veranstaltungen im dezember 2018

veranstaltungen im dezember 2018

dezember 2018

Montag
01.10.18
19.00 Uhr
-

„Alte Meister“ von Thomas Bernhard

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Wir lesen die 1985 veröffentlichte Komödie „Alte Meister“ des für seine nie enden wollende Monologe gefeierten und für seine Hasstiraden gefürchteten österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard und sprechen im Literaturhaus gemeinsam mit den Jungen Freunden der Staatsgalerie Stuttgart über die (Kunst-) Ansichten seiner Protagonisten. Anmeldung unter u35@literaturhausstuttgart. de Eintritt: Euro 3,- / Mitglieder frei

 

Montag
01.10.18
19.30 Uhr
-

Amerika

Kai Wieland

Buchpremiere, Lesung und Gespräch, Moderation: Sara Dahme


"Ein schwäbischer William Faulkner, der zur Entdeckung einlädt." Denis Scheck Tief im schwäbischen Wald, in einem kleinen Dorf namens Rillingsbach, geht es gemächlich zu. Doch als sich ein junger Chronist unter die Stammgäste des örtlichen Gasthauses "Im Schippen" mischt und die Ordnung im Dorf auf den Kopf stellt, treten verschüttete Erinnerungen an die Oberfläche, die bis in die amerikanische Besatzungszeit zurückreichen. Im Schippen hocken sie alle beisammen und lassen sich die Krüge füllen. Im gleichen Maß, wie das Misstrauen gegenüber dem Eindringling schwindet, wird Verdecktes enthüllt und tritt Übles zutage, und die sonst so friedlichen Gemüter geraten in Rage. Und der Chronist? Der sitzt am Tisch und notiert, was notiert werden muss. Kai Wieland wurde 1989 in Backnang geboren. Der gelernte Medienkaufmann studierte Buchwissenschaft in München und arbeitet seit 2016 für ein Verlagsbüro in Stuttgart, seinem derzeitigen Lebensort. Mit seinem Debüt "Amerika" wurde er zugleich Finalist beim "Blogbuster", dem Preis der Literaturblogger.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
04.10.18
19.30 Uhr
-

Heimat

Thea Dorn, François Jullien

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Gespräch, Moderation: Felix Heidenreich


"Dürfen wir unser Land lieben?", fragt Thea Dorn in ihrem neuen Buch "deutsch, nicht dumpf". Die Schriftstellerin und Philosophin skizziert einen Patriotismus, der die kulturelle Identität betont, und sie zugleich als offene aber nicht beliebige fasst. Francois Jullien stellt genau das in Frage: In seinem Buch "Es gibt keine kulturelle Identität" legt er dar, dass der Glaube an kulturelle Identität eine Illusion ist. Er plädiert dafür, Bräuche, Traditionen oder eine gemeinsame Sprache als Ressourcen zu begreifen, die prinzipiell allen zur Verfügung stehen und in Veränderung begriffen sind. Thea Dorn indes setzt sich dafür ein, dass unser Beharren auf kulturellen, historisch gewachsenen Besonderheiten vielmehr Grundbedingung dafür sei, eine weltoffene Liberalität und Zivilität zu wahren. Auch in der neuen Folge der Reihe "Karambolagen" fassen wir die Reibung, die Kollision als Chance und Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Francois Jullien, geboren 1951 in Embrun, ist Philosoph und Sinologe. Er war unter anderem Direktor des Collège international de philosophie und Professor an der Universität Paris-Diderot. Thea Dorn, geboren 1970, schreibt neben zahlreichen preisgekrönten Romanen auch Theaterstücke und Essays. Seit März 2017 ist sie festes Mitglied im "Literarischen Quartett". Eine Veranstaltung von Literaturhaus Stuttgart und Institut francais, gefördert von der Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung, in Zusammenarbeit mit ARTE und dem IZKT der Universität Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
05.10.18
19.30 Uhr
-

Who cares? Schreibende zwischen Kreativität und Elternschaft

Antonia Baum, Ralf Brönt, Anke Stelling

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Gespräch, Moderation: Carolin Callies


Schreiben ist Obsession, Hingabe, Inspiration - und eine einsame Tätigkeit. Was passiert aber mit der Kreativität, wenn ein Kind ins Leben tritt? Wenn das "Zimmer für sich allein" (Virginia Woolf), das es dafür so dringend braucht, abhandenkommt? Die wenigen Frauen, die der literarische Kanon versammelt, sind kinderlos. An ihnen - wie an ihren männlichen Gegenübern - hat sich das Bild des Künstlers gefestigt, der außerhalb des Alltäglichen steht, dem etwas Mythisches oder Genialisches anhaftet. Elternschaft dagegen ist „gesteigerte Alltagsroutine“, so die Literaturkritikerin Ursula März. Schreibende Frauen verstoßen per se gegen weibliche Stereotypen. Sie gehen in die Öffentlichkeit, wollen gehört und gelesen werden. Die Schriftstellerin und Journalistin Antonia Baum schreibt in ihrem Essay "Stillleben" mit entwaffnender Ehrlichkeit über die Veränderungen, die ein Kind für alle Lebenslagen bedeuten kann. Die Schriftstellerin Anke Stelling geht in ihrem neuesten Roman "Schäfchen im Trockenen" der Frage nach, wer für wen und was verantwortlich ist, und der Autor Ralf Bönt ruft in seinem Manifest "Das entehrte Geschlecht“ den Männern ihr Recht auf ein "karrierefreies Leben" zu. Die drei kommen dabei auch ins Gespräch über Produktionsbedingungen des Schreibens heute: Was wird aus dem eigenen Selbstverständnis als Künstler*in, wenn der Beruf prekär zu werden droht? Gefördert im Rahmen des Literatursommers 2018 - eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung, in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg, FrideL und der Abteilung Neuere deutsche Literatur der Universität Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
08.10.18
19.30 Uhr
-

Der Kadaverräumer

Zoltan Danyi

Lesung und Gespräch, Moderation: Jörg Magenau
Deutsche Lesung: Sebastian Röhrle


Mit Zoltan Danyi ist ein großer neuer europäischer Erzähler zu entdecken: "Der Kadaverräumer", Danyis Debüt und von der Georg-Büchner-Preisträgerin Terezia Mora ins Deutsche übertragen, schillert wie die Oberfläche eines verseuchten Gewässers: Der Krieg auf dem Balkan ist lange vorbei, dennoch stoßen traumatische Erlebnisse den Erzähler immer wieder in seine Vergangenheit zurück. In einer Berliner Klinik holt ihn die Musik eines Kusturica-Films ein und er bricht in Tränen aus, „vielleicht, weil sie an die Oberfläche brachte, wovor er gerne weggelaufen wäre, jene alles verwüstenden, alles ausbeinenden Jahre, die einfach kein Ende nehmen konnten oder wollten“. Wer ist dieser Erzähler, der in einem Redestrom zwischen den traumatischen Schauplätzen seines Lebens hin und her taumelt und einem Kadaverräumkommando angehörte, das einmal eine ganz andere Aufgabe übernommen hatte? Opfer, Täter oder einfach Überlebender, der im Sprechen Heilung sucht? 1972 in Senta/Jugoslawien geboren, gehört Zoltan Danyi der ungarischen Minderheit in Serbien an. In Zusammenarbeit mit dem ungarischen Kulturinstitut

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
12.10.18
19.30 Uhr
-

Architekturstadt Stuttgart

Amber Sayah

Buchpremiere, Lesung und Gespräch, Gesprächspartner: Klaus Jan Philipp


Die Zukunft einer Stadt ruft immer wieder auch städtebauliche Fragen auf den Plan, und das insbesondere in einer architektonisch so stark umkämpften Stadt wie Stuttgart. Amber Sayah stellt in ihrem neuen Buch 30 aktuelle und wegweisende Bauten aus Stuttgart und Umgebung vor; in ihren Portraits werden die Bauten eingeordnet und zugleich neu erlebbar. Weitere Expert*innen ergänzen den Band um städtebauliche Fragen - von der Kulturmeile bis zum S21-Prozess. Sachkundig diskutiert der bebilderte Band Gestaltungsfragen Stuttgarts und zeigt zukünftige architektonische Perspektiven auf. Amber Sayah ist Architekturjournalistin, -kritikerin und Autorin und moderierte von 1998 - 2017 das Ludwigsburger Architekturquartett. Klaus Jan Philipp ist Architekturhistoriker und leitet das Institut für Architekturgeschichte an der Universität Stuttgart. In Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Zeitung und dem Belser Verlag

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
16.10.18
19.30 Uhr
-

Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Tanya Lieske
Deutsche Lesung: Irene Baumann


Seit langem ist sie für ihren scharfen, feministischen Blick auf und in die US-amerikanische Gesellschaft bekannt, ihre Romane erklimmen die Bestsellerlisten und ihr Werk ist preisgekrönt. Nach ihrem Roman "Die Ehefrau" liegt nun ihr neuer Roman "Das weibliche Prinzip" vor, übersetzt von Henning Ahrens. Dort lernen wir die schüchterne Greer Kadetzky kennen, als sie der Frau begegnet, die ihr Leben grundsätzlich in Frage stellt: Faith Frank. Die charismatische 63-Jährige gilt als Schlüsselfigur der Frauenbewegung. Als Gründerin einer feministischen Zeitschrift und erfolgreiche Autorin ist sie all das, was Greer sich zu sein wünscht: unerschrocken, schlagfertig, kämpferisch. Durch die Begegnung mit Faith Frank bricht etwas in ihr auf, und sie stellt sich die entscheidenden Fragen: Wer bin ich, und wer will ich sein? Jahre später bittet Faith sie zum Vorstellungsgespräch nach New York - und führt Greer damit auf den abenteuerlichsten Weg ihres Lebens: einen verschlungenen, mitunter steinigen Weg, letztlich den Weg zu sich selbst. Ein Roman über Macht und Emanzipation, Ideale und Generationskonflikte.

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
17.10.18
19.30 Uhr
-

Alle, außer mir

Francesca Melandri

Lesung und Gespräch, Moderation: Claudia Kramatschek
Deutsche Lesung: Stela M. Katic


Wie funktioniert Verdrängung? Dieser Frage folgt die in Rom geborene Autorin Francesca Melandri in ihrem neuen Roman „Alle, außer mir“, ins Deutsche übertragen von Esther Hansen. Die Arbeit am Buch umfasste insgesamt zehn Jahre, neben dem Schreiben recherchierte sie und traf Zeitzeugen. Die Familiengeschichte über mehrere Generationen ist zugleich ein Porträt Italiens im 20. Jahrhundert, ein Roman über Kolonialismus und seine langen Schatten, die bis in die Gegenwart reichen. Die vierzigjährige Lehrerin Ilaria findet eines Tages einen jungen Afrikaner auf dem Treppenabsatz vor ihrer Wohnung in Rom vor, der behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht der Name ihres Vaters: Attilio Profeti. Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise, die die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte in die Literatur holt. Melandri verknüpft dabei die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten - und stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im "richtigen" Land geboren zu sein, und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit? Eine Veranstaltung des Literaturhaus Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Stuttgart und dem Wagenbach Verlag Berlin

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Donnerstag
18.10.18
18.15 Uhr
-

Alte Meister in Stuttgart

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Noch mit Bernhards ausufernden verbalen Exzessen im Ohr schauen wir uns im Dialog mit den jungen Freunden der Staatsgalerie die Alten Meister der Stuttgarter Sammlung an. Findet sich eine Balance zwischen Literatur und Malerei? Und ist die Fallhöhe zwischen Kunst und Wirklichkeit stets doch zu hoch? In Kooperation mit den Jungen Freunden der Staatsgalerie Stuttgart Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de Ort: Staatsgalerie, Konrad-Adenauer-Straße 30-32 Eintritt: Euro 12,-/10,-

 

Donnerstag
18.10.18
19.30 Uhr
-

Wir hatten Großes vor / Leistungscheck

Lydia Daher, Daniel Schröteler, Miriam Meckel, Nina Verheyen

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Konzert, Lesung und Gespräch, Moderation: Insa Wilke


Wir hatten Großes vor Konzert & Lyrik mit Lydia Daher und Daniel Schröteler Als erstaunliche "Engführung von Lyrik und Musik mit den Mitteln von Jazz, Minimal und Pop" beschreibt Spiegel online Lydia Dahers neues Album "Wir hatten Großes vor". Die Musikerin Lydia Daher vertont nicht einfach nur Zeilen der preisgekürten Lyrikerin Lydia Daher, vielmehr dichtet sie in ihrer aktuellen Produktion nun mit Tönen und Rhythmen, als wären diese gleichsam Silben, die sie zu Worten zusammenfügt. In Stuttgart tritt sie zusammen mit Daniel Schröteler auf - und lotst uns lyrisch wie musikalisch hinein ins Nachdenken über das Scheitern, die Leistung, die Kunst und den Feminismus. "Und sei drauf eingestellt, dass deine heile Welt, an der du festhältst, wie alles um uns rum auseinanderfällt", singt Daher. Und prompt zerbröselt auch die bis dahin tragende popmusikalische Struktur des Songs - Neues entsteht und geht unter die Haut. Kurze Pause 20.30 Uhr Leistungscheck Miriam Meckel und Nina Verheyen Moderation: Insa Wilke Geht da nicht noch was? Können wir das nicht noch besser? Der technologische Fortschritt hat das Gehirn ins Visier genommen. Schon jetzt ist vieles möglich, doch mit dem Fortschritt wachsen die Erwartungen noch mehr: Wie können wir effizienter denken, unsere Stimmungen stimulieren, unseren Schlaf reduzieren? In der Selbstoptimierung überschreiten wir eine gefährliche Grenze, so Miriam Meckel. Die Herausgeberin der WirtschaftsWoche und Professorin für Kommunikationsmanagement beobachtet seit Jahren, wie neue Technologien unser Leben verändern und mahnt in ihrem neuen Buch "Mein Kopf gehört mir" an, die Autonomie über unseren Kopf zu behalten. Über Optimierung denkt auch die Historikerin Nina Verheyen in ihrem Buch "Die Erfindung der Leistung" nach, wenn sie danach fragt, wie die Idee von individueller und objektiv messbarer Leistung in die Welt kam und begann, unseren Alltag zu verändern. Dabei sind Leistungsbewertungen weniger objektiv als sie auf den ersten Blick häufig scheinen. So wurden und werden berufliche Zugangswege für Männer und Frauen machtpolitisch gesteuert und unsere hierarchische Ordnung der Geschlechter setzt sich auch mit Hilfe des scheinbar neutralen und emanzipativen Konzepts der Leistung durch. Muss man die Orientierung an Leistung also überwinden, um Gerechtigkeit herzustellen? Keineswegs, so Nina Verheyen, die für eine soziale Definition von Leistung plädiert, mit der sich gegen Optimierungszwänge und soziale wie vergeschlechtlichte Ungleichheit streiten lässt. In Zusammenarbeit mit dem Internationalem Zentrum für Kultur- und Technikforschung der Universität Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
19.10.18
19.30 Uhr
-

Küsst die Münder wach!

Timo Brunke, Heide Mende-Kurz

Veranstaltungsreihe: Literatur und ihre Vermittler

Gespräch


Seit Jahren verspüren Lehrerinnen und Lehrer allgemein ein nachlassendes Sprachvermögen bei ihren Schülerinnen und Schülern. Braucht es Statistiken, um die Sorge zu bestätigen? Oder täuschen sich alle? Heide Mende-Kurz, Expertin für frühkindliche Sprachförderung, wird im Rahmen der Reihe „Literatur und ihre Vermittler“ den Zusammenhang zwischen frühkindlicher und jugendlicher Sprachförderung aus ihrer Perspektive darstellen. Im Gespräch mit Timo Brunke stellt sie ihre Neuerscheinung „Wirf Gold und Silber über mich!“ vor. Ob ein neues Bewusstsein für die Mündlichkeit ein Schlüssel sein kann, die Sprache in heterogenen, digitalisierten Klassenzimmern wieder wach zu küssen? Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Samstag
20.10.18
19.00 Uhr
-

H.P. Lovecraft

Christian von Aster, Gérard Nesper, Marcel Durer

Veranstaltungsreihe: Dragon Days

Lesung, Theaterstücke, Spielepräsentation, Moderation: Björn Springorum


Lovecraft gilt als einer der weltweit einflussreichsten Autoren im Bereich der fantastischen und anspruchsvollen Horrorliteratur. Mit dem von ihm kreierten Cthulhu-Mythos hat er zahlreiche Schriftsteller beeinflusst. Unter ihnen auch Christian von Aster, der aus einer seinen von Lovecraft inspirierten Kurzgeschichten lesen wird. Der Transmediaentwickler Marcel Durer wird ein Cthulhu-Rollenspiel vorstellen und Gerard Nesper und seine Theatergruppe werden das Stück "Das Ding auf der Schwelle" vorführen, das auf einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft basiert. In Zusammenarbeit mit dem 7. Dragon Days Fantastik Festival Eintritt: Euro 7,-/5,- nur Abendkasse

 

Sonntag
21.10.18
19.30 Uhr
-

Obolé / Reise nach Karabach

Aka Mortschiladse

Veranstaltungsreihe: Supra - lange Tafel: Georgien feiern!

Lesung und Gespräch, Moderation: Jan Wiele
Deutsche Lesung: Stefan Wancura


Der 1966 in Tblissi geborene Kultautor Georgiens ist zu Gast im Literaturhaus Stuttgart: Aka Mortschiladse. Noch druckfrisch ist sein jüngster Roman "Obole", von Natia Mikeladse-Bachsoliani ins Deutsche übertragen. Irakli lebt in Tblissi, kehrt jedoch zurück in seine kleine Heimatstadt in der Nähe der Berge von Swanetien, da sein altes Haus einzustürzen droht. Während der Tage dort drängen alte Erinnerungen aus der wechselhaften Geschichte des Ortes an die Oberfläche. Auf dem Dachboden entdeckt er die längst vergessene Obole, eine alte, prächtig gearbeitete Steinschlossflinte, von der keiner weiß, wann sie ihren letzten Schuss abgefeuert hat. Tatsächliche Schüsse fallen in Mortschiladses Roman "Reise nach Karabach", ins Deutsche übersetzt von Iunona Guruli. Hier sind wir im Tiflis 1992: Die Regierung ist zerbrochen, der Präsident außer Landes. Es herrscht Anarchie, paramilitärische Einheiten patrouillieren in den Straßen. In dieser Situation lässt sich der junge Georgier Gio von seinem verrückten Freund Goglik überreden, in seinem alten Lada nach Aserbaidschan zu fahren, um günstig Drogen einzukaufen und nach Georgien zu schmuggeln. Als sie auf ihrer Reise schließlich die Orientierung verlieren und plötzlich auf sie geschossen wird, nimmt der Ausflug eine Wendung und das Roadmovie wird zum Kriegsfilm. In Zusammenarbeit mit dem Georgischen Kultur-Haus Stuttgart und dem National Book Center Tblissi

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
22.10.18
19.30 Uhr
-

Unruhe

Zülfü Livaneli

Lesung und Gespräch, Deutsche Lesung: Stefan Wancura
Moderation: Sebnem Bahadir


Er gehört zu den angesehensten Intellektuellen der Türkei und feiert mit seinen Büchern, Liedern und Kinofilmen auch international große Erfolge. Während der Militärdiktatur saß er wegen seines politischen Engagements im Gefängnis und später setzte er sich im türkischen Parlament für die griechisch-türkische Aussöhnung ein: Es geht um keinen Geringeren als Zülfü Livaneli. Nach Stuttgart kommt er in diesem Jahr mit seinem neuen Roman "Unruhe". Hier konfrontiert er die Leser*innen mit einer emotionalen wie aktuellen Geschichte. Ein aufstrebender Journalist reist aus Istanbul in seine Heimat an die türkisch-syrische Grenze. Dort sucht er nach Spuren eines Freundes und stößt auf die Berichte junger Jesidinnen, die dem IS entkommen konnten. Immer tiefer gerät er in alte wie auch gegenwärtige Geschichten von Passion und Gewalt, die ihn zwingen, seine Herkunft und sein Leben neu zu bewerten. Eine Veranstaltung des Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und des Literaturhauses Stuttgart; in Zusammenarbeit mit dem Hospitalhof Stuttgart. Außer Haus! Ort: Hospitalhof, Büchsenstraße 33

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Dienstag
23.10.18
19.30 Uhr
-

Das Birnenfeld / Die Katze und der General

Nana Ekvtimishvili, Nino Haratischwili

Veranstaltungsreihe: Supra - lange Tafel: Georgien feiern!

Doppellesung und Gespräch, Moderation: Claudia Dathe


19.30 Uhr - 20.15 Uhr Das Birnenfeld Nana Ekvtimishvili 20.30 Uhr - 21.15 Uhr Die Katze und der General Nino Haratschwili Mit Nino Haratischwili und Nana Ekvtimishvili sind zwei junge beeindruckende georgischstämmige Autorinnen zu Gast. Letztere legt mit ihrem Roman "Das Birnenfeld" ein starkes Debüt vor. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat Lela die Rolle der Beschützerin übernommen. Behindert sind hier die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle. So mörderisch ihr Hass werden kann, so schützend steht sie hinter Irakli, den sie einmal pro Woche begleitet, damit er in einem Hochhaus in der Nachbarschaft mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren kann. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, um sein Leben einst selbst in die Hand zu nehmen. Es sind die rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft, denen Nana Ektvimishvili in Film und Literatur Gesicht und Stimme gibt. 1978 in Tbilisi geboren, studierte sie an der Filmhochschule Babelsberg und drehte mit Simon Groß zwei vielfach preisgekrönte Filme, darunter Die langen hellen Tage (2014). Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, lebt heute in Hamburg und ist preisgekrönte Theaterautorin, -regisseurin und Autorin des in viele Sprachen übersetzten Familienepos "Das achte Leben (Für Brilka)". Nun legt sie mit "Die Katze und der General" ihren neuen Roman vor: Der russische Oligarch und von allen nur "Der General" genannte Alexander Orlow hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Haratischwili spürt in ihrem neuen Roman den Abgründen nach, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs aufgetan haben und stellt Fragen nach Schuld und Sühne, nach dem Krieg in den Ländern und in den Köpfen - und nach der Sehnsucht nach einem anderen Leben. In Zusammenarbeit mit dem Georgischen Kultur-Haus Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
24.10.18
19.30 Uhr
-

Falsches Rot

Frank Witzel, Ulf Stolterfoht, Dieter M. Gräf

Ausstellungseröffnung


"Meine Mutter schickt mich runter in mein Zimmer. Da steht immer noch meine Ritterburg. Andreas Baader, mein wertvollster Ritter, ist gerade dabei, die Zugbrücke anzusägen, und Gudrun Ensslin stößt einen von den weißen Rittern in den Burggraben. Gudrun Ensslin ist eine Indianersquaw aus braunem Plastik. Ich habe sie mal in einer Wundertüte gewonnen, wo sie zwischen Puffreis lag." Frank Witzel Die Ausstellung "Falsches Rot" arbeitet mit Überraschungen einer Wundertüte und der Genauigkeit und Tiefe dreier herausragender zeitgenössischer Lyriker und Autoren, die unter anderem danach fragen, was heute noch links sein heißt. 50 Jahre nach 68 hat das Literaturhaus Stuttgart den Buchpreisträger, Schriftsteller und Lyriker Frank Witzel, den Lyriker, Verleger und gebürtigen Stuttgarter Ulf Stolterfoht und den Lyriker und Fotograf Dieter M. Gräf eingeladen, diese Frage in einer gemeinsam für das Literaturhaus kuratierten Ausstellung zu bearbeiten. Der Titel "Falsches Rot" ist dem Gedichtband von Dieter M. Gräf entlehnt und spielt auf die falschen Versprechen der Linken an - "richtiges Rot" dabei mitdenkend. Konkret verarbeiten die drei Lyriker z.B. die bei weitem nicht klassenlosen Gesellschaften in West- und Ostdeutschland, die zugleich entstehenden Inseln von Freiheit und Aufbruch der 60er und 70er Jahre, die Kämpfe und Gewalteskapaden der RAF und ihr eigenes Kapitel in Stuttgart/Stammheim sowie die Spiegelungen der Zeit in der Öffentlichkeit, die formatierten und zugleich freischwimmenden Kindheiten der 60er und 70er Jahre und nicht zuletzt die lauten und leisen Hin- und Herbewegungen zwischen Ausbruch, Identifikation und Abgrenzung in der politischen Orientierung. Was bleibt, ist die Frage: was bleibt? Gefördert vom Innovationsfonds des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Eintritt: Frei

 

Freitag
26.10.18
19.30 Uhr
-

Die vergessene Mitte der Welt: Eine Einladung

Stephan Wackwitz, Manfred Heinfeldner, Russudan Meipariani

Veranstaltungsreihe: Supra - lange Tafel: Georgien feiern!

Lesung und Gespräch, Moderation: Tilman Spreckelsen


Fünf Jahre hat der Stuttgarter Autor und ehemaligier Leiter des Goethe Instituts Tblissi, Stephan Wackwitz, in Georgien gelebt und auch seine Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan bereist. Es sind uralte Kulturländer am östlichsten Rand Europas und zugleich höchst lebendige Staaten, die sich seit ihrer Loslösung von der Sowjetunion auf einem kurvenreichen Weg in ihrem Ringen um Demokratie und Menschenrechte befinden. Vor allem aber spürte er mit großer Sensibilität den Atmosphären nach, dort, wo nicht nur Westen, Osten und Süden, sondern auch die Zeiten auf magische Weise ineinander greifen. Auch literarisch ist dieses Land zu entdecken: Der Journalist für Hörfunk und Fernsehen, Manfred Heinfeldner, lädt als Mitherausgeber des Bandes "Georgien" genau dazu ein: "Überall hörten wir das magische Wort: Georgien. Man sprach über Georgien wie über ein zweites Paradies", sagte John Steinbeck einst über dieses Land, das gerade mal so groß ist wie Bayern. Paradies-Phantasien haben Konjunktur - dem gegenüber steht die Baustelle der Realität. Die Geschichte und Gegenwart dieses Landes öffnet sich auf ganz eigene Weise in seinen Literaturen und ihren Autor*innen, darunter Namen wie Nino Haratischwili, Zurab Karumidze oder Naira Gelaschwili, die diese Einladung in ein Land literarisch aussprechen. Nehmen wir sie an! Kurze Pause Uraufführung Konzert 21.00 Uhr Hinter den Grenzen Russudan Meipariani Musik und Lyrik - damit endet die georgische Reihe im Literaturhaus mit Russudan Meipariani, der in Stuttgart lebenden georgischen Komponistin, Pianistin und Sängerin. Mit Elementen georgischer Klangtraditionen, Neuer Musik und minimal music erschafft sie höchst eigenwillige und zugleich berückend schöne Klangwelten. Ihrer aktuellen musikalischen Auseinandersetzung liegen Texte des Dichters Rati Amaglobeli (*1977) zugrunde, einem Shooting-Star der zeitgenössischen Lyrik in Georgien. Er steht u.a. für erfolgreiche Synthesen von Lyrik und elektronischer Musik. Mit Stimm-Experimenten, Cembalo, georgischer Sprache, Violine und Violoncello verbindet diese literarisch-musikalische Uraufführung „Hinter den Grenzen“ Archaisches und Zeitgenössisches und übersetzt so zwischen Ost und West, Tradition und Gegenwart, archaischem Kulturerbe und experimenteller Neu-Verortung. In Zusammenarbeit mit dem Georgischen Kultur-Haus Stuttgart und dem georgischen Musikverein Stuttgart, gefördert vom Musikfonds e.V.

Eintritt: Euro 12,-/10,-/6,-

 

Dienstag
30.10.18
19.00 Uhr
-

Schreibzirkel Junger Autor*Innen

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stand = Schreibzirkel


Du schreibst gelegentlich Gedichte oder Prosatexte, hast vielleicht sogar ein ganzes Buchprojekt in der Schreibtischschublade und Lust, dich mit anderen jungen Autor*innen auszutauschen? Im Literaturhaus habt ihr Gelegenheit, über eure Texte und Schreibversuche zu sprechen, über Ideen, kreative Verfahren, Probleme und Blockaden zu diskutieren. Ob ihr euch Feedback zu mitgebrachten Textproben einholt, euch an gemeinsamen Schreibansätzen versucht oder euch einfach mit Gleichgesinnten vernetzt, ist dabei euch selbst überlassen. Ort: Literaturhaus Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro Anmeldung unter u35@literaturhaus-stuttgart.de

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de