veranstaltungen im juli 2018

veranstaltungen im juli 2018

juli 2018

Montag
02.07.18
19.00 Uhr
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Der Report der Magd von Margaret Atwood

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


In einem fiktiven Staat in Nordamerika haben religiöse Fundamentalisten die totalitäre Republik Gilead gegründet. Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen nach biblischem Vorbild für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Scheitern sie an ihrer Aufgabe als Gebärmaschine, werde sie in entfernte Kolonien abgeschoben und dort zu Zwangsarbeiten wie Giftmüllentsorgung gezwungen. Desfred, Hauptfigur und Erzählerin, wird als Magd dem Kommandanten Fred zugewiesen. Ihr folgt man in Atwoods Geschichte, die in manchen Kritiken als düstere Prophezeiung eines sexistisch geprägten Amerikas beschrieben wird, als negative Utopie in der Nachfolge Aldous Huxleys und George Orwells. Wir diskutieren und berichten in einem glücklicherweise weniger dystopisch anmutenden Garten über unsere Eindrücke. Ort: Filderbahnstraße 5, Stuttgart Eintritt: Mitglieder frei / Gäste 3,- Euro

 

Montag
02.07.18
20.00 Uhr
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Mansplaining

Rebecca Solnit

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

Lesung und Gespräch, Moderation: Annette Bühler-Dietrich


"Wenn Männer mir die Welt erklären" - der Erfolgstitel der amerikanischen Essayistin und Feministin ging um die Welt und trifft bis heute einen zentralen Nerv: Scharfsinnig analysiert sie männliche Überheblichkeit in der Verständigung zwischen Männern und Frauen und erläutert Mechanismen des "mansplaining", die im Alltag oft stillschweigend akzeptiert werden. Damit greift Rebecca Solnit bereits 2014 die wesentlichen Punkte der aktuellen #MeToo-Debatte auf. In ihrem neuen Buch "Die Mutter aller Fragen" (2017) setzt Rebecca Solnit ebenso scharfsichtig wie humorvoll ihre Erkundung der heutigen Geschlechterverhältnisse fort. Sie erklärt dabei unter anderem, warum die Geschichte des Schweigens untrennbar mit der Geschichte der Fragen verknüpft ist. Einem Mann, der sich selbst gern reden hört, steht in den meisten Fällen (mindestens) eine Frau gegenüber, die schweigt. Rebecca Solnit nimmt das Wort in die Hand. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischem Zentrum

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
03.07.18
20.00 Uhr
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Von Großmüttern, Müttern und Töchtern

Esther Kinsky, Joanna Bator

Veranstaltungsreihe: Internationaler Hermann-Hesse-Preis

Lesung und Gespräch, Moderation: Schamma Schahadat


Er ist hochdotiert, profiliert und nicht minder renommiert: Der mit 20.000 Euro dotierte und in Calw verliehene Internationale Hermann-Hesse-Preis wird in diesem Jahr der polnischen Schriftstellerin Joanna Bator und ihrer Übersetzerin Esther Kinsky zugesprochen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung verliehen und zeichnet ein literarisches Werk sowie seine Übersetzung zu gleichen Teilen aus. Joanna Bator ist eine "der wichtigsten polnischen Autorinnen der Gegenwart", so die Hermann-Hesse-Stiftung. Ihre Romane "Sandberg" (2009; dt. 2012), „Wolkenfern" (2010; dt. 2013) und "Dunkel, fast Nacht" (2012, dt. 2016, Suhrkamp Verlag) sind in Polen und in Deutschland als "literarische Sensationen" gefeiert worden. Die Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky hat "Sandberg" und den zweiten Teil "Wolkenfern" ins Deutsche übertragen. Im Zentrum der beiden Romane steht eine weibliche Generationenkette mit zwei Großmüttern, einer Mutter und deren Tochter, die die krisengeschüttelte (Nach)Kriegsgeschichte Ostmitteleuropas an dem schlesischen Ort Waƚbrzych, ehemals Waldenburg, erleben. Die Absage an kulturelle und nationale Eindeutigkeiten, die oft verblüffende Verbindung tragischer Ereignisse mit komischen Episoden sowie die ironische, spielerische und vor allem poetische Sprache, die in Esther Kinskys Übersetzung einen eigenständigen Sprachkosmos bildet, hat die Jury überzeugt, das Tandem mit dem diesjährigen Hermann-Hesse-Preis 2018 auszuzeichnen. Von Esther Kinsky erschien in diesem Jahr zudem ihr Buch "Hain: Geländeroman", für das sie prompt für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde. Mit freundlicher Unterstützung durch die Hermann-Hesse-Stiftung und des evang. Bildungszentrums Hospitalhof Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Mittwoch
04.07.18
20.00 Uhr
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Unter Sternen: Neue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften

Durs Grünbein, Dagmara Kraus

Lesung und Gespräch, Musikalische Begleitung: Michael Sattelberger
Moderation: Claudia Kramatschek


„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische Dichterinnen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind der Dichter, Übersetzer und Essayist Durs Grünbein sowie die Lyrikerin und Übersetzerin Dagmara Kraus zu Gast. Durs Grünbein, geboren 1962 in Dresden, ist eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Als Lyriker, Essayist , Übersetzer, meditierender Sammler des universalen Wissens und engagierter Zeitgenosse ist er ein Meister der Sprache und der Formen. Für sein Werk erhielt er bedeutende Auszeichnungen, darunter den Peter-Huchel-Preis, den Georg-Büchner-Preis und 2012 den Tomas-Tranströmer-Preis. In seinem jüngsten Lyrik-Band „Zündkerzen“ zeigt er von neuem den virtuosen Umgang mit Formen, Traditionen und dem Stoff, der das Leben selber ist. Dagmara Kraus, geboren 1981, in Wrocław, Polen, veröffentlicht Gedichte in Zeitschriften und Anthologien und gilt als eine der erstaunlichsten lyrischen Stimmen der neuen Literatur. Jüngst erhielt sie den mit 10.000 Franken dotierten Basler Lyrikpreis, der ihr für ihre unerschrockene Art, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erkunden, zugesprochen wurde. Deutsch mischt sich dabei mit Französisch, Englisch, Polnisch, aber auch mit Fantasiesprachen; eine Dichtung wie ein "Haus, in dem alle Türen und Fenster offen stehen", so die Jury. Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit der Evangelischen Kirche in der City Außer Haus! Hospitalkirche / Hospitalhof Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Donnerstag
05.07.18
19.00 Uhr
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Wer kauft schon Bücher aus Burkina Faso?

Noufou Badou

Lesung und Gespräch, Moderation: Annette Bühler-Dietrich


Seit 2014 ist der Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Noufou Badou (*1983) auch Verleger in Burkina Faso. Der Verlag Les Éditions Oeil Collection veröffentlicht Lyrik, Dramatik und Texte zur Theaterforschung. Warum und wozu gründet man in Burkina Faso einen Verlag? Wie findet man Autor*innen und vor allem Leser*innen; das sind Fragen, die an diesem Abend mit Noufou Badou im Institut francais diskutiert werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut francais und der Universität Stuttgart Außer Haus! Institut francais, Schloßstraße 51, Stuttgart Eintritt frei. Anmeldung unter: info.stuttgart@institutfrancais.de

 

Freitag
13.07.18
20.00 Uhr
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Von Bienen und Menschen

Ulla Lachauer

Buchpremiere, Lesung und Gespräch, Moderation: Lerke von Saalfeld


Die ehemalige Stuttgarterin Ulla Lachauer hat ihr neues Buch den Seismographen für den Zustand der Welt schlechthin gewidmet und zudem die in den Mittelpunkt gerückt, die um sie herum sind: "Von Bienen und Menschen" heißt ihr neues Buch, das in Stuttgart seine Premiere feiert. Die Bienen sind seit Jahren in aller Munde. Wer aber sind die Imker? Lachauer, für ihre Reportagen vor allem über Osteuropa vielgerühmt und preisgekrönt, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Regionen Europas bereist und mit Imkern gesprochen. Der Bogen ihrer Erkundungen ist weit gespannt: von der Ostseeinsel Gotland über die Lüneburger Heide bis nach Stuttgart und in den Schwarzwald, von den französischen Pyrenäen über Kärnten bis Ljubljana, vom böhmischen Isergebirge bis in die russische Exklave Kaliningrad. Ihr Buch enthält vierzehn Porträts passionierter Imker, unter anderem das eines jungen Syrers, der vor dem Krieg in seinem Heimatland mit seinem Vater fünfhundert Bienenvölker hielt und mittlerweile in Deutschland einen Neuanfang wagt. Was kann ein Imker aus seiner besonderen Erfahrung heraus uns über Natur und Gesellschaft mitteilen? Geboren 1951 in Ahlen/Westfalen, arbeitet Ulla Lachauer als freie Journalistin und Dokumentarfilmerin. Von ihr sind zuletzt erschienen "Der Akazienkavalier" (2008) und "Die blinde Gärtnerin" (2011). Mit freundlicher Unterstützung des Grenzgänger Programms der Robert Bosch Stiftung Außer Haus! Haus der Heimat, Schloßstraße 92, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Freitag
20.07.18
17.00 Uhr
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Über Albert Kapr

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihe: Literatur Schaufenster

Auf einen Kaffee, Gespräch


Albert Kapr, am 20. Juli 1918 in Stuttgart geboren, absolviert ab 1933 eine Schriftsetzerlehre in der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart. Nebenher druckt er illegal Flugblätter für die jungkommunistischen Widerstandsgruppe G und wurde wegen "Beihilfe der Vorbereitung zum Hochverrat" 1936 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt. Unterbrochen vom Kriegsdienst, studiert er von 1938 bis 1948 an der Stuttgarter Kunstakademie bei Ernst Schneidler. 1948 berief man ihn an die Hochschule in Weimar (seit 1996 Bauhaus Universität) und ab 1951 als Professor an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, deren Rektor er auch viele Jahre war. - Das sind aber nur die Äußerlichkeiten seines Wirkens. Neben Jan Tschichold hinterlässt er im letzen Jahrhundert das "bedeutendste Werk zum Thema Typographie und Schriftgestaltung in deutscher Sprache". Ein Höhepunkt seines Schaffens war der großformatige Band "Totentanz von Basel" (1966, Dresden), noch heute das berühmteste Buch HAP Grieshabers mit dessen 40 Farbholzschnitten, typographiert von Kapr und seinem handgeschriebenen deutschen Text in gebrochener Schrift, welche er unter seiner Anleitung von den Studenten in Holz schneiden ließ. Neben zahlreichen weiteren Büchern über Schriftkunst war sein letztes Werk ein Plädoyer für die "Fraktur", 1993 in Mainz erschienen, wofür er 1995 als erster Preisträger den Ludwigsburger "Antiquaria-Preis" erhielt. Ort: Vinum im Literaturhaus

 

Donnerstag
26.07.18
20.00 Uhr
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Hier ist es schön

Annika Scheffel

Veranstaltungsreihe: zwischen/miete. Junge Literatur in Stuttgarter WGs

Lesung und Gespräch


Für die Reihe zwischen/miete werden Stuttgarter WGs zur Lesebühne: AutorInnen aus der jüngsten Schriftstellergeneration mieten sich ein, um aus ihren Texten zu lesen und sie ins Gespräch zu bringen. Annika Scheffel, Jahrgang 1983, erschafft in ihrem Roman „Hier ist es schön“ eine dystopische Welt, die durch totale Überwachung und den Voyeurismus einer Reality-TV-Show geprägt ist. Innerhalb dieser Fernsehshow werden die zwei Protagonisten Irma und Sam ausgewählt, einen neuen Planeten zu besiedeln und dort auf Schritt und Tritt von Kameras begleitet. Sams Entschluss in letzter Minute abzuspringen, führt die beiden auf eine neue Reise: Eine Reise, die Wahrheiten sucht und Fragen nach Sams Herkunft und Geschichte beantworten soll. Doch sind sie wirklich frei in ihren Entscheidungen oder bleibt ihr Schicksal gelenkt von unsichtbaren Mächten im Hintergrund? Scheffel spielt in ihrem Roman eindrucksvoll mit verschiedenen Schreibformen - klassischer Prosatext, Briefe und Regieanweisungen wechseln sich ab und bieten so unterschiedlichste Perspektiven auf die behandelten Sujets. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar 2013 und dem Robert Gernhardt Preis 2015. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ort: Ruhrstraße 11, Stuttgart Eintritt: 5 Euro inklusive Bier und Brezel Nur Abendkasse (ab 19.30 Uhr), begrenzte Platzzahl

 

Sonntag
29.07.18
22.00 Uhr
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Kino auf der Burg – Die göttliche Ordnung

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/stopp = Exkursion


Hinweis: Die Veranstaltung muss leider ausfallen. Ein Dorf in Appenzell anno 1970: Nora lebt mit ihrem Mann Hans, zwei Söhnen und ihrem mürrischen Schwiegervater unter einem Dach. Einen Job anzunehmen, gestattet ihr Hans nicht, was sein ‚gutes Recht‘ als Ehemann ist. Als er auf Montage ist und ihre Nichte, die Miniröcke trägt und sich ihre Beziehung zu einem langhaarigen Motorradfahrer nicht verbieten lässt, zwangsweise in eine Erziehungsanstalt eingewiesen wird, und noch dazu der Termin für die Abstimmung über die Einführung des Frauenwahlrechts näher rückt, beginnt Nora ‚aufzumucken‘. Unterstützt von der lebenslustigen Vroni, ihrer Schwägerin Therese und der Bären-Wirtin Graziella, macht sie sich für die Einführung des Frauenstimmrechts stark und legt sich nicht nur mit Charlotte Wipf, in Personalunion Vorsitzende des ‚Aktionskomitees gegen die Verpolitisierung der Frau‘ und Hans Chefin’, an… Zusammen sehen wir den Film unter freiem Himmel im Open-Air Kino auf der Burg in Esslingen.

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de