Freitag 19.02.16 20.00 Uhr

Diese Fremdheit in mir

Lesung und Gespräch
Moderation: Hubert Spiegel
Sprecher und Dolmetscher: Recai Hallaç
"Wie sollen wir einen Mevlut verstehen, der einer jahrelang Liebesbriefe schreibt und dann, als er mit ihr abhaut und merkt, dass es gar nicht die Richtige ist, ganz einfach die Klappe hält? Orhan Pamuk

Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in „Diese Fremdheit in mir“ vom schillernden Leben des Straßenverkäufers Mevlut, der wie Millionen anderer Menschen auch in den 1950er und 1960er Jahren aus den kleinen Dörfern auf dem Land nach Istanbul kam. Er erzählt zugleich, wie sich Istanbul als Stadt, wie sich seine Architektur zunehmend veränderte, wie es zur modernen, gentrifizierten Metropole und Megacity wurde, in dem Hochhäuser und neue Viertel wie Pilze aus dem Boden schossen. "Meine Figur Mevlut hat mir dabei geholfen, in mir fremde Ecken Istanbuls Einblick zu nehmen, in seine Geschichten, in kleine, einfache Geschäfte in den Straßen", so Pamuk über sein neues Buch. Darüber legt er eine große Liebesgeschichte: Kann man die falsche Frau heiraten und trotzdem die große Liebe finden? Mevlut verliebt sich Ende der 1960er Jahre auf der Hochzeit seines Cousins in die jüngere Schwester der Braut. Drei Jahre lang schreibt er ihr Liebesbriefe nach Anatolien. Doch dann schickt man ihm die ältere Schwester. Pflichtbewusst heiratet Mevlut Rayiha, und ausgerechnet ein Jugendfreund nimmt seine Angebetete zur Frau. Die beiden Familien leben drei Jahrzehnte in enger Verbundenheit, doch dann nimmt ihr Schicksal eine dramatische Wende. Ein Schelmenroman, eine Liebesgeschichte und ein Familienepos in Istanbul, ins Deutsche übertragen von Gerhard Meier. Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus. Für seine Werke erhielt er 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 den Nobelpreis für Literatur.

In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart und dem Hospitalhof Stuttgart

Außer Haus! Hospitalhof, Büchsenstraße 33 , 70174 Stuttgart
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© Heiner Wittmann
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