veranstaltungen im dezember 2018

veranstaltungen im dezember 2018

dezember 2018

03.12.18
bis
06.12.18
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Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Vortrag, Lesung, Gespräch


Internationale Tagung im Literaturhaus Stuttgart Die vom Verein „Frauen in der Literaturwissenschaft FrideL e.V.“ organisierte Tagung „Feministische Zirkulationen zwischen Ost und West“ bringt Aktivist*innen und Forscher*innen zum Feminismus in Osteuropa in Dialog mit Autor*innen und Literaturwissenschaftler*innen, die zur Literatur deutschsprachiger Schriftstellerinnen osteuropäischer Herkunft forschen. Schwerpunkt der Diskussion ist die Auseinandersetzung mit Formen von Widerstand, Wut, Gewalt aber auch Begeisterung in sozialen Bewegungen wie in literarischen Texten, auf individueller wie kollektiver Ebene. Welche Impulse können von feministischen Bewegungen in Osteuropa ausgehen, jenseits der anglo-amerikanisch geprägten #MeToo-Debatte, und wie positionieren sich Autor*innen feministisch, fragt die Tagung in Vorträgen, Lesungen und Gesprächen. Die Tagung ist öffentlich und die Teilnahme an den Tagesveranstaltungen ist frei. Karten für die Abendveranstaltungen sind über das Literaturhaus und an vielen Vorverkaufsstellen zu beziehen. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart. Vollständiges Tagungsprogramm: Anmeldung:

 

Montag
03.12.18
19.00 Uhr
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„Nicht nur zur Weihnachtszeit“ von Heinrich Böll


Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Weihnachten, das besinnliche Fest im Kreis der Familie, ist für Tante Milla zum Lebensinhalt geworden. Nachdem sie jahrelang an der von ihr so geliebten wie perfektionierten Aufgabe des Weihnachtsbaumschmückens gehindert worden ist, nimmt sie diese im ersten Nachkriegsjahr mit umso größerer Hingabe wieder auf. So sehr findet sie Gefallen daran, dass sie in einen regelrechten Wahn verfällt und fortan jeden Tag pünktlich um 18.30 Uhr Heiligabend feiert. So kommt es, dass selbst im Juli die Englein noch singen und die Wachskerzen tropfen. Nicht nur zur Weihnachtszeit zählt zu den erfolgreichsten und beliebtesten Erzählungen Heinrich Bölls. In ihr nimmt er die restaurativen Tendenzen im Nachkriegsdeutschland satirisch aufs Korn und fängt in der verewigten Weihnachtsfeier die Atmosphäre einer Zeit ein, die eher auf Bewahrung als auf Erneuerung zielte. Zwischen Glühwein, Punsch und Plätzchen diskutieren wir über diese und weitere (Weihnachts-)Erzählungen von Heinrich Böll: Nicht nur zur Weihnachtszeit, Krippenfeier und Der Engel. Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
03.12.18
19.30 Uhr
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Geschlecht. Flucht. Herkunft

Olga Grjasnowa

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Claudia Dathe


Seit dem Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2012) setzt sich Olga Grjasnowa mit Geschlecht, Sexualität und Herkunft auseinander. Figuren wie Mascha oder Leyla in „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ (2014) lassen sich nicht in Identitätsraster einpassen, betonen vielmehr „I am not“, wie der Titel der Feminismus-Reihe im Literaturhaus 2018 lautete. Im jüngsten Roman „Gott ist nicht schüchtern“ (2017) verfolgt die Autorin die Lebensläufe von Amal und Hammoudi, die getrennt und auf unterschiedliche Weise gegen das Regime Assads kämpfen. Der Roman zeigt, wie Widerstand, Gewalt und Flucht das Leben der Figuren bestimmen, wie Gewalt genderspezifisch an Körpern angreift und welche Formen des Weiterlebens gewährt werden. In Leylas Bücherschrank stehen die Publikationen Judith Butlers. Welche Positionen der Gender Studies und des Feminismus in Olga Grjasnowas Schreiben eingehen, fragt im Gespräch mit ihr in Stuttgart Claudia Dathe. Gefördert im Rahmen des Programms „Grenzgänger“ der Robert Bosch Stiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
04.12.18
18.00 Uhr
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Dürre Engel & Liebesroman

Noémi Kiss, Zsófia Lóránd, Ivana Sajko, Alida Bremer

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Silke Pasewalck, Schamma Schahadat


18.00 Uhr "Dürre Engel" Noemi Kiss und Zsófia Lórand Moderation: Silke Pasewalck Die Schriftstellerin Noemi Kiss gewährt in ihrem Roman „Dürre Engel“ tiefe Einblicke in den ungarischen Alltag der prägenden Wendezeit der 1980er Jahre. Lívia hat ihren Ehemann Öcsi erstochen, der Prozess läuft. Wie konnte es soweit kommen? Während sie sich von einem Herzinfarkt erholt, lässt Lívia ihr Leben Revue passieren und versucht ihre Straftat zu verstehen. Schonungslos rekonstruiert Lívia ihr eigenes Leben, und nähert sich bruchstückhaft ihrer Erinnerung. Der Roman zeichnet ein Bild düsterer Beziehungsstrukturen und greift gesellschaftskritische Themen über sexuelle Freiheit und körperliche Gewalt auf. Die Autorin Noemi Kiss, geboren 1974 in der Nähe von Budapest, studierte Hungarologie, Komparatistik und Soziologie, unter anderem in Konstanz. Sie arbeitet als Autorin, Kritikerin und Essayistin und war „Writer in Residence" des Literaturhauses Zürich und der PWG Stiftung in Zürich. Ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Kurze Pause 19.30 Uhr "Liebesroman" Ivana Sajko und Alida Bremer Moderation: Schamma Schahadat Wie sieht die Liebe aus in Zeiten des Prekariats, das Autor*innen und Schauspieler*innen gleichermaßen trifft? Vergeblich versucht 'Er' einen Liebesroman zu schreiben, während 'Sie' mit Radiowerbung Geld für die Familie verdient. An die Stelle der Liebe tritt ein alltäglicher Kampf, der doch nicht von der Liebe zu lösen ist. Im Perspektivenwechsel von ihr und ihm, beide namen- und ortlos, lotet Sajko die Formen heterosexueller (Nicht-)Zusammengehörigkeit aus. In der deutschen Übersetzung Alida Bremers wird eine ungewöhnlich schnörkellose Sprache hörbar, die in langen Satzkonstruktionen die Verwobenheit wider Willen artikuliert. Für „Liebesroman“ wurden Ivana Sajko und Alida Bremer in diesem Jahr mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt: Euro 15,-/12,-/7,50

 

Mittwoch
05.12.18
12.15 Uhr
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Dazwischen: Ich

Julya Rabinowich

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung für Schüler*innen, Moderation: Caroline Roeder


Rabinowichs Texte stellen Fragen der Identität in den Mittelpunkt und zeichnen Suchbewegungen von jungen Protagonistinnen nach, die geprägt sind von Erfahrungen des Sprach- und Heimatverlustes. Die Autorin, 1970 in St. Petersburg geboren, lebt seit 1977 in Wien. Nach dem Studium arbeitete sie als Kolumnistin, Malerin und Dolmetscherin. 2008 erschien ihr erster Roman “Spaltkopf“ (2008), der sich eindrücklich mit Folgen von Migration und (kindlicher) Identität auseinandersetzt. Mit „Dazwischen Ich“ (2016) veröffentlichte Julya Rabinowich ihren ersten Roman, der sich an ein jugendliches Publikum richtet und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Für 2019 ist mit „Hinter Glas“ ein weiteres Jugendbuch im Carl Hanser Verlag angekündigt. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt frei

 

Mittwoch
05.12.18
18.00 Uhr
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Other Russias

Viktoria Lomasko, Margarete Stokowski

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Almira Ousmanova, Lena Vöcklinghaus


18.00 Uhr "Other Russias" Victoria Lomasko Moderation: Almira Ousmanova In Englisch und Russisch, mit Übersetzung Die Graphikerin Victoria Lomasko nimmt über ihre Zeichnungen zur russischen Gesellschaft Stellung und beleuchtet die Ausbeutung von Frauen in Prostitution und Sklaverei, aber auch den aktivistischen Widerstand von feministischen und LGBT-Gruppierungen. Ihre Illustrationen im Prozess gegen Pussy Riot machten Viktoria Lomasko weltberühmt, und ihre gezeichneten Reportagen vom Rand der russischen Gesellschaft sind selbst Teil dieses Widerstands. Inzwischen liegen sie auch auf Deutsch und Englisch vor. In Stuttgart präsentiert sie Auszüge aus ihrem Werk, darunter die neue Publikation „Other Russias“ (2017) und kommt darüber ins Gespräch mit der Kunstwissenschaftlerin Almira Ousmanova. Kurze Pause 19.30 Uhr "Die letzten Tage des Patriarchats" Margarete Stokowski Moderation: Lena Vöcklinghaus Seit ihrem Debüt „Untenrum frei“ zählt Margarete Stokowski zu den bekanntesten jungen Feministinnen. Doch wie steht es um die feministische Revolution? Die Antwort ist: Wir befinden uns mitten drin. Stokowskis zweites Buch „Die letzten Tage des Patriarchats“ ist eine Auswahl an provokanten und gesellschaftspolitischen Kolumnen und Essays der letzten sieben Jahre, versehen mit Kommentaren - von hasserfüllten Ansichten bis hin zu Liebesbekundungen. Stokowskis zeitgeschichtlicher Abriss aus Politik und Alltagsszenen zeigt uns deutlich: Feminismus ist überall. Sie schreibt über Pornos, Macht, Gleichberechtigung, sexstreikende Frauen und die jüngste Debatte um #MeToo. Stokowski, geboren 1986 in Polen, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als freie Autorin schreibt sie unter anderem für die taz und die ZEIT. In ihrer wöchentlichen Kolumne „Oben und unten“ bei Spiegel Online nimmt sie seit 2015 die Tagespolitik aufs Korn - laut, humorvoll und mutig. Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, veranstaltet im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern, gefördert aus Mitteln des BMBF; in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und dem Literaturhaus Stuttgart.

Eintritt: Euro 15,-/12,-/7,50

 

Donnerstag
06.12.18
19.30 Uhr
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Die Mittelmeerreise

Hanns-Josef Ortheil

Lesung


Achtung Programmänderung: Das "Stuttgarter Journal Volume#5: Sich Ausbreiten" ist auf 20.02.19 verschoben. Hanns- Josef liest dafür aus seinem neuen Roman "Die Mittelmeerreise". Bereits gekaufte Karten behalten Ihre Gültigkeit am 06.12.18 oder können an der entsprechenden Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden. Im heißen Sommer des Jahres 1967 geht Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater auf große Fahrt. Sie führt auf einem schwer beladenen Frachtschiff von Antwerpen durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer und weiter bis nach Griechenland und Istanbul. Mit an Bord ist - vom Steward über den Funker bis zum Kapitän - eine ganze Gesellschaft im Kleinen. Und auch die Angst fährt im Bauch dieses Ungetüms aus Eisen und Stahl, das auf hoher See in schwere Stürme gerät, beständig mit. Der junge Hanns-Josef Ortheil begegnet dem auf seine Weise: er beobachtet, reflektiert, schreibt. Zwischen Kommandobrücke, Frachtraum und Schiffsbibliothek beginnt seine Suche nach Fixpunkten und dem, was für ihn zählt und weiterhilft: Die Lektüre Homers? Die neusten Songs der Beatles? Das Klavierspiel? Die Arbeit an der Bordzeitung? Die Freundschaft mit einer jungen Griechin? Oder die Aussteigerfantasien eines Besatzungsmitglieds? Immer reichhaltiger und intensiver wird die abenteuerliche Reise in unbekannte Gewässer, weit über frühere Ideen und Fantasien hinaus: der große Roman einer Odyssee ins Erwachsenenleben.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
07.12.18
19.30 Uhr
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Das heutige Gedicht

Mikael Vogel, José F. A. Oliver

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Lesung und Gespräch


„Ein Dichter liest die Totenmesse für eine lange Reihe ausgestorbener Tiere“, so Matthias Ehlers in einer Rezension für WDR5 über Mikael Vogels neuesten Lyrikband „Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium“, 2018 im Verlagshaus Berlin publiziert. Für eine Auswahl aus der 252 Seiten umfassenden Sammlung wurde Mikael Vogel bereits 2016 im Rahmen des Lyrikpreises Meran mit dem Medienpreis RAI Südtirol ausgezeichnet. 2012 nahm Friederike Mayröcker zwei Gedichte von Mikael Vogel in die Liste ihrer 25 Lieblingsgedichte auf, die im Wiener Styria Verlag unter dem Titel „Meine 25 Lieblingsgedichte“ erschienen sind. Im Gespräch mit dem Lyriker Jose F.A. Oliver wird Mikael Vogel, der 1975 in Bad Säckingen geboren wurde und seit 2003 in Berlin lebt, eine Auswahl seiner Gedichte vorstellen. Darüber hinaus soll der Stellenwert des Gedichts in unserer heutigen Zeit, verbunden mit Fragen nach Form und Inhalt und der Bedeutung der lyrischen Form im Rahmen des Deutschunterrichts an Schulen diskutiert werden. Von Jose F.A. Oliver ist zuletzt 2018 im Berliner Verlag Matthes & Seitz der Lyrikband „wundgewähr“ erschienen. Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
09.12.18
11.00 Uhr
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Ein Meister im Kreis

Ulrich Raulff, Wieland Backes

Veranstaltungsreihe: Köpfe der Zeit

Gespräch


Kein Wort geht ihm so geschmeidig über die Lippen wie "Nein", denn er weiß genau, was jeder Archivmeter in Marbach kostet. Und zugleich ist es die besondere Spürnase im Ankauf bedeutender Vor- und Nachlässe, die Ulrich Raulff auszeichnet. Der Historiker und Publizist war seit 2004 Direktor des Deutschen Literaturarchivs und gibt dieses Amt Ende des Jahres auf, um als neuer Präsident dem Institut für Auslandsbeziehungen vorzustehen. Der ehemalige Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein umtriebiger Intellektueller und Autor glänzend geschriebener und kundiger Sachbücher. Ob zu Stefan Georges "Kreis ohne Meister" (Beck Verlag 2009) oder über "Das letzte Jahrhundert der Pferde" (Beck Verlag 2015): Raulff gehört zu den großen Köpfen der Zeit. Mit ihm ins Gespräch kommt die Moderatorenlegende des SWR Nachtcafes und Gründer der Initiative "Aufbruch Stuttgart", Wieland Backes. In Zusammenarbeit mit der Volksbank Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Montag
10.12.18
19.30 Uhr
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ein strumpf wächst durch den tisch

Ulf Stolterfoht, Kammerflimmer Kollektief

Veranstaltungsreihe: Falsches Rot

Hörspiel


Im Rahmen der Ausstellung "Falsches Rot" präsentieren das Kammerflimmer Kollektief und Ulf Stolterfoht das noch unrealisierte Hörspielprojekt "ein strumpf wächst durch den tisch". Auf Grundlage der Kassiber, mit denen sich die isolierten RAF-Gefangenen während der Hungerstreiks in Stammheim verständigten, versucht das Stück, etwas über die Macht von Namen und Benennungen herauszubekommen, und darüber, wie sich Hierarchien sprachlich abbilden und verfestigen. Das Kollektief tanzt dazu den ball of confusion. Als Überraschungsgäste treten auf: Ludwig Wittgenstein, Herman Melville, Frank Witzel und höchstwahrscheinlich auch das Rumpelstilzchen. Das Kammerflimmer Kollektief (Heike Aumüller, Johannes Frisch & Thomas Weber) ist ein 1996 von Thomas Weber in Karlsruhe ins Leben gerufenes Bandprojekt. Und obwohl mittlerweile zehn Alben erschienen sind, fällt es noch immer schwer, diese Musik zu kategorisieren. Irgendetwas zwischen Impro, Ambient, Noise, Field Recording, Electronica, Punk, Minimal, Dub, Van Dyke Parks - "und noch viel, viel mehr!" (Artur Verweyser) Zuletzt erschien "There are actions which we have neglected and which never cease to call us"; Bureau B, 2018. Ulf Stolterfoht, geb. 1963 in Stuttgart, lebt in Berlin. Lyriker und Übersetzer. Zuletzt: "fachsprachen XXXVII - XLV"; Berlin: kookbooks 2018. Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
12.12.18
20.00 Uhr
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AMOK PerVers – Martin Piekar

Martin Piekar

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch, Moderation: Sara Hauser


Provokativ, direkt, aufrüttelnd - so schreibt Martin Piekar, Jahrgang 1990, in seinem Gedichtband Amok PerVers über unsere Gegenwart. Es geht um Politisches und Privates, um „Wolkenformnationen“ und „Wolkenformationen“. Es geht um Identitäten und Grenzen, um die Generation Tinder und die perversen Auswüchse des Kapitalismus, die im Bankenviertel Frankfurts ein architektonisches Äquivalent gefunden haben. Mit diesem Gedichtband zeigt Piekar, dass der häufig geäußerte Vorwurf, die junge Schriftsteller*innengeneration sei gänzlich unpolitisch, eine pauschale Unterstellung ist. Schonungslos allem und allen gegenüber spielt diese Lyrik mit Variationen der Alltagssprache und schafft eindrückliche Bilder, die hängenbleiben. Piekar studiert Philosophie und Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt a.M. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien 2014 sein Debütband Bastard Echo beim Verlagshaus Berlin. Piekar erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter auch den Lyrikpreis des 20. Open Mike (2012). Ort: Hauptstätter Straße 143, Stuttgart Eintritt: 5,- Euro inklusive Glühwein und Gutsle. Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl.

 

Donnerstag
13.12.18
19.30 Uhr
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Gottfried Keller: „Romeo und Julia auf dem Dorfe“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert
Poetische Intervention: Timo Brunke


Ländlicher Liebestod: Sali und Vrenchen wären so gern ein Paar, doch ihre Väter haben ihnen das gründlich vermasselt. Der Streit zwischen zwei Bauern um einen brachliegenden Acker führte zu einer Familienfehde, aus der sich auch die heranwachsenden Kinder nicht lösen können. Die Liebe von „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ endet bei Gottfried Keller so tragisch wie bei William Shakespeares adligen Vorbildern aus Verona. Keller zeigt: Auch die niederen Stände leiden nicht geringer. Die Novelle entstand 1855 und ist eine der bekanntesten Erzählungen aus Gottfried Kellers zweibändigem Novellenzyklus „Die Leute von Seldwyla“. Hier fächert Keller nicht nur komplexe Psychologien auf, sondern diskutiert auch menschliches (Fehl-)Verhalten und dessen - bisweilen auch tödliche - Folgen. Ein Gespräch über einen beliebten literarischen Klassiker mit der Lyrikerin und Romanautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen John von Düffel sowie einer poetischen Performance von Timo Brunke. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 13.12., 8.30 Uhr "Romeo und Julia auf dem Dorfe - Gottfried Kellers ländliches Liebesdrama“ von Anja Brockert. Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
14.12.18
19.30 Uhr
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Das Buch der entbehrlichen Gedanken

Ömür Ilkim Demir

Veranstaltungsreihe: Literatür - Deutsch-Türkische Kulturnacht

Lesung und Gespräch, Moderation: Gerrit Wustmann


"Das Buch der entbehrlichen Gedanken" wurde mit den renommiertesten Literaturpreisen in der Türkei ausgezeichnet und beinhaltet zehn Erzählungen von gewöhnlichen Menschen und ihren Alltagssorgen, von denen einige miteinander verbunden sind. Der Leser kann kaum Luft holen zwischen einem Bombenanschlag in Istanbul, einem mexikanischen Zirkus, einem gestrandeten Papagei, einem dreibeinigen Hund und vor allem einem Lichtschimmer, der sich trotz aller Widrigkeiten wie ein Silberstreifen durch das Buch zieht: die Hoffnung. Schicksalhafte Begegnungen gehören genauso auf die Straßen Istanbuls wie ein Papiersammler, der sich nur mit einem 5 Liter Tetra-Pack-Wein wärmen kann in dieser überfüllten und einsamen Stadt. Ömür Iklim Demir, 1980 in Adana geboren, arbeitet sieben Jahre als Strafanwalt und im Anschluss daran drei Jahre als Werbetexter. Bereits während seines Jurastudiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften. Seine erste Erzählung erschien 2010 in "Varlık", sein erstes Buch, Muhtelif Evhamlar Kitabi, wurde 2015 im YKY Verlag publiziert. In Zusammenarbeit mit Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
17.12.18
19.30 Uhr
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Der schmale Grat des Lebens

Edzard Reuter

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft

Gespräch, Moderation: Wieland Backes


Der Wirtschaftsclub im Literaturhaus macht sich in seinem aktuellen Programm auf die Suche nach möglichen Antworten auf die Frage, wie ein gutes Leben gelingen kann und bittet zu diesem Thema Edzard Reuter und Wieland Backes zusammen auf die Bühne: Der Eine ist der weltläufige Sohn des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, der Andere ein schüchternes Kind vom Lande. Der Eine war acht Jahre mächtiger Lenker des Daimler-Konzerns, der Andere fast drei Jahrzehnte erfolgreicher Moderator der SWR-Talkshow Nachtcafe. So unterschiedlich die Lebensläufe der beiden Gesprächspartner auch sind, die Gelegenheit, über die großen und kleineren Fragen des Lebens nachzudenken haben sie beide reichlich genutzt. Jetzt im Alter blicken sie auf ein erfülltes Leben zurück - mutmaßlich ohne Zorn. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub im Literaturhaus e.V.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
19.12.18
20.00 Uhr
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Schlittschuhlaufen - Eiswelt Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Kufen polieren, bitte! Passend zur Winterzeit bitten wir aufs Eis der Waldau zu gemeinsamem Rundendrehen und gelegentlichen Pläuschchen an der Bande. Denjenigen, die noch an ihrer Kompetenz auf dem Eis zweifeln, stehen natürlich immer helfende Hände und Holzpinguine zur Verfügung. Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Ort: Eiswelt Stuttgart, Keßlerweg 8, Stuttgart Treffpunkt: U-Bahn-Haltestelle Waldau Eintritt: 5,50 / 3,30 Euro Eintritt + Leihschlittschuhe 4,- Euro

 

Donnerstag
20.12.18
19.30 Uhr
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Dämmer und Aufruhr

Bodo Kirchhoff

Lesung und Gespräch, Moderation: Christoph Schröder


Nein, das sei keine Autobiografie, sagt Bodo Kirchhoff über seinen neuen Roman. "Wer wie ich aus der Erinnerung erzählt, hat sofort seinen Fuß im proustschen Kosmos. Das Buch ist zwar eine Recherche, aber die Recherche geht über den engen Horizont des Faktischen hinaus." Bodo Kirchhoff schreibt die Geschichte seiner frühen Jahre, erzählt sie mit der Distanz des Schriftstellers: Er greift zu den Mitteln und Freiheiten des Romans, um der Geschichte seiner Sexualität, die zugleich die Geschichte seines beginnenden Schreibens und die Geschichte eines Missbrauchs ist, einen Rahmen zu geben. Ein Sohn kommt ins Internat, ein Drama der Details nimmt seinen Lauf, jenseits aller verstehenden Sprache auf einer Klinge aus beklemmender wie betörender Gewalt. In seinem großen autobiografischen Roman „Dämmer und Aufruhr“ dringt Kirchhoff mit starken Erinnerungsbildern und großem erzählerischen Atem in die Tiefen des eigenen Abgrunds vor. Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen Romanen „Die Liebe in groben Zügen“ und „Verlangen und Melancholie“ wurde Kirchhoff für seine in zahlreiche Sprachen übersetzte Novelle „Widerfahrnis“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
21.01.19
19.30 Uhr
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Gottfried Benn: „ Kleine Aster – Gedichte und Prosa“

Ulrike Draesner, John von Düffel

Veranstaltungsreihe: Klassiker der Literaturgeschichte

Gespräch, Moderation: Anja Brockert


Gottfried Benn schockte schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit seinem Zyklus „Morgue“: So kalt und zynisch hatte noch niemand über den menschlichen Körper und über den Tod geschrieben. Benn enthüllte die Abgründe seiner Zeit, es war ein furioser Höhepunkt des Expressionismus. Und der Dichter machte auch abseits seiner Texte von sich reden: Er war nicht nur Lyriker und Essayist, sondern auch Soldat im Ersten Weltkrieg, Arzt im Deutschland der NS-Diktatur, mehrfacher Ehemann und ein früher Radioenthusiast. Benn war durch und durch ein Mensch des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Texten erlangte er schon früh Bekanntheit, wurde zwischenzeitlich fast vergessen und später glücklicherweise wiederentdeckt. Im Gespräch werden sich die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Autor und Dramaturg John von Düffel mit Benn als Person sowie seinem gesamten schriftstellerischen Profil auseinandersetzen. Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart, untermalt den Abend mit poetischen Interventionen. Sendung zum Thema in SWR2 Wissen: Donnerstag, 17.01.19, 8.30 Uhr "Kleine Aster und andere Gedichte“ von Helmut Böttiger Gefördert von: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de