Donnerstag 06.07.17 20.00 Uhr

Der Ort, an dem die Reise endet

Veranstaltungsreihe: Afrikanissimo
Lesung und Gespräch
Moderation: Ilija Trojanow
»Kenia wurde von Ngũgĩ wa Thiong’o auf die literarische Weltkarte gesetzt, Yvonne Adhiambo Owuor schraffiert diese Karte nun neu. Ein zeitgeschichtliches Panorama von intimer Intensität.« Ilija Trojanow

Kenia, 2007: Odidi Oganda, ein hochbegabter Student, wird in den Straßen Nairobis erschossen. Seine Schwester Ajany kehrt aus Brasilien zurück, um mit ihrem Vater seinen Leichnam nach Hause zu überführen. Doch die Heimkehr auf die verfallene Farm im Norden des Landes hält keinen Trost für sie bereit. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen, die der Mord heraufbeschworen hat und die die Familie im Griff halten; Erinnerungen an die koloniale Gewaltherrschaft und die blutigen Auseinandersetzungen nach der Unabhängigkeit. Ajanys Mutter flieht von Wut und Trauer beherrscht in die Wildnis, und ihr Vater muss sich einer brutalen Wahrheit stellen. Doch im Moment größter Verzweiflung entsteht zugleich auch etwas Neues, eine Liebe nimmt ihren Anfang. "Der Ort, an dem die Reise endet" ist ein Roman über eine versehrte Familie und ein zerrissenes Land zwischen Aufarbeitung der Vergangenheit und Zukunftsentwurf: "Wenn wir uns nicht mit der Wahrheit auseinandersetzen, wird dieses Land explodieren. Damals gaben wir uns der Illusion hin, wir seien ein Ausnahmebeispiel für Stabilität. Aber ich erinnere mich an die Vorahnung, dass das Land, wenn wir uns nicht endlich mit den Gespenstern der Vergangenheit auseinandersetzen, explodieren würde", sagt Yvonne Adhiambo Owuor über Kenia. Geboren 1968, lebt Owuor heute in Nairobi. Sie leitete von 2003 bis 2005 das internationale Filmfestival in Sansibar. "Der Ort, an dem die Reise endet" ist ihr Debüt, erschien 2015 in den USA und wurde von Simone Jakob ins Deutsche übertragen.

Ort: Vinum im Literaturhaus, Breitscheidstraße 4 , 70174 Stuttgart
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Bild: Der Ort, an dem die Reise endet - Yvonne Adhiambo OwuorBild: Der Ort, an dem die Reise endet - Yvonne Adhiambo Owuor
© Heiner Wittmann
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