veranstaltungen im juli 2018

veranstaltungen im juli 2018

juli 2018

Mittwoch
02.05.18
17.00 Uhr
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Für Elisabeth Walther-Bense

Ulrich Keicher

Veranstaltungsreihe: Literatur Schaufenster

Gespräch, Auf einen Kaffee


Nahezu unbemerkt ist Elisabeth Walther-Bense am 10. Januar 2018 im Alter von 95 Jahren in Stuttgart gestorben, wie der Frieder Nake in seinem Nachruf bemerkt. Sie war nicht nur die Frau an der Seite von Max Bense, bei dem sie 1950 promovierte, sondern sie war vor allem eine bedeutende Semiotikerin. 1962 habilitierte sie sich mit einer ästhetischen Analyse zu Francis Ponge und wurde 1978 als erste ordentliche Professorin an die Universität Stuttgart berufen. Darüber hinaus war sie als Übersetzerin tätig, so übertrug sie den Band „Passages“ des Dichters und Malers Henri Michaux aus dem Französischen ins Deutsche. Bis ins hohe Alter folgten zahlreiche weitere Übersetzungen, auch aus dem Türkischen. Zudem trat sie, meist zusammen mit Max Bense, auch als Herausgeberin der Zeitschriften „Augenblicke und Semiosis“ sowie der „reihe rot“ mit dem berühmten ersten Bändchen „Grignan-Serie“ aus dem Jahr 1960 von Max Bense auf, nach dessen Tod 1990 sie die Reihe fortführte. Ihre herzliche, menschliche Art zeichnete sie zeitlebens aus, das Literatur Schaufenster rückt sie nun ins verdiente Licht. Ort: VINUM im Literaturhaus

Eintritt frei

 

Donnerstag
03.05.18
20.00 Uhr
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Prawda

Felicitas Hoppe

Veranstaltungsreihe: Auf Sendung

Lesung und Gespräch, Moderation: Katharina Borchardt


"Glaubst du, ich hätte nicht gemerkt, wie du mit dem Kopf gegen jede Decke stößt, als wolltest du in den Himmel kommen? Steh auf, nimm den Koffer und geh", fordert die Ich-Erzählstimme bereits in Felicitas Hoppes Text "Verbrecher und Versager". Und nach ihrer einstigen Containerschifffahrt, aus der ihr legendäres Buch "Pigafetta" entstand, hat die Georg-Büchner-Preisträgerin nun erneut selbst den Koffer in die Hand genommen und sich auf eine Expedition in ein ihr unbekanntes Amerika gemacht: Zehntausend so komische wie hochpoetische Meilen reist Hoppe von Boston über San Francisco bis Los Angeles und zurück nach New York. Hellwach und hellsichtig begibt sie sich auf die Spuren von Ilf und Petrow, zweier russischer Schriftsteller, die 80 Jahre vor ihr eben dort unterwegs waren und zu Kultfiguren der Literaturgeschichte wurden. Ob Hoppe mit ihnen die Ford-Werke und den ersten elektrischen Stuhl besichtigt, nebenbei den Zaun von Tom Sawyer streicht oder gleich in einem Tornado verschwindet - "Prawda", das russische Wort für Wahrheit, lässt die Leser*innen die Dinge neu sehen! In Zusammenarbeit mit dem SWR2, Deutsch-Amerikanischen Zentrum und Hospitalhof Stuttgart. Sendetermin auf SWR2: 15.5. 22.03 Uhr Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Sonntag
06.05.18
11.00 Uhr
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Leises Beben

Jossi Wieler, Wieland Backes

Veranstaltungsreihe: Köpfe der Zeit


Er wirkt bescheiden, zugewandt, sympathisch. Kein lauter, platzgreifender Mensch, aber einer der ganz großen seiner Zunft. Jossi Wieler, seit 7 Jahren Intendant der Oper, verlässt in wenigen Wochen Stuttgart. Wie schade! Zu seinen Grundüberzeugungen gehört, dass die Dinge im Dialog besser zu durchdringen seien als allein. Seit über 20 Jahren inszeniert Jossi Wieler, vielfach ausgezeichneter Regisseur des Musik- und Sprechtheaters, zusammen mit dem Stuttgarter Chefdramaturgen Sergio Morabito. Unter seiner Intendanz wurde Stuttgart 2016 zur Oper des Jahres - eine von zahlreichen Auszeichungen, die den Stellenwert seiner herausragenden künstlerischen Leistung widerspiegeln. Seine Haltung, stets den Dialog zu suchen, speist sich ganz aus den Inhalten, aus der künstlerischen Auseinandersetzung, und wird auf diese Weise wie quasi beiläufig auch zu einer politischen: Sehen die verkrusteten hierarchischen Strukturen im Theater und vor allem an der Oper - zumeist - genialische wie gefürchtete Männer allein an der Macht, verkörpert Jossi Wieler einen anderen Typus. Vielmehr schafft er leise etwas, für das andere laut trommeln müssen: Ein Beben in der Opernwelt. So lautet denn auch der Titel seiner letzten Stuttgarter Uraufführung Erdbeben.Träume, nach Heinrich von Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili, komponiert von Toshio Hosokawa, mit einem Libretto des Georg-Büchner- und Kleist-Preisträgers Marcel Beyer. Die Entscheidung des international gefeierten Regisseurs, als Intendant 2018 in Stuttgart aufzuhören, sei ihm nicht leicht gefallen, denn "Stuttgart ist die beste Theaterstadt, die man sich wünschen kann." Über das Beben und die (Zukunfts-)Träume kommt er mit Wieland Backes ins Gespräch, der Nachtcafe-Moderatorenlegende und dem Gründer der Initiative von Aufbruch Stuttgart, zu dessen innerstem Kreis auch Jossi Wieler gehört. Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Stuttgart. In Kooperation mit dem Hospitalhof Stuttgart. Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Montag
07.05.18
19.00 Uhr
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Was man von hier aus sehen kann - Mariana Leky

Veranstaltungsreihe: U35 - das Junge Literaturhaus

zwischen/lese = Lesestunde


Geboren 1973 in Köln, absolvierte sie eine Buchhandelslehre, studierte Germanistik und Europäische Kulturwissenschaften in Tübingen und dann Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 2001 erschien ihr erster Erzählband, 2004 der erste Roman. Inzwischen hat Mariana Leky bereits ihren dritten Roman veröffentlicht und sich damit ihren Platz in der Spiegel-Bestsellerliste ergattert: „Was man von hier aus sehen kann“. Es ist die Geschichte von Selma, die den Tod voraussehen bzw. vorausträumen kann, und ihrer Enkelin Luise, die bei ihr aufwächst. Zugleich ist es das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Vor allem aber ist es ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Dabei beherrscht die Autorin das in der Schreibschule gelernte Handwerk, doch bricht sie gelegentlich auch die Regeln und sorgt damit für Überraschungen! Wir lesen den Roman und sprechen über seine Tricks und Kniffe! Eintritt: Euro 3,-/Mitglieder frei

 

Montag
07.05.18
20.00 Uhr
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Jahre später

Angelika Klüssendorf

Lesung und Gespräch, Moderation: Helmut Böttiger


Von nichts Geringerem als der Anatomie einer toxischen Partnerschaft erzählt Angelika Klüssendorf in ihrem neuen Roman. Nach ihren letzten beiden Romanen "Das Mädchen" und "April" - beide nominiert für den Deutschen Buchpreis - folgt nun "Jahre später", der dritte Roman über das mittlerweile erwachsen gewordene Mädchen April und ihre intensive, aber auch zerstörerische Beziehung und Ehe mit ihrem Mann. Auf einer Lesung lernt April einen Mann kennen, der ihr zunächst durch seine dreist raumnehmende Art auffällt. Es ist nicht Sympathie, die sie zusammenführt. Es ist eine andere Form der Anziehung: Intensität. Denn Ludwig, der Chirurg aus Hamburg, wird für April zum Lebensmenschen werden - und April für ihn. Im Guten wie im Schlechten. Angelika Klüssendorf erzählt, wie eine Liebe zwischen zwei radikalen Einzelgängern entsteht, die beide mit ihren eigenen Mitteln versuchen, ins Soziale zu finden und zu sich selbst, in glühender Gemeinsamkeit, aber auch verloren in den unaufhaltsamen Fliehkräften, die das Paar auseinandertreiben. Außer Haus! VINUM im Literaturhaus

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
08.05.18
20.00 Uhr
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Scham

Ute Frevert, Rahel Jaeggi

Veranstaltungsreihe: I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft

, Moderation: Katharina Raabe


NEUE REIHE I am not. Feminismus in Literatur, Kultur und Gesellschaft Über die Rede vom "Back-Lash" in unserer Gesellschaft, der Rückorientierung an traditionellen Frauen- und Männerbildern, legte sich vor einigen Monaten die Harvey-Weinstein-Affaire und die anschließende Bewegung unter dem Hashtag #MeToo und machte sexuelle Übergriffe und sexuellen Machtmissbrauch aber auch allgemeinere Fragen zum Verhältnis der Geschlechter quasi weltweit zum Thema. Dieses durch viele Kontinuitäten und Brüche gekennzeichnete Verhältnis stellt das Literaturhaus Stuttgart in seiner Veranstaltungsreihe "I am not" zur Diskussion. Statt wieder neu danach zu fragen, wie wir unsere Identität definieren, nähern wir uns über die reich gefüllten Vorratskammern des Nicht-seins oder Nicht-sein-Wollens und versuchen, lederne Identitätshäute und geschlechterbezogene traditionelle Zuschreibungen (wieder) durchlässiger zu machen. In diesen Kammern des Nicht-seins von Mann und Frau lagern Begriffsteams wie Arbeit und Familie; Kreativität, Leistung und Geschlecht; Sexualität und Körper; Politik und Gefühl - und andere. Wir greifen zu und fragen danach, was wir auf den kleinen Bühnen des Alltags ebenso wie auf den großen Bühnen der Welt aufzugeben drohen, worum es sich zu kämpfen, zu streiten lohnt und wie das Nicht-Sein-Wollen zum Glänzen gebracht werden kann. Und hier schlägt die Literatur, Geschichte und Philosophie ihre Widerhaken ein. Denn die Künste, allen voran die Literatur hat die Kraft für Widerspenstigkeiten. Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung | Literatursommer 2018, in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg sowie FrideL und dem Fachbereich Neuere deutsche Literatur der Universität Stuttgart Beschämung und Demütigung sind Machtausübungen, die an einem hochsensiblem Punkt in uns ansetzen: in unserer Scham. Und diese verläuft seit Jahrhunderten entlang der Geschlechtergrenzen. Schamhaftigkeit wurde bereits im Mittelalter als weibliche Tugend klassifiziert und Schande ungleich häufiger sexuell weiblich konnotiert als männlich, Feigheit indes war hochgradig schambesetzt an Männlichkeit gebunden. Der Demütigung und Scham wohnt das leidvolle Wissen um die Macht des öffentlichen Blicks, des Gegenübers inne; stand der Pranger einst auf dem Marktplatz, steht er heute im Internet, so Ute Frevert. Die Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung stellt in ihrem scharfsinnigen Buch "Die Politik der Demütigung" in Rechnung, dass die Macht zu demütigen und zu beschämen einst von der Staatsgewalt ausging, diese heute aber an die Gesellschaft und die Medien übergegangen ist. Mit ihr ins Gespräch kommt die profilierte Professorin für Philosophie, Rahel Jaeggi, die in ihrem Buch "Lebensformen" nach der Bedeutung der Gesellschaft für unser Zusammenleben fragt, Lebensformen als Ensemble sozialer Praktiken fasst, die eben nicht (nur) Privatsache seien, sondern über die wir und um die wir streiten müssen. Außer Haus! VINUM im Literaturhaus Nächster Termin: 18.6. * Blutsbande * Christina von Braun und Antje Ravic Strubel

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Montag
14.05.18
20.00 Uhr
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Wiesenstein

Hans Pleschinski

Lesung und Gespräch, Moderation: Julia Schröder


"Ein großer Roman über Gerhart Hauptmanns letztes Jahr (…), nicht zuletzt auch ein Appell an die Menschlichkeit gegenüber Flüchtlingen und Heimatvertriebenen." Martin Halter, Stuttgarter Nachrichten Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium Dr. Weidner liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein“, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft und ein immer noch luxuriöses Leben für den Geist führen - inmitten der Barbarei. Hans Pleschinski erzählt in "Wiesenstein" vom Leben Gerhart Hauptmanns, von Verzweiflung, Angst und Liebe. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat und von der großen Flucht, von der Zerrissenheit und Doppelgesichtigkeit Hauptmanns, basierend auf zahlreichen Dokumenten und Tagebuchaufzeichnungen. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg und Hospitalhof Stuttgart Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
15.05.18
20.00 Uhr
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Wie Romane entstehen

Hanns-Josef Ortheil, Silvie Lang, Nils Nußbaumer, Alexander Rudolfi

Lesung und Gespräch


Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim ist eine der bekanntesten universitären Ausbildungsstätten für junge Schriftsteller*innen in Deutschland. Im Masterstudiengang arbeiten sie zwei Jahre an einem umfangreichen Schreibprojekt, bei dessen Entstehung sie von Mentoren und Lektoren betreut werden. Wie genau sieht eine solche Zusammenarbeit aus? Wie viel Freiheit und Spontaneität lässt sie den Schreibenden? Und wie sehen typische Phasen von Langzeit-Schreibprozessen aus, denen sich die Studierenden in solcher Intensität zum ersten Mal im Leben stellen? Hanns-Josef Ortheil, Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, spricht mit drei Studierenden über ihre Romanpläne, um sie schließlich in die freie Laufbahn von Lesung und Selbstpräsentation zu entlassen. Eintritt frei Außer Haus! Westquartier, Elisabethenstraße 26

 

Donnerstag
17.05.18
20.00 Uhr
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Revolte

Heinz Bude, Marie Rotkopf

Veranstaltungsreihe: Karambolagen

Lesung und Gespräch, Moderation: Felix Heidenreich


Karambolagen erzeugen Reibung: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist im besten Wortsinne zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Die dritte Folge der neuen Reihe "Karambolagen", veranstaltet vom Literaturhaus und Institut francais, holt 2018 die Revolte auf die Bühne. Der renommierte Soziologe Heinz Bude zieht fünfzig Jahre nach 1968 Bilanz und hat in seinem jüngsten Buch "Adorno für Ruinenkinder" mit Menschen gesprochen, die den Aufbruch aus der Kindheit zwischen Ruinen in eine Welt des freieren Lebens miteinander teilen. Mit einer trostlosen Vergangenheit im Rücken wollten sie einst die Gesellschaft verändern. Die französische Autorin, Künstlerin und Kulturkritikerin Marie Rotkopf schreibt wiederum an gegen das deutsche Bewusstsein, endlich ruhigen Gewissens auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Ihr "Antiromantisches Manifest. Eine poetische Lösung" ist eine Streitschrift für das Fremdsein als Freiheit, als einzig mögliche Lebensweise. Marie Rotkopf wurde 1975 in Paris geboren und lebt heute in Hamburg. Von ihr erschienen Beiträge in und für diverse Kunstzeitschriften, Ausstellungen und Performances. Sie war Mitarbeiterin im ersten zeitgenössischen Kunstmuseum in der Pariser Banlieue. 2007 gründete sie die deutsch-französische Künstlergruppe "Internationale Surplace". Heinz Bude, Jahrgang 1954, leitete von 1997 bis 2015 den Bereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" am Hamburger Institut für Sozialforschung, seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. 2016 erschien sein Buch "Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen". Die Diskussion bildet den Abschluss der Veranstaltungsreihe "Der Sinn der Revolte: Mai 68 heute" die vom Februar bis Mai 2018 in Zusammenarbeit mit dem IZKT der Universität Stuttgart veranstaltet wurde. Eine Gemeinschaftsproduktion des Literaturhaus Stuttgart und des Institut francais, in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von der Dr. Karl & Elisabeth Eisele-Stiftung. Außer Haus! Institut francais, Schloßstraße 51

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Dienstag
22.05.18
19.30 Uhr
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Insight Nahost – Nacht der arabischen Literatur

Stefan Weidner, Claudia Ott, Mira Sidawi, Widad Nabi

Lesung und Gespräch, Diskussion, Moderation: Jörg Armbruster
Musik: Hadi Andywi, Karam Kassem


Die ägypische Autorin Basma Abdelaziz musste leider absagen. Doch die kurdisch-syrische Lyrikerin Widad Nabi wird kommen. Sieben Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings scheint vom jubelnd begrüßten Aufbruch von damals nichts mehr übrig zu sein: Syrien und Libyen versinken im (Bürger)Krieg, in Ägypten werden scharfe Zensurgesetze eingeführt, die erstarkte Kulturszene sieht sich mit zunehmender Restriktion konfrontiert. Das Interesse der Öffentlichkeit, mehr und tiefergreifende Informationen zu erhalten, einen Einblick in das Leben der Menschen hinter den Schlagzeilen zu haben, ist groß. Hier kann die Literatur viel beitragen: Sie erzählt die vielen kleinen Geschichten, die ein differenzierteres Bild ergeben. Das Netzwerk der Literaturhäuser stellt in seiner Veranstaltungsreihe Autor*innen aus verschiedenen arabischen Ländern zusammen mit Nachwuchstalenten aus dem Programm "Beirut Short Stories" vor. In Stuttgart zu Gast sein werden die kurdisch-syrische Lyrikerin Widad Nabi und die libanesische Nachwuchsautorin Mira Sadawi. Literatur und Politik in größere Zusammenhänge setzt der Übersetzter und Vermittler Stefan Weidner, wenn er in seinem neuen Band "Jenseits des Westens" ein Zukunftsplädoyer für ein neues kosmopolitisches Denken hält, das die Vorstellung kultureller westlicher Überlegenheit überwindet. Den Blick zurück auf die großen Geschichten von 1001 Nacht sowie 101 Nacht - ein fast 800 Jahre altes Manuskript und ein verborgenes Juwel der arabischen Literatur - wirft indes die herausragende und vielfach ausgezeichnete Übersetzerin, Musikerin und Arabistin Claudia Ott. Sie hat die Geschichten erstmals aus ihren ältesten Originalen übersetzt und kommentiert und räumt mit einigen festgefahrenen Bildern solide auf. Eine Veranstaltung des Netzwerks der Literaturhäuser in Kooperation mit der KfW-Stiftung, dem Goethe-Institut, ARTE und Beirut Short Stories. Ort: Ostend, Achalmstrasse 18, Eingang Hausmannstraße Ecke Achalmstrasse. U4 Haltestelle "Ostendplatz"

Eintritt: Euro 12,-/ 10,-/ 6,-

 

Mittwoch
23.05.18
20.00 Uhr
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Europa lesen

Phillip Ther, Raoul Schrott

Veranstaltungsreihe: The future of Europe

Lesung und Gespräch


Ideen sind es, die eine Gemeinschaft zusammenhalten, formen, weiterentwickeln. Aber wie entstehen solche Denkformen, die ein gesellschaftliches Gefüge zeitlich und räumlich assimilieren, verändern, in Bewegung halten? Und wie, unter welchen Umständen oder durch welche Instanzen gelangen sie in unsere Politik? Raoul Schrott geht in seinem neuen Essayband "Politiken & Ideen" den Fragen unseres Zusammenlebens und den ihr zugrundeliegenden und sie formenden Ideenprozessen nach und stellt nicht zuletzt die Frage nach den Vorstellungen einer Nation selbst, einer nationalen Identität, der Polis, die - so Schrott - schon immer eine Dynamik des Multikulturellen gewesen ist. Mit ihm ins Gespräch kommt der Historiker Philipp Ther, der in seinem viel beachteten Buch "Die Außenseiter - Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa" eine historische Einordnung von Migration und Flucht der zurückliegenden fünf Jahrhunderte vornimmt. Er geht den Ursachen von Flucht nach, in dem er diese anhand von Lebensgeschichten veranschaulicht. Migrant*innen und Geflüchtete seien die Personifizierung von Veränderungen und es sei daher unvermeidbar, dass sie Ängste auslösen. Wie können wir aus der Geschichte lernen und dieser Furcht entgegenwirken? Ther ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Sein Buch "Ethnische Säuberungen im modernen Europa" wurde 2012 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Raoul Schrott ist vielfach ausgezeichneter Autor, Lyriker und Übersetzer. Bei Hanser erschienen 2016 "Erste Erde" und jüngst "Politiken & Ideen". In Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Stuttgart. Eintritt: 5,- €, Karten über das Schauspiel Stuttgart

 

Dienstag
29.05.18
20.00 Uhr
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Sinn stiften mit Geldanlagen

Wolfgang Kuhn

Veranstaltungsreihe: Wirtschaft


Geld ist geprägte Freiheit, heißt es bei Fjodor Dostojewski. Doch sind Freiheit und Verantwortung zwei Seiten ein und derselben Münze. Zwar ist Freiheit eine Grundvoraussetzung für funktionierende Finanzmärkte, doch muss sie immer mit verantwortungsbewusstem Handeln einhergehen. Professor Dr. Wolfgang Kuhn, Sprecher des Vorstandes der Südwestbank AG, beleuchtet in seinem Vortrag „Sinn stiften mit Geldanlagen“ die Rolle der Banken in der Gesellschaft, den Trend zur Nachhaltigkeit in der (Finanz-)Wirtschaft und die Möglichkeiten, mit Geld Sinn zu stiften. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsclub e.V. und dem Hospitalhof Stuttgart Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart

Eintritt: Euro 10,-/ 8,-/ 5,-

 

Eintrittskarten erhalten Sie online hier, in der Buchhandlung im Literaturhaus (Mo-Fr 12-20 Uhr & Sa 10-16 Uhr), an vielen Vorverkaufsstellen sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse. Kartentelefon für Literaturhausmitglieder: (0711) 22 02 17 - 47.

 

Literaturhaus Stuttgart, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, Fon (0711) 22 02 17 - 3, Fax (0711) 22 02 17 - 48, info@literaturhaus-stuttgart.de, www.literaturhaus-stuttgart.de