Tod geschrieben. Benn enthüllte die Abgründe seiner Zeit, es war ein furioser Höhepunkt des Expressionismus. Und der Dichter machte auch abseits seiner Texte von sich reden: Er war nicht nur Lyriker und Essayist, sondern auch Soldat im Ersten Weltkrieg, Arzt im Deutschland der NS-Diktatur, mehrfacher Ehemann und ein früher Radioenthusiast. Benn war durch und durch ein Mensch des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Texten erlangte er schon früh Bekanntheit, wurde zwischenzeitlich fast vergessen und später glücklicherweise wiederentdeckt. Im Gespräch werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel mit Benn als Person sowie seinem gesamten schriftstellerischen Profil auseinandersetzen. Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart, untermalt den Abend mit poetischen Interventionen. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 17.01.19, 8.30 Uhr "Kleine Aster und andere Gedichte“ von Helmut Böttiger Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
22.01.19
19.30 Uhr
-

Verzeichnis einiger Verluste

Judith Schalansky

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Raabe


"Das alte Thema der Menschheit ist doch: Wir wissen immer erst, was uns die Dinge wirklich bedeuten, wenn sie weg sind. Das Paradies kommt nicht erst nach dem Tod. Das hier war es schon." Judith Schalansky Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind - mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein Verzeichnis des Verschollenen. Die Protagonist*innen dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt: "Man hat ja eine Handvoll Traumata, an ¬denen man sich in der Kunst abarbeiten kann. Mir ist beim Schreiben klar geworden, dass dieses Gefühl des Unbehaustseins, das ich erlebt habe, in eine Kultur der Geschichtslosigkeit und des Schweigens eingebettet ist." Judith Schalanskys Werk ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman "Der Hals der Giraffe" wurde 2015 ausgewählt für das vom Schriftstellerhaus initiierte Projekt "eine Stadt liest ein Buch" 2015. Sie ist Herausgeberin der Reihe "Naturkunden" und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin. In Zusammenarbeit mit dem Schriftstellerhaus Stuttgart und dem Hospitalhof Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
23.01.19
19.30 Uhr
-

Die Röte des Rot von Technicolor - Über die Ikonographie des Terrors

Frank Witzel, Gerhard Poppenberg

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Gespräch


Begleitend zur aktuellen Ausstellung "Falsches Rot" spricht der Ausstellungskurator, Buchpreisträger, Schriftsteller, Zeichner und Lyriker Frank Witzel Gespräch mit Gerhard Poppenberg über die Bilderwelten der Gewalt in Malerei, Film und Presse. Gerhard Poppenberg ist Professor für Romanistik an der Ruprecht Karls-Universität Heidelberg. Er ist unter anderem Herausgeber der Gesammelten Werke Juan Carlos Onettis und veröffentlichte zuletzt eine Monographie zu Martin Scorcese (zusammen mit Dana Poppenberg) und unter dem Titel "Herbst der Theorie" Erinnerungen an die alte Gelehrtenrepublik Deutschland (Berlin 2018). Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
24.01.19
19.30 Uhr
-

Tier werden

Teresa Präauer

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


"In der Literatur benimmt sich einer oder eine so oft "wie ein Tier", macht Muh oder Mäh, spinnt sich ein in seinen Kokon, ist der Hahn im Korb oder wie ein Kaninchen vor der Schlage. Ist es diese Konjunktion "wie", mit der die Verwandlung bereits einsetzt: Tier zu werden?“ Teresa Präauer In ihrem neuen erzählerischen Essay denkt Teresa Präauer über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier nach, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird. Teresa Präauer beobachtet in "Tier werden" Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare hat: an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung zotteliger Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen - halb Natur, halb Erfindung - über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann. All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes. Teresa Präauer, geb. 1979, lebt in Wien und wurde für ihre Romane "Für den Herrscher aus Übersee", "Johnny und Jean" und "Oh Schimmi" zahlreich ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendung am 29.1. um 22.03 Uhr.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
25.01.19
19.00 Uhr
-

Doors of Perception – Ekstase in der Literatur & Literatur als Ekstase

Navid Kermani, Carl Hegemann, Manfred Heinfeldner, Robert Stadlober, Kat Kaufmann, Luke Wilkins

Lesung, Gespräch, Performance, Musik, Musik: Jochen (FAUST) Irmler, DJ Walrus
Bilder: Jim Avignon


Opening the Doors of Perception: Der schreibende 'Grenzgänger' Navid Kermani spricht mit dem Theater-Dramaturgen Carl Hegemann (u.a. Volksbühne Berlin) über Grenz-Erfahrungen in der Literatur. Robert Stadlober rezitiert Texte - von der Antike bis zur Moderne, von Homer bis Huelsenbeck, Texte von Mystikern und Wort-Magiern. Die junge Autorin Kat Kaufmann testet sich im ekstatischen "Dreamhouse" von La Monte Young im Stuttgarter Kunstmuseum und schreibt darüber - und das Literaturhaus öffnet seine Pforten der Wahrnehmung weit für die Ekstase. Sie ist eine der ältesten menschlichen Kulturtechniken, um Erfahrungen außerhalb des Alltags und jenseits sogenannter normaler Wahrnehmungen zu machen. Schamanen haben sie seit den eiszeitlichen Kulturen eingesetzt, um in anderen Welten Erkenntnisse für das Diesseits zu sammeln. Mystiker aller Religionen nutzten sie als Technik für ihre 'Seelen-Reisen'. In vielen literarischen Zeugnissen wird sie durch die Jahrhunderte immer wieder beschrieben - und in der Moderne z.B. bei Dada auch als literarische Form angewandt. Im Rahmen der Ekstase-Ausstellung des Stuttgarter Kunstmuseums zeigt der lange Abend im Literaturhaus ein multimediales Kaleidoskop ekstatischer Erfahrungen: Schreiben über und als Ekstase stehen dabei im Zentrum. Zu den 'entzückten und entrückten' Worten werden entsprechende Getränke gereicht, oft als Katalysatoren ekstatischer Zustände genutzt, und musikalische Sounds sorgen für akustische Schwingungen am Abend. Ekstaseverlauf: 19 - 19.15 Uhr| Hoppenlau-Friedhof | Treffpunkt: 18.45 Uhr Eingang bei der Liederhalle Canticles of Ecstasy - Gesänge der Ekstase aus der Mystik der Welt-Religionen und Literatur Präsentiert und kommentiert von Manfred Heinfeldner Gelesen von Robert Stadlober 19.30 Uhr - 20.30 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Näheverhältnisse - Ekstase und Literatur Navid Kermani und Carl Hegemann Moderation: Torsten Hoffmann 20.45 - 21.15 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Confessions of an opium eater. Lesung ekstatischer Texte von der Romantik bis heute Präsentiert und kommentiert von Manfred Heinfeldner Gelesen von Robert Stadlober 21.30 - 22.00 Uhr | Literaturhaus Großer Saal Ectasy Selfie. Ein Schreibexperiment aus dem "Dreamhouse" des Kunstmuseums Lesung mit Kat Kaufmannund Luke Wilkins Moderation: Ulrike Groos ab 22.00 Uhr | Literaturhaus Foyer Feier der Synapsen DJ Jochen Irmler, Mitglied der Experimental-Musiklegende FAUST Bilder von Jim Avignon Musik von DJ Walrus, Intro- und Zwischen-Musiken zu 'Musik zur Ekstase' Begleitprogramm im Rahmen der Ekstase-Ausstellung des Kunstmuseum Stuttgart, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, Konzeption & Organisation: Manfred Heinfeldner Patenschaft des Abends: Wieland & Bettina Backes

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
28.01.19
19.00 Uhr
-

Schreibzirkel junger Autor*innen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
28.01.19
19.30 Uhr
-

Nachtleuchten

María Cecilia Barbetta

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder


"Vorn klafft der Abgrund, hinten lauern die Wölfe": Die in Argentinien geborene und seit den neunziger Jahren in Berlin lebende, deutsch schreibende María Cecilia Barbetta kehrt mit "Nachtleuchten" in die eigene argentinische Kindheit in das Einwandererviertel Ballester nach Buenos Aires zurück und erzählt von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Im Viertel kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft - Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der "Ewigen Schönheit", oder die Mechaniker der Autowerkstatt "Autopia". Doch noch kann sich keiner vorstellen, was schon bald geschehen wird: die Errichtung einer Militärdiktatur mit ihren Tausenden von Gefolterten, Toten und „Verschwundenen“. Durch die Projektionsfläche von Barbettas Schilderungen scheint ein handwerklich ambitioniertes Gerüst aus Zahlenmystik, Anspielungen und Referenzen auf. Eine davon ist der argentinische Comicautor Hector Oesterheld, dem das Literaturhaus Stuttgart vor zwei Jahren eine große Wanderausstellung widmete. Aber anders als Oesterhelds Zyklus „Eternauta“ ist „Nachtleuchten“ keine seismografisch-prophetische Vision des Kommenden, so Julia Schröder in der StZ. María Cecilia Barbetta unternehme vielmehr den Versuch, den versteinerten Schrecken zu durchbrechen, um das Davor wieder zum Leben zu erwecken. "Nachtleuchten" ist der zweite Roman der 1972 in Buenos Aires geborenen Autorin; er wurde bereits mit dem Alfred-Döblin-Preis geehrt und stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
31.01.19
19.30 Uhr
-

Bildakte

Horst Bredekamp

Veranstaltungsreihe: Wissenschaftsfragen

Gespräch, Moderation: Joachim Kalka


In der letzten Folge der Gesprächsreihe "Wissenschaftsfragen" spricht der Gastgeber Joachim Kalka mit Horst Bredekamp. Dieser Kunsthistoriker scheint wie kaum ein anderer berufen, über die Grundfragen und aktuellen Diskussionen seiner Disziplin zu sprechen - wie es der Logik der Reihe entspricht. Nicht nur die stupende Fülle seiner Veröffentlichungen, die sich etwa mit dem Park von Bomarzo oder der Baugeschichte von St. Peter in Rom befassen, mit dem Bildersturm oder dem „Künstler als Verbrecher“, sondern auch sein starkes publizistisches und organisatorisches Engagement - zuletzt als einer der drei Gründungsintendanten des Humboldt-Forums - heben Horst Bredekamp hervor. Unter den Publikationen, die am Schnittpunkt von Kunstgeschichte und Wissenschaftsgeschichte die programmatische Erweiterung der Kunstwissenschaft zur Bildwissenschaft besonders glanzvoll demonstrieren, sind seine drei Monographien hervorzuheben, die 2003 - 2005 erschienen sind und das Titelblatt von Hobbes‘ Leviathan, Leibniz‘ Monaden-Zeichnungen und „Darwins Korallen“ zum Gegenstand haben. Dieser Zusammenhang sowie seine Formulierung einer Theorie des „Bildaktes“ sollen im Mittelpunkt des Gesprächs stehen. Eine Kooperation von Literaturhaus Stuttgart, Akademie für gesprochenes Wort und IZKT, Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
04.02.19
19.00 Uhr
-

Unterwegs – Jack Kerouac


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Auf der Suche nach einem intensiven und rauscherfüllten Dasein begeben sich Sal Paradise und Dean Moriarty auf verschiedene Reisen durch die USA und Mexiko. Per Anhalter, auf Güterzügen oder mit gestohlen Autos erkunden sie eine Welt voller Landstreicher und Bummler, Migrantenfamilien, Kleinstädten und weiten Horizonten, all das während sie sich von Sex, Drogen und Jazz berauschen lassen. Losgelöst von der konventionellen Gesellschaft erleben sie das raue Amerika: ein Ort, an dem das Leben nicht einfach, aber jeder Moment heilig und kostbar ist. Jack Kerouac erzählt eine voller Ruhelosigkeit und Sehnsucht gepackte Geschichte mit stark autobiographischen Zügen, die inzwischen als das Manifest der Beat-Generation gilt. Wir schließen uns den Beatniks an und sprechen über die Lektüre dieses berauschenden Romans. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
05.02.19
19.30 Uhr
-

Desintegriert euch!

Max Czollek

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Max Czolleks Sprache ist Zeugnis einer aus jahrelangen Beobachtungen gespeisten Wut: Der Lyriker und promovierte Politologe richtet sich in seiner Streitschrift „Desintegriert euch!“ gegen eine Gesellschaft, die glaubt, sie sei antirassistisch und weltoffen, gegen die Illusion, dieses Land habe seine Lektion gelernt. Er schreibt aus der Sicht eines 1987 in der DDR geborenen Juden, und wenn er vom "Integrationstheater" spricht, dann in Ableitung des „Gedächtnistheaters“, ein Begriff, den der Soziologe Michal Bodemann geprägt hat. Das Integrationstheater stabilisiere, so Czollek, vielmehr das Bild einer geläuterten Gesellschaft, während eine völkische Partei zugleich Erfolge feiert. Czollek entwirft nun eine Strategie, dieses Theater zu beenden: Desintegration! Mit seinem Buch legt er eine Polemik vor, die zugleich die Vision einer alleinseligmachenden Leitkultur grundsätzlich in Frage stellt. Seit 2009 ist Max Czollek Mitglied des Lyrikkollektivs G13, organisiert gemeinsame Lesetouren und Veröffentlichungen und ist Kurator des internationalen Lyrikprojekts "Babelsprech". Außerdem ist er Mitherausgeber der Zeitschrift "Jalta - Positionen zur jüdischen Gegenwart". Im Verlagshaus Berlin erschienen bislang die zwei Gedichtbände "Druckkammern" (2012) und "Jubeljahre" (2015). In Zusammenarbeit mit dem Forum Jüdischer Bildung und Kultur e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
06.02.19
19.30 Uhr
-

wundgewähr - Durch die Künste hindurch

José F. A. Oliver

Lesung, Gespräch, Fotos, Moderation: Michael Braun


"Durch die Künste hindurch", so ist der Abend übertitelt und stellt den Lyriker, Übersetzer und - auch fotografierenden - Essayisten Jose F.A. Oliver mit seinen jüngsten Werken vor, die bei aller Verschiedenheit etwas eint: Das Durchschreiten der Künste. Texte korrespondieren mit Fotografien, Gedichte mit ihren Übersetzungen, Sprachen mit essayistischen Formen. In seinem neuen Gedichtband "wundgewähr" (2018) packt Jose F. A. Oliver mit „wort & welt im ohr“ seinen „rucksack“ aus: Sanfte Erdbeben mit jedem Wort, er holt die Zeichen hervor, um sie wundgemäß neu zu setzen und Wörtern "weltbiss" zu verleihen. Das kaleidoskopische Buch "21 Gedichte aus Istanbul 4 Briefe & 10 Fotow:orte" (2016) ist eine sinnliche Reise nach Istanbul, ein "menschenatlas voller wirklichkeiten". Dazu gehören Arbeitslosigkeit, schleichende Islamisierung oder aber die Niederschlagung der Aufstände rund um den Gezi-Park. Auch Nachdichtungen aus dem Spanischen von Federico García Lorca sowie eigene Fotografien kommen an diesem Abend auf die Bühne und ins Gespräch. Jose F. A. Oliver, mehrfach ausgezeichneter Lyriker, Übersetzer und Essayist, wurde 1961 in Hausach geboren und lebt nach zahlreichen Aufenthalten in der Schweiz, Ägypten, Peru, der Türkei und den USA auch dort. Im Januar 2019 wurde ihm die Kieler Liliencron-Dozentur für Lyrik zugesprochen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
07.02.19
17.00 Uhr
-

Klaus Nonnenmann

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: auf einen Kaffee, Literatur Schaufenster

Gespräch


Klaus Nonnenmann, Jahrgang 1922, starb vor 25 Jahren am 11. Dezember 1993 in seiner Heimatstadt Pforzheim. Zeitlebens litt er unter den Folgen von Kriegsverletzungen. Sein erster Text erschien 1954 in der Zeitschrift "Akzente". Sein vielbeachtetes Romandebüt trug den Titel "Die sieben Briefe des Doktor Wambach" (1959), sein letztes Werk zu Lebzeiten war die Erzählung "Kongreß der Zauberer" (1992), und der wohl bekannteste Text wurde sein Roman "Teddy Flesh oder Die Belagerung von Sagunt" (1964). Heinz Ludwig Arnold schrieb 2000 in der ZEIT: "Mit seinen an Seiten eher geringen, an poetischem Gewicht aber doch beachtlichen Werk gehört Klaus Nonnenmann in eine Reihe mit dem liebenswert kritisch-satirischen Zeitgenossen Heinrich Böll, oder dem fantastisch skurrilen Erzähler Ernst Kreuder, die durchaus bedeutende Erzähler in der jüngeren Bundesrepublik waren - damals, als die Literatur noch Literatur war."

Eintritt frei

 

Mittwoch
13.02.19
10.00 Uhr
-

Welterkundung in Zeiten von Fake News Daten, Geschichten und Grafiken

Tagung


„Das Grafik-Design konstruiert die Lesbarkeit der Welt.“ Abraham Moles Daten, Daten, Daten - die vielbeschworene Informations- und Wissensgesellschaft ist zuallererst eine Datengesellschaft. Die Datafizierung durchdringt alle Lebensbereiche, auch den Kultursektor. Digitalisierung und Medialisierung entbinden kulturelle Angebote zunehmen von ihrer geographischen Herkunft und machen sie überall und jederzeit verfügbar. Der Austausch ästhetischer Ansätze und kultureller Formate wächst und beschleunigt sich zusehends. In ihrem „Weltkulturatlas“ haben Thomas Knubben, Erich Schöls und Uli Braun mit Studierenden ihrer Hochschulen diese Dynamik erkundet und veranschaulicht. Die Tagung greift diesen Impuls auf und erweitert ihn auf die Frage hin, wie die Welt in Zeiten von Fake News verlässlich erkundet und wie gesellschaftliche Diskurse sachlich fundiert werden können. Welche Rolle spielt dabei das (digitale) Kommunikationsdesign? Was können Datenjournalismus und Infografiken leisten? Wie kann statistische Kompetenz erworben werden? Und gibt es noch andere, spielerische Strategien der aufklärerischen Welterkundung? Detailliertes Programm der Tagung ab 15.01. auf www.weltkulturatlas.de Tagungskonzeption: Institut für Kulturmanagement der PH Ludwigsburg und Fakultät Gestaltung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt Anmeldung erforderlich auf , begrenzte Teilnehmerzahl

Eintritt frei

 

Donnerstag
14.02.19
19.30 Uhr
-

Eine Frau wird älter

Ulrike Draesner, Elisabeth Bronfen

Lesung und Gespräch, Moderation: Silke Behl


Moderation: Silke Behl "Dazu gehört aber auch, dass ich meine Falten erscheinen lasse und ihnen gegenüber ein Verhältnis entwickle, sie zu lesen wie Spuren. Es ist mein Gesicht: Am Anfang, solange man jung ist, verdankt man das Gesicht den Eltern. Aber ab einer gewissen Zeit drückt dein Gesicht eben auch aus, zu wem du dich entwickelst und wie du lebst. Und ich möchte das gern sehen." Ulrike Draesner Frauen wollen immer 39 bleiben, sagte ihre Mutter und färbte sich die Haare bis weit über 80. Sie selbst hat inzwischen auf Partys manchmal den Eindruck wie ein sprechendes Möbelstück behandelt zu werden. Wie sehen sich Frauen eigentlich in der Mitte des Lebens? Mit oder ohne Mann, mit oder ohne Kind, jedenfalls mit sich veränderndem Körper, Denken, Fühlen. Am eigenen Leben und dem anderer Frauen entlang erkundet Ulrike Draesner die Vielschichtigkeit dieses Lebensabschnitts, in dem alles nebeneinander vorkommt. Ins Gespräch kommt sie mit Elisabeth Bronfen, Kultur- und Literaturwissenschaftlerin und Professorin am Englischen Seminar der Universität Zürich und an der New York University, die in ihren zahlreichen, mehrfach ausgezeichneten Forschungen zu Film und Literatur immer wieder auch nach Bildern von Weiblichkeit fragt. Derzeit arbeitet sie an einem Projekt zum Älterwerden von Frauen. Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, ist Professorin und Leiterin des deutschen Literaturinstituts Leipzig und gehört zu den profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen. Sie schreibt Romane, Erzählungen und Gedichte und interessiert sich für Naturwissenschaften ebenso wie für kulturelle Debatten.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
15.02.19
19.00 Uhr
-

Ekstase – Kunstmuseum Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


… and the Beat goes on. Noch im Rausch der Kerouac Lektüre besuchen wir die aktuelle Ausstellung „Ekstase“ des Stuttgarter Kunstmuseums. Von Religion- über Liebes-, Tanz- und Drogenerfahrungen bis hin zur euphorischen Wirkung von Musik und Licht werden in dieser Ausstellung die verschiedenen Kontexte und Facetten des Phänomens der Ekstase aufgegriffen, basierend auf der These, „dass es sich bei der Sehnsucht nach bewusstseinserweiternden Erfahrungen um ein elementares menschliches Streben und damit um ein Phänomen der globalen Gesellschaft handelt“. Anhand der rund 230 Kunstwerken von der Antike bis in die Gegenwart bilden wir uns eine Meinung darüber. Anmeldung unter Eintritt: 12,- / 8,50 Euro

 

Freitag
15.02.19
19.30 Uhr
-

Nachrichten im Minutentakt

Bernward Loheide, Tilman Rau

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Gespräch


Wenn irgendwo auf der Welt etwas von Bedeutung geschieht, ist die Deutsche Presse-Agentur zur Stelle. Mit ihrem dichten Netz aus Niederlassungen und Korrespondenten kommt sie auch in die sprichwörtlich kleinste und hinterste Ecke. Und aus unserem Zeitungs- und Nachrichtenalltag ist die dpa, wie die Deutsche Presse-Agentur abgekürzt wird, schlicht nicht wegzudenken. In jeder Tageszeitung ist das Kürzel dpa allgegenwärtig. Aber auch ein unangefochtener Marktführer muss sich den Herausforderungen eines Medienmarktes stellen, der sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert hat. Wie behauptet man sich in einer Medienlandschaft, in der jede Meldung in Sekundenschnelle millionenfach reproduziert werden kann und in der die Unterscheidung zwischen „Wahrheit“ und „Fake“ schwerer fällt als je zuvor? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich Bernward Loheide, ab dem 1. Februar 2019 Leiter des dpa-Büros in Stuttgart und davor mehrere Jahre im Landesbüro München tätig. Er gewährt Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise einer Agentur, die nicht nur einfängt, was auf der ganzen Welt geschieht, sondern unsere Sicht auf die Welt und das Zeitgeschehen ein Stück weit mitprägt. Gesprächspartner ist Tilman Rau, seit vielen Jahren Literaturhaus-Dozent für Reportage und journalistisches sowie erzählendes Schreiben.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
18.02.19
19.30 Uhr
-

Raum ohne Fenster - Literatur und Flucht

Nather Henafe Alali, Rasha Abbas, Ilija Trojanow

Lesung und Gespräch, Moderation: Jörg Armbruster


2012 wurde er vom Assad-Regime inhaftiert, seine Familie kaufte ihn aus dem Gefängnis frei: Nather Henafe Alali, geboren 1989 in Deir Azzor, Syrien, lebt nun seit vier Jahren in Deutschland und hat ein Romandebüt vorgelegt, in dem er von Verlust und Erschöpfung, Einsamkeit und Exil schreibt, davon, wie der Autoritarismus und der Krieg den Menschen die Heimat nehmen - aber nicht die Hoffnung, den Lebensmut und die Widerstandskraft. Alali arbeitete für syrische Hilfsorganisationen und internationale NGOs zwischen Syrien und der Türkei; 2016 bis 2017 war er Kolumnist für das Wochenmagazin "Der Spiegel". Die syrische Autorin Rasha Abbas zeigt in ihren neuen Erzählungen "Eine Zusammenfassung von allem, was war" (dt. Übersetzung Sandra Hetzl) virtuos die Bandbreite ihrer Kunst, wenn sie urbane Märchen und Traumlandschaften mit starken zeitgenössischen Bildern verbindet und berührende Figuren, Fantasiegebete, Balladen und Monologe entstehen lässt. Die heute 34 Jahre alte Autorin konnte Syrien 2013 legal verlassen. Erst siedelte sie nach Beirut über, dann reiste sie mit einem Stipendium nach Stuttgart in die Akademie Solitude und beantragte nach Ablauf des Visums Asyl. "Es gibt ein Leben nach der Flucht, doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang", sagt der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller und Intellektuelle Ilija Trojanow, der als Kind zusammen mit seiner Familie aus Bulgarien floh. Trojanow erzählt von seinen eigenen Prägungen als lebenslang Geflüchteter, von der Einsamkeit und davon, wie wenig die Vergangenheit des Geflüchteten am Ort seines neuen Daseins zählt, was das Existieren zwischen zwei Sprachen mit ihm macht und welche Lügengeschichten man den Daheimgebliebenen auftischt. In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
19.02.19
19.30 Uhr
-

Opernintendant – Beruf und Berufung

Viktor Schoner

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Gespräch, Moderation: Mirko Weber


Opernintendant ist kein klassischer Beruf, noch dazu keiner, den man studieren kann. Es handelt sich vielmehr um die durch ein Gremium verliehene Entscheidungsbefugnis über einen Strauß künstlerischer und nicht-künstlerischer Verantwortungsbereiche. Diese erstrecken sich von der Spielplangestaltung, den Künstlerengagements, der Personalverantwortung, der Disposition, der Vermittlungsarbeit über die Budgetplanung bis hin zur Medienarbeit. Jenseits dieser direkten Zuständigkeiten gibt es Bereiche, die für die Opernarbeit essentiell sind, über die man aber nicht direkt entscheiden kann, sondern nur in Absprache mit anderen. Dazu gehören z.B. die Bühnentechnik, Werkstätten und das Ticketing. Um als Opernintendant zu arbeiten, empfiehlt es sich, umfangreiche Erfahrung in diesen Berufsfeldern gesammelt zu haben. Hinzu kommt allerdings noch etwas anderes Wesentliches: Das kann man vielleicht am besten als innere Berufung bezeichnen. Die speist sich aus einem klaren künstlerischen Wollen, dem fachlichen Vermögen, vielgestaltige Aufgaben bewältigen zu können, der Lust an Kommunikation mit Mitarbeiter*innen und dem Publikum - und dem Selbstbewusstsein, auch in kritischen Situationen mit durchsetzungsfähigen Lösungen zu überzeugen. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
20.02.19
19.30 Uhr
-

Volume#5: Sich Ausbreiten

Hanns-Josef Ortheil

Veranstaltungsreihe: Stuttgarter Journal

Performance


Nach den ersten vier Folgen seines „Stuttgarter Journals“, die sich dem „Ankommen“ (Hauptbahnhof), dem „Losgehen“ (Untere Königsstraße), dem „Sich Öffnen“ (Schlossplatz) und dem „Sich Niederlassen“ (Schillerplatz/Marktplatz) widmeten, untersucht der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil in der letzten Folge Momente eines „Sich Ausbreitens“. Fixiert, beobachtet und beschrieben werden diesmal das Bohnen- und das Leonhardsviertel. Dabei präsentiert Ortheil wiederum eine Serie multimedial verarbeiteter Fundstücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Stadt, in der er seit über dreißig Jahren wohnt. So bastelt er anhand von erzählenden, essayistischen und monologischen Texten, die mit Filmsequenzen und Fotografien konfrontiert werden, an einer neuartigen Form von „Stadtbeschreibung“, die sich auf französische Vorbilder (Balzac, Aragon, Butor) bezieht. In ihrem Verlauf soll die Wahrnehmung des Stadtraums durch Rückblicke auf alte historische Strukturen und moderne Verschiebungen von Bedeutungsfeldern intensiviert werden. Das Ziel ist eine fortlaufende „Lektüre städtischer Terrains“, nicht in anekdotischem, sondern in physiologischem Sinn.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
22.02.19
19.30 Uhr
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A Pocketful of Rainbows

Jim Avignon

Ausstellungseröffnung, Lesung, Musik, Lesung: Elke Twisselmann, Desiree Lune


Die Witwe eines Waffenfabrikanten, die sich vor den Geistern der durch seine Waffen Getöteten fürchtete; ein Pop-Star, der Autos verschenkte und auf Fernseher schoss, und ein Mann, der seine Schuhe immer nur einen Tag trug - das sind die "Heldinnen und Helden" einer neuen Porträt-Serie, die ab Februar im Literaturhaus Stuttgart zu sehen sind. Gemalt hat diese Bilder Jim Avignon, aufgewachsen in Karlsruhe, in Berlin lebend, weltweit aktiv. Gezeigt werden mehr als 20 Bilder in seinem Stil: feiner Strich auf Alltagsmaterial wie Papier. Porträtiert hat der Künstler Exzentrikerinnen und Exzentriker aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter Gertrude Stein und Oscar Wilde, Howard Hughes und Sarah Bernhardt, aber auch Pop-Größen wie Andy Warhol und Grace Jones. Jim Avignon betritt damit Neuland: Erstmals kommentiert er nicht ironisch den Geist unserer Zeit, sondern außergewöhnliche "Geister der Geschichte". Und auch das Literaturhaus Stuttgart feiert eine Premiere: Erstmals sind die Bilder des Berliners Multi-Talents in einer Bücher-Institution zu sehen. Zur Vernissage liest Elke Twisselmann ausgewählte Texte der portraitierten Köpfe.

Eintritt frei

 

Dienstag
26.02.19
19.30 Uhr
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Rüpel und Rebell - Die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen

Hannelore Schlaffer

Lesung und Gespräch, Moderation: Jochen Hörisch


Der Intellektuelle ist eine Leitfigur der bürgerlichen Gesellschaft, bewundert viel und ebenso viel gescholten. In ihrem Essay „Rüpel und Rebell - die Erfolgsgeschichte des Intellektuellen“ fragt sich Hannelore Schlaffer, wie es zu solch zwiespältiger Einschätzung und solch hoher Aufmerksamkeit auf einen Einzelgänger kommt, der seit der Französischen Aufklärung in den Salons zunächst des Adels, dann des Bürgertums das Wort führt und schließlich in verkommener Aufmachung und Allüre durch die Straßen der bürgerlichen Städte flaniert, die Zeitung unterm Arm, in der er und seinesgleichen ihre provokativen Gedanken publik gemacht haben. Durch seinen rüpelhaften Auftritt unterstreicht der Intellektuelle seine rebellischen Worte und regt so seine Mitbürger zur Diskussion über ihn, über die Politik und die neuesten Ideen an. - Was geschieht nun mit dieser bewegten und bewegenden Figur, die Denken zur Schau stellt, wenn sie ihre Bühne von der Straße in die öffentlichen Medien, vor allem ins Fernsehen, verlegt? Gewinnt sie an Einfluss? Vermindert sich dieser? Darüber diskutiert Hannelore Schlaffer mit Jochen Hörisch, Professor für Medien- und Literaturwissenschaft in Mannheim und durch Rundfunk- und Fernsehauftritte selbst bekannt als einer der namhaften Intellektuellen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
28.02.19
19.30 Uhr
-

Sozialer Kapitalismus! Manifest gegen den Zerfall unserer Gesellschaft

Paul Collier

Lesung und Gespräch, Moderation: Felix Heidenreich


"Der Kapitalismus hat uns zu einer Rottweiler-Gesellschaft gemacht": Paul Collier, einer der bedeutendsten Ökonomen unserer Zeit, legt ein Manifest für einen erneuerten Kapitalismus vor. Seine Diagnose: Es geht nicht nur um Verteilung zwischen Arm und Reich, viel gefährlicher ist der neue Riss durch das Fundament unserer Gesellschaft - zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, zwischen den meist urbanen Eliten und der Mehrheit der Bevölkerung. Eine Ideologie des Einzelnen greift um sich, die auf Selbstbestimmung beharrt, auf Konsum abzielt und sich dabei von der Idee gegenseitiger Verpflichtungen verabschiedet. "Die Rottweiler-Gesellschaft“, so Collier, "verliert den Sinn für sozialen Zusammenhalt"- und in dieses Vakuum stoßen Populisten und Ideologen. Collier verurteilt diese neue soziale und kulturelle Kluft leidenschaftlich und präsentiert ein sehr persönliches Manifest für einen sozialen Kapitalismus, der auf einer neuen Ethik der Gemeinschaft beruht. Paul Collier ist Professor für Ökonomie und Direktor des "Centre for the Study of African Economies" an der Universität Oxford. Seit vielen Jahren forscht er über die ärmsten Länder der Erde und untersucht den Zusammenhang zwischen Armut, Kriegen und Migration. Sein Buch "Die unterste Milliarde" (2008) sorgte international für große Aufmerksamkeit und wurde mehrfach ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart und mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
02.03.19
20.00 Uhr
-

Ich kann dich hören

Katharina Mevissen

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: AutorInnen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, lesen aus ihren Texten und bringen sie ins Gespräch. In ihrem Debüt "Ich kann dich hören" erzählt Katharina Mevissen eine zarte Geschichte über das Leben des jungen Studenten und Cellisten Osman. In eine leistungsorientierte Musikerfamilie hineingeboren, arbeitet sich Osman schmerzhaft an seinem Vater und der Verstummung in seiner Familie ab. "Es ist im Wesentlichen eine Geschichte des Zuhörens. Damit ist aber nicht nur das biologische Hörvermögen, das Akustische gemeint, sondern vielmehr Hören als Fähigkeit der Auseinandersetzung, des Dialogs“, so Katharina Mevissen. Nach dem Fund eines Diktiergeräts mit Tonaufnahmen einer Unbekannten beginnt für Osman ein neuer Weg des Zuhörens. Katharina Mevissen erzählt von der Vater-, Mutter- und Gebärdensprache ebenso wie von der berührenden Kraft der Musik. Sie war Heinrich-Böll-Studienstipendiatin und erhielt für ihr Romanmanuskript das Bremer Autorenstipendium 2016. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Berlin und leitet die gebärdensprachliche Literaturinitiative handverlesen. Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl Ort: Seestraße 68, Stuttgart Eintritt: 5,- Euro inklusive Bier und Brezel

 

Mittwoch
06.03.19
19.30 Uhr
-

Eure Heimat ist unser Albtraum

Deniz Utlu, Fatma Aydemir

Lesung und Gespräch, Moderation: Elke aus dem Moore
Lesung: Irene Baumann


Wie fühlt es sich an, tagtäglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf Sexualität aus? Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat - einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 14 deutschsprachige Autor*innen wehren, darunter Autorinnen wie Margarte Stokowski, Sasha Marianna Salzmann und Sharon Dodua. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als "anders" markiert, zu wenig schützt oder wertschätzt. In Stuttgart zu Gast sind die Herausgeberin und Schriftstellerin Fatma Aydemir, die für ihren Debütroman „Ellbogen“ vielfach ausgezeichnet wurde, sowie der Schriftsteller, Kurator und Kolumnist Deniz Utlu, derzeit Stipendiat der Akademie Schloss Solitude. Eine Veranstaltungskooperation von Akademie Schloss Solitude, Deutsch-Türkischem Forum Stuttgart e. V. und Literaturhaus Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
07.03.19
19.00 Uhr
-

Freudianische Stunden im Literaturhaus!

Lothar Müller, Katharina Adler

Lesung und Gespräch, Moderation: Stephan Wackwitz


19 Uhr: "Freuds Dinge - Von Apollokerzen bis Zylinder" Lothar Müller Wer sich in die Fallgeschichten Sigmund Freuds vertieft, der versteht: Das nebenher Gesagte, das belanglose Detail ist das Entscheidende. Da taucht zum Beispiel die "Apollokerze" auf: industriell gefertigte Stearin-Kerzen, die reißenden Absatz fanden, weil ihr Docht nicht nachgeschnitten werden musste. Und: Sie bevölkern das Unbewusste, kommen auf Freuds Couch zur Sprache. Die Psychoanalyse ist eine archäologische Unternehmung, sie gräbt im Unbewussten, aber sie gräbt nicht Rom aus, sondern ist vor allem in ihrer Zeitgeschichte verankert. Und das Unbewusste von Freuds Patienten war bevölkert mit den Requisiten des bürgerlichen Alltags und Interieurs. So sind Freuds Schriften nicht nur eine Aufdeckung des Verdrängten oder Verdichteten, sondern zugleich ein Kompendium der Dingwelt des 19. Jahrhunderts. Während der Psychoanalytiker in die Tiefen des Unbewussten hinabsteigt, fragt der Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung, Lothar Müller, in seinem neuen Buch „Freuds Dinge“, mit welchen sprachlichen und intellektuellen Operationen Freud das Unbewusste erst herstellt und achtet besonders darauf auf, welche Rolle dabei die Dinge spielen. Blättern wir mit ihm das Kompendium auf! Kurze Pause 20.30 Uhr:"Ida" - Katharina Adler Nach Freuds Dingwelt nähern wir uns der wohl bekanntesten Patientin Freuds: Dora, das jüdische Mädchen mit der "petite hysterie" und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.“ Katharina Adler erzählt die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung, eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat und das - mit Freuds Praxistür im Rücken - erst seinen Anfang nahm. Katharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt.

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
11.03.19
19.00 Uhr
-

Patrick Modiano und die „Pflicht zur Erinnerung“

Elisabeth Edl

Lesung und Gespräch


Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ Das Motto der „Woche der Brüderlichkeit“ für das Jahr 2019 lautet: „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft“. In dieser Stuttgarter Eröffnungsveranstaltung soll es besonders um die Frage nach der Erinnerung gehen, außerdem um das Jüdische bei dem französischen Nobelpreisträger Patrick Modiano (*1945). Die GCJZ hat die Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Edl als Referentin gewinnen können. Elisabeth Edl wird über Modianos Werk sprechen und ausgewählte Texte vortragen. Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart e.V. in Kooperation mit dem Institut francais

Eintritt frei

 

Montag
11.03.19
19.00 Uhr
-

Das hohe Haus - Roger Willemsen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


„Man denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes.“ Für ein ganzes Jahr verfolgte Autor Roger Willemsen alle Sitzungen des Deutschen Bundestages vor Ort. Seine Beobachtungen hält er in „Das hohe Haus“ in Tagebuchform fest. In seinem Buch gewährt er Einblicke in Szenarien, die der Öffentlichkeit häufig entgehen. Dabei steht nicht im Vordergrund welche Entscheidungen im Parlament getroffen werden, sondern vielmehr wie diese Entscheidungen getroffen werden. Wie werden wir im Bundestag vertreten? Und wie funktioniert unsere Demokratie wirklich? Wir lesen das Buch und diskutieren über diese und weitere Fragen. Anmeldung unter Eintritt: Mitlgieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Mittwoch
13.03.19
19.30 Uhr
-

Der schlaflose Cheng

Heinrich Steinfest

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck


Der neue Cheng ist da! Oder um es präziser zu formulieren: Cheng macht Urlaub, er entfernt sich räumlich, um fernab von Wien auf andere Gedanken zu kommen. In der Bar seines mallorquinischen Hotels spricht ihn ein Mann an, Peter Polnitz, die Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake. Ein Jahr später melden die Nachrichten, Polnitz sei wegen Mordes an Wake zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Und da taucht auch schon seine Tochter in Chengs Büro auf: Sie überredet ihn, den Fall zu übernehmen und Polnitz' Unschuld zu beweisen. Am Ende kennt er Polnitz besser, als ihm lieb ist, und er weiß endlich, was er mit dem Rest seines Lebens machen soll. Albury, Wien, Stuttgart - das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Autors Heinrich Steinfest, der den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Als mehrfacher Deutscher-Krimi-Preisträger erhielt er darüber hinaus 2009 den Stuttgarter Krimipreis und den Heimito-von-Doderer-Literaturpreis. Bereits zweimal wurde er für den Deutschen Buchpreis nominiert, und 2016 erhielt er den Bayerischen Buchpreis für "Das Leben und Sterben der Flugzeuge", zuletzt erschien von ihm die "Büglerin".

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
18.03.19
20.00 Uhr
-

Amerika - Nach einem Romanfragment von Franz Kafka

Kafka Band

Veranstaltungsreihe: Česko 2019

Konzert, CD Release Party


Wieder in Stuttgart! Das tschechische Musikprojekt Kafka Band um den Schriftsteller Jaroslav Rudiš sowie Comiczeichner und Sänger Jaromír Švejdík präsentiert im Kammertheater des Schauspiels Stuttgart die neue CD "Amerika". Bereits vor zwei Jahren feierte die Band als Teil des Bremer Schauspielensembles ein viel umjubeltes Gastspiel mit der gemeinsam erarbeiteten Inszenierung "Das Schloss". Auch mit ihrem neuen Projekt zu Franz Kafkas Romanfragment "Amerika" beweisen die sieben Musiker, die in Tschechien Kultstatus genießen, ihre musikalische Vielseitigkeit. "Frühindustriell klingender Techno-Sound verbindet sich mit traditionellen Melodien, die sich immer wieder zu regelrechten Ohrwürmern auswachsen", schrieb Uwe Ebbinghaus über die Kafka Band und "Amerika" in der FAZ. Umrahmt werden die zwölf neuen Songs in bewährter Weise durch Projektionen des Prager Videokünstlers VJ Clad. Ausgangspunkt für das Musikprojekt war die 2013 eröffnete Ausstellung "K: KafKa in Komiks" des Literaturhauses Stuttgart, mit Anschlusstationen in Salzburg, Leipzig, Krakau, London, Prag und Bangkok. Mit der Deutschlandpremiere der neuen CD "Amerika" kehrt die Kafka Band nun wieder nach Stuttgart zurück und eröffnet zudem das Jubiläum zur 30-jährigen Städtepartnerschaft Stuttgart-Brünn. Feiern Sie mit! Weitere Veranstaltungen: Česko 2019 II: Jaroslav Rudiš & Jaromír 99, "Winterbergs letzte Reise" und "Tschechenkrieg", 02.04.19, Literaturhaus Stuttgart Česko 2019 III: Kateřina Tučkova, "Gerta. Das deutsche Mädchen", 21.05.19, Haus der deutschen Heimat Stuttgart In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Stuttgart und dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg. Gefördert durch die Stadt Stuttgart anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Stuttgart-Brünn, die Konrad- Kohlhammer-Stiftung und das Tschechische Zentrum München Eintritt: 20,- Euro zzgl. VvG, Karten unter Telefon 0711 - 20 20 90 oder www.schauspiel-stuttgart.de

Eintritt: Euro 12,-/ 8,-

 

Mittwoch
20.03.19
19.30 Uhr
-

Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich

Daniel Mendelsohn

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


"Auch dass Odysseus weint, gefiel meinem Vater nicht. Er weint! Verständnislos schüttelte mein Vater den Kopf. Was ist daran so heldenhaft? Er betrügt seine Frau, verliert sämtliche Gefährten, ist ein miserabler Feldherr. Er ist deprimiert, er jammert. Er sitzt da und will sterben. Warum finden eigentlich alle, dass er ein Held ist?" Daniel Mendelsohn Eine berührende Vater-Sohn-Geschichte auf den Spuren des homerischen Epos: Als Jay Mendelsohn, pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt, eines Tages spontan beschließt, den Uni-Grundkurs seines Sohnes Daniel zum Thema „Odyssee“ zu besuchen, ahnen beide Männer nicht, dass dies der Beginn einer ganz eigenen Familienreise ist. Vater und Sohn folgen auf einer Schiffsroute den Spuren des homerischen Epos - und im Angesicht der eigenen Sterblichkeit überwinden sie ihr gegenseitiges Schweigen. Ein 4000 Jahre alter Mythos behandelt all die Menschheitsthemen, die uns noch immer bewegen: Familie, Identität, Heimat. Und zugleich weist er einem Vater und einem Sohn den Weg, wieder zueinander zu finden. Daniel Mendelsohn, geboren 1960 in New York, gehört zu den bedeutendsten Intellektuellen in den USA und ist als Autor und Übersetzer bekannt geworden. Er arbeitete als Kritiker u.a. für "The New York Review of Books", das "New York Magazine", für "The New Yorker" und die "New York Times". 2006 erschien sein aufsehenerregendes und preisgekröntes Familien-Memoir "Die Verlorenen. Eine Suche nach sechs von sechs Millionen". "Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich" wurde von Matthias Fienbrock aus dem Englischen übersetzt.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
25.03.19
19.30 Uhr
-

Peng Peng Parker

Nora Gomringer, Philipp Scholz

Lesung und Konzert, Klavier: Philipp Frischkorn


Dorothy Parker war eine vielschichtige Frau: Dichterin, Geliebte, Werbetexterin und Oscar-Nominee. Niemand hat so seufzend, so verlachend über die Liebe und das Rangeln zwischen den Geschlechtern geschrieben wie sie und uns dabei gleichzeitig Karikaturen und fein linierte Portraits der Boulevardlöwen und -löwinnen ihrer Zeit hinterlassen, mal zart und mal hart. Ein New York der 1920er Jahre ohne diese Ikone ist undenkbar. Aus der Fülle von Parkers Spott-, Humor- und Liebesgedichten für Kollegen, Hunde und Männer haben Gomringer & Scholz erstaunliche Songs geschaffen. Melodiös und rhythmisch, witzig und eigen weicht das Duo jenes Schwarzweiß alter Fotos und klingender Pianotasten auf zu Melodien, die schon lange zwischen den Zeilen stehen. Das englische Original wie auch die wunderbaren Übersetzungen durch Ulrich Blumenbach - "Denn mein Herz ist frisch gebrochen", Dörlemann Verlag 2017 - werden dabei zu gleichen Teilen erklingen. Zuletzt erschien von Nora Gomringer der Band "Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded" (2015). Für das Goethe Institut und Pro Helvetia reist sie um die (Literatur-)Welt; sie war Poetikdozentin an den Universitäten Koblenz-Landau, Sheffield und Kiel und erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis 2015. Philipp Scholz, geboren 1990, ist Jazz-Schlagzeuger und lebt in Leipzig. Er spielt in zahlreichen Bands und Formationen, mit denen er mehrfach ausgezeichnet wurde, zuletzt gewann seine Band PLOT den Jungen Münchner Jazzpreis 2014.

Eintritt: Euro 15,-/12,-/7,50

 

Dienstag
26.03.19
11.00 Uhr
-

Hermann Hesse „Steppenwolf“

Rainer Moritz

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke
Sprecher: Stefan Wancura


„Der Steppenwolf“ war ein Kultbuch der Hippie-Generation. Sie entdeckte Hesses Roman von 1927 wieder. Viele junge Menschen identifizierten sich Ende der 1960er Jahre mit dem Helden Harry Haller, einem Außenseiter, zerrissen zwischen Bürgerlichkeit und dem einsamen Leben eines Steppenwolfs. Hesse kritisierte in diesem Text Gesellschaft und Zivilisation - und erzählt nicht zuletzt von einer persönlichen Krise. Kritiker nannten den Roman 1927 „ein seelenzerwühlendes Bekenntnisbuch“ und lobten den „grausamen ehrlichen Dichter“. In Baden-Württemberg ist „Der Steppenwolf“ derzeit Pflichtlektüre für das Deutsch-Abitur. Wie lesen wir dieses Werk des Literaturnobelpreisträgers heute? Und wie erklärt sich der Welterfolg des Romans? Diese Fragen sollen mit dem Literaturkritiker und Leiter des Literaturhauses Hamburg, Rainer Moritz, diskutiert werden. Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen; Sendung auf SWR2: Ostermontag, 22.94.19, 15.05 Uhr, In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart/Evangelisches Bildungszentrum, gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus: Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstraße 33

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
26.03.19
19.30 Uhr
-

Das Leben ist rund! Was verbindet Fußball und Literaturkritik?

Thomas Hitzlsperger, Denis Scheck

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Gespräch, Moderation: Péter Horváth


Was ist das Geheimnis eines gelungenen Lebens? Dies ist die Frage, der der Wirtschaftsclub im Literaturhaus in seinem aktuellen Programm nachgeht. In dieser Veranstaltung sollen der frühere Nationalspieler und heutige VfB-Manager Thomas Hitzlsperger und der Literaturkritiker Denis Scheck am Beispiel ihres eigenen Werdegangs im Dialog das Thema erkunden. Gibt es trotz sehr unterschiedlicher Lebensläufe Gemeinsamkeiten in der Lebensgestaltung? Ist der Fußballspieler Hitzlsperger literaturaffin? Spielt Denis Scheck etwa auch Fußball? Schiedsrichter der Partie ist Peter Horvath vom Wirtschaftsclub. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
27.03.19
11.00 Uhr
-

J.W. von Goethe „Faust I”

Carl Philipp von Maldeghem

Veranstaltungsreihe: Sternchenthemen

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke
Sprecher: Christoph Wieschke, Gregor Schulz


Modern, werkgetreu und frech: Die „Faust I“-Inszenierung von Carl Philip von Maldeghem in Salzburg begeistert seit zehn Jahren die Kritik. „Diese Inszenierung ist ein Musterbeispiel für den Umgang mit einem Klassiker: Kurzweilig, ja beschwingt im Tempo, modern im Ambiente mit Labor und Laptop “, schrieb etwa das Onlineportal Drehpunkt Kultur. Im Winter 2018 kam sie dort wieder auf den Spielplan. Goethes „Faust“ spiegelt den rastlosen abendländischen Umgang mit der Welt, der im Namen des Fortschritts, aber auch der Liebe und Befreiung über Leichen geht. Im Gespräch mit Carl Philip von Maldeghem (von 2002 bis 2009 Intendant der Schauspielbühnen Stuttgart) geht es um die Frage, wie man „Faust 1“ im 21. Jahrhundert auf die Bühne bringt - und wie man Schüler*innen für dieses zeitlos aktuelle Stück begeistern kann. Der Stuttgarter Bühnenpoet Timo Brunke umrahmt das Gespräch mit poetischen Kommentaren. Die Schauspieler Christoph Wieschke (Heinrich Faust) und Gregor Schulz (Mephisto) präsentieren Passagen aus der aktuellen Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen; Sendung in SWR2: Karfreitag 19.04.19 19.05 Uhr, In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart/Evangelisches Bildungszentrum, gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg Außer Haus: Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstraße 33

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
27.03.19
19.30 Uhr
-

Der Fall Meursault & Zabor

Kamel Daoud

Lesung und Gespräch, Moderation: Stefan Weidner
Deutsche Lesung: Michael Stiller


Mit seinem letzten Roman "Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung" gab Kamel Daoud dem namenlosen Toten aus „Der Fremde“ von Albert Camus ein Gesicht und erzählt eine Geschichte, die untrennbar mit der Geschichte Algeriens verknüpft ist - der vielfach preisgekrönte Roman war eine der literarischen Sensationen der letzten Jahre. Nun erscheint in der Überseztung von Claus Josten sein neuer Roman "Zabor", in dem Daoud das menschliche Dasein mit den Mitteln aus Tausendundeiner Nacht erzählt. Entstanden ist eine große Parabel über die Macht des Erzählens und des Erzählers: Ismaël, der sich selbst Zabor nennt, verliert früh seine Mutter. Der Vater verstößt ihn, so dass Zabor bei seiner Tante und dem stummen Großvater aufwächst. Trost und Zuflucht findet er in der Literatur. Viel ist das jedoch nicht in einem algerischen Dorf, das im Süden bereits an die Sahara grenzt, und so beginnt Zabor, seine eigenen Geschichten zu schreiben und bemerkt dabei rasch sein besonderes Talent: Er hat die Gabe, das Leben von Sterbenden zu verlängern; so lange er über die Leute schreibt, so lang hält er den Tod auf Abstand. So auch, als eines Tages sein Vater im Sterben liegt. Kamel Daoud, geboren 1970, arbeitete lange als Journalist für den "Quotidien d’Oran". Heute lebt er als Schriftsteller mit seiner Familie in Oran. Für seinen ersten Roman „Der Fall Meursault - eine Gegendarstellung“ wurde er u.a. mit dem Prix Goncourt du Premier Roman ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
28.03.19
18.00 Uhr
-

Vertrauensfragen – Haus der Geschichte

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Politik benötigt Vertrauen - früher wie heute: 1918 war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg das Vertrauen in den Staat völlig zerstört. Die Ausstellung "Vertrauensfragen" blickt darauf, wie aus der Revolution die erste Demokratie in Baden und Württemberg entstand, die um das Vertrauen der Bürger*innen warb. Sie macht die Leistungen und Anstrengungen, die Hoffnungen und Träume, die Schwierigkeiten und Ängste der Frauen und Männer in dieser Zeitenwende sichtbar. Wir werden durch die Ausstellung geführt, die von Frauenrechten und Erziehungsexperimenten berichtet, von Gewaltexzessen württembergischer Freiwilligenverbände und davon, wie eine Gewehrfabrik zum Kleinstwagenproduzenten wurde. Zusammen besuchen wir die Große Landesausstellung, die beleuchtet, wie das Vertrauen in politische Institutionen, in den Sozialstaat, in die neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung entstand und schwand, wer Misstrauen und Gewalt säte, wer Vertrauen fasste und wer enttäuscht wurde. Anmeldung unter Eintritt und Führung: 7,- Euro Ort: Haus der Geschichte, Konrad-Adenauer-Straße 16, Stuttgart

 

Freitag
29.03.19
19.30 Uhr
-

Herkunft

Saša Stanišić

Lesung und Gespräch, Moderation: Lothar Müller


"Herkunft" ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. Saša Stanišić schreibt in seinem neuen Buch über seine Heimaten - in der Erinnerung und der Erfindung. Entstanden ist ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. „Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. Es ist zugleich ein Buch über den Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre.“ Saša Stanišićs Nachdenken über Herkunft ist ein Denken in Geschichten, ein Denken durch vereinfachende Zuschreibungen hindurch, die sie im Erzählen obsolet werden lassen, wenn wir einem Flößer, Bremser, einer Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat, einem bosnischen Polizist, der gern bestochen werden möchte, einem Wehrmachtssoldaten begegnen oder auf eine Grundschule für drei Schüler treffen. 1978 in Višegrad, Jugoslawien, geboren, lebt Saša Stanišić seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman "Wie der Soldat das Grammofon repariert" wurde in 31 Sprachen übersetzt und sein Roman "Vor dem Fest" wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
31.03.19
20.00 Uhr
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Milchzähne

Helene Bukowski

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


„In der Welt in meinem Roman ist es Brauch, die herausgefallenen Milchzähne aufzuheben. Es ist ein Sinnbild dafür, wie sehr die Figuren an Dingen festhalten, die eigentlich schon verloren sind. Und genau das ist für mich auch das Thema des Romans.“ So spricht Helene Bukowski, Jahrgang 1993, über ihren Debütroman „Milchzähne“. Sie präsentiert uns einen Roman, in dem wir als Leser eine dubiose Dorfgemeinschaft kennenlernen, die abgeschnitten von der Außenwelt existiert. Skalde und ihre Mutter Edith gehörten selbst nie richtig zur Gemeinschaft und eines Tages nimmt Skalde ein fremdes Mädchen mit flammendroten Haaren mit nach Hause, das einsam inmitten des Waldes stand und Hilfe brauchte. Es geht um Beziehungen, Vertrauen und Zuneigung in einer Familie, die in einer verrohten Umgebung lebt und sich Misstrauen und Feindseligkeit gegenüber sieht. Helene Bukowski, studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Sie war CoAutorin des Dokumentarfilms „Zehn Wochen Sommer“ und Mitherausgeberin der „BELLA triste“. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. Ort: Urbanstraße 62A, Stuttgart Eintritt: 5,- Euro inkl. Brezel & Bier Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Dienstag
02.04.19
19.30 Uhr
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Winterbergs letzte Reise und Tschechenkrieg

Jaroslav Rudiš, Jaromír 99

Veranstaltungsreihe: Česko 2019

Comic-Präsentation, Buchpräsentation


Jaroslav Rudiš und Jaromír 99, die Autoren des legendären Comics Alois Nebel und Mitglieder der tschechischen Kafka Band, bearbeiten in ihren neuen Solowerken den Themenkomplex deutsch-tschechischer Fluchtgeschichten. Im Roman Winterbergs letzte Reise von Rudiš führt eine abenteuerliche tragikomische Eisenbahnreise die Protagonisten, einen Altenpfleger und seinen schwerkranken Patienten, durch Mitteleuropa und dessen Geschichte. Die beiden verbindet die Flucht: Wenzel Winterberg, als Sudetendeutscher 1918 in Liberec, Reichenberg geboren, wird nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben. Jan Kraus, Altenpfleger und in Berlin lebend, stammt ursprünglich aus Vimperk, dem früheren Winterberg im Böhmerwald. Wie er nach Deutschland kam, bleibt sein Geheimnis. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach Wenzel Winterbergs verlorener Liebe. Jaroslav Rudiš, ausgezeichnet mit dem Preis der Literaturhäuser 2018, legt mit Winterbergs letzte Reise seinen ersten auf Deutsch geschriebenen Roman vor. Jaromír 99 nimmt in seinem Comic Tschechenkrieg, den er zusammen mit dem Autor Jan Novak gestaltet hat, eine andere geschichtliche Epoche unseres Nachbarlandes in den Blick. Schauplatz ist die Tschechoslowakei der 1950er Jahre. Während des Kalten Krieges führen die Mašin-Brüder ihren ganz eigenen Kampf gegen das kommunistische Regime: Sie verüben Sabotageakte, Überfälle auf Geldtransporter und Sprengstoffanschläge. Doch als der erwartete Dritte Weltkrieg ausbleibt, fliehen Josef und Ctirad Mašin nach West-Berlin, um sich der US-Army anzuschließen. Darauf folgt die größte Fahndungsaktion der DDR-Volkspolizei, genannt Tschechenkrieg. Musikalisch umrahmt wird der Abend von Jaromír 99s neuestem Bandprojekt J99 & DnR. Jaroslav Rudiš Winterbergs letzte Reise, Luchterhand, 2019, Jan Novak / Jaromír99 Tschechenkrieg, Übersetzung: Mirko Kraetsch, Voland & Quist, 2019 Veranstalter: Literaturhaus Stuttgart, Schauspiel Stuttgart, Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg Gefördert durch: Stadt Stuttgart anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Stuttgart - Brünn und die Konrad Kohlhammer Stiftung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
04.04.19
19.30 Uhr
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Zerrspiegel. Erinnerungsbilder

Tanja Maljartschuk, Zanna Sloniowska

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Lesung und Gespräch, Moderation: Claudia Dathe


„Blauwal der Erinnerung“ heißt der neue Roman der Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin und ukrainischen Schriftstellerin Tanja Maljartschuk über einen vergessenen ukrainischen Volkshelden, dessen Leben auf kunstvolle Weise mit dem der Ich-Erzählerin verknüpft wird: Eine Frau verlasst geplagt von Panikattacken monatelang ihre Wohnung nicht und findet schließlich Halt in einer historischen ukrainischen Figur, in Wjatscheslaw Lypynskyj. Der leidenschaftliche Geschichtsphilosoph und Politiker befasste sich mit der zwischen Polen und Russland zerrissenen Ukraine. Ähnlich kränklich und auf der Suche nach Zugehörigkeit folgt die Erzählerin diesem kompromisslosen Mann. Die ukrainisch-polnische Autorin Żanna Słoniowska nimmt uns in ihrem Roman „Das Licht der Frauen“ wiederum mit nach Lemberg, in ein Haus mit vier starken Frauen aus vier Generationen, die zwischen Zuneigung und Ablehnung doch verbunden sind in ihrem Freiheitsdrang und ihrer Aufsässigkeit. Bis zu dem Tag, an dem eine der Frauen, Marianna, auf offener Straße erschossen wird. Vom Fenster aus beobachtet ihre Tochter, wie sich der Trauerzug zu einer Demonstration auswächst. Tanja Maljartschuk wurde 1983 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, geboren. 2009 erschien auf Deutsch ihr Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“, 2013 ihr Roman „Biografie eines zufälligen Wunders“ und 2014 „Von Hasen und anderen Europäern“. 2018 erhielt sie für den Text „Frösche im Meer“ in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. Maljartschuk schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle (Ukraine) und für Zeit Online und lebt seit 2011 in Wien. Żanna Słoniowska wurde 1978 in Lwiw (Lemberg), Ukraine, geboren und arbeitet als ukrainisch-polnische Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin. Sie studierte Buchdruck in Lwiw, arbeitete für das Fernsehen. Heute lebt sie in Krakau. „Das Licht der Frauen“ wurde von Olaf Kühl aus dem Polnischen ins Deutsche übertragen. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung Reihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven Lesungen und Gespräche | April - Juli 2019 „Denn die Politik tritt in dein Leben, auch wenn du dich nicht für sie interessierst: Der Krieg kommt in dein Dorf.“ Serhij Zhadan Vor fünf Jahren hat das Stuttgarter Literaturhaus die friedlichen Proteste auf dem Kiewer Maidan und die eskalierende Entwicklung nur wenige Monate später zum Anlass seiner literarischen Reihe „Rebellen“ genommen, in der Literatur als Visionsraum in Prozessen gesellschaftlichen Umbruchs befragt wurde. In der Zwischenzeit wurde die Krim von Russland annektiert und in der Ostukraine begann ein blutiger Krieg mit Millionen Binnenflüchtlingen und vielen getöteten Menschen, ohne Aussicht auf ein baldiges Ende. In einer Politik der Verunsicherung und in einem Klima tiefgreifenden Misstrauens wurden und werden in Russland Künstler und Intellektuelle unter Druck gesetzt. Wir haben es mit einem Krieg in Europa zu tun, der nach einer kurzen Phase medialer Aufmerksamkeit nur allzu rasch wieder aus dem Blickfeld geriet. Zugleich haben wir es in nahezu allen europäischen Ländern mit dem Erstarken des Rechtspopulismus’ zu tun, mit der Aushöhlung von Demokratie. Wichtige Scharnierstelle in dieser Gemengelage ist die Sprache, sind die Worte. Literatur bildet einen Ort der Mehrdeutigkeiten, die wir im alltäglichen Schlagabtausch oftmals nicht auszuhalten bereit sind. „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März und würde jeden Moment in unzählige schwere, scharfe Stücke brechen“, schreibt Serhij Zhadan in seinem jüngsten Roman „Internat“, für den er 2018 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung ausgezeichnet wurde. Das Knacken des Eises, die schweren scharfen brechenden Stücke aus Zhadans Literatur setzen wir in dieser neuen Veranstaltungsreihe im Stuttgarter Literaturhaus in einen politischen und gesellschaftlichen Resonanzraum. Denn: Unter dem Eis auf dem Stausee im März wartet Leben.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
05.04.19
19.30 Uhr
-

Narration im Drama

Roland Schimmelpfennig, Thomas Richhardt

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Gespräch


Der Schriftsteller und Dramatiker Roland Schimmelpfennig hat die Narration in die zeitgenössische Dramatik geholt. In seinem Werk wird die Erzählung zur Erweiterung des dramatischen Handwerks, sie eröffnet neue Bühnensituationen, die eine Annäherung an die filmische Dramaturgie erlauben. „Schimmelpfennigs Stücke leben von Zeitsprüngen, Ortswechseln, Identitätsmetamorphosen. Aller Erfindungsreichtum geht bei ihm in den Bau, die Konstruktion des Werks“ (Peter Kümmel, DIE ZEIT). Der Autor und Dramaturg Thomas Richhardt wird mit Schimmelpfennig ein Werkstattgespräch führen über seine Anfänge in „Die arabische Nacht“ (Uraufgeführt 2001, Schauspiel Stuttgart) bis zu dem dramaturgisch äußerst trickreichen und mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis bedachten Stück „Der goldene Drache“ hin zu seinem aktuellen Werk „100 Songs“, das im Juni 2019 im Schauspiel Stuttgart zu sehen sein wird. Im Fokus des Gesprächs wird auch die Frage stehen, wie sich die freigelegten Erzählweisen der neueren Dramatik im schulischen Rahmen aufgreifen und zu einer spannenderen Unterrichtserzählung nutzen lassen. Roland Schimmelpfennig, geboren 1967 in Göttingen, ist einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker Deutschlands. Seit 1996 arbeitet er als freier Autor, seit 2000 schreibt er Theaterstücke für große Häuser wie das Schauspielhaus Zürich, das Deutsche Theater Berlin, das Schauspielhaus Hamburg, das Burgtheater Wien und das Schauspiel Stuttgart. Gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, in Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
08.04.19
19.00 Uhr
-

Das Bildnis des Dorian Gray - Oscar Wilde


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Der junge und bildschöne britische Aristokrat Dorian Gray strebt nach ewiger Schönheit. Als er sein von dem Maler Basil Hallward erstelltes Porträt erblickt, wünscht er sich für immer so aussehen zu können - und sein Wunsch wird erfüllt. Dorian verkauft seine Seele, sodass nicht er, sondern sein Porträt die Spuren des Alterns und seiner Sünden aufzeigt. Unter dem Einfluss von Lord Henry Wotton führt Dorian ein rücksichtsloses Leben, das nur Schönheit, Lust und Exzess als die einzig lebenswerten Prinzipien kennt. Qualvoll beobachtet Dorian die Zerstörung seiner Seele im Porträt. Er beschließt seine Lebensweise zu ändern, scheitert jedoch. Wir lesen den Roman und diskutieren unter anderem über seine Aktualität. Anmeldung unter Eintritt: Mitglieder frei/Gäste Euro 3,-

 

Mittwoch
10.04.19
20.00 Uhr
-

Städtebau und regionale Entwicklung aus ökonomischer Perspektive

Michael Pflüger

Veranstaltungsreihe: Architektur

Vortrag


Weltweit zählen der Sog großer Städte und das Wachstum von Agglomerationsräumen zu den herausragenden Trends regionaler Entwicklung. Michael Pflüger setzt sich in seinem Vortrag mit den Treibern der Regionalentwicklung, den Dimensionen des regionalen Gefälles und Ansatzpunkten und Handlungsmöglichkeiten der Regional- und Standortpolitik auseinander. Dabei wird auch die aktuelle ökonomische Forschung zu Grünen Stadtsystemen beleuchtet. Im Rahmen dieses Vortrages wird dieses Mal der Blickwinkel des Ökonomen eingenommen, der die Zuhörer anregen soll, sich mit den volkswirtschaftlichen Hintergründen von Stadt- und Regionalentwicklung zu beschäftigen. Michael Pflüger ist Professor und Lehrstuhlinhaber für VWL - Internationale Ökonomik an der Universität Würzburg. Er war von 2008-2017 Mitglied und zuletzt auch Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit und hatte von 2012-2016 den Vorsitz des Regionalökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik (VfS) inne. In der Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit Themen wie: „Regionales Wachstum und Strukturwandel“ und „Green Cities - Economic Analysis“. Veranstalter: Architektur-Forum Baden-Württemberg

Eintritt frei

 

Donnerstag
11.04.19
19.30 Uhr
-

Die Farben des Feuers

Pierre Lemaitre

Lesung und Gespräch, Moderation: Tobias Scheffel


Unter dem Titel „Die Farben des Feuers“ ist der neue große Roman des Prix-Goncourt-Preisträgers Pierre Lemaitre in der Übersetzung von Tobias Scheffel druckfrisch auf Deutsch erschienen. Damit setzt der Autor seine Trilogie über die Zeit zwischen den zwei Kriegen des 20. Jahrhunderts fort. Mit „Au revoir là-haut“ (Wir sehen uns dort oben) verließ Lemaitre das Krimi- und Thrillergenre und präsentierte erstmals einen historischen Roman, für den er den Prix-Goncourt erhielt. Lemaitre schreibt in der Tradition der großen Fortsetzungsromane des 19ten Jahrhundert, seine Vorbilder sind Dumas, Balzac und Hugo. Im zweiten Band „Die Farben des Feuers“ zeichnet er nun ein lebendiges Bild Frankreichs zwischen 1927 und1933. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Pericourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um. Sie steht an der Spitze eines Bankimperiums - in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
15.04.19
19.00 Uhr
-

Schreibzirkel junger Autor*Innen

Christoph Salazy

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Im April ist der Lyriker und Solitude-Stipendiat Christoph Szalay bei uns zu Gast! Szalay absolvierte sein Studium der Germanistik in Graz/Österreich, und studierte Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin. Er ist Literaturbeauftragter des FORUM Stadtpark Graz. Seine letzten Projekte waren: “when we turned off the light [we didn't see nothing]”, “SPACE=WOW (BUT I STILL MISS YOU, EARTH)”, “Re-Considering Trieste or OH”, “HOW I WANTED TO BE YOUR BABY (but you wouldn't let me)”. Anmeldung unter Eintritt: Mitglieder frei/Gäste Euro 3,-

 

Dienstag
16.04.19
19.30 Uhr
-

Lyophilia

Ann Cotten

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


„An den Ausschänken links und rechts des Eichelhofwegs, die seit einigen Jahren dort sprießen, wurden die Tische schon nass im Niederschlag der wütenden Temperaturdifferenz am Abend. Schlicht: Tau fiel, das Licht war am Abgehen.“ Ann Cotten Eine Sammlung von Erzählungen wie ein Schuss ins Knie! Was Ann Cotten die letzten Jahre etwas hochstaplerisch als „Science Fiction auf Hegelbasis“ angekündigt hat, ist nun da. „Ann Cotten ist erwachsen geworden, was uns ein Stück weit in die Zukunft katapultiert.“ - schreibt der Verlag über den neuen Erzählband. Was nun gegenwärtig bleibt, ist ihre labyrinthische, offene, raffinierte wie zugleich auch komische und anarchische Art zu denken, zu schreiben und mit der Sprache künstlerisch-cottenesk umzugehen - ganz gleich ob in Lyrik oder Prosa. Ihre literarische Arbeit wird nicht nur in den Literaturszenen, sondern auch in den Bereichen der Bildenden Kunst und Theorie hochgeschätzt. Zuletzt wurde sie mit dem Klopstock-Preis und dem Hugo-Ball-Preis ausgezeichnet. Ann Cotten wurde 1982 in Iowa geboren und wuchs in Wien auf. Bei Suhrkamp erschienen von ihr bislang die „Fremdwörterbuchsonette“ (2007), „Florida-Räume“ (2011), „Der schaudernde Fächer“ (2013) und „Verbannt!“ (2016). Sie lebt in Wien und Berlin. In Zusammenarbeit mit dem SWR2; Sendetermin 28.05.19, 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
23.04.19
19.30 Uhr
-

Die tonight; live forever oder das Prinzip Nosferatu

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


„Nosferatu - tönt dies Wort nicht wie der mitternächtige Ruf eines Todesvogels. Hüte Dich es zu sagen, sonst verblassen die Bilder des Lebens zu Schatten.“ Dieses Theaterstück ist eine Übertragung von Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“ in unsere Zeit. Der Vampir Nosferatu kommt in eine deutsche Kleinstadt, mit ihm in Särgen: Heimaterde und Ratten, die die Pest verbreiten. Nosferatu kauft eine ruinöse Immobilie, saugt Blut und verleibt sich Menschen ein. Überall herrscht mittlerweile das Untote, Vampir*innen gehen um. Wie bewegt sich der Mensch heute durch urbane Landschaften, ein sich radikalisierendes Umfeld, zwischen sich verschärfenden politischen und sozialen Fronten? Zusammen besuchen wir dieses Theaterstück, in dem das Bild des Vampirs kulturkritisch und körperpolitisch untersucht und aus den unterschiedlichen Positionen vom 'Untoten' erzählt wird- vom Marginalisierten, Gleichgeschalteten oder Verdrängten. Anmeldung unter Eintritt: Euro 16,-/9,-

 

Donnerstag
25.04.19
19.30 Uhr
-

Solidarität

Heinz Bude

Lesung und Gespräch


„Der Schritt zurück ins Leben verlangt die Befreiung vom Selbsthass und vom Hass auf die Anderen.“ Achilles Mbembe „Mbembe lässt keinen Zweifel, dass nur die kommende Solidarität einer neuen Welt die gegeneinanderstehenden Solidaritäten der alten Welt auflösen kann. Dem Norden wie dem Süden bleibt die Einsicht, dass die eine Welt die einzige Welt ist, die wir haben“, schreibt der Soziologe Heinz Bude in seinem neuen Buch „Solidarität“. Solidarität war einmal ein starkes Wort; es geriet in Verruf, als jeder für sein Glück und seine Not selbst verantwortlich gemacht wurde. Heute sind Gesellschaften tiefer denn je zwischen Arm und Reich gespalten. Wir sollten uns hingegen, so Bude, nicht damit begnügen, materielle Not zu lindern, sondern im Anderen vielmehr uns selbst als Mensch erkennen. Die Erfahrung von Solidarität stellt dabei vielmehr die Frage: Wofür lohnt es sich zu leben? Und die Richtung einer Antwort kommt mit Albert Camus gesprochen aus dem Dasein selbst, das sich nicht im Bemühen um Selbstvervollkommnung, sondern vielmehr im Empfinden einer Weltbezogenheit gegenwärtig wird. Heinz Bude lebt in Berlin und ist Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. 1997-2015 leitete er den Bereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" am Hamburger Institut für Sozialforschung. Zuletzt erschien „Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen“ (2016) und „Adorno für Ruinenkinder. Eine Geschichte von 1968“ (2018). In Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart Außer Haus: Bildungszentrum Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
27.04.19
19.30 Uhr
-

Region und Welt

Hermann Bausinger, Sandra Richter, Denis Scheck

Veranstaltungsreihe: Das gute Buch

Lesung und Gespräch


Der neue Riss durch die Gesellschaft verlaufe nicht mehr zwischen Arm und Reich, sondern zwischen den städtischen Metropolen und dem Rest des Landes, analysiert der bedeutende Ökonom Paul Collier in seiner jüngsten Studie. Und es ist just dieser „Rest des Landes“, dem schon immer Hermann Bausingers besondere Aufmerksamkeit und Forscherneugierde als Kulturwissenschaftler galt. Als Professor für Empirische Kulturwissenschaft gehört die Alltagskulturforschung und die ihr innewohnende Achtsamkeit vor der Provinz zu seinen Schwerpunkten, üppig angereichert durch beglückende Bücher wie seine "Schwäbische Literaturgeschichte" (2017). Der ehemalige Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts Tübingen gilt als einer der führenden Köpfe der deutschen Nachkriegsvolkskunde, die beteiligt waren an der programmatischen Wende hin zu einer empirischen Kulturwissenschaft. Mit ihm ins Gespräch kommen Sandra Richter, Direktorin des Literaturarchivs Marbach, und der Fernsehliteraturkritiker Denis Scheck in der Literaturhausreihe "Das gute Buch". Bausingers Arbeiten werden zwei weitere Bücher zur Seite gestellt, die sich zu Region und Welt ins Verhältnis setzen: In „Meine europäische Familie“ bringt die schwedische Autorin Kirsten Bojs ihre LeserInnen auf die Spur der Vorfahren. Und der amerikanische Intellektuelle, Journalist und Kritiker Daniel Mendelsohn wiederum entwickelt in seinem Roman „Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich“ auf den Spuren des homerischen Epos eine berührende Vater-Sohn-Geschichte über Familie, Identität und Heimat.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
29.04.19
18.00 Uhr
-

Manno!

Anke Kuhl

Veranstaltungsreihe: Comicbuchpreis

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung


Der diesjährig zum fünften Mal vergebenen Comicbuchpreis geht an eine Kinderbuchautorin: Anke Kuhl erhält für Manno! den zum ersten Mal mit 20.000 Euro dotierten Preis der Berthold Leibinger Stiftung. „Schon in seinen ersten drei Episoden hat „Manno!“ die Jury mit seinem Witz, der lebhaften Bildsprache und den wunderbaren Kurzberichten aus einem ganz normalen Kinderleben zwischen Euphorie und Katastrophe begeistert. Die Geschichten sind - im geplanten Ablauf - lose verknüpft zur Memoire einer Kindheit, deren Fertigstellung als „All-Ages-Comic“ die schönsten Erwartungen weckt und dafür nun mit dem Comicbuchpreis der Leibinger Stiftung ausgezeichnet wird.“, begründet Brigitte Helbling die Entscheidung der Jury. Anke Kuhl, 1970 in Frankfurt geboren, studierte dort Kunstpädagogik und anschließend Freie Bildende Kunst an der Universität Mainz sowie Visuelle Kommunikation in Offenbach, wo sie auch als Diplom Designerin abschloss. 1999 gründete sie mit Philip Waechter und Moni Port die Frankfurter Ateliergemeinschaft Labor und arbeitet dort freiberuflich als Illustratorin und Autorin für verschiedene Verlage. Für den Comicbuchpreis 2019 hatten sich insgesamt 77 Autor*innen und Zeichner*innen aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz beworben. Darüber hinaus prämiert die Jury unter dem Vorsitz von Andreas Platthaus neun Finalistenarbeiten mit einer Auszeichnung in Höhe von je 2.000 Euro. Mit der Preisverleihung eröffnet zugleich die begleitende Comicausstellung im Literaturhaus, die im Anschluss im Literarischen Colloquium Berlin zu sehen sein wird. In Zusammenarbeit mit der Berthold Leibinger Stiftung Einlass nur nach Anmeldung unter

 

Montag
29.04.19
19.30 Uhr
-

Für eine neue Ethik der Beziehungen: Zur Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes

Bénédicte Savoy, Albert Gouaffo (angefragt), Petra Olschowski, Inés de Castro

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Gespräch


2018 beauftragte Präsident Macron die Kunsthistorikerin Benedicte Savoy und den senegalesischen Ökonomen und Schriftsteller Felwine Sarr, Empfehlungen zur Rückgabe des afrikanischen Kulturerbes in französischen Museen zu verfassen. Dieser Empfehlungskatalog führte sofort nach seiner Veröffentlichung in Frankreich zu einer kontroversen Debatte, die weit über Frankreichs Grenzen hinausging und auch in Deutschland leidenschaftlich geführt wird. Die beiden Autor*innen empfehlen, Artefakte generell in die Herkunftsländer zurückzugeben, wenn Museen ihre Herkunft oder die Einwilligung des Transfers nach Europa nicht nachweisen können - indes nur, wenn die Rückgabe von Seiten der afrikanischen Herkunftsländer auch eingefordert wird. Wenn man bedenkt, dass ein großer Teil der afrikanischen Sammlungen in den ethnologischen Museen Europas im Zuge des Kolonialismus oder durch Übervorteilung der afrikanischen Herkunftsgesellschaften gewaltvoll angeeignet wurde, und dass sich heute circa 90 Prozent des afrikanischen Kulturerbes außerhalb des Kontinents befinden, haben diese Empfehlungen Gewicht. Die Debatte über Rückgabeempfehlungen kann Anstoß sein für ein neues Gespräch zwischen Afrika und Europa und ein erster Schritt hin zu einem neuen Verhältnis auf Augenhöhe, zu einer neuen Ethik der Beziehungen. Die deutsche Veröffentlichung des Berichts (Verlag Matthes & Seitz 2019), die neue Präsentation der Afrika-Sammlung des Linden Museums sowie das internationale Festival „Membrane - African Literature and Ideas“ (23.-26.5.) im Literaturhaus Stuttgart und Institut francais geben Anlass für diese Diskussion mit der Staatssekretärin Petra Olschowski, der Direktorin des Lindenmuseums, Ines de Castro, Benedicte Savoy und Albert Gouaffo. In deutscher Sprache. Eine gemeinsame Veranstaltung des Institut francais Stuttgart, IZKT Universität Stuttgart, Lindenmuseum, Literaturhaus Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Akademie Schloss Solitude Außer Haus: Lindenmuseum, Hegelplatz 1, Stuttgart Eintritt 3.-/5.- Euro (Kartenreservierung im Lindenmuseum, Fon 0711 / 20 22 444, )

 

Dienstag
30.04.19
19.30 Uhr
-

Roter Hunger

Anne Applebaum

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Vortrag und Gespräch, Moderation: Volker Weichsel
Deutsche Lesung: Irene Baumann
Übersetzung: Jürgen Stähle


Der gegenwärtige Konflikt um die Ostukraine und die Krim ist ohne die Geschichte des erzwungenen Hungertods von mehr als drei Millionen Ukrainern zwischen 1932 und 1933, Holodomor genannt, nicht zu verstehen. Er gehört zu den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und hat Folgen bis heute. Die Pulitzer-Preisträgerin und Historikerin Anne Applebaum verbindet in ihrem Buch „Roter Hunger“ eindrücklich die Perspektive der Täter mit der der Opfer; sie zeigt Stalins Terrorregime gegen die Ukraine und die Umstände der Vernichtungspolitik. Anne Applebaum, geboren 1964 in Washington, D. C., ist Historikerin und Journalistin. Sie ist Direktorin des Legatum-Instituts in London und schreibt als Kolumnistin für Washington Post. Für ihre publizistische Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen: Ihr erstes Buch „Between East and West“ (1995) wurde mit dem Adolph Bentinck Prize for European Non-fiction ausgezeichnet, für ihr zweites Buch „Der Gulag“ (2003) erhielt sie den Pulitzer-Preis. Applebaum lebt in Warschau. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
01.05.19
09.30 Uhr
-

Animation and Science

Robert Seidel, Matthias Wittmann, Hannes Rall

Veranstaltungsreihe: Internationales Trickfilmsymposium

Symposium


Keynote-Speaker Robert Seidel und VFX-Experte Matthias Wittmann diskutieren zusammen mit Hannes Rall und Erwin Feyersinger über die Verbindung von Animation und Wissenschaft. Ziel des Symposiums ist es, Wissenschaftler, Studierende, Akademiker und Künstler aus den verschiedensten Bereichen der Forschung und Berufspraxis interdisziplinär und international zusammenzubringen. Ein wissenschaftliches Symposium beim Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und FMX 2019 in Zusammenarbeit mit der Society of Animation Studies, der School of Art, Design and Media der Nanyang Technological University Singapur, dem Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, der AG Animation und dem Literaturhaus Stuttgart. In englischer Sprache Unterstützt und ko-organisiert von der Eberhard Karls Universität Tübingen Tageskarten für das Symposium: 15,- Euro Bei professioneller Akkreditierung oder mit Festivalpass: Eintritt frei

 

Freitag
03.05.19
18.00 Uhr
-

Can you write me a poem, Siri?

Sandra Richter

Lesung, Gespräch, Vortrag, Diskussion


LITERATURHAUS STUTTGART Lange Nacht der KI Das, was man künstliche Intelligenz nennt, hat die Kunst längst erreicht. Selbstlernende Maschinen komponieren, malen, schreiben Gedichte oder den achten Band der Harry-Potter-Reihe. Was aber bedeutet das für unser Verständnis von Kunst und Kreativität, Original und Kopie, Werk und „Meister“? Knifflige Zuschreibungs- und Urheberrechtsfragen befeuern zudem die Debatte. Gebührt der Maschine, dem Programmierer des Algorithmus oder der Künstlergruppe, die ihn verwendet, die Urheberschaft? Und lesen wir ein Gedicht anders, wenn wir wissen, es gründet auf einem Algorithmus? Erübrigt sich gar die Kunst, wie wir sie kennen? Zwischen künstlicher und künstlerischer Intelligenz ist viel Raum für Zwischentöne. Zu den Gästen der Langen Nacht gehören u.a. Dietmar Dath, Autor, Übersetzer, Lyriker und Dramatiker (angefragt), die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach Sandra Richter, die Philosophin Eva Weber-Guskar, Dieter Mersch, der das Institut für Theorie an der Züricher Hochschule der Künste leitet sowie ein Überraschungsgast aus dem Cyber Valley. Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Stuttgart, IZKT der Universität Stuttgart und DLA Marbach im Rahmen des 1. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals "smart und clever".

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
06.05.19
19.00 Uhr
-

Über "Serotonin" von Michel Houellebecq


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Der 46-jährige Florent-Claude Labrouste hasst seinen Vornamen und schluckt Antidepressiva, um wenigstens noch duschen und mit seinen Nachbarn reden zu können. Mit dem Beschluss, sich aus dem Leben zu verabschieden, (daran ändert auch das Medikament nichts, dass ihn in erster Linie die Libido kostet), löst er alles auf: Beziehung, Arbeitsverhältnis, Wohnung. Was folgt, ist eine Reise ins wirtschaftliche und geistige Elend der Provinz und in die eigene qualvolle Erinnerung. Wir lesen den neuen Roman des Prix Goncourt-Trägers und reden über die Debatten, die Autor und Buch vorauseilen. Anmeldung unter Eintritt: Euro 3,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
08.05.19
19.30 Uhr
-

Drei Frauen

Dacia Maraini

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder
Deutsche Lesung: Barbara Stoll


Dacia Maraini gehört zu den wichtigsten Intellektuellen und Schriftsteller*innen Italiens, wurde 1936 in der Nähe von Florenz geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit in Japan, wo ihre antifaschistische Familie die Mussolini-Jahre überlebte. Ende der 1950er Jahre ging sie nach Rom und lernte Pier Paolo Pasolini kennen, mit dem sie eine jahrzehntelange Freundschaft verband. „Drei Frauen“ lautet der Titel ihres neuen Romans, von Ingrid Ickler ins Deutsche übertragen: Gesuina, Maria und Lori - Großmutter, Mutter und Tochter sind im gemeinsamen Haushalt aneinandergebunden. Die über Sechzigjährige ist voller Begehren und Lebenslust. Maria hingegen, die tragende Säule der Familie, lebt in ihrer Welt der Literatur und der Briefe an den fernen Geliebten. Einzig Lori, die Gymnasiastin, lehnt sich mit wirren und trotzigen Aktionen gegen die beiden Frauen und deren Liebessehnsucht auf und will ihre Freiheit behaupten, bis das Gefüge zum Einsturz gebracht wird und die drei Frauen ihre Bande neu definieren müssen. Dacia Maraini war nominiert für den Man Booker Prize International 2011. Auf Deutsch sind unter anderem ihre Romane "Die stumme Herzogin", "Gefrorene Träume" und zuletzt "Der Zug in die jüngste Nacht" erschienen. In Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
10.05.19
19.30 Uhr
-

Kafkas letzter Prozess

Benjamin Balint, Ulrich von Bülow

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Der berühmteste Koffer der Literaturgeschichte hätte es beinahe nicht geschafft. Max Brod hatte ihn bei sich, als er 1939 mit dem letzten Zug von Prag nach Palästina floh. Im Koffer: Manuskripte, Notate, Kritzeleien seines Freundes Franz Kafka. Heute befindet sich Kafkas Nachlass zum allergrößten Teil in Oxford. Jahrzehnte später entsponn sich um einige Autographen Kafkas, die in Brods Besitz geblieben waren, ein Gerichtskrimi, der erst 2016 ein Ende fand. Vordergründig wurde über den Nachlass von Max Brod entschieden, doch standen noch ganz andere Fragen im Raum: War Kafka vor allem ein jüdischer Autor? Wo ist sein Erbe richtig aufgehoben? In Israel? Oder in jenem Land, in dessen Namen Kafkas Familie einst ausgelöscht wurde? Eine Geschichte, die nicht nur zeigt, weshalb die Frage, wem Kafka gehört, zum Glück nie entschieden werden kann. Benjamin Balint, geboren 1976 in den USA, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Hebräischen in Jerusalem. Seine Kritiken und Essays erscheinen u.a. in DIE ZEIT, Wall Street Journal, Ha’aretz und Weekly Standard. "Kafkas letzter Prozess" ist seine erste Buchveröffentlichung auf Deutsch, übersetzt von Anne Emmert. In der Moderation von Anat Feinberg, Professorin an der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg, kommt er ins Gespräch mit Ulrich Bülow, Leiter der Abteilung Archiv im Deutschen Literaturarchiv Marbach, zuständig unter anderem für Erwerbungen. In Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv Marbach

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
11.05.19
11.00 Uhr
-

Lucia Berlins kühne Kurzgeschichten

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten


Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre. Die kühnen Kurzgeschichten der amerikanischen Autorin, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Lucia Berlins Sprache sirrt und knistert wie Stromleitungen, die sich berühren. Die 1936 in Alaska Geborene zog im Schnitt alle neun Monate um. Im Schreiben hat die Umherziehende ihren Heimathafen gefunden: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“. Wir lesen und besprechen die Kürzestgeschichte „Makadam“. Seit 2006 leitet Elisabeth Weller wöchentlich mehrere Literarische Salons im Literaturhaus. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
11.05.19
20.00 Uhr
-

Wahrheit und Verschwörung

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


„Ich mach mir die Welt, / Widdewiddewie sie mir gefällt“, singt Pippi Langstrumpf. Daran anknüpfend twittert Jan Skudlarek, Jahrgang 1983, unter dem Hashtag #VerschwörungUndWahrheit derzeit regelmäßig über die Problematik von Fake News, False Flags und Verschwörungstheorien. In seinen Tweets zeigt er auf, wo sie sich überall wiederfinden: In der Politik, in der öffentlichen Diskussion, in den sozialen Medien. In seinem neu erschienenen Buch „Wahrheit und Verschwörung“ führt er die Thematik weiter aus und führt uns beispielhaft die damit verbundenen Bedrohungen und Probleme vor Augen. Mit seinem Werk bietet er somit nicht nur eine Orientierungshilfe, sondern vor allem die Möglichkeit, das Denken und Hinterfragen besser zu trainieren. Jan Skudlarek ist promovierter Philosoph, Lyriker und großer Kneipengänger. Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. den GWK-Förderpreis Literatur 2008 und den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2017. Momentan lebt er in Berlin. Eintritt: Euro 5,- inkl. Bier & Brezel (nur Abendkasse ab 19.30 Uhr, begrenzte Platzzahl) Außer Haus! Neue Weinsteige 36, Stuttgart

 

Montag
13.05.19
20.00 Uhr
-

Pas de deux: Literatur und Theater

Theresia Walser, Karl-Heinz Ott

Lesung und Gespräch, Moderation: Ingoh Brux


Theresia Walser und Karl-Heinz Ott lesen aus gemeinsamen Stücken, die im Dialog entstanden sind, an zwei Laptops, die sich gegenüberstanden wie zwei Klaviere, auf denen sie sich die Motive und Sätze zuwerfen. Es geht um so gängige Dinge wie Beziehungen, die unversehens eine Hölle offenbaren, und um so große wie ein Konzil, bei dem Gott und die Welt nicht mehr zu unterscheiden sind. Theresia Walser ist eine der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsdramatikerinnen. Für ihr Theaterstück „King Kongs Töchter“ wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift ‚Theater heute‘ zur besten deutschsprachigen Autorin gewählt. Im Schauspiel Stuttgart steht derzeit ihr Stück „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ über drei Diktatorgattinnen auf dem Spielplan. Der Schriftsteller, Übersetzer wie Essayist Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen an der Donau geboren, wurde für sein Werk bereits vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien sein schmaler, zugleich großer Roman „Und jeden Morgen das Meer“ (2018) über das Leben einer Hoteliersfrau eines ehemals bedeutenden Sterne-Restaurants mit angeschlossenem Hotel am Bodensee. In Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart

Eintritt: Euro 13,-

 

Dienstag
14.05.19
19.30 Uhr
-

Frühlingsfest im Literaturhaus

Hanns Zischler, Quintett "Dichtungsring"

Fest, Klavier: Lambert Bumiller
Grußwort: Fritz Kuhn


Frühlingsfest im Literaturhaus Dienstag 14.5. 19.30 Uhr Mit Texten von Marina Zwetajewa, W.H. Auden, Emily Dickinson, Ernst Jandl, Christian Morgenstern und anderen Hanns Zischler und das Quintett des „Dichtungsrings“ Am Flügel: Lambert Bumiller Grußwort: Oberbürgermeister Fritz Kuhn Boden, Decke, Bühne, Lüftung, Licht und Ton - im Rhythmus der Worte schwingt die frohe Botschaft bereits mit: Die Saalrenovierung im Stuttgarter Literaturhaus ist beendet. Es sprießen die Texte und wachsen die Bücher in den Saal. Zeit für ein Frühlingsfest! Stoßen Sie mit uns an und freuen Sie sich auf einen Abend mit Hanns Zischler, dem Dichtungsring-Quintett und Lambert Bumiller am Flügel. Der vielfach ausgezeichnete Autor und Schauspieler Hanns Zischler hat mit Größen wie Wim Wenders und Steven Spielberg gedreht, Jean-Luc Godard nannte ihn gleich den "Gentleman Actor". Für das Stuttgarter Literaturhaus hat er diesen Abend komponiert und bringt ein Sprecher*innen-Ensemble mit, von der Schauspielerin Johanna Polley als „Dichtungsring“ getauft. Zusammen mit dem Ensemble wird er nach seinen Partituren Gedichte von Marina Zwetajewa, W.H. Auden, Emily Dickinson, Ernst Jandl und Christian Morgenstern chorisch sprechen und poetische Räume öffnen. Und gemeinsam mit dem Pianisten Lambert Bumiller am Flügel deklamiert Hanns Zischler im Anschluss das Melodram „The Raven“ von Arthur Bergh (1914), nach dem Gedicht von Edgar Allen Poe.

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
15.05.19
19.30 Uhr
-

Babel

Kenah Cusanit

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder


„Es war ein mesopotamisches Gelb. Wie gemacht zum Davorstehen, Hinsehen, Aquarellieren - seine Lieblingsart, diese Gegend zu kartieren. Schlamm als Impression, Lehm, der sich durch das Wasser bewegte, indem er sich drehte.“ Kenah Cusanit Mit diesem mesopotamischen Gelb holt uns Kenah Cusanit in ihr beeindruckendes Debüt „Babel“. 1913, unweit von Bagdad, leidet der Archäologe Robert Koldewey ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, doch nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: er soll Babylon ausgraben. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. „Tatsächlich fiel mir erst bei einem Besuch im Pergamonmuseum auf, dass man zwar viel über die altorientalischen Kulturen erfährt, aber kaum etwas darüber, unter welchen Umständen deren Zeugnisse überhaupt nach Berlin gelangt sind“, sagt Cusanit im Gespräch über ihren Text. „Es war also eher eine Erkenntnis, die zum Schreiben geführt hat - die Auswirkungen der Hegemonieansprüche auf andere Kulturen und deren materielle Aneignung.“ Wie Koldewey geboren im Harz, in Blankenburg, lebt Kenah Cusanit heute in Berlin. Für ihre Essays und Gedichte wurde die Altorientalistin und Ethnologin bereits mehrfach ausgezeichnet.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
16.05.19
19.30 Uhr
-

Deine kalten Hände

Han Kang

Lesung und Gespräch, Moderation: You Jae Lee
Lesestimme: Marit Beyer


„Was der Bildhauer dieser Skulptur letzten Endes hatte zeigen wollen, war wahrscheinlich nicht die zerfetzte Hülle, sondern ihr nachtdunkler Hohlraum.“ Han Kang Die südkoreanische Autorin Han Kang hat mit „Deine kalten Hände“ einen selbstreflexiven Kunst- und Künstlerroman geschrieben und zwar fünf Jahre vor ihrem internationalen Bestseller „Die Vegetarierin“. Und auch hier zeigt sich schon das Lebensthema, das auch Kangs spätere Erfolgsromane prägt: Widerstand durch Lebensverweigerung. Eines Tages verschwindet der Bildhauer Jang Unhyong beinahe spurlos. Er hinterlässt seine faszinierenden Gipsabdrücke von Händen und Körpern, mit denen Han Kang auf eine zeichenhafte Weise die Spannung zwischen Hülle und Hohlraum, Oberfläche und Lebensleere befragt. „Vermutlich sind manche Schreibende nie wieder so skrupulös wie am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn“, schreibt die Literaturkritikerin Insa Wilke über Han Kangs frühen Roman „Deine kalten Hände“. „Insofern“, so Wilke, „ist dies ein Roman, der heranführt an die Auseinandersetzung einer jungen Schriftstellerin mit ihrem Stoff und seinen Formfragen, die immer auch Lebensfragen sind: Lässt es sich überhaupt leben, mit der Vergangenheit auf den Schultern?“

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
20.05.19
19.30 Uhr
-

Die Geschichte der Frau

Feridun Zaimoglu

Veranstaltungsreihe: Autor im Gespräch

Lesung und Gespräch, Moderation: Wolfgang Niess


In seinen frühen Texten „Kanak Sprak“ und „Koppstoff“ schreibt Feridun Zaimoglu von den „Misstönen vom Rande der Gesellschaft“ und bringt migrantische Lebenswelten von Männern und Frauen in verdichtetem Zaimoglu-Sound in die großen Feuilletons und in die Köpfe vieler begeisterter Leser*innen. In seinem neuen Roman „Die Geschichte der Frau“ erzählt er das Leben von zehn außerordentlichen Frauen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht oder nur unzureichend überliefert wurden, die überwiegend schweigend unsichtbar blieben oder dekorativ im Bild standen, die aber zugleich exemplarisch sein können für unsere jeweiligen Verfasstheiten von Gesellschaft, für unser Verständnis vom Zusammenleben. Zaimoglu lässt sie sprechen - klar und laut: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas, von Zippora 1490 v. Christus, Schwarze Frau des Moses, über Lisette Bielstein 1849, der roten Fabrikantentochter, bis zur Welt von Zaimoglus Mutter Leyla 1965, Gastarbeiterin der ersten Stunde. Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, aufgewachsen in Deutschland. Er schreibt für überregionale Feuilletons, erhielt zahlreiche Preise für seine Romane und lebt in Kiel. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, der Stadtbibliothek und dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
21.05.19
19.30 Uhr
-

Gerta – Das deutsche Mädchen

Katerina Tuckova

Lesung und Gespräch, Moderation: Jaroslav Rudiš


Kateřina Tučkova nimmt sich in ihrem in der Tschechischen Republik bereits 2009 erschienenen Roman „Gerta. Das deutsche Mädchen“ einem lange Zeit tabuisierten Thema an: Der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg. 2010 mit dem wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Magnesia Litera, ausgezeichnet, wurde das Buch nun von Iris Milde ins Deutsche übersetzt. Anhand des Einzelschicksals der Gerta Schnirch erzählt die Autorin ein Stück tschechisch-deutscher Geschichte: Gerta wächst in einer gespaltenen Familie im mährischen Brünn auf: der Vater Deutscher und Anhänger Hitlers, ebenso ihr Bruder, die Mutter aber ist Tschechin. Diese stirbt nach der Errichtung des deutschen Protektorats 1938. Gleichzeitig zerfällt die Familie in ihren tschechischen und deutschen Teil - ebenso wie die Gesellschaft - und Gerta wird vom eigenen Vater schwanger. Sie wird zum Staatsfeind erklärt und 1945 im sogenannten "Brünner Todesmarsch" vertrieben. Jahre später kehrt sie mit ihrer Tochter zurück und lebt, stigmatisiert als Deutsche, am Rande der kommunistischen Gesellschaft. Eine Veranstaltungskooperation mit dem Schauspiel Stuttgart und Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg, gefördert durch die Stadt Stuttgart anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Stuttgart - Brünn und die Konrad Kohlhammer Stiftung Außer Haus! Haus der Heimat, Schlossstraße 92, Stuttgart

Eintritt frei

 

23.05.19
bis
26.05.19
-

Membrane. African Literatures and Ideas

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Festival


Eine Membran ist so zart wie unauffällig: eine dünne Haut, die durchlässig ist für Flüssigkeiten und Gase. Das Literaturhaus Stuttgart, das Institut francais und die Akademie Schloss Solitude machen das Bild der Membran stark und laden zu einem viertägigen internationalen Literaturfestival ein: „Membrane: African Literatures and Ideas“ bringt über 30 internationale Gäste mit dem Publikum in Stuttgart zusammen. Mit diesem Bild der Durchlässigkeit richtet sich der Scheinwerfer auf neue Literaturen; wir diskutieren und befragen den Begriff und den Raum Afrikas und möchten die vielfach verkrusteten Wahrnehmungen und Zuschreibungen im besten Sinne brüchig werden lassen. Wir setzen den Rahmen für Fragen an unsere Gegenwart wie Zukunft: Wie können wir unser lokales, regionales wie globales Zusammenleben gestalten und entwerfen - mit dem Wissen um eine gewaltförmige Geschichte der Unterdrückung, mit dem Blick zurück und einem Zutrauen in Zukunft? Das Festivalprogramm setzt sich zusammen aus einer großen Tanzperformance „Planet Kigali“ zur Eröffnung, aus Lesungen, Gesprächen, Interventionen, Vorträgen, kulinarischen Überraschungen und Durchquerungen, Publikationen auf der Online-Plattform Schlosspost, Ausstellungen, Performances und Konzerten und einem Gespräch in Bildern, einem deutsch-kamerunischen Comic-Briefwechsel. Mit dabei sind Taiye Selasi, Souleymane Bachir Diagne, Sharon Dodua Otoo, Mohamed Amjahid, Leonora Miano, Sulaiman Addonia und viele andere. Wir schätzen uns glücklich, für die Kuration des Festivals die EOTO Geschäftsführerin und Kuratorin Nadja Ofuatey-Alazard, die kenianische Schriftstellerin und derzeitige Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, Yvonne Adhiambo Owuor, und den senegalesischen Ökonom und Schriftsteller Felwine Sarr, der mit seiner von Präsident Macron in Auftrag gegebenen Studie zur Restitution von Raubkunst derzeit international diskutiert wird, gewonnen zu haben. Alle Veranstaltungen finden, wenn nicht anders ausgewiesen, im Literaturhaus statt. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. Offene Gesprächsrunden finden in Englisch statt ohne Übersetzung. Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes Gefördert von der Robert Bosch Stiftung und dem Auswärtigem Amt In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg A membrane is as delicate as it is unobtrusive: A thin skin which is permeable for liquids and gases. Literaturhaus Stuttgart, Institut francais and Akademie Schloss Solitude put the image and idea of the membrane centre stage by inviting you to a four-day international literature festival: Membrane: African Literatures and Ideas assembles more than 30 international guests, bringing them together with the Stuttgart audience. Deploying this image of porosity, we put the spotlight on literatures little known in Stuttgart. We will discuss and interrogate the notion and the space of Africa and we want to render encrusted perceptions and ascriptions porous in the best sense of the word. The three Stuttgart institutions set the frame for questions concerning our present and our future: Which visions of our being human together and living on a local, regional and global scale can we call forth without ignoring a history etched with violence and oppression? What insights of an encompassing future might these literatures provoke? The festival programme features readings, conversations, interventions, lectures, culinary surprises and trajectories, publications on the Schlosspost online platform, exhibitions, performances, concerts and a German-Cameroonian conversation in comics. We take this opportunity to extend a warm Stuttgart welcome to our visiting guests, the participants of our festival. Your presence honours us immensely. We are also delighted to have secured three eminent personalities as joint curators of our festival: Nadja Ofuatey-Alazard (Germany), director of EOTO, Yvonne Adhiambo Owuor (Kenya), novelist and currently Fellow at Wissenschaftskolleg zu Berlin, and economist, author and scholar Felwine Sarr (Senegal). Excerpts from the texts will be read in German. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided. The roundtable discussions will be conducted in English. Eintrittskarten Die Festivalkarte (Euro 40,-/30,-/20,-) berechtigt zu freiem Eintritt für alle Veranstaltungen. Der Zutritt kann aber nur bei rechtzeitigem Erscheinen (spätestens 15 Minuten vor Beginn) gewährleistet werden. Einzelkarten (Euro 10,-/8,-/5,-) berechtigem zum Besuch aller Veranstaltungen in einem Zeitblock, die sich wie folgt aufteilen: Vormittagskarte von 9 - 13 Uhr, Nachmittagskarte von 14 - 18 Uhr, Abendkarte ab 18 Uhr.

Eintritt: Euro 40,-/30,-/20,- (Festivalpass)

 

Donnerstag
23.05.19
17.00 Uhr
-

Von Berlin nach Dschang: ein Gespräch in Bildern von Paula Bulling und Japhet Miagotar

Paula Bulling, Japhet Miagotar

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Vernissage, Einführung: Chief Nyamweya


Drei Monate lang haben Paula Bulling, Comiczeichnerin und Autorin aus Berlin, und Japhet Miagotar, Comiczeichner und Dozent aus Dschang, Kamerun, einen Briefwechsel in Bildern geführt - über das Leben in Berlin und Dschang, über ihre Kindheit, über Alltag und Politik. Unterschiedliche Lebenskontexte begegnen sich dabei ebenso wie unterschiedliche Formen zu zeichnen: von Hand oder am Computer, von realistischen und von extrem stilisierten Formen ausgehend. Miagotars Figurtyp des SVA (simplification - variation - animation), den er anhand von traditionellen afrikanischen Skulpturen entwickelt hat, ermöglicht dabei eine Annäherung an „Afrika“, die gleichzeitig dessen Konstruktion sichtbar macht. For three months Paula Bulling, graphic artist, Berlin, and Japhet Miagotar, graphic artist and lecturer, Dschang, have exchanged images and ideas about life in Berlin and Dschang, about childhood, the everyday and politics. Different ways of life met as much as different ways of drawing: by hand or on the computer, in a realist or a highly stylized way. The SVA (simplification - variation - animation) figure developed by Miagotar derives from his reflections on traditional African sculpture. It permits the viewer to approach “Africa” while making its construction transparent. Mit einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A consecutive French-German translation will be provided

Eintritt frei

 

Donnerstag
23.05.19
18.00 Uhr
-

Performative Eröffnung

Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Lisa Tuyala

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Eröffnung, Begrüßung: Anne Fleckstein, Yvonne Adhiambo Owuor, Nadja Ofuatey-Alazard, Felwine Sarr, Stefanie Stegmann, Elke aus dem Moore, Johanne Mazeau-Schmid


Im Rahmen der Eröffnungsfeier begrüßen die Vertreter*innen der fördernden und der gastgebenden Institutionen sowie das Kurationsteam die geladenen Festivalgäste und das Publikum. Abwechselnd mit künstlerischen Beiträgen wird in kurzen Redebeiträgen das Festivalkonzept und -programm von „Membrane“ vorgestellt. Representatives of the funding organisations, the host organisations and the team of curators welcome invited festival participants and the audience. Alternating with artistic interventions, the concept and programme of “Membrane” will be presented to the public. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Donnerstag
23.05.19
18.45 Uhr
-

Wort trifft Bild

Luke Wilkins, Sara Dahme

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Das beliebte Format für alle, die gern über den Tellerrand schauen und sowohl zu Kunst- als auch zu Literaturfans zählen: Zusammen mit den Jungen Freunden Staatsgalerie verbinden wir Kunst mit gesprochenem Wort. Dieses Mal warten wir mit Lyrik auf! Autor und Schauspieler Luke Wilkins liest für uns Texte ganz unterschiedlicher Art. Kunstvermittlerin Sara Dahme nimmt den Faden auf und verbindet sie mit den Kunstwerken aus der Sammlung der Staatsgalerie. So lassen die beiden ein fesselndes Konglomerat aus Wort und Bild entstehen. Anschließend laden die Jungen Freunde Staatsgalerie zu einem kleinen Umtrunk ein. Wir freuen uns! Anmeldung unter Eintritt: Euro 15,-/10,-/5,-

 

Donnerstag
23.05.19
19.30 Uhr
-

Abhandengekommene Gewissheiten/ Fotografische Positionen & Membrane Ausstellung

Lola Keyezua, Samira Messner, Fabrice Monteiro, Janine Jembere, Nicole Suzuki, Vitjitua Ndjiharine, Luiza Prado De O. Martins, Nicolas Premier

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Vernissage


„Certainties are Suspended“ (Abhandengekommene Gewissheiten) Vom 23. Mai bis zum 28. Juni zeigt das Institut francais Stuttgart „Certainties are Suspended“ (Abhandengekommene Gewissheiten), eine Ausstellung, deren Fokus auf vier spannenden afrikanischen und afrodiasporischen Künstler*innen liegt. Im Rahmen des Festivals „Membrane: African Literatures and Ideas“ präsentiert die Ausstellung neuere Foto- und experimentelle Videoarbeiten von Lola Keyezua, Samira Messner, Fabrice Monteiro und Nicolas Premier. Die multimedialen, über dokumentarische Zuschreibungen hinausgehenden Arbeiten setzen sich mit Geschichte, Affekt, Gegenwärtigkeit und der fortwahrenden Produktion von Zukunftsentwürfen auseinander: Aspekte, die das Wesen einer jeden Gesellschaft ausmachen. Dabei protokollieren, erweitern und ergründen sie Lebensrealitäten, die sich einfachen Gewissheiten entziehen und zu einem zweiten Blick auffordern. From May 23 through June 28 2019, the Institut francais Stuttgart presents “Certainties are Suspended”, an exhibition focusing on four exciting African and Afrodiasporic artists. In the context of the festival “Membrane: African Literatures and Ideas”, the exhibition presents recent photographic and experimental video work by Lola Keyezua, Samira Messner, Fabrice Monteiro and Nicolas Premier. The multimedia work on show transcends the purely documentary, engaging with history, affect, presence and the dynamic production of future(s): the aspects that constitute the essence of any society. The works document, expand and investigate realities that elude simple certainties and demand a second look. „Membrane“ Die Ausstellung der Akademie Schloss Solitude findet parallel zum „Membrane“ Festival statt und präsentiert in Anlehnung an die Prämissen der Durchlässigkeit, Flexibilität und Gleichzeitigkeit vier künstlerische Positionen aus dem internationalen Netzwerk der Akademie. In unterschiedlichen Herangehensweisen und künstlerischen Formaten werden Versuche sichtbar, die Grenzen der Erkennbarkeit in Frage zu stellen. Die Stipendiatinnen Janine Jembere und Luiza Prado de O. Martins befassen sich in Installationen und digitalen Projekten mit dem Verhältnis von Macht, Schreiben und Verschleierung sowie Theorien zu Dekolonialität und Gender. Die Arbeiten werden ergänzt mit einer Soundinstallation von Lamin Fofana, Gast des „Membrane“ Festivals, und Bearbeitungen von deutschen Fotoarchiven aus der Kolonialzeit der namibischen Künstlerin Vitjitua Ndjiharine. The Akademie Schloss Solitude exhibition takes place parallel to the “Membrane” festival. In line with the festival exploration of permeability, flexibility and simultaneity it presents four artistic positions from within the international network of the Akademie. Using different artistic approaches and formats, the artists attempt to question the limits of knowability. In their installations and digital projects, the fellows Janine Jembere and Luiza Prado de O. Martins deal with power, writing and veiling, and with decolonial and gender theories. A sound installation by Lamin Fofana, participant of “Membrane”, and the artistic manipulation of German colonial photographic archives by Namibian artist Vitjitua Ndjiharine complement the exhibition.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Donnerstag
23.05.19
21.00 Uhr
-

Planet Kigali

Laura Böttinger, Evariste Karinganire, Frank Koenen, Sarah Lasaki, Wesley Ruzibiza, Eliane Umuhire

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Tanzperformance, Choreografie: Yolanda Gutiérrez
Dramaturgie: Jens Dietrich
Regie: Dorcy Rugamba


Wie wir die Welt sehen, hangt davon ab, woran wir uns erinnern. Wie wir Erinnerungen erzählen, bestimmt, wie wir handeln. Die Tanzperformance „Planet Kigali“ dreht die Perspektive um: Sechs Zeitreisende aus der Zukunft landen in ihrer Vergangenheit, um unsere Gegenwart zu erkunden. Welche Spuren hat unsere Zeit in der Zukunft hinterlassen? Die Choreografin Yolanda Gutierrez, der Dramaturg Jens Dietrich und der Regisseur Dorcy Rugamba haben sich von ruandischen Traditionen inspirieren lassen und schaffen Bilder für eine gemeinsame Zukunft auf dem Raumschiff Erde. In den fünf Tableaux des Stücks verschmelzen klassisch-ruandischer und zeitgenössischer Tanz. How we see the world is contingent on our memories. How we narrate memories determines how we act. The dance performance “Planet Kigali” reverses this perspective: six time travelers from the future land in their past to explore our present. What traces has our present left in the future? Inspired by Rwandan traditions, choreographer Yolanda Gutierrez, dramaturg Jens Dietrich and director Dorcy Rugamba create images of a common future on Spaceship Earth. The five tableaux of the piece blend classical-Rwandan and contemporary dance. Gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes.

Eintritt frei

 

Freitag
24.05.19
09.15 Uhr
-

Offene Gesprächsrunden für Wissenschaftler*innen, Denker*innen und Künstler*innen


Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Gesprächsrunde, Moderation: Sam Okoth Opondo


Gesprächsthemen/Topics Politische Durchlässigkeiten Political Porosities/Permeabilities Beitrage zu dieser Gesprächsrunde befassen sich mit den „politischen Lochern“ und Membranen sowie mit Formen der Auswahl und Trennung, die darüber entscheiden, welcher Bewegungsspielraum afrikanischen Lebewesen und Dingen weltweit eingeräumt wird. Die Teilnehmer*innen beschäftigen sich mit dem Im-Fluss-Sein Afrikas, mit Korpern sowie mit Machtstrukturen und Formen von Wissen, Sprache und Reinheit/Reinigung, die Gemeinschaft, Immunität und Überfluss hervorbringen. Contributions to this roundtable session reflect on the “political holes”, membranes, and degrees of selectivity and separation that determine how African beings and things flow on a planetary scale. The panelists reflect on African flux, bodies, and the forces and forms of knowledge, language, and purity/purification that generate a sense or domains of community, immunity, and superfluity. Synthetik/Ästhetik Synthetics/Aesthetics Diese Gesprächsrunde über die Erfindung Afrikas und afrikanische Erfindungen denkt über neue Schwellen, Fiktionen und Künstlichkeiten nach. Neue Beziehungen sowie Ideen von Körpern, Wissen, Grenzen, das Verhältnis von Innen und Außen und das Im-Fluss-Sein Afrikas stehen im Zentrum. Reflecting on the invention of Africa, and African inventions, this roundtable session speculates on new thresholds, fictions, and artifices. The panelists propose new relationalities, conceptions of bodies, knowledges, borders, ideas of inside/outside, and African flux. Verteilungsprozesse Distributions Membrane ermöglichen Verteilungs- und Teilungsprozesse. Diese Gesprächsrunde beleuchtet Dynamiken der Vermittlung, der Produktion, Restitution und der Rückkehr und Rückgabe, indem es über Fragen der Distribution und deren Bedeutung für die Neureflexion und Neugestaltung Afrikas nachdenkt. Im Zentrum steht dabei die Rolle von Verlagen, Print- und Onlinemedien für die Verbreitung und Vermittlung afrikanischer Literaturen. Membranes facilitate distributions and partitions. This roundtable focuses on dynamics of transfer, production, restitution, and return by reflecting on questions of distribution and their significance for rethinking and re-making Africa. In particular, the panel focuses on the role of publishing companies, print and online media for the distribution of African literatures. Das Gespräch findet in Englisch statt. The roundtable will be conducted in English.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
11.00 Uhr
-

Die Pose eines Fremden

Emmanuel Iduma

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


In „A Stranger’s Pose“ erfindet der Schriftsteller und Kunstkritiker Emmanuel Iduma den afrikanischen Reisebericht neu. Als einer von wenigen afrikanischen Schriftstellern schreibt er über das Reisen in Afrika, sein Leben unterwegs und die Schwierigkeiten, den Kontinent zu durchqueren. Er nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise durch 20 afrikanische Städte und kämpft mit Sprachgrenzen, Visabestimmungen und seinem eigenen Fremdsein. Schwarz-weiß- Fotografien bekannter afrikanischer Fotograf*innen begleiten seinen Bericht. In “A Stranger’s Pose”, writer and art-critic Emmanuel Iduma reinvents the notion of African travel writing. This meditation on life on the road, and the difficulties found in traversing the continent, is one of the very few examples of travel writing on Africa written by an African writer. Iduma takes the reader on a journey across over 20 African cities, struggling with language borders, visa regulations and his own strangeness. Integral elements of his travelogue are the black and white photographs from acclaimed African photographers. Emmanuel Iduma. “A Stranger’s Pose”. Cassava Republic 2018. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
11.45 Uhr
-

Panel #1 Afrika Optik

Sagal Abshir, Emmanuel Iduma, Billy Kahora, Matthias Krupa

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Diskussion, Moderation: Sieglinde Geisel


Afrika Optik befasst sich schonungslos mit der Frage, warum sich in den westlichen Medien Narrative und visuelle Darstellungen Afrikas hartnäckig halten, die in der problematischen, noch immer lebendigen kolonialen Vergangenheit verankert sind. Woraus genau speist sich diese oberflächliche Vorstellungswelt? Wer profitiert davon? Gibt es eine bislang unerforschte kollektive Psychose, die einfordert, dass die Idee Afrikas auf eine bestimmte Art fortbesteht? Soll eine Illusion aufrechterhalten werden, die es den Produzenten dieser Bilder und Narrative erlaubt, sich überlegen zu fühlen? Wessen Aufgabe ist es, die Öffentlichkeit über die komplexen Realitäten in den verschiedenen Räumen Afrikas, auch in Räumen in anderen Teilen der Welt zu informieren? Die Medien sind Mittel und Fenster, durch das die Welt nicht nur ein Verständnis ihres eigenen Wesens und ihrer eigenen Identität gewinnt, sondern auch des Wesens und der Identität der anderen. Statt der Suche nach Genauigkeit und Wahrheit bestimmen vielmehr verschiedene Interessenlagen die Berichterstattung der Medien. Was können wir angesichts dieser Situation andern, um ein realistischeres, angemesseneres Narrativ und Bild Afrikas zu vermitteln? In Africa Optics, we bring to the table what we hope will be a brutally honest exploration of why, certainly among the western media, there is a stubbornly persistent narrative and visual representation of an Africa that mostly exists in the troubled but vivid imagination residing in a colonial past. What informs the shallow imagining? Who gains? Is there an unexplored collective psychosis that requires that the idea of Africa persist in one particular way in order to sustain a specific illusion that the story and image creators require in order to feel themselves superior in the world? Whose task is it to keep the audiences informed of complex realities in the variety of spaces of Africa, including those in other parts of the world? Since the media are the means and window through which the world gains an understanding of the character and identity of not only themselves, but those of others, given the assorted private interests that inform media choices, rather than the quest for accuracy or truth, what can possibly change in delivering a far more realistic narrative and image of Africa? Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
13.00 Uhr
-

Book Chop #1 Mittägliche literarische Rezepturen

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Businesslunch


Literatur ist geistige Nahrung, „Food for thought“. Sie bringt uns auf den Geschmack und macht Lust auf mehr. Derart kann Literatur als Ausgangspunkt und Inspiration für neue Denkweisen dienen und birgt so die Möglichkeiten von Perspektivwechsel und durchlässigem Denken. Das Zelebrieren der Literatur endet bei „Membrane“ nicht mit der Mittagspause und so wird im Rahmen der mittäglichen „Book Chops“ Kulinarisches aus einigen der präsentierten Romane auf den Tisch gebracht. Inspiriert wurden die „Book Chops“ durch die literarisch-kulinarische Reihe „Eat the Book“ der nigerianischen Kuratorin Lola Shoneyin, die dieses Format bei ihrem Ake Book Festival initiiert hat. Literature is food for thought. It awakens our tastes and makes us crave for more. Thus literature can be a starting point and inspiration for new ways of thought and makes changes in perspective and permeable thinking possible. Celebrating literature at “Membrane” doesn’t stop at lunch time. Noon-time “Book Chops” will serve culinary delights from some of the novels presented during the festival. The “Book Chops” were inspired by the literary and culinary series "Eat the Book" by Nigerian curator Lola Shoneyin, who initiated this format at her Ake Book Festival.

 

Freitag
24.05.19
14.00 Uhr
-

Zurückkehren

Jean-Luc Raharimanana

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


In seinem autobiographisch gefarbten Roman „Revenir“ (Zurückkehren) kehrt Hira, Raharimananas fiktives Alter Ego, nach Madagaskar zurück und stößt auf die wohl und übelmeinenden Gespenster seiner Vergangenheit. Das Gluck seiner Kindheit in einer behütenden Familie, aber auch die Entführung und Folter seines Vaters sowie die blutige Geschichte der Insel suchen ihn heim. Geboren am Jahrestag der Unabhängigkeit Madagaskars, muss Hira, heute ein gefeierter Schriftsteller, seinen Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft finden. In his autobiographically tinged novel, Raharimanana’s fictional alter ego Hira returns to Madagascar to confront the benevolent and malevolent specters of his past: The bliss of childhood in a caring family, but also the history of his father’s abduction and torture as well as the bloody history of the island come to haunt him. An extraordinary child, born on the anniversary of Madagascan independence, Hira, now an acclaimed writer, needs to sort out his future and its link to the past. Jean-Luc Raharimanana. “Revenir”. Editions Rivage 2018. In deutscher und französischer Sprache

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
14.45 Uhr
-

Unter Weißen: Was es heißt, privilegiert zu sein

Mohamed Amjahid

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


In seinem Buch „Unter Weißen“ diskutiert Mohamed Amjahid, Journalist für DIE ZEIT, was es heißt, weiß und privilegiert zu sein. Amjahid stutzt sich auf seine eigene Erfahrung als in Deutschland lebender Marokkaner, um die Haltung der Deutschen gegenüber Nicht-Weisen unter die Lupe zu nehmen. Aus dieser Perspektive ermisst er die soziale Macht weißer Privilegien und erkennt, dass rassistische Haltungen nicht nur Sache der Ultra-Rechten sind. In his book, Amjahid, journalist of a major German newspaper, discusses the issues of whiteness and privilege in the German context. Amjahid draws on his own experience as a Moroccan in Germany (see his bio) to scrutinize German attitudes towards non-white citizens. Seen from his perspective, the social impact of white privilege comes out into the open, and racist attitudes are found to be not restricted to far-right groups of society. Mohamed Amjahid. „Unter Weisen. Was es heißt, privilegiert zu sein“. Carl Hanser Verlag Berlin 2017. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
15.30 Uhr
-

Die Rückkehr

Aya Cissoko

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


In der Kurzgeschichte „Die Rückkehr“ schreibt Aya Cissoko über die Rückkehr der in Frankreich geborenen Schwarzen in das Herkunftsland ihrer Eltern, in diesem Fall Mali, und erzählt von einem alternden Frankreich, das seine „importierte“ Bevölkerung eigentlich nie wollte. Cissoko bietet eine Erzählweise an, die von den weißen Leser*innen einen Perspektivwechsel verlangt, indem sie die Figur der Held*innen, die aus sichtbaren Minderheiten stammen, neu definiert. „Die Rückkehr“ ist Teil der Anthologie „Imagine Afrika“ 2060, die Zukunftsvisionen afrikanischer Autor*innen versammelt. In her short story “Die Rückkehr” (The Return), Aya Cissoko writes about the return of people of color to their parents’ country of origin, in this case Mali. She tells of an ageing France, who never really wanted its “imported” populations. And she offers another narration, which asks for a change of perspective among its white readers, by redefining the character of the heroes/heroines, who are themselves part of the visible minorities. “Die Rückkehr” is part of the anthology “Imagine Africa 2060” which brings together visions of the future by several African authors. Christa Morgenrath, Eva Wernecke (Hg.). “Imagine Africa 2060“. Peter Hammer Verlag 2019. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
16.30 Uhr
-

Schweigen ist meine Muttersprache

Sulaiman Addonia

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Als junges Mädchen kommt Saba in ein Flüchtlingslager in Ostafrika, ein überfüllter, häufig feindseliger Ort, an dem sie sich ihren eigenen Platz erkämpfen muss. Sie ringt darum, ihr Selbstgefühl zu behaupten und beschützt gleichzeitig ihren stummen Bruder Hagos. Beide wehren sich gegen die Rollen, die ihr Geschlecht und die Gesellschaft ihnen auferlegen. Sulaiman Addonia hinterfragt, was es bedeutet, Mann, Frau, Individuum zu sein, wenn alles verloren ist, was ein Heim und die Möglichkeit einer Zukunft ausmacht. Saba, the novel’s heroine, arrives in an East African refugee camp as a young girl. In this crowded and often hostile place, she has to carve out her new existence. As she struggles to maintain her sense of self, Saba remains fiercely protective of her mute brother Hagos - each sibling resisting the role gender and society assign. Sulaiman Addonia questions what it means to be a man, to be a woman, to be an individual when circumstance has forced the loss of all that makes a home and the possibility of a future. Sulaiman Addonia. “Silence is My Mother Tongue”. The Indigo Press 2018. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
17.15 Uhr
-

Panel #2 Transafrikanische Membrane. Durchlässigkeiten. Verschwommene Zugehörigkeiten

Mohamed Amjahid, Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Diskussion, Moderation: Sheila Ochugboju


In der Konstruktion von Identität und Zugehörigkeit überdauern bis heute zweifelhafte Annahmen und Kategorisierungen. Die Vorstellung von Identitäten, besonders wenn es um Afrika geht, stammen noch immer aus der Zeit des kolonialen Wahnsinns und der Ausbeutung und waren Mittel der Rechtfertigung dieses Exzesses. Dass die Welt und die Menschen sich die vorgefertigten Rassekategorien aneignen, wird sehr selten in Frage gestellt. Gemeinhin nimmt man an, dass Afrikaner*in zu sein automatisch heißt „schwarz“ zu sein, was auch immer das bedeuten mag. Dies führte zu so unlogischen Konstruktionen wie dem Begriff vom „Sub-Sahara Afrika“, der die Überlegungen, wo Afrika beginnt und endet, prägte. Was bedeutet das aber in einer Welt der Vielfalt, der verschwommenen Zugehörigkeiten und Identitäten? Was bedeutet es, Mensch und Afrikaner*in zu sein angesichts des Zustands der Welt heute und ihrer Suche nach tragfähigen Grundlagen, auf denen sich die Zukunft vorstellen lasst? In the construction of identity and belonging certain assumptions and categorisations persist. The imagination of these identities, particularly as these reflect on Africa, were mostly derived from a season of colonial insanity and parasitism on others that needed to justify its excesses. The demand that the world and its people situate themselves within, especially, the preassigned racial categories is very rarely questioned. The presumption that to be African is to necessarily be “black”, whatever that means, has meant that illogical constructions such as “Sub-Saharan Africa” become integrated into the imagination of who and where Africa starts and ends. What does this mean in a world of multiplicities, of blurred belonging and identity? Given the state of the world today, and its quest for a foundation upon which to imagine a future, what does it mean to be human and African. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
19.00 Uhr
-

Afrikanische Philosophie und die Sprachen

Souleymane Bachir Diagne

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Vortrag und Gespräch, Gesprächspartner: Felwine Sarr


Eine „Dekolonisierung des Denkens“, setzt, wie Ngũgī Wa Thiong‘o argumentiert, voraus, dass die Sprachen Afrikas wieder zu Sprachen werden, die Kunst und Wissen erzeugen. Es gibt heute den Aufruf von Paulin Hountondji, Kwasi Wiredu und vielen anderen, afrikanische Sprachen in unserer heutigen Zeit durch Übersetzung und durch selbstständige Werke als Sprachen moderner Philosophie zu entwickeln. Indem sich Souleymane Bachir Diagne besonders mit Fragen der Übersetzung befasst, fragt er, was es für die philosophische Praxis in Afrika bedeutet, von Sprache zu Sprache zu denken. “Decolonizing the mind”, as Ngũgī Wa Thiong'o has argued, supposes that the languages of Africa become again languages of creation and knowledge production. There is a call today (by Paulin Hountondji, Kwasi Wiredu, among many others) for a new development, in modern times, of African languages as languages of modern philosophy both through translations and direct production. Reflecting on translation in particular, Prof. Diagne examines the significance of what he calls thinking from language to language (penser de langue a langue) for philosophical activity on the continent. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.  

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Freitag
24.05.19
22.00 Uhr
-

Ihr habt das Wahre und das Wirkliche verwechselt

Lamin Fofana

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Performance


In seiner auf elektronischer Musik basierenden Performance beschäftigt sich der Künstler Lamin Fofana mit dem Leben der Schwarzen Bevölkerung im heutigen Europa. Er fragt nach den Konsequenzen der gewalttätigen Realität weiser Vormachtstellung und dem Aufwand und den Anstrengungen, die es braucht, diese Fantasie weiser Vormacht aufrechtzuerhalten. Als Schwarzer Künstler behandelt er das Verhältnis von Sehen und Gesehenwerden und setzt sich damit auseinander, wann Gesehenwerden Vergnügen oder aber Gewalt und Kontrolle bedeutet. In his electronic-music performance, Lamin Fofana deals with Black life in contemporary Europe. He reflects on the consequences of the violent reality of white supremacy and the efforts needed to maintain this fantasy of white supremacy. From his position as a Black artist, he ponders on the economy of looking and being looked at and explores, how being looked at means either enjoyment or scrutiny and violence.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
09.15 Uhr
-

Offene Gesprächsrunde für Wissenschaftler*innen, Denker*innen und Künstler*innen


Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Gesprächsrunde, Moderation: Sam Okoth Opondo


Gesprächsthemen Topics Politische Durchlässigkeiten Political Porosities/Permeabilities Beiträge zu dieser Gesprächsrunde befassen sich mit den „politischen Löchern“ und Membranen sowie mit Formen der Auswahl und Trennung, die darüber entscheiden, welcher Bewegungsspielraum afrikanischen Lebewesen und Dingen weltweit eingeräumt wird. Die Teilnehmer*innen beschäftigen sich mit dem Im-Fluss-Sein Afrikas, mit Korpern sowie mit Machtstrukturen und Formen von Wissen, Sprache und Reinheit/Reinigung, die Gemeinschaft, Immunität und Überfluss hervorbringen. Contributions to this roundtable session reflect on the “political holes”, membranes, and degrees of selectivity and separation that determine how African beings and things flow on a planetary scale. The panelists reflect on African flux, bodies, and the forces and forms of knowledge, language, and purity/purification that generate a sense or domains of community, immunity, and superfluity. Synthetik/Ästhetik Synthetics/Aesthetics Diese Gesprächsrunde über die Erfindung Afrikas und afrikanische Erfindungen denkt über neue Schwellen, Fiktionen und Künstlichkeiten nach. Neue Beziehungen sowie Ideen von Körpern, Wissen, Grenzen, das Verhältnis von Innen und Außen und das Im-Fluss-Sein Afrikas stehen im Zentrum. Reflecting on the invention of Africa, and African inventions, this roundtable session speculates on new thresholds, fictions, and artifices. The panelists propose new relationalities, conceptions of bodies, knowledges, borders, ideas of inside/outside, and African flux. Verteilungsprozesse Distributions Membrane ermöglichen Verteilungs- und Teilungsprozesse. Diese Gesprächsrunde beleuchtet Dynamiken der Vermittlung, der Produktion, Restitution und der Rückkehr und Rückgabe, indem es über Fragen der Distribution und deren Bedeutung für die Neureflexion und Neugestaltung Afrikas nachdenkt. Im Zentrum steht dabei die Rolle von Verlagen, Print- und Onlinemedien für die Verbreitung und Vermittlung afrikanischer Literaturen. Membranes facilitate distributions and partitions. This roundtable focuses on dynamics of transfer, production, restitution, and return by reflecting on questions of distribution and their significance for rethinking and re-making Africa. In particular, the panel focuses on the role of publishing companies, print and online media for the distribution of African literatures. Das Gespräch findet in Englisch statt.  

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
11.00 Uhr
-

Träumst du von Terra-Zwei?

Temi Oh

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Temi Ohs beeindruckender Debutroman fragt nach unseren Visionen für die Zukunft: Wissenschaftler haben die Theorie von einem bewohnbaren Planeten in einem benachbarten Sonnensystem entwickelt. 100 Jahre später verlassen zehn Astronauten eine sterbende Erde, um ihn zu finden: vier dekorierte Veteranen des Weltraum-Wettlaufs im 20. Jahrhundert und sechs Teenager, Absolventen der exklusiven Dalton Academy, die sich ihr Leben lang auf diese Mission vorbereitet haben, machen sich auf den Weg. Erst in 23 Jahren werden sie Terra-Zwei erreicht haben, 23 Jahre in Abgeschlossenheit und in denen keine Rettung möglich ist, falls etwas schief geht. Und etwas geht immer schief ... A century ago, scientists theorised that a habitable planet existed in a nearby solar system. Today, ten astronauts will leave a dying Earth to find it. Four are decorated veterans of the 20th century’s space-race. And six are teenagers, graduates of the exclusive Dalton Academy, who’ve been in training for this mission for most of their lives. It will take the team twenty-three years to reach Terra-Two. Twenty-three years spent in close quarters. Twenty-three years with no one to rely on but each other. Twenty-three years with no rescue possible, should something go wrong. And something always goes wrong. Temi Oh’s first novel asks which visions of the future we share. Temi Oh. “Do you Dream of Terra-Two?” Simon and Schuster 2019. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
11.45 Uhr
-

Panel #3 Virtuelle Realitäten, Künstliche Intelligenz und Digitales Leben: Afrika Prismen

Japhet Miagotar, Chief Nyamweya, Temi Oh, Nicolas Premier

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Diskussion, Moderation: Ainehi Edoro


Diese interdisziplinäre Begegnung lädt in High-Tech-Fragen und Prozesse involvierte Künstler*innen ein, über eine Reihe von Fragen zu Kreativität, Innovation, neuen Vorstellungswelten, Künsten und Medien zu reflektieren und zu diskutieren und dabei über einen virtuellen und imaginierten Zustand eines neuen afrikanischen Seins zu sprechen und diesen heraufzubeschwören. Was bedeuten Entwicklungen und Innovationen für entstehende afrikanische Identitäten? Welche neuen Beziehungen stellt man sich jenseits des Bekannten vor und welche Formen nehmen diese Beziehungen an? Dieses Panel lädt seine Teilnehmer*innen ein, mit dem Publikum eine Vorstellung Afrikas in der Welt, der Welt in Afrika und Afrikas Visionen für die Welt zu teilen, eine Vorstellung, die auf dem HEUTE basiert. This interdisciplinary encounter invites those who, among other things, interact with technology to reflect on, showcase and debate a range of issues linked to creativity, innovation, re-imaging, the arts and new media while speaking into and about a virtual and imagined state of new African being. What do the developments and innovations mean for emerging African identities? What new relationships are imagined outside that which has been assumed and what forms do these take? This panel invites its participants to share with audiences an imagination of Africa in the world, and the world in Africa, and Africa’s imagination for the world predicated on the NOW. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
13.00 Uhr
-

Book Chop #2 Mittägliche literarische Rezepturen

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Businesslunch


Literatur ist geistige Nahrung, „Food for thought“. Sie bringt uns auf den Geschmack und macht Lust auf mehr. Derart kann Literatur als Ausgangspunkt und Inspiration für neue Denkweisen dienen und birgt so die Möglichkeiten von Perspektivwechsel und durchlässigem Denken. Das Zelebrieren der Literatur endet bei „Membrane“ nicht mit der Mittagspause und so wird im Rahmen der mittäglichen „Book Chops“ Kulinarisches aus einigen der präsentierten Romane auf den Tisch gebracht. Inspiriert wurden die „Book Chops“ durch die literarisch-kulinarische Reihe „Eat the Book“ der nigerianischen Kuratorin Lola Shoneyin, die dieses Format bei ihrem Ake Book Festival initiiert hat. Literature is food for thought. It awakens our tastes and makes us crave for more. Thus literature can be a starting point and inspiration for new ways of thought and makes changes in perspective and permeable thinking possible. Celebrating literature at “Membrane” doesn’t stop at lunch time. Noon-time “Book Chops” will serve culinary delights from some of the novels presented during the festival. The “Book Chops” were inspired by the literary and culinary series "Eat the Book" by Nigerian curator Lola Shoneyin, who initiated this format at her Ake Book Festival.

 

Samstag
25.05.19
14.00 Uhr
-

Das Haus der Gewürze

Nafissatou Dia Diouf

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Erst war es ein Kontor für versklavte Menschen, dann für Gewürze, schließlich wird das „Haus der Gewürze“ zur Pflegeeinrichtung. Zwischen Himmel und Meer finden die vom Leben Geschadigten hier eine Bleibe. Mediziner und Heiler loten die Tiefe der Seele mit der Kraft traditioneller Heilkunst und moderner Medizin aus. Ein Dutzend Stimmen und Geschichten mischen sich und enthüllen die Geheimnisse dieses friedlichen Ortes, den Freundschaft, Zärtlichkeit, Schönheit und Liebe geprägt haben. Außergewöhnliche Figuren versuchen, ihr Alltagskorsett zu sprengen und eine neue Welt zu entwerfen. Formerly a warehouse for enslaved people, later a warehouse for spices, “La Maison des epices”, the house of spices, is transformed into a care center. Located between the sky and the sea, where those amputated by life go to reconstruct themselves, the place welcomes medical doctors and healers who probe the depth of souls with the power of ancestral tradition and modern medicine. A dozen voices and stories mix and reveal the mysteries of this peaceful place, shaped by friendship, tenderness, beauty and love. Extraordinary characters try to free themselves of everyday strictures and to invent another world. Nafissatou Dia Diouf. „La Maison des epices“. Memoire d’encrier 2014. In deutscher und französischer Sprache

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
14.45 Uhr
-

Haus aus Stein

Novuyo Rosa Tshuma

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Wie ein Kuckuck hat sich Zimani kunstvoll in das Herz der trauernden Familie eines jungen Mannes geschlichen, der plötzlich verschwunden ist. Zimani mochte in die geliehene Familiengeschichte eintauchen, um als ihr Erbe ihre ungewisse Zukunft zu bewohnen. Eine atemberaubende Chronik vom Tod des kolonialen Rhodesiens und der blutigen Geburt des modernen Simbabwe. Like a cuckoo in the nest, Zamani has artfully insinuated himself into the hearts of the grieving family of a young man who has suddenly disappeared. Zamani’s strange and shifty aim is to steep himself in borrowed family history, so that he can fully inherit and inhabit its uncertain future. A blazing chronicle of the death of colonial Rhodesia and the bloody birth of modern Zimbabwe. Novuyo Tshuma. “House of Stone”. Atlantic Books 2018, W.W. Norton 2019. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
15.30 Uhr
-

Dein Wille sei Kin

Sinzo Aanza

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Sinzo Aanza, bildender Kunstler und Schriftsteller, wirft seinen Blick auf das Leben in der Demokratischen Republik Kongo. „Que ta volonte soit Kin“ (Dein Wille sei Kin) Aanzas Theaterstuck von 2018, stellt das Leben auf der Avenue de la Liberation in Kinshasa (Kin) dar, ein Ort von Stromausfallen, Kneipenbesuchen, Fußballspielen im Fernsehen und Sex. Nach dem kongolesischen Motto, man müsse im Leben schauen, dass man halt klarkommt, kämpfen die Menschen gegen Armut und Verzweiflung, indem sie träumen oder indem sie im Land oder in ein anderes Land migrieren, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sinzo Aanza, visual artist and writer, focuses in his work on life in the Democratic Republic of Congo. Que ta volonte soit Kin (Your Will Shall Be Kin) Aanza’s play published and performed in 2018, shows life on Liberation Avenue in Kinshasa (Kin), where power cuts, local pubs, soccer and sex meet. Since the Congolese popular constitution’s only article §15 says, to just get along, people find ways to fight destitution, be it by way of dreams or of internal or external migration, in search of a better life. Sinzo Aanza. “Que ta volonte soit Kin”. Editions Nzoi 2018. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
16.30 Uhr
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Von reinen Männern

Mohamed Mbougar Sarr

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


Als Ndene das Video eines jungen Mannes sieht, dessen Leichnam exhumiert und über den Friedhof geschleift wird, weil er schwul war, beginnt Ndene der Vergangenheit dieses Mannes nachzuforschen. Doch dies führt an seiner Universität wie in seiner Familie zu Gerüchten, die ihn aus dem Gleichgewicht bringen. Der Roman „De purs hommes“ (Von reinen Mannern) behandelt die für seinen Helden einzig wichtige Frage: Wie findet man den Mut, man selbst zu sein, ohne sich selbst zu betrugen oder zu belügen? Und was ist der Preis dafür? Mohamed Mbougar Sarr beleuchtet auf subtile Art die in vielen afrikanischen Ländern tabuisierte Frage der Homosexualität. When Ndene sees the video of a young man, whose body is being exhumed and dragged around the cemetery because he was gay, he begins a research into the young man’s past. But around him, at university and in his own family, suspicion and rumor rise and destabilize him. At the centre of “De purs hommes” (Of Pure Men) is the only big question which is of worth to its hero: how do you find the courage to be fully yourself, without betraying or lying to yourself, and at what cost? Mohamed Mbougar Sarr discusses the issue of homosexuality, a taboo in many African countries, in a subtle way. Mohamed Mbougar Sarr. “De purs hommes”. Philippe Rey - Jimsaan 2018. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
17.15 Uhr
-

Panel #4 Text, Körper und Überschreitung

Sinzo Aanza, Nafissatou Dia Diouf, Lola Keyezua, Bisrat Negassi, Mohamed Mbougar Sarr, Novuyo Rosa Tshuma

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Diskussion, Moderation: Joyce M. Muvunyi


Themen dieses Panels sind die Subversion und das Durchbrechen von Grenzen und Zwängen: Blick, Geschichte, Bild, Selbstwahrnehmung, Konzepte von Körper und Sexualität werden ebenso in Frage gestellt wie die Idee, dass es Zentren und Paradigmen gibt. Das Panel diskutiert Widerstand und Revolution, bringt bekannte Setzungen durcheinander und stellt mutig Widerspruche heraus. Ziel dieses Panels ist es, schwierigen Fragen Raum zu geben und unerwartete Ideen zu entwickeln, die einem erneuerten Diskurs über und von Afrika zu Gute kommen können. This panel is about subversion and the breaching of perceived boundaries and constraints: subverting the gaze, the story, the image, the sense of self, concepts of the body and sexuality; subverting the idea of centres and paradigms. It is about resistance and revolution, confounding assumptions and confronting external as well as internal contradictions - without flinching. Out of this session, more than anything, we imagine some very difficult questions can be formulated, not necessarily to be answered immediately, as much as used to develop unexpected ideas that can inform a renewed discourse on, about, of Africa, and Africas. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.  

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Mittag 14-18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
19.00 Uhr
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Wessen Imaginäres ist es eigentlich?

Taiye Selasi

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Vortrag und Gespräch, Einführung: Mshai Mwangola
Gesprächspartnerin: Sheila Ochugboju


In ihrem Vortrag befragt Taiye Selasi den Begriff des „Imaginaren“, ein zum Substantiv gewordenes Adjektiv, das sowohl unsere Vorstellungsbilder wie auch konkrete Bilder meint, sowie die Rolle der Literatur für die Gestaltung von zeitgenössischen Formen des Imaginaren Afrikas. Wer entwirft und gestaltet die Bilder Afrikas, wo kommen sie her und wem gehören sie? In ihrem Vortrag knüpft Taiye Selasi an die Fragen der vorhergehenden Panels an. Im Anschluss an ihren Vortrag wird Sheila Ochugboju über die Thesen des Vortrags mit ihr ins Gespräch kommen. Taiye Selasi interrogates the notion of the “imaginary” (adjective made noun) and the role of literature in shaping contemporary imaginaries of Africa. “Whose Imaginary, Anyway” asks, who imagines, where do images come from and to whom do they belong. In her talk Selasi takes up issues discussed in the previous panels. In the sequel to the talk, Sheila Ochugboju will discuss Selasi’s key arguments with her. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Samstag
25.05.19
22.00 Uhr
-

Slam Revue and Open Mic

Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Anja Saleh

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Poetry Slam


Im Rahmen der Membrane Slam Revue treffen die geladenen internationalen Poet*innen des Festivals auf ihre Kolleg*innen aus Stuttgart und dem Umland. In ihren Performances erkunden sie, was sie jeweils mit dem Festivaltitel Membrane verbinden und welche Rolle dieses Konzept in ihrem Schreiben, Denken und ihrer Poetik spielt: Eine polyphone Lyriknacht mit Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Anja Saleh u.v.m.! In the Membrane Slam Revue, the festival‘s international poets get together with poets from Stuttgart and its surroundings. In their performances they will explore what they associate with the festival title Membrane and what the idea of the membrane means to their creative thinking and writing. A polyphonous night of poetry with Aleya Kassam, Ketty Nivyabandi, Jean-Luc Raharimanana, Anja Saleh and many more!

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Abend ab 18 Uhr)

 

Sonntag
26.05.19
11.00 Uhr
-

Die Dämmerung der Qual

Léonora Miano

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


“Crepuscule du tourment“ (Die Dämmerung der Qual) ist ein zweiteiliges Buchprojekt. Im ersten Buch (2016) richten vier Frauen ihre inneren Monologe an denselben Mann. Im Norden oder Suden lebend, ist ihnen allen eine geheime Wunde gemeinsam: eine ererbte quälende Identität und die Schwierigkeit, ihre Weiblichkeit zu leben. „Crepuscule II“ (2017) richtet den Blick auf diesen Mann, Amok, der vom Norden in den Süden zurückkehrt, weil er seinem Sohn die rassischen Zuschreibungen des Nordens ersparen will. Bei einem Autounfall verliert er das Bewusstsein; in diesem Zustand begegnet er spirituellen Kräften, die es ihm ermöglichen, sein Leben neu zu organisieren. Miano ist bekannt als scharfsinnige Diagnostikerin fortdauernder kolonialer Strukturen und deren Effekt auf postkoloniale Subjekte. In ihren Romanen wirft sie den fragenden Blick auf das, was als „afrikanische“ Identität und Sexualität verstanden wird. “Crepuscule du tourment” (The Twilight of Torment) is a book project in two parts. The first novel (2016) has four women, living in the North and the South, each tell their individual story, as interior monologues, to the same man. All women have a secret wound in common: an inherited torment of identity, a difficulty to live their femininity. The second novel (2017) focuses on the man, Amok, who moves from North to South with his son, because he wants to spare him the racial ascriptions of the North. A car accident makes him lose consciousness, and in this state, he encounters spiritual forces which, once restored, help him reorient his life. Miano, an astute and renowned diagnostician of the ongoing effects of the colonial past on postcolonial subjects, turns an interrogative gaze onto the meaning of an “African” identity and sexuality. Leonora Miano. “Crepuscule du tourment”. Grasset 2016, 2017. Textausschnitte werden auf Deutsch vorgetragen. Excerpts from the texts will be read in German. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch sowie einer konsekutiven Übersetzung Französisch-Deutsch. A simultaneous English-German and a consecutive French-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Sonntag
26.05.19
11.45 Uhr
-

Was Sharon Dodua Otoo denkt, während sie höflich lächelt

Sharon Dodua Otoo

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung und Gespräch


2016 gewann die britische Schwarze Schriftstellerin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis für ihre Kurzgeschichte „Herr Gröttrup setzt sich hin“. Ihre Beiträge, Kommentare, Berichte und Rezensionen beschäftigen sich mit politischen Fragen des Feminismus, des Weißseins und mit Kultur- und Bildungsthemen. In der Novelle „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle …“ steht die Hauptfigur, eine ghanaisch-britische Doktorandin, Mutter von Zwillingen und mitten in ihrer Scheidung, vor dem Chaos, das sie in ihrem Leben angerichtet hat. Während sie ihre Rassismus-Erfahrungen dokumentiert, nähert sie sich langsam ihrem eigenen Moment versagter Solidarität. Unlängst erschien die Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“ (Carl Hanser Verlag 2019), an der auch Otoo mitwirkt. Im Gespräch mit ihr wird es um Fragen nach Zugehörigkeiten, Teilhabe und nach der Durchlässigkeit von Gesellschaften gehen. Sharon Dodua Otoo, Black British writer and activist, won the prestigious Ingeborg-Bachmann prize in 2016. In her journalistic writings she discusses political issues such as feminism, whiteness, culture and education. Her novellas tell of life in Berlin. In “the things I am thinking while smiling politely…”, her main character, a Ghanaian-British doctoral student, mother of twins and in the middle of a divorce, has put her life in disarray. Documenting her own experiences of racism, she slowly approaches her own act of failed solidarity. Recently, Otoo took part in the anthology “Eure Heimat ist unser Albtraum” (Ullstein 2019). The conversation with her will question notions of home, strangeness and belonging and ask about the porosity of societies. Sharon Dodua Otoo. „Die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle…“ und „Synchronicity“. S. Fischer Verlag 2017. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch A simultaneous English-German translation will be provided.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Sonntag
26.05.19
12.30 Uhr
-

Erzählungen vom Festival

Sheila Ochugboju

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Abschlussveranstaltung, Einführung: Ainehi Edoro


Sheila Ochugboju wird die Veranstaltungen des Festivals als Lecture-Performance zusammenfassen und noch einmal den Blick auf die Fragen und Themen richten, die dem Begriff der Membran Bedeutung verleihen. Sie wird das Publikum am Ende des Festivals mit Fragen auf den Weg schicken. A critical summary of the events of the festival, highlighting features and themes that emerged that give meaning to the notion of Membrane. Sheila will also provoke her audience with questions to leave with. Mit simultaner Übersetzung Englisch-Deutsch

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- (Morgen 9-13 Uhr)

 

Sonntag
26.05.19
15.00 Uhr
-

Membrane Ausstellung

Lamin Fofana, Janine Jembere, Nicole Suzuki, Vitjitua Ndjiharine, Luiza Prado De O. Martins

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Führung


Die Ausstellung der Akademie Schloss Solitude findet parallel zum „Membrane“ Festival statt und präsentiert in Anlehnung an die Prämissen der Durchlässigkeit, Flexibilität und Gleichzeitigkeit vier künstlerische Positionen aus dem internationalen Netzwerk der Akademie. In unterschiedlichen Herangehensweisen und künstlerischen Formaten werden Versuche sichtbar, die Grenzen der Erkennbarkeit in Frage zu stellen. Die Stipendiatinnen Janine Jembere und Luiza Prado de O. Martins befassen sich in Installationen und digitalen Projekten mit dem Verhältnis von Macht, Schreiben und Verschleierung sowie Theorien zu Dekolonialität und Gender. Die Arbeiten werden ergänzt mit einer Soundinstallation von Lamin Fofana, Gast des „Membrane“ Festivals, und Bearbeitungen von deutschen Fotoarchiven aus der Kolonialzeit der namibischen Künstlerin Vitjitua Ndjiharine. The Akademie Schloss Solitude exhibition takes place parallel to the “Membrane” festival. In line with the festival exploration of permeability, flexibility and simultaneity it presents four artistic positions from within the international network of the Akademie. Using different artistic approaches and formats, the artists attempt to question the limits of knowability. In their installations and digital projects, the fellows Janine Jembere and Luiza Prado de O. Martins deal with power, writing and veiling, and with decolonial and gender theories. A sound installation by Lamin Fofana, participant of “Membrane”, and the artistic manipulation of German colonial photographic archives by Namibian artist Vitjitua Ndjiharine complement the exhibition. Ausstellungsdauer Duration: 17.5.2019-30.6.2019 Öffnungszeiten Opening hours: Sa/So 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung and prior to appointment by telephone T. 0049 (0)711 996 19 47 4 Während des Festivals During the festival 23.-26.5: 14-18:00 Führungen während des Festivals Guided tours: 26.5: 15:00 Außer Haus: Projektraum Römerstrasse 2 A, Stuttgart-Süd Ausstellung der Akademie Schloss Solitude  

Eintritt frei

 

Montag
03.06.19
19.00 Uhr
-

Über "Freiraum" von Svenja Gräfe


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Eigentlich sind Vela und Maren glücklich zusammen. Sie wünschen sich Kinder miteinander, haben Pläne, die dem Leben in der Großstadt aber kaum standhalten können. Maren will einen Ausbruch, ein alternatives Leben am Rand der Stadt, in einem Haus mit vielen anderen Leben, abseits stehen von der permanenten Konkurrenz, von ständigen Mieterhöhungen. Dort lernen sie Theo kennen, um den sich in dieser Gemeinschaft alles dreht. Sie alle sind auf der Suche nach ihrem Platz an anderen, neuen Orten. Ihre Geschichte lässt Svenja Gräfe über das Private ins Politische rutschen. Am Ende geht es um die Frage: Wie wollen wir leben? Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- €

 

Dienstag
04.06.19
19.30 Uhr
-

In den Wäldern des menschlichen Herzens

Antje Rávic Strubel

Lesung und Gespräch, Moderation: Helmut Böttiger


Die Art und Weise, wie Antje Ravik Strubel über Literatur spricht, mit analytischer Intensität und von changierenden Blickpunkten aus, macht jede Veranstaltung mit ihr zu einem unwiederholbar eigenen Ereignis. Auf uns, das Publikum, springen die Funken ihrer Gedankenwelt über, setzen sich fest und fort, ob sie nun über eigene Bücher spricht oder sich als Leserin oder als Übersetzerin großer amerikanischer Autorinnen wie Joan Didion oder Lucia Berlin in den Dienst anderer stellt. Eine ganze Reihe Roman- und Prosawerke, u.a. der Roman "Tupolew 134", lagen bereits hinter ihr, als Antje Ravik Strubel mit "Kältere Schichten der Luft" den Grundstein für eine Roman-Trilogie legte, die mit "Sturz der Tage in die Nacht" fortgeführt und mit "In den Wäldern des menschlichen Herzens" vollendet wurde. Selbstentwürfe und Lebenslinien werden hier aus ihren festen Fügungen gelöst und offenbaren eine kühne Engführung von Natur und Körperlichkeit: Gestochen scharf und zugleich zart schwebend erzählt Antje Ravik Strubel von Nähe und Verlust, von Begehren und Sehnsucht. Die Programmleiter*innen der im Netzwerk verbundenen Literaturhäuser ehren Antje Ravik Strubel als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat. Der Preis ist verbunden mit einer Lesereise durch die Literaturhäuser und mit 15.000 € dotiert; in Stuttgart wird sie neben einer Lesung aus ihrem jüngsten Roman mit Helmut Böttiger darüber ins Gespräch kommen, wie das literarische Übersetzen sie dahin geführt hat, andere Erzählformen auf ihr eigenes Schreiben zu übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Literaturhäuser

Eintritt: Euro 10,- / 8,- / Mitglieder frei

 

Mittwoch
05.06.19
19.30 Uhr
-

Die rote Gräfin Hermynia zur Mühlen

Ulrich Weinzierl

Lesung und Gespräch, Gesprächspartner: Felicitas Hoppe
Lesestimme: Anna Thalbach


Die Wiederentdeckung einer großartigen Erzählerin und kämpferischen Frau: Ulrich Weinzierl, Felicitas Hoppe und Anna Thalbach stellen die Werkausgabe der Aristokratin, Kommunistin, Katholikin, unbeugsame Nazigegnerin und Exilantin Hermynia zur Mühlen vor: 1883 in Wien als Gräfin Folliot de Crenneville geboren, starb sie 1951 im englischen Exil. Geschätzt von Joseph Roth und Karl Kraus, war sie eine Ausnahmeerscheinung der deutschsprachigen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit ihren proletarischen Märchen hat sie ein eigenes Genre erfunden, darüber hinaus war sie eine politische Erzählerin und Publizistin von Rang. Der Herausgeber Ulrich Weinzierl und die Schriftstellerin Felicitas Hoppe stellen die neue Werkedition vor, aus der die Schauspielerin Anna Thalbach ausgewählte Stellen lesen wird. "Hermynia Zur Mühlen: Werke" ist eine Edition der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung. Sie erscheint in der Reihe „Bibliothek Wüstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts“ im Zsolnay Verlag. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Wüstenrot Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
06.06.19
19.00 Uhr
-

Empfindsamkeiten & Archäologie untergegangener Welten

Jáchym Topol, Serhij Zhadan, Christian Neef, Karl Schlögel

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Lesung und Gespräch


19 - 20.15 Uhr Empfindsamkeiten - Jachym Topol und Serhij Zhadan Deutsche Lesung: Eva Profousova Als „politischer Gegenwartsroman“ wurde Jachym Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert, der nun unter dem Titel „Ein empfindsamer Mensch“ in der Übersetzung von Eva Profousova auf Deutsch erschienen ist. Angesiedelt im Jahr 2015 nimmt er eine heutige Vermessung Europas vor und verknüpft sie mit Elementen einer Road-Novel, die ihn bis ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet fuhrt. Mit ihm spricht der ukrainische Lyriker, Romanautor und Musiker Serhij Zhadan. Sein jüngster Roman „Internat“ handelt ebenfalls vom russisch-ukrainischen Krieg und wurde 2018 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse (Übersetzung) ausgezeichnet, ins Deutsche übertragen von Sabine Stör und Juri Durkot. In eindringlichen Bildern erzählt Serhij Zhadan, wie sich eine vertraute Umgebung in unheimliches Terrain verwandelt: Ein junger Lehrer will seinen 13-jahrigen Neffen aus dem Internat am anderen Ende der Stadt nach Hause holen; die Schule ist unter Beschuss geraten und bietet keine Sicherheit mehr. Doch durch den Ort zu kommen, in dem das zivile Leben zusammengebrochen ist, wird zur Prüfung. Jachym Topol, geboren 1962 in Prag, war nicht nur der Star des literarischen und musikalischen Undergrounds vor 1989 sondern ist auch heute noch der bekannteste tschechische Autor seiner Generation. Als Sechzehnjähriger unterzeichnete er die Charta 77, 1985 begründete er das Underground-Magazin "Revolver Revue". 1988 erschien in Samisdat sein erster Gedichtband "Ich liebe Dich bis zum Irrsinn". Seinen auch internationalen Durchbruch als Schriftsteller hatte er mit dem Roman "Die Schwester". Er lebt in Prag. Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk, Ostukraine, geboren, gehört seit 1991 zu den prägendsten Autoren der ukrainischen Literaturlandschaft. Er publizierte zahlreiche Gedicht- und Prosabände. Seinen mehrfach ausgezeichneten Roman "Die Erfindung des Jazz im Donbass" kürte die BBC zum "Buch des Jahrzehnts". Serhiy Zhadan lebt in Charkiw, Ostukraine. Kurze Pause 20.30 - 21.45 Uhr Archäologie untergegangener Welten - Karl Schlögel und Christian Neef Moderation: Manfred Sapper Der Spiegel-Korrespondent und Russlandkenner Christian Neef fächert in seinem neuen Buch „Der Trompeter von Sankt Petersburg“ die Saga vor uns auf: Einst war Sankt Petersburg eine schillernde Metropole und fünftgrößte Stadt der Welt, in der auch viele deutsche Monarchen, Unternehmer und Künstler der Stadt an der Newa ihr Gesicht gaben. Mit der Revolution 1917 und Stalins Herrschaft fand diese Zeit ihr Ende. Neef erzählt die Geschichte der Stadt am Beispiel von vier Lebensgeschichten, unter anderem des Trompeters Oskar Bohme, der von Stalins Geheimpolizei erschossen wurde und der Familie des Schauspielers Armin Muller-Stahl. Mit ihm ins Gespräch kommt der Preisträger des Leipziger Buchpreises 2018 in der Kategorie Sachbuch, Karl Schlögel. Der große Osteuropa-Historiker lädt mit seiner Archäologie des Kommunismus zu einer Neuvermessung der sowjetischen Welt ein. Jedes Imperium hat seinen Sound, seinen Rhythmus, der auch dann noch fortlebt, wenn das Reich aufgehört hat zu existieren. So entsteht, hundert Jahre nach der Revolution von 1917 und ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Sowjetunion, das Panorama eines einzigartigen Imperiums, ohne dass wir „die Zeit danach“, in der wir heute leben, nicht verstehen. In allem - ob im Mobiliar, im Duft des Parfums oder der Stimme des Radiosprechers - hat das „Zeitalter der Extreme“ seine Spur hinterlassen. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und in Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
07.06.19
20.00 Uhr
-

Dschungel

Friedemann Karig

Veranstaltungsreihen: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs, U35 - das Junge Literaturhaus

Lesung und Gespräch, Moderation: Valeria Raseikina


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: Autor*innen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, um aus ihren Texten zu lesen und sie ins Gespräch zu bringen. „Das Drama wie auch die Schönheit des Lebens bestehen wohl darin, dass wir alle, in einer verwinkelten Ecke unseres Ichs, auf eine Art für immer fünfzehn Jahre alt bleiben“, schreibt Benjamin von Stuckrad-Barre über den Roman „Dschungel“ von Friedemann Karig. Felix, der beste Freund des Erzählers, besaß schon immer einen Hang zum Extremen. Bereits in Kinderjahren standen sie beide vor einem felsigen Abgrund, die Klippen unter ihnen ragten hervor, scharf wie aufgeklappte Messer. Nun ist Felix in Asien spurlos verschwunden und der Erzähler reist nach Kambodscha, um ihn zu suchen, in Hostels, auf Inseln, an Stränden - um Schuld zu begleichen und einen Freund zu retten. Mit „Dschungel“ präsentiert Friedemann Karig einen beeindruckenden Reiseroman über Freundschaft, Fern- und Heimweh und das Los- und Fallenlassen. Friedemann Karig schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT und Brand eins. „Dschungel“ ist sein literarisches Debüt, zuvor erschien sein Sachbuch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“. Karig lebt in München und Berlin. In Kooperation mit: Junge Verlagsmenschen Ort: Klopstockstraße 11, Stuttgart Eintritt: 5 Euro inklusive Bier und Brezel Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Dienstag
11.06.19
20.00 Uhr
-

Ja heißt ja und …

Carolin Emcke

Performance


"Manchmal spürt man erst beim Schreiben, dass ein Text eine bestimmte Form sucht, dass die Worte nicht nur geschrieben, sondern gesprochen, gezeigt werden wollen, mehr noch: dass das, was man schreibt, den eigenen Körper betrifft, die eigene Haut, dass man einen Raum braucht, ein Theater, in dem man sich anders ausliefert, direkter und schutzloser." Mit diesem Abend, mit dieser Lecture Performance denkt Carolin Emcke über einige der Fragen nach, die zuletzt durch die "#MeToo-Debatte" aufgeworfen wurden. Was sind die Bilder und Begriffe, welche Musik und welche Praktiken prägen unsere Vorstellungen von Lust und Unlust, wie bilden sich die Strukturen, die Muster, die Normen, in die hinein Männer und Frauen und alle dazwischen sich einpassen? Welche Hautfarben, welche Körper werden besonders in Zonen der Ohnmacht und des Schweigens verwiesen? Wie lässt sich Gewalt entlarven und verhindern, wie können Begehren und Lust zugelassen werden? Welche Sprachen braucht es dafür, welche Räume, welche Allianzen? Mit heiteren, zornigen, poetischen, melancholischen Miniaturen nähert sich Carolin Emcke den vielschichtigen Facetten der Fragen von Sexualität und Wahrheit. Carolin Emcke, geb. 1967, war Redakteurin beim SPIEGEL und internationale Reporterin für die ZEIT. Zu ihren letzten Veröffentlichungen gehörten "Stumme Gewalt - Nachdenken über die RAF" (2008), "Wie wir begehren" (2012) und "Gegen den Hass" (2016). 2016 wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ ausgezeichnet. Im Mai 2019 erscheint ihr neues Buch „Ja heißt ja und …“ im S. Fischer Verlag. Von und mit: Carolin Emcke, Video: Rebecca Riedel, Mieke Ulfig, dramaturgische Mitarbeit: Bettina Ehrlich, Assistenz: Angelika Schmidt, Licht: Erich Schneider, Einrichtung Raum: Jan Pappelbaum. Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Schauspiel Stuttgart mit einem Gastspiel der Schaubühne Berlin.

Eintritt: Euro 21,-

 

Dienstag
18.06.19
19.30 Uhr
-

Ich bin nun mal fürs Kleine

Denis Scheck, Anne-Dore Krohn

Literaturshow


Am 30. Dezember 2019 begeht die literarische Republik Theodor Fontanes 200. Geburtstag, die Jubelfeierlichkeiten haben längst begonnen. Auch die Literaturkritiker Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane und stellen ihn als Autor vor, der in seinen Büchern vor allem auch die politischen und gesellschaftlichen Kräfte seiner Zeit und Gesellschaft spiegelt. Dafür erfindet er Figuren, so lebensnah und psychologisch glaubwürdig, dass sie uns ein Leserleben lang begleiten: Von Effi Briest und Dubslav von Stechlin bis zu Jenny Treibel oder Schach von Wuthenow. In ihrer mitreißenden literarischen Revue zeigen Krohn und Scheck Theodor Fontane in seiner Komplexität und seinen Widersprüchen: den Barrikadenkämpfer von 1848 und den Wendehals wenige Jahre später, der sich als „Fronarbeiter mit dem Geiste“ bei der erzreaktionären Kreuzzeitung verdingt. Den Fontane, der seine geistreiche Frau Emilie und sämtliche Familienmitglieder in seinen „Romanschriftstellerladen“ einspannt, genau wie den Balladendichter und den Militärschriftsteller, nicht zu vergessen den Wanderer in Schottland und der Mark Brandenburg. Auch der Antisemitismus des alten Fontane wird thematisiert - und die am Ende des Zweiten Weltkriegs verlorenen Manuskripte Fontanes, die so etwas wie das Bernsteinzimmer der deutschen Literaturgeschichte darstellen.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
22.06.19
13.00 Uhr
-

Book Speed Dating im Park

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Wir packen unseren Korb mit Kuchen, Wein und anderen Leckereien und laden ein in den Park: Zu Karten, Sonne, Gesprächen, zum Draußen sein. Die Literatur darf natürlich nicht fehlen: Bringt eure persönlichen, gerne weniger be- oder sogar verkannten Schätze mit auf die Picknickdecke und wir lassen rotieren: In nur ein paar Minuten entführen wir unser Gegenüber mit hinein in unsere liebsten Bücher. Anmeldung unter Ort: Schlossgarten vor dem Schauspielhaus

 

Montag
24.06.19
17.00 Uhr
-

Sämtliche illustrierten Bücher des Illustrators Günter Schöllkopf

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihen: Literatur Schaufenster, auf einen Kaffee


Der Stuttgarter Künstler und Buchillustrator Günter Schöllkopf (1935-1979), an dessen 25. Todestag wir mit dieser Vitrinen-Ausstellung erinnern, hatte eine starke Beziehung zur Literatur - so schrieb er selbst einmal, dass er die meisten seiner Radierungen und Zeichnungen als "zyklische Interpretationen zu großen Themen abendländischer Literatur" gestaltete und dann auch in Büchern anwendete. Sein umfangreichster Zyklus galt James Joyce, bekannter geworden ist er allerdings mit seinen Buchillustrationen zu Thaddäus Troll. Heinrich Heine bezeichnete er selbst als sein "alter ego". Auffallend in seinen Zeichnungen sind die starken schwarzweiß Kontraste, die den Schriftsteller Christoph Meckel zu der Formulierung verleiteten: „wenn man Günter Schöllkopf etwas Passendes schenken möchte, kann es nur ein Eimer voll Tusche sein“. Ort: Literaturhaus Stuttgart / Foyer Erdgeschoss

Eintritt frei

 

Montag
24.06.19
19.00 Uhr
-

Schreibzirkel junger Autor*innen

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr die Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, steht euch frei. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Dienstag
25.06.19
19.30 Uhr
-

Groß-/Väter

Barbara Honigmann, Géraldine Schwarz

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Gespräch, Moderation: Elisabeth Edl


In der Reihe "Karambolagen" legen wir es auf Reibung an: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Darauf aufbauend laden wir in insgesamt acht Folgen jeweils zwei deutsch-französische Gäste ein, die einen kurzen Text zum Thema des Abends verfassen oder eine Passage aus dem jeweils jüngsten Buch lesen. Am 25. Juni bitten wir unter dem Titel „Groß-/Väter“ zwei Autorinnen auf die Bühne, die beide literarisch ihre Familiengeschichte aufarbeiten: Barbara Honigmann schreibt mit ihrem jüngsten und vielfach gelobten Roman „Georg“ die Biografie ihres Vaters, und Geraldine Schwarz geht in ihrem preisgekrönten Werk „Die Gedächtnislosen“ ihrer Familiengeschichte über drei Generationen nach. Beide Bücher erzählen dabei auch auf sehr verschiedene Weise von Europa im 20. Und 21. Jahrhundert, von den Kriegen bis heute, und zeigen, wie sehr die Erinnerungsarbeit wesentlicher Bestandteil für die Zukunft eines demokratischen Europas ist. Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, zog 1984 mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen, u.a. mit dem Heinrich-Kleist-Preis ausgezeichnet. Geraldine Schwarz ist eine deutsch-französische Journalistin und Dokumentarfilmerin. „Die Gedächtnislosen“ wurde von Christian Ruzicska ins Deutsche übertragen und erscheint derzeit in sieben weitere Sprachen. Eine Kooperation von Literaturhaus Stuttgart und Institut francais, gefördert von der Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
27.06.19
19.30 Uhr
-

Heimat

Nora Krug

Lesung und Gespräch, Moderation: Anat Feinberg


Nora Krug gewinnt in den USA den National Book Critics Circle Award in der Kategorie Autobiografie: Herzlichen Glückwunsch! Das Finale für diesen Preis fand allerdings zeitgleich mit ihrem für März geplanten Besuch statt. Die Lesung wird daher auf 27.06.19 verlegt. Gekaufte Eintrittskarten behalten Ihre Gültigkeit oder können an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgeben werden. "Ich hätte das Buch nie geschrieben, wenn ich nicht weggegangen wäre." Nora Krug Die Arbeit an dem Buch hat sie sechs Jahre lang beschäftigt: zwei für die Recherche, zwei für die Geschichte, zwei für die Gestaltung. Sie selbst nennt das Buch 'graphic memoir', gezeichnete Erinnerungen. Diese besondere Form macht es ihr möglich, "sich über die individuelle Graphik vom dokumentierten Schrecken der deutschen Zeitgeschichte zu lösen, diese zugleich aber zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen: zum Familienalbum, in dem das Zeichnen für Nora Krug ein Akt der Empathie ist, ohne sich jedoch Mythen oder Beschönigungen kritiklos auszuliefern", so Andreas Platthaus in der FAZ. So wird ihr 'graphic memoir' zur Bestandsaufnahme nicht nur der Familiengeschichte, sondern fragt auch nach den Bedingungen jeglichen Erzählens über Herkunft. Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Die preisgekrönte und in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und begibt sich auf Spurensuche: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? "Heimat" ist ein großes Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. In Zusammenarbeit mit dem forum für jüdische kultur und bildung e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
01.07.19
19.00 Uhr
-

Paul Zwei von Franz Suess


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Ein junger Mann namens Paul zieht aus der Provinz in eine Wohngemeinschaft in Wien. Das Leben dort beschert ihm statt des erhofften Lebensglücks vor allem Enttäuschungen - auch, weil sein Selbstbild mit der Realität nur wenig zu tun hat. In filigran-kratzigen Bleistiftzeichnungen nähert sich Franz Suess seinem Protagonisten Paul an, schildert dessen Gefühlsleben zwischen Selbstzweifel und Selbstüberschätzung, zwischen sexueller Obsession und unerfüllten Wünschen und erzählt die Geschichte einer Geschlechtstransformation, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt. Franz Suess lebt und arbeitet als Comiczeichner, Autor von Bilderbüchern und Illustrator in Wien. Anmeldung unter Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
01.07.19
19.30 Uhr
-

Heimat. Kann die weg?

Muhterem Aras, Hermann Bausinger

Lesung und Gespräch, Grußwort: Friedlinde Gurr-Hirsch


Zwei bedeutende Persönlichkeiten kommen ins Gespräch über einen strapazierten wie umstrittenen Begriff: Heimat. Muhterem Aras, baden-württembergische Landtagspräsidentin, und Hermann Bausinger, emeritierter Professor für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen, diskutieren über die Bedeutung von Heimat in einer Gesellschaft der Vielfalt. Sie sprechen über Akzeptanz und Gefühle, über Verschiedenheiten und Zugehörigkeiten, über die Bedeutung des Grundgesetzes als Fundament, über Demokratie und Parlamentarismus - und über Zusammenhalt. Muhterem Aras, 1966 als alevitische Kurdin in Elmaağac bei Bingöl, Türkei, geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften, war Steuerberaterin und Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg für Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2016 ist sie Landtagspräsidentin und bekleidet als erste Frau dieses Amt. Hermann Bausinger, 1926 in Aalen geboren, ist emeritierter Professor der Universität Tübingen und war viele Jahre Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehört u.a. auch der Band "Eine schwäbische Literaturgeschichte". Im Verlag Klöpfer, Narr erscheint im Juni 2019 der Band von Muhterem Aras und Hermann Bausinger unter dem Titel „Heimat. Kann die weg? Ein Gespräch“, eingeleitet und moderiert von Reinhold Weber.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
03.07.19
19.00 Uhr
-

Can you write me a poem, Siri?

Hannes Bajohr, Emma Braslavsky, Dieter Mersch, Sandra Richter, Michael Sedlmair, Eva Weber-Guskar

Veranstaltungsreihe: Lange Nacht der KI

Diskussion, Gespräch, Lesung, Vortrag, Grußwort: Fritz Kuhn


Das, was man künstliche Intelligenz nennt, hat die Kunst längst erreicht. Selbstlernende Maschinen komponieren, malen, schreiben Gedichte oder den achten Band der Harry-Potter-Reihe. Was aber bedeutet das für unser Verständnis von Kunst und Kreativität, Original und Kopie, Werk und „Meister“? Knifflige Zuschreibungs- und Urheberrechtsfragen befeuern zudem die Debatte. Gebührt der Maschine, dem Programmierer des Algorithmus oder der Künstlergruppe, die ihn verwendet, die Urheberschaft? Und lesen wir ein Gedicht anders, wenn wir wissen, es gründet auf einem Algorithmus? Erübrigt sich gar die Kunst, wie wir sie kennen? Zwischen künstlicher und künstlerischer Intelligenz ist viel Raum für Zwischentöne. Zu den Gästen der Langen Nacht gehören u.a. Dietmar Dath, Autor, Übersetzer, Lyriker und Dramatiker (angefragt), die Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach Sandra Richter, die Philosophin Eva Weber-Guskar, Dieter Mersch, der das Institut für Theorie an der Züricher Hochschule der Künste leitet sowie ein Überraschungsgast aus dem Cyber Valley. Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Stuttgart, IZKT der Universität Stuttgart und DLA Marbach im Rahmen des 1. Stuttgarter Wissenschaftsfestivals "smart und clever".

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Donnerstag
04.07.19
19.30 Uhr
-

Michael Ende: Jim Knopf und die unendliche Geschichte

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Jim Knopf, Lukas, der Lokomotivführer und Momo: Diese und viele andere bekannte Figuren stammen aus der Feder des Schriftstellers Michael Ende und begeistern seit jeher Generationen von Kindern und Jugendlichen. Doch Ende war nicht nur Autor phantastischer Kinderliteratur; er schrieb ebenso Bücher für Erwachsene, Gedichte, Theaterstücke sowie poetische Bilderbuchtexte. Der schriftstellerische Durchbruch gelang ihm jedoch mit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, für den er 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Diese Geschichte hat es bis ins Fernsehen und 2018 sogar ins Kino geschafft. Für alle Michael Ende Fans gab es jüngst eine neue Veröffentlichung zu feiern: Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe erschien in diesem Jahr; Wieland Freund hat das Romanfragment von Michael Ende fertig gestellt. Im Gespräch mit der Lyrikerin, Essayistin und Prosaautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen und Autoren John von Düffel wird es vor allem um Die unendliche Geschichte sowie um die Abenteuer von Jim Knopf gehen: Wir reisen nochmal gemeinsam mit Bastian Balthasar Bux nach Phantasien, fahren mit der Lokomotive Emma durch Lummerland, treffen Fuchur, den Glücksdrachen und Prinzessin Li Si, und erfahren, wie Menschlichkeit Verwandlung bedingt und umgekehrt aus Verwandlungsfähigkeit Menschlichkeit erwächst. Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
08.07.19
19.30 Uhr
-

Sendbo-o-te

Yoko Tawada

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


„Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt, meinte Wittgenstein. Die in Deutschland und Japan ansässige Yoko Tawada macht genau daraus einen Roman.“ Loreen Dalski, SWR 2 Alle ihre Bücher spielen mit dem „Zwischen“, zwischen den Sprachen, den Kulturen, zwischen heute, der Vergangenheit und der Zukunft. Sie schreibe, als könnte man zugleich hellwach sein und träumen. In Stuttgart stellt Yoko Tawada nun ihren neuen Roman vor: Nach einer Katastrophe hat Japan alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Yoshiro kümmert sich mit großer Liebe um seinen Urenkel Mumey. Die Kinder in dieser Zeit werden krank geboren, ihr Leben hängt am seidenen Faden, zugleich sind sie weise und fröhlich und tragen Zuversicht in sich. Die Uralten leben immer länger, viele Tiere gibt es nicht mehr, Pflanzen mutieren, auch die Menschen. Als der Alltag zunehmend schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als "Sendboten" zu Forschungszwecken ins Ausland zu schmuggeln. Die Nähe zu Fukushima und die historische Anspielung auf die Edo-Zeit im 17. und 18. Jahrhundert, in der sich Japan weitgehend von der Umwelt isoliert hat, verleihen dieser literarischen Dystopie von Tawada einen erschreckenden Realitätsbezug. Yoko Tawada, 1960 geboren in Tokyo, lebt seit 1982 in Deutschland. Sie schreibt auf Japanisch und auf Deutsch, wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt u.a. mit dem Kleist-Preis (2016) und der Carl-Zuckmayer-Medaille (2018). Die englische Übersetzung von Sendbo-o-te erhielt den National Book Award 2018 (Translated Literatur). „Sendbo-o-te“ wurde von Peter Pörtner ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit der deutsch-Japanische-Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
09.07.19
19.30 Uhr
-

Gotteskind

John Wray

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Carsten Otte


„Ich bin mit Menschen zusammen, die für mich sterben würden, und an meinen besten Tagen, dann, wenn ich keine Angst habe, weiß ich, ich täte es auch für sie. Gibt es jemanden, für den du das tun würdest?“ John Wray, Gotteskind In "Gotteskind" erzählt der amerikanisch-österreichische Autor John Wray von einer jungen US-Amerikanerin, die zu den Taliban überläuft, und zeigt, wie aus aufrichtigem Glauben unmerklich Gewaltbereitschaft wird: Aden Sawyer, achtzehn, ist entschlossen, nach Peschawar in Pakistan zu reisen, um dort in einer Medrese den Islam zu studieren. Mit Hilfe eines Freundes organisiert sie die heimliche Reise. In Pakistan schlüpft sie in eine neue Identität, verkleidet sich als junger Mann, gerät aber schon bald in große Gefahr. Der Weg zur vermeintlichen Erlösung führt direkt in die Kriegswirren Afghanistans. John Wray wurde 1971 in Washington, D.C., als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren, studierte an der Columbia University und an der Universität Wien und lebt als freier Schriftsteller in Brooklyn und Friesach, Kärnten. 2017 wurde er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Deutschlandfunks ausgezeichnet. Bernhard Robben hat den Roman „Gotteskind“ ins Deutsche übertragen. In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Sendung 17.9., 22.03 Uhr

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
10.07.19
19.30 Uhr
-

Unter Sternen: Neue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften

Oswald Egger, Ulf Stolterfoht

Lesung und Gespräch, Musik, Musik: Michael Sattelberger


„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische Dichter*innen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind die Dichter Ulf Stolterfoht und Oswald Egger zu Gast. Ulf Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren, lebt seit 1994 als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin, ist als Dozent an zahlreichen Universitäten und Schreibinstituten tätig und wurde vielfach für sein Werk ausgezeichnet, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis. Ulf Stolterfoht war einige Jahre Verleger des aufsehenerregenden Verlags BRUETERICH PRESS: "Schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis". Zuletzt erschien sein Gedichtband „fachsprachen XXXVII-XLV“ im Kookbooks Verlag. Oswald Egger wurde 1963 in Lana/Südtirol geboren. Seine Prosa und Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. ebenfalls mit dem Peter-Huchel-Preis. Seit 2011 ist er Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Oswald Egger lebt auf der Raketenstation Hombroich. Zuletzt erschien sein - auch selbstgestalteter - Band „Triumpf der Farben“ im Lilienfeld Verlag. Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit der Evangelischen Kirche in der City Außer Haus! Hospitalkirche / Hospitalhof Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
-

Wetterleuchten - Sommermarkt der unabhängigen Verlage

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten


Es schmeckt nach Orange! Der Liegestuhl steht bereit, die Markise ist ausgefahren und die Verlage haben auch in diesem Jahr ihre Stände bestückt mit den besten Sorten und überraschendsten Geschmacksrichtungen der aktuellen Literatursaison: Wir laden Sie herzlich ein ins Literaturhaus zum Wetterleuchten 2019, dem Sommermarkt der unabhängigen Verlage. Kommen Sie vorbei, blättern Sie durch bezaubernde Bücher, hören und greifen Sie zu: Für Ihren Sommerlektüregeschmack, für Ihr „Buch am Stiel“, haben wir erneut ein ganztägiges Programm zusammengestellt mit über 40 aufregenden Verlagen aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum: Aviva Verlag * Berenberg Verlag * Büchergilde Gutenberg * CulturBooks Verlag * Das Kulturelle Gedächtnis * Der Diwan Hörbuchverlag * Dieterich'sche Verlagsbuchhandlung * Edition Fünf * Edition Nautilus * Edition Solitude * Édition totale eclipse * Elfenbein Verlag * Elias Canetti Verlag * Frankfurter Verlagsanstalt * Griot Hörbuch Verlag * Guggolz Verlag * Headroom * Hirzel Verlag * Homunculus Verlag * Kampa Verlag * Klak Verlag * Klöpfer, Narr * Kommode Verlag * Konkursbuch Verlag * Lilienfeld Verlag * Limmat Verlag * Louisoder Verlag * Luftschacht * Mandelbaum Verlag * Merlin Verlag * Moloko Print * Orlanda Verlag * Parasitenpresse * Peter Hammer Verlag * Prima.Publikationen * Reprodukt * Rotpunktverlag * Schöffling & Co. * Septime Verlag * Speak low * Topalian & Milani Verlag * Verlag Ulrich Keicher * Verbrecher Verlag * Verlag Freies Geistesleben und Urachhaus * Verlag Klaus Wagenbach * Verlag Das Wunderhorn Auf der Bühne wandern die Geschichten von Emlichheim aus durch ein Schweizer Tal, um das himmelhoch die Berge stehen, einmal quer über das revolutionäre Sizilien bis nach Prag zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Lernen Sie unbeachtete Pflanzen am Wegesrand kennen, prüfen Sie Ihr Geometriewissen oder lassen Sie sich einen exklusiven Paarzeiler schreiben. Der Tag wird frisch und fruchtig. Seien Sie dabei! Unterstützt wird das Ganze vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Peter Horvath-Stiftung, der Stadt Stuttgart, dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V. sowie der Berthold Leibinger Stiftung

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
-

Einsame Weltreise von Alma M. Karlin


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Paula Scheschonka


„Es war eine ungemein stürmische Zeit, zu der Leute ohne Entzündung der Einbildungsnerven wohl zu Hause geblieben wären.“ (Alma M. Karlin) Am 24.11.1919 bricht Alma Karlin zu ihrer Weltreise auf, die sie in den folgenden acht Jahren durch fünf Kontinente führen sollte. Von Europa aus fährt sie - ihre Schreibmaschine „Erika“ im Gepäck - nach Südamerika, von dort über Kalifornien und Hawaii nach Japan, dem erklärten Ziel ihrer Reise, und weiter nach China. Im Gegensatz zu anderen Reisenden hat sie kein Vermögen, aus dem sie ihre Reise finanzieren könnte. Sie arbeitet unterwegs als Dolmetscherin und Sprachlehrerin und lebt in einfachen Unterkünften abseits der damals für Europäer*innen üblichen Ziele. Durch ihre Reiseerlebnisbücher wird sie zu einer der berühmtesten und meist bewunderten europäischen Reiseschriftstellerinnen. (Aviva Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.00 Uhr
-

Lucia Berlins kühne Kurzgeschichten

Elisabeth Weller

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Schnuppersalon


Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre. Die kühnen Kurzgeschichten der amerikanischen Autorin, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Lucia Berlins Sprache sirrt und knistert wie Stromleitungen, die sich berühren. Die 1936 in Alaska Geborene zog im Schnitt alle neun Monate um. Im Schreiben hat die Umherziehende ihren Heimathafen gefunden: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“. Wir lesen und besprechen die Kürzestgeschichte „Makadam“. Seit 2006 leitet Elisabeth Weller wöchentlich mehrere Literarische Salons im Literaturhaus. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
11.30 Uhr
-

Der Seiltänzer von Jean Genet


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Max-Walter Weise


Jean Genet (1910 - 1986), der große französische Dichter und Dramatiker, gehört zu den Klassikern der Weltliteratur. Zu Lebzeiten provozierte und polarisierte der „Orpheus der Gosse“ die Gesellschaft. Nach seinem Tod geriet er zunächst beim breiten Lesepublikum in den Hintergrund. Heute ist das Werk Jean Genets in der Zeitlosigkeit seiner Thematik, in der Vielfalt unabgenutzter Sprachbilder, in der gedanklichen Präzision und im unvergleichlichen Reichtum seiner Poesie zum Inbegriff moderner Dichtung geworden. Band VII der Genet-Werkausgabe legt in überarbeiteter Übertragung sämtliche Gedichte Genets vor. Das Prosagedicht „Le Funambule“ („Der Seiltänzer“) entstand Mitte der fünfziger Jahre, als er längst berühmt war, und ist seinem jüngeren Geliebten Abdallah gewidmet. (Merlin Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.00 Uhr
-

schatullen & bredouillen

Carolin Callies

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Jan Snela


Carolin Callies Debüt „fünf sinne & nur ein besteckkasten“ war das lyrische Ereignis des Jahres 2015. So verhält es sich auch mit (dem Buch neuer Gedichte) dem neuen Gedichtband „schatullen & bredouillen“: Da lesen wir von pappenstil & puppenspiel, blättern im atlas eines stelldicheins, besichtigen ein bollwerk aus bröseln oder landschaften ohne brotrinde. In den neuen Gedichten werden zahlreiche kleine Örtlichkeiten vermessen, bewohnt, bevölkert, verschoben oder gelöscht, seien es (Fall-)Türen, Kästchen, Gehäuse, Gehege, Trutzen, Siebe oder Löcher. Die Autorin verzaubert in ihrer Bildwelt, sie öffnet Räume und Landschaften, Beziehungskisten und schaut in tiefe Gräben, in denen alleweil gilt: manege frei fürs nackedei. Carolin Callies, geboren 1980 in Mannheim, lebt in Ladenburg bei Heidelberg. (Schöffling & Co.)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.00 Uhr
-

Freibad

Will Gmehling

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung am Pool


Weil die Bukowski-Geschwister im Hallenbad ein Kleinkind vorm Ertrinken gerettet haben, sind sie ein paar Tage lang berühmt. Doch toller als der Ruhm ist die Karte fürs Freibad, die sie für ihre Heldentat bekommen: Freier Eintritt einen langen Sommer, der für alle ein besonderer wird! Alf ist zehn, seine Gedanken kreisen um den Schulwechsel nach den Ferien, die schöne Tochter des Bademeisters und sein selbstgestecktes Ziel: den Sprung vom Zehnmeterturm. Seine 8-jährige Schwester Katinka, rotzig und unerschrocken, schwärmt für Paris, lernt auf der Wiese Französisch und trainiert für 20 Bahnen Kraul am Stück. Robbie, der Jüngste und Augenstern der Familie, ist anders als andere Kinder, er redet kaum und träumt viel. Er soll endlich richtig schwimmen lernen, finden Alf und Katinka. Will Gmehling, geboren 1957, lebt in Bremen und war lange Zeit Maler. 1998 erschien sein erstes Kinderbuch „Tiertaxi Wolf & Co“. (Peter Hammer Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
12.45 Uhr
-

Neues A, B, C und Lese-Buch in Bildern mit Erklärungen aus der Naturgeschichte von Karl Gottlob Hausius

Gottlob Hausius

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Paula Scheschonka


Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erschienen die ersten Sachbücher für Kinder und Jugendliche, um ihnen „alle Dinge der Welt“ vor Augen zu führen. Ein Bestseller dieses Genres war Karl Gottlob Hausius' Abc sowie seine „Kleine Bilderschule für die Jugend“. Über 200 Jahre nach der Erstveröffentlichung erscheint eine Auswahl des Weltwissens wieder. Es enthält Sinnsprüche und in Reimen verfasste Leseübungen, zahlreiche Artikel über Flora und Fauna, darunter auch Beschreibungen exotischer Tiere wie den Orang-Utan, Beiträge über verschiedene Handwerksberufe, Kometen und Regenbögen, aber auch den feuerspeienden Berg Ätna. Karl Gottlob Hausius (1754-1825) arbeitete als Pfarrer und Korrektor. Er verfasste unzählige Beiträge für die „Allgemeine Literarische Zeitung“ und etliche Bücher. (Das Kulturelle Gedächtnis)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.00 Uhr
-

Komm mit auf eine Reise durch die Welt der Geometrie

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Werkstatt


Im ersten Stock eröffnet eine Geometrie-Werkstatt für Kinder und Geometriefans jeden Alters. Ausgestattet mit Stift, Schere, Geodreieck und Spiegeln nimmt Euch der kleine blaue Punkt mit auf eine Reise durch die Welt der Geometrie. Damit feiert Prima.Publikationen die frisch gedruckte Neuauflage des Mitmachbuchs „Vom Punkt zur Kugel und zurück“, das von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Bücher ausgezeichnet wurde. (Prima.Publikationen)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.10 Uhr
-

Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste

Luise Boege

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Demian Bern


Luise Boege liest aus ihrem 2018 erschienenen Prosatext „Exorzismus in Polen Die Schönheit der Wüste“. Durchstreichung und copy and paste sind die Verfahren dieses Textes, es geht um schwarze Löcher, die Ideologien der Väter, Kommunikationsmedien und Kommunikationsschlaufen, generationale Neurosen und Beziehungen in ihren zeittypischen Erscheinungsformen. Luise Boege, geboren 1985 in Würzburg, lebt und arbeitet in Leipzig. Sie studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Sie erhielt Preise und Stipendien. In diesem Jahr ist sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude. (Edition Solitude & Parasitenpresse)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
13.45 Uhr
-

Nordwestwärts

Tobias Schwartz

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Giovanna-Beatrice Carlesso


Kein Ort in Deutschland, der weiter von einer Großstadt entfernt ist; vier Kirchen unterschiedlicher Konfessionen kennzeichnen das Dorf, über das sich Europas wohl größte Kartoffelstärkefabrik erhebt: Das ist Emlichheim in Niedersachsen. David, Spross schlesischer Flüchtlinge, in Emlichheim geboren und aufgewachsen, Kinderarzt in Potsdam, fährt zu Besuch in die Heimat, wo er auf seine Familie und deren Geschichte trifft. Tobias Schwartz (geb. 1976) lebt in Berlin. Sein Debütroman „Film B“ erschien 2007, eine Bühnenfassung hatte 2008 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Premiere. Seine Theaterstücke waren unter anderem am Maxim Gorki Theater und Hans Otto Theater, Potsdam zu sehen. Zuletzt erschien sein Virginia Woolf Buch „Bloomsbury & Freshwater“ (2017). (Elfenbein Verlag & Aviva Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
14.00 Uhr
-

Handyleuchten

Jan Snela, Carolin Callies

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Performance


„Wetterleuchten“ bezeichnet die Lichtankünfte entfernter Gewitter in davon behelligten Horizonten. Eine schöne Metapher für das Wirken der Literatur, die das Naheliegende im Licht ferner Himmel leuchten lässt und das Entlegene wahrnehmbar macht, auch wenn es - wie im Wetterleuchten der Blitz, von dem es herrührt - selbst vielleicht unsichtbar bleibt. Carolin Callies und Jan Snela tauchen Ihr Smartphone-Display in das schimmernde Licht des Indirekten - in direkter Antwort auf Ihren Impuls. Sie schicken den beiden an die dafür zur Verfügung stehenden Handynummern ein Wort, Bild oder einen Satz und empfangen auf Ihrem Gerät eine poetische Antwort, die sich zu Ihrem Impuls verhält, wie das Wetterleuchten zum Blitz.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
14.20 Uhr
-

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Thomas Meyer

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Manfred Heinfeldner


"Mottele, du bringst mich noch ins Grab!“: Der junge orthodoxe Jude Mordechai Wolkenbruch, kurz Motti, hat ein Problem. Seine geschäftige „mame“ setzt ihm Heiratskandidatinnen vor, die eher ihrem als seinem Geschmack entsprechen. Motti schwärmt lieber für seine hübsche Mitstudentin Laura - doch die ist leider eine „schickse“, eine Nichtjüdin. Seine Leidenschaft zu Laura lässt Motti zweifeln: Ist sein familiär vorgezeichneter Weg wirklich der richtige für ihn? Samuel Glättli illustriert Mottis Mikrokosmos mit großer Kenntnis und klarem Strich. Der Roman wurde zu einem Best- und Longseller, die Verfilmung war ein großer Kinoerfolg und ist für fünf Schweizer Filmpreise nominiert. Thomas Meyer, geboren 1974 in Zürich, arbeitet als Autor und Texter. (Büchergilde Gutenberg)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
15.00 Uhr
-

Mano: Der Junge, der nicht wusste, wo er war

Anja Tuckermann

Veranstaltungsreihen: Wetterleuchten, Stuttgarter Journal

Lesung und Gespräch, Moderation: Tilman Rau


Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte des Sinto-Jungen Mano. Er überlebt mehrere nationalsozialistische Konzentrationslager und den Todesmarsch von Sachsenhausen. Nach dem Krieg retten befreite Französinnen den Elfjährigen und nehmen ihn mit nach Frankreich. Doch bevor sie die Grenze überqueren, schärfen sie ihm ein, seinen Namen und seine Herkunft nicht zu verraten. Er verschweigt fortan seine Identität. Dass seine Eltern noch leben, weiß er nicht. Verzweifelt suchen sie nach ihm, aber wie soll man jemanden finden, dessen genauen Namen niemand kennt? Anja Tuckermann wurde 1961 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt und als freie Autorin arbeitet. (Klak Verlag & Der Diwan Hörbuchverlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
15.45 Uhr
-

Essbare Wildpflanzen für Einsteiger von Margot Fischer


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Max-Walter Weise


Als „Unkraut“ werden sie beschimpft. „Beikräuter“ nennt sie politisch korrekter und dennoch herablassend der Fachjargon. Wanderschuhe zertreten sie achtlos. Mordlustig schwingen Gärtner und Bauern allerlei Geräte und Chemikalien gegen den vermeintlichen Feind - und vernichten damit das Kostbarste, das auf ihrem Land wächst: Essbare Wildpflanzen. Doch bieten Wald und Wiese zu allen Jahreszeiten unzählige Delikatessen und Heilmittel. Margot Fischer ist Anglistin, Ernährungswissenschaftlerin, Autorin und Übersetzerin, weiters Lektorin, Beraterin und Coach im ernährungswissenschaftlichen Bereich. (Mandelbaum Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
16.00 Uhr
-

Lucia Berlins kühne Kurzgeschichten

Elisabeth Weller

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Schnuppersalon


Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre. Die kühnen Kurzgeschichten der amerikanischen Autorin, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Lucia Berlins Sprache sirrt und knistert wie Stromleitungen, die sich berühren. Die 1936 in Alaska Geborene zog im Schnitt alle neun Monate um. Im Schreiben hat die Umherziehende ihren Heimathafen gefunden: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“. Wir lesen und besprechen die Kürzestgeschichte „Makadam“. Seit 2006 leitet Elisabeth Weller wöchentlich mehrere Literarische Salons im Literaturhaus. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
16.15 Uhr
-

Trauer und Licht: Lampedusa, Sciascia, Camilleri und die Literatur Siziliens

Maike Albath

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Florian Höllerer


Der Leopard. Ein meisterhaftes Sizilienfresko und der größte Erfolg der italienischen Nachkriegsliteratur. Nur hatte der Verfasser nichts mehr davon - Giuseppe Tomasi di Lampedusa war noch vor seiner Entdeckung als Autor 1957 gestorben. Maike Albath erzählt die Geschichte seines unglücklichen aristokratischen Lebens und durchquert die Kulturgeschichte und die Literatur der brodelnden Mittelmeerinsel. Sizilien brachte nicht nur einen Theaterrevolutionär wie Luigi Pirandello und einen Naturlyriker wie Salvatore Quasimodo hervor, beide mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, sondern auch einen Aufklärer wie Leonardo Sciascia und einen Krimiautor wie Andrea Camilleri. Maike Albath, geboren 1966, ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskultur. (Berenberg Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.00 Uhr
-

Millis Erwachen

Natasha Kelly

Veranstaltungsreihen: Wetterleuchten, Membrane. African Literatures and Ideas.

Lesung, Film, Gespräch, Moderation: Milena Schäufele


17.00 - 17.30 Uhr Lesung & Gespräch 17.45 - 18.45 Uhr Film im Konferenzzimmer 1911 malte der Expressionist Ernst Ludwig Kirchner die „Schlafende Milli“ nackt auf einer Couch liegend. Als Inspirationsquelle ließ er nur die eigene Potenz gelten. Während zahlreiche Kunsthistoriker*innen neben der Ästhetik auch die Sexualfantasien von Kirchner in den Fokus ihrer Analysen nehmen, taucht Natasha Kelly in die Gedanken- und Gefühlswelt seiner „Muse“ ein und lässt „Milli“ sinnbildlich erwachen. In Einzelinterviews kommen acht Schwarze Kunstschaffende verschiedener Generationen zu Wort und erzählen, wie sie in und durch ihre Arbeiten die gängigen kolonialtradierten Stereotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft gebildet haben. „Millis Erwachen“ ist ein multimediales, bilinguales Projekt, bestehend aus einem 47-minütigen Schwarz-Weiß Film (Deutsch mit englischen Untertiteln) und einem Buch (Deutsch und Englisch). Der Dokumentarfilm lief von Juni bis September 2018 auf der 10. Berlin Biennale und wurde mit dem Black Laurel Film Award 2018 ausgezeichnet. Natasha A. Kelly, in London geboren, ist Kommunikationssoziologin mit den Forschungsschwerpunkten Post-/Kolonialismus und Feminismus. Seit 2015 ist sie künstlerische Leiterin der Theaterreihe „M(a)y Sister“ am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin. (Orlanda Verlag)

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.30 Uhr
-

Büchermachen

Matthias Gronemeyer

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Workshop


Der Büchermacher Matthias Gronemeyer war mit seinen Werken schon zweimal für die schönsten deutschen Bücher nominiert. In seinem Workshop wird es darum gehen, wie sich Text und Gestaltung zu Lesekunstwerken verbinden lassen. Wie man ein Buchprojekt angeht und welche Mittel es erfordert. Welche Möglichkeiten der Finanzierung, der Produktion und der Vermarktung es gibt. Mitzubringen sind eigene Buchideen. Anmeldung:

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
17.45 Uhr
-

Der Tod des Löwen von Auguste Hauschner


Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung, Lesung: Magnus Rook


Das frühe 17. Jahrhundert. Prag ist in Aufruhr. Wie ein böses Vorzeichen hängt ein blutroter Meteor über der Stadt. Der böhmische König Rudolf II. leidet unter Verfolgungswahn und fürchtet um seinen Thron. Er beauftragt Alchemisten und Astronomen, seine Macht zu sichern. Als diese keine Lösung finden, zwingt er Rabbi Löw, den Erschaffer des Golems, ihn in die Geheimnisse der Kabbala einzuweihen. Prag ist in „Der Tod des Löwen“ erstmals 1916 erschienen, nicht nur Schauplatz der Handlung, sondern ihr (un)heimlicher Protagonist. Auguste Hauschner, 1850 in Prag geboren, veröffentlichte zahlreiche Novellen und Romane. Bis zu ihrem Tod 1924 unterhielt sie in Berlin einen bedeutenden Künstlersalon. (Homunculus Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
18.15 Uhr
-

Ich bin Özlem

Dilek Güngor

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Petra Bewer


"Meine Eltern kommen aus der Türkei." Alle Geschichten, die Özlem über sich erzählt, beginnen mit diesem Satz. Nichts hat sie so stark geprägt wie die Herkunft ihrer Familie, glaubt sie. Doch noch viel mehr glaubten das ihre Kindergärtnerinnen, die Lehrer, die Eltern ihrer Freunde, die Nachbarn. Özlem begreift erst als erwachsene Frau, wie stark sie sich mit dieser Zuschreibung identifiziert hat. Aber auch wie viel Einfluss andere darauf haben, wer wir sind. Özlems Wut darüber bahnt sich ihren Weg, leise zunächst, dann allerdings ungebremst. Dilek Güngör, 1972 in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Übersetzen, Journalistik und Race and Ethnic Studies und ist heute stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“ sowie Gastautorin Beiträge für die Zeit-Online Kolumne „10 nach 8“. (Verbrecher Verlag) In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart e.V.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
19.00 Uhr
-

Paul Zwei

Franz Suess, Stefan Mäser

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

177 Bilder mit Sounds und Stimmen, Moderation: Jürgen Lagger


Die Hauptfigur ist ein junger Mann namens Paul, der aus der Provinz in eine Wohngemeinschaft in Wien zieht. Das Leben dort beschert ihm statt des erhofften Lebensglücks vor allem Enttäuschungen - auch weil sein Selbstbild mit der Realität nur wenig zu tun hat. In filigran-kratzigen Bleistiftzeichnungen nähert sich Franz Suess seinem Protagonisten Paul an, schildert dessen Gefühlsleben zwischen Selbstzweifel und Selbstüberschätzung, zwischen sexueller Obsession und unerfüllten Wünschen und erzählt die Geschichte einer Geschlechtstransformation, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt. Franz Suess lebt und arbeitet als Comiczeichner, Autor von Bilderbüchern und Illustrator in Wien. (Luftschacht) Mit freundlicher Unterstützung der Berthold Leibinger Stiftung.

Eintritt frei

 

Samstag
13.07.19
19.45 Uhr
-

Flüchtiges Zuhause

Rolf Hermann

Veranstaltungsreihe: Wetterleuchten

Lesung und Gespräch, Moderation: Elena Oehrlich, Mareike Köhler


Im abgelegenen Bergdorf, wo die Gassen so eng sind, dass die Kinder quer über die Dächer laufen, lebt heute einzig noch die Großmutter, die immer von einem anderen Leben träumte und des Nachts Gedichte schrieb. Die Zeiten, da man die Waren über Leitern am steilen Berg transportierte, sind längst vorbei. Heute geht es samstags mit dem Subaru zum Einkauf ins Placette. Rolf Hermann blickt auf Kindheits- und Jugendjahre in einem Tal zurück, um das himmelhoch die Berge stehen. Heute lebt er, 1973 in Leuk Kanton Wallis geboren, als freier Schriftsteller und Performer in Biel. Für sein literarisches Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet und war 2010 Tübinger Stadtschreiber. (Rotpunktverlag)

Eintritt frei

 

Dienstag
16.07.19
19.30 Uhr
-

Benzin

Gunther Geltinger

Lesung und Gespräch, Moderation: Astrid Braun


Gunther Geltinger schildert in seinem neuen Roman "Benzin" so sprachmächtig wie eindringlich, was es heißt, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät. Er erzählt von der Zerrissenheit seiner Figuren und beschwört atmosphärisch dichte Bilder, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen fügen - zu einer Geschichte über Vorurteile und Souveränität, über Vertrauen und Verrat. Es ist nicht die erste Reise, die Alexander und Vinz unternehmen, weil ihre Beziehung in eine Krise geraten ist. Der Roadtrip durch Südafrika soll ihnen Klarheit über sie verschaffen, und Vinz, der Schriftsteller, erhofft sich eine Idee für seinen neuen Roman. Vorbei an Straßenmärkten, Chicken Inns und Anhaltern bewegen sie sich durch ein Land, in dem Wohlstand und Armut aufeinanderprallen, Homosexualität als Tabu gilt und in dem sich die beiden Deutschen mit der Gedankenlosigkeit der weißen Touristen konfrontiert sehen. Gunther Geltinger wurde 1974 in Erlenbach am Main geboren und lebt heute in Köln. Er studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sein Debütroman Mensch Engel erschien 2008 bei Schöffling, sein zweiter Roman, Moor, 2013 im Suhrkamp Verlag. Im Rahmen der CSD Kulturtage

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.07.19
11.00 Uhr
-

Die Gescannten

Robert M. Sonntag

Lesung und Gespräch


„Wenn Menschen im Überwachungsapparat überflüssig werden: In einem Jugendthriller beschreibt Robert M. Sonntag die Herrschaft Künstlicher Intelligenz“ Fridtjof Küchemann (FAZ) „Die Gescannten“ erzählt von dem 15-jährigen Jaro, der im Jahr 2048 lebt. Inzwischen besitzt jeder einen sogenannten „Denker“, der am Kopf befestigt wird und es seinem Träger ermöglicht, über bloße Gedankenübertragung mit den Mitmenschen zu kommunizieren und sich dabei seine eigene Realität zu erschaffen. Dahinter steht ein mächtiger Konzern, dem inzwischen die gesamte IT-Welt zu gehören scheint: Ultranetz. Dieser erinnert stark an eine Mischung aus Google, Facebook, Amazon und YouTube. Doch trotz Jaros Faszination für diese neuen Technologien wird er von der „Büchergilde“ auserwählt, einen Angriff gegen Ultranetz auszuführen. Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.07.19
19.00 Uhr
-

Manaraga: Book’n‘Grill & Die Zukunft ist Geschichte

Vladimir Sorokin, Masha Gessen

Veranstaltungsreihe: „Etwas in der Sprache ging kaputt, knackte wie das Eis auf dem Stausee im März.“ Ukraine & Russland. Literaturen, Politiken und Perspektiven

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Sebastian Röhrle
Moderation: Aleksej Khairetdinov


Lesungen, Gespräche und Barbecue 19.00 - 20.00 Uhr: Manaraga: Book’n‘Grill - Vladimir Sorokin Moderation: Aleksej Khairetdinov Lesestimme: Sebastian Röhrle In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen. Book’n‘Grill heißt der neue Trend und Chefkoch Geza ist sein Hohepriester. Stör-Schaschlik über Dostojewskis „Der Idiot“ oder Schnitzel über Arthur Schnitzler, mit diesen und anderen Kreationen begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch was Erfolg hat, findet auch Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt. Sorokins neues Buch ist ein Romanfeuerwerk voll absurder Einfälle und beißender Gesellschaftskritik. Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie "Die Schlange", "Marinas dreißigste Liebe", "Der himmelblaue Speck" und "Der Schneesturm". Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman "Telluria". Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt. Kurze Pause 20.30 Uhr: Die Zukunft ist Geschichte - Masha Gessen Lesestimme: Sebastian Röhrle Für ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte - Wie Russland die Freiheit gewann und verlor“ erhielt sie den National Book Award 2017 und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2019: Masha Gessens herausragendes Russland-Buch ist nicht nur fesselnd wie ein Gesellschaftsroman, sondern vor allem angetrieben von dem leidenschaftlichen Wunsch zu verstehen, warum ein Land, das in einem ungeheuren Kraftakt seine lähmenden Machtstrukturen abschütteln konnte, zu einem autoritär geführten Staat mit neoimperialen Zügen geworden ist und heute unter Bevormundung und Repression leidet. Im Zentrum stehen vier Menschen der Generation 1984. Sie kamen in die Schule, als die Sowjetunion zerfiel, und wurden unter Präsident Putin erwachsen. Dazu gehören junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen wie Zhanna, deren Vater Boris Nemzow, ein prominenter Reformer, mitten in Moskau erschossen wurde. Oder Ljoscha, der als schwuler Dozent seine Stelle an der Uni Perm verliert. Die große Erzählung von Aufbrüchen und gescheiterten Hoffnungen der Jungen wird flankiert von den Bildungsgeschichten des liberalen Soziologen Lew Gudkow, der Psychoanalytikerin Marina Arutjunjan und des rechtsnationalistischen Philosophen Alexander Dugin. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von Anselm Bühling. Masha Gessen, geboren 1967 in Moskau, wurde mit Büchern wie „Der Mann ohne Gesicht: Wladimir Putin. Eine Enthüllung“ (2012) bekannt. Sie schreibt für das Magazin „The New Yorker“, lehrt am Amherst College und lebt in New York. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Montag
16.09.19
19.30 Uhr
-

Theodor Storm: "Der Schimmelreiter“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Lesung und Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke
Sprecher: Stefan Wancura


Das Leben an der Küste und die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Meer bilden das zentrale Thema in Storms Novelle „Der Schimmelreiter“, die er kurz vor seinem Tod 1888 fertiggestellt hat. Der Protagonist, Hauke Haien, hat es geschafft, sich vom Bauersjungen zum Knecht hochzuarbeiten und schließlich durch eine günstige Heirat zum Deichgrafen aufzusteigen. Durch seine Fähigkeiten und sein Interesse für den Deichbau, sowie der neu erlangten Machtposition setzt er seinen lang gefassten Plan schließlich gegen sämtliche Widerstände durch: Er errichtet einen neuen Damm, der sowohl Küstenschutz als auch Landgewinnung für den Ackerbau verbindet. Doch das Projekt scheitert als eine Jahrhundertsturmflut einbricht und seine Familie mit sich reißt, woraufhin er selbst mit seinem Schimmel in die Fluten springt - ein Sinnbild für den fortschrittlich-rationalen Menschen, der dennoch an der Natur scheitern muss? Im Gespräch werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel mit verschiedenen Aspekten des Schimmelreiters sowie seinem Autor auseinandersetzen. Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart, untermalt den Abend mit poetischen Interventionen. Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
17.09.19
19.30 Uhr
-

Vor allem eine Liebesgeschichte

Arno Geiger, Aris Fioretos

Veranstaltungsreihe: Suttgart liest ein Buch

Lesung und Gespräch, Moderation: Torsten Hoffmann


2005 wurde er für seinen Roman "Es geht uns gut" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, und sein letzter Roman wurde von der Literaturkritik euphorisch besprochen und für das vom Stuttgarter Schriftstellerhaus initiierte Projekt "Stuttgart liest ein Buch" ausgewählt. Historisch angesiedelt im Jahr 1944 am österreichischen Mondsee unter der Drachenwand, wurde der Roman vor allem wahrgenommen als eine Geschichte in der und über die Endphase des Krieges. Auf den zweiten Blick erzählt Arno Geiger von Liebe; "Unter der Drachenwand" ist vor allem eine Liebesgeschichte, in der existentielle Gefühle der Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe verhandelt werden. Über Liebe in Zeiten des Krieges, in Zeiten politischer, gesellschaftlicher Ausnahmesituationen kommt Arno Geiger ins Gespräch mit Aris Fioretos (angefragt), schwedischer Schriftsteller und Übersetzer österreichisch-griechischer Herkunft.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

26.10.19
bis
06.11.19
-

Membrane in Ouaga / Burkinafaso

Veranstaltungsreihe: Membrane. African Literatures and Ideas.

Festival


Vom 26. Oktober bis 6. November 2019 führen wir das Festival in Ouagadougou weiter. Um die Durchlässigkeit der Stuttgarter Fragen und Antworten zu testen, setzen wir die Diskussion in der Hauptstadt Burkina Fasos fort. Dort treten Autor*innen von „Membrane“ beim Festival FITMO am Espace Culturel Gambidi auf und arbeiten in Workshops mit jungen Künstler*innen vor Ort zusammen. Membrane at Ouaga / Membrane à Ouaga From October 26 through November 6 2019, the “Membrane” festival will continue in Ouagadougou. We extend our discussions to Burkina Faso’s capitol and put the questions and answers found in Stuttgart to the test. What about permeability after all? Authors of “Membrane” will perform at the FITMO festival at Espace Culturel Gambidi and offer workshops to young local artists.

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de